29.10.2022 Von Pelzfarm gerettet

Drei Füchse und zwei Marderhunde vor der blutigen Pelzernte gerettet

von: GFDK - Kultur und Medien

In den kommenden Wochen beginnt die blutige ‚Pelzernte‘ auf europäischen Pelzfarmen. Drei Füchse und zwei Marderhunde konnten diesem Schicksal auf einer polnischen Pelzfarm entrinnen:

Sie dürfen nun in der TIERART Wildtierstation von VIER PFOTEN ein artgemäßes Zuhause finden. Millionen Pelztiere vegetieren aber noch immer auf Farmen in Polen, Finnland, Litauen und all den anderen pelzproduzierenden EU-Staaten in winzigen Käfigen dahin, bevor sie grausam getötet werden.

 Im Rahmen der Europäischen Bürgerinitiative Pelzfreies Europa/Fur Free Europe fordert die internationale Tierschutzstiftung VIER PFOTEN ein EU-weites Verbot von Pelzfarmen. 

„Pelz ist ein unnötiges Luxusprodukt, das unter grausamen Bedingungen produziert wird. Die Mehrheit der Bevölkerung lehnt Echtpelz ab.

Trotzdem müssen weiterhin Millionen Nerze, Füchse und Marderhunde unter grauenhaften Bedingungen leiden, bevor sie getötet werden und ihnen das Fell abgezogen wird. Pelzfarmen verstoßen selbst gegen grundlegendste Tierschutzstandards.

Dort leben die Tiere in einer nicht-artgemäßen Umgebung ohne Rückzugsorte und ohne Möglichkeiten, ihr natürliches Verhalten auszuleben.

In der Pelzindustrie geht es nicht darum, dass es den Tieren gut geht, es geht lediglich darum, ihren kommerziellen Wert zu nutzen“, sagt Thomas Pietsch, Leiter des Bereichs für Wildtiere in der Unterhaltungs- und Textilindustrie bei VIER PFOTEN.

Gerettet: zwei Marderhunde und drei Füchse

Die beiden Marderhunde Asami und Emi sowie die Füchse Skadi, Mala und Samara werden am 2. November in der TIERART Wildtierstation von VIER PFOTEN eintreffen. Alle fünf Tiere wurden für die Pelzgewinnung gezüchtet und wären in der nächsten Erntesaison vermutlich getötet worden.

„Wir sind froh, dass wir diesen Tieren ein grausames Schicksal ersparen und ihnen hier bei uns in TIERART ein artgemäßes Leben ermöglichen können. Die Tiere kennen bisher nur winzige Drahtkäfige und Todesangst.

Für die erste Zeit werden wir sie daher in Eingewöhnungsgehegen unterbringen, damit sie lernen, sich in einem natürlichen Umfeld zu bewegen.

Wir werden unser Möglichstes tun, damit sie die Schrecken ihrer Herkunft vergessen können“, erklärt Florian Eiserlo, Betriebsleiter der TIERART Wildtierstation und Wildtierexperte bei VIER PFOTEN.

Die Europäische Bürgerinitivative (EBI) Pelzfreies Europa/Fur Free Europe

Ein Bündnis von Tierschutzorganisationen, darunter die globale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN, die sich seit fast 35 Jahren für ein Ende der Pelzproduktion und des Pelzverkaufs in Europa einsetzt, hat die Europäische Bürgerinitiative (EBI) Pelzfreies Europa ins Leben gerufen.

Ziel der noch bis Mai 2023 laufenden Petition, die inzwischen von 77 europäischen Gruppen unterstützt wird, ist ein EU-weites Verbot der Haltung und Tötung von Pelztieren zum Zweck der Pelzgewinnung. Außerdem sollen Pelze und Pelzprodukte aus der Pelztierzucht auf dem europäischen Markt verboten werden.

Eine Million Unterschriften aus sieben Ländern nötig

Für den Erfolg der EBI sind eine Million Unterschriften von EU-Bürger:innen erforderlich, die in mindestens sieben Ländern gesammelt werden müssen.

Die Europäische Kommission muss daraufhin mit einer offiziellen Antwort reagieren, der Vorschlag wird dann dem Europäischen Parlament und dem Rat vorgelegt. Wird er angenommen, wird er zum Gesetz.

Bislang haben 15 der 27 Mitgliedstaaten die Pelztierzucht vollständig verboten (einige mit Übergangsfristen) oder so streng reguliert, dass sich die Pelztierzucht wirtschaftlich nicht mehr lohnt.

Letzteres gilt für Deutschland – gesetzlich verboten ist die Pelztierzucht hier aber nicht. Aktuell steht die EBI bereits bei knapp 500.000 Unterschriften, von denen Deutschland mit knapp 70.000 Stimmen den größten Anteil ausmacht.