14.03.2019 Der Preis ist mit 50.000 € dotiert

Die indische Künstlerin Sheela Gowda erhält den MARIA LASSNIG PREIS 2019

von: GFDK - Kultur und Medien

Die MARIA LASSNIG STIFTUNG freut sich bekannt geben zu können, dass der biennal vergebene MARIA LASSNIG PREIS 2019 an die indische Künstlerin Sheela Gowda verliehen wird.

Die 1957 in Bhadravati, Indien geborene Künstlerin erhält ein Preisgeld von 50.000 €, sowie eine Einzelausstellung in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, dem institutionellen Partner des zweiten Maria Lassnig Preises.

Der Maria Lassnig Preis wurde bereits vor ihrem Tod 2014 im Alter von 94 Jahren von der bedeutenden österreichischen Künstlerin Maria Lassnig angedacht. Lassnig selbst, die sich zu ebenjenem Zeitpunkt am Zenit ihres Schaffens befand, wurde erst spät als Künstlerin anerkannt.

Diese Auszeichnung soll das Werk von Künstlerkollegen/innen einem breiteren Publikum öffnen. Der Maria Lassnig Preis ist mit 50.000 € dotiert und wird von einer Einzelausstellung der Preisträger/innen begleitet, die von einer mit der Maria Lassnig Stiftung kooperierenden Institution organisiert wird. Eine Jury, u. a. bestehend aus Vertreter/innen der Stiftung und der beteiligten Institution, vergibt die Auszeichnung.

2019 ist dieser institutionelle Partner die Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, das 2010 äußerst erfolgreich eine Ausstellung zu Lassnigs 90. Geburtstag präsentierte. Die Ausstellung von Sheela Gowda, die im Frühjahr 2020 eröffnet, wird von Eva Huttenlauch, diesjähriges Jurymitglied und Sammlungsleiterin sowie Kuratorin Kunst nach 1954 am Lenbachhaus, organisiert.

Die Preisverleihung findet am 7. Juni 2019 während der Ausstellung BODY CHECK. Martin Kippenberger und Maria Lassnig statt, die vom 21. Mai bis 15. September im Lenbachhaus zu sehen ist; weitere Jurymitglieder waren Matthias Mühling und Stephanie Weber, Lenbachhaus München, und Hans Ulrich Obrist, Serpentine Gallery, London; Peter Pakesch, Vorstandsvorsitzender der Maria Lassnig Stiftung sowie die Künstlerin Katharina Grosse. 

Peter Pakesch, Vorstandsvorsitzender der Maria Lassnig Stiftung, äußert sich zum diesjährigen Preis: "Wir freuen uns, nach Cathy Wilkes 2017 die zweite Ausgabe des Preises 2019 an Sheela Gowda zu verleihen, die in ihrer frühen Ölmalerei und gerade auch in ihrer Beschäftigung mit erschwerten Arbeitsbedingungen für Frauen in der indischen Gesellschaft Themenbereiche von Maria Lassnig berührt.

Durch die Zusammenarbeit mit einer führenden internationalen Institution – nach dem MoMA PS1 dieses Mal die Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München – kann die beste Plattform für die Gewinnerin oder den Gewinner sichergestellt werden.

Wir freuen uns über das Engagement des Lenbachhauses hinsichtlich der Kunst und der Anliegen von Maria Lassnig. Mit Ute Meta Bauer und Hans Ulrich Obrist konnten wir internationale Kollegen mit herausragender Expertise im Bereich zeitgenössischer Kunst gewinnen, die bei der Preisverleihung mitwirken.

Über Sheela Gowda
Sheela Gowda lebt und arbeitet in Bangalore, Indien. Sie studierte Malerei an der Ken School of Art in Bangalore sowie der Visva-Bharati University in Santiniketan und am Royal College of Art in London.

Für ihre Skulpturen und Installationen verwendet Sheela Gowda Materialien, die eine narrative Atmosphäre erzeugen und zugleich metaphorische Kraft entfalten: Kuhdung, Kumkum-Pulver, Weihrauch, Kokosfasern, aber auch Haare, Nadeln oder Fäden verbinden Konnotationen von Alltagsgebrauch mit einer poetischen Aufladung.

Damit übt die Künstlerin auch bewusste Kritik an gesellschaftspolitischen Umständen, denn viele ihrer Materialien stammen aus dem Bereich von traditionell mit Frauen assoziierter Arbeit.

Bevor Sheela Gowda sich in den 1990er Jahren Installationen und Skulptur in minimalistischer Formensprache zuwandte, arbeitete sie mit expressiver Ölmalerei, in der ihre späteren Themen bereits angelegt waren.

Das Alltagsleben der indischen Mittelschicht, Konflikte von Frauen im Arbeitswie privaten Leben sowie über die Medien vermittelte Bilder politisch-gesellschaftlicher Spannungen wurden schon früh Gegenstand ihrer künstlerischen Beschäftigung.

Sheela Gowda war bei der Kochi Muziris Biennale 2012, der Venedig Biennale 2009, der documenta 12 und der Lyon Biennale, beide 2007, vertreten. Einzelausstellungen fanden u.a. 2017 in der Ikon Gallery, Birmingham, 2015 im Para Site, Hongkong,

2014 in der daad Galerie Berlin, im Irish Museum of Modern Art, Dublin, im Centre international d'Art et du Paysage in Vassivière, 2013 in der Lunds Konsthall, Lund, im Van Abbemuseum, Eindhoven und 2010 im Office for Contemporary Art, Oslo statt, sowie sind für 2019 im Hangar Bicocca, Mailand und im Centre d'Art Bombas Gens in Valencia geplant.

Beteiligungen an Gruppenausstellungen waren 2014 im Museum Abteiberg, Mönchengladbach, 2012 im Ullens Center for Contemporary Art, Beijing, 2011 im Musée d'Art Contemporain, Lyon, 2009 in der Devi Art Foundation, Neu-Delhi und der Serpentine Gallery, London sowie 2008 im Kunstmuseum Bern und 2003 im Walker Art Center, Minneapolis. 2014 war sie Finalistin des Hugo Boss Award.