09.04.2020 VIER PFOTEN TIERART

Der afrikanische Serval bekommt ein neues Zuhause

von: GFDK - Kultur und Medien - Tierschutz

Die internationale Tierschutzstiftung VIER PFOTEN hat am Wochenende einen etwa vier Jahre alten männlichen Serval in ihre Obhut genommen. Die Wildkatze war Anfang des Jahres von Behörden beschlagnahmt worden, nachdem sie beim Streunen im Rhein-Sieg Kreis entdeckt und eingefangen wurde.

Bereits im Dezember entdeckten Spaziergänger die afrikanische Kleinkatze, im Januar schließlich konnte das Tier mit einer Lebendfalle einfangen werden. Nach seiner Beschlagnahmung durch die Behörden verbrachte es in einer fachkundigen Stelle mit entsprechendem Gehege die Quarantänezeit.

Aufgrund seiner unbekannten Herkunft musste der Serval dort zunächst vorschriftsmäßig geimpft, entwurmt und mit einem Microchip versehen werden.

Am vergangenen Wochenende konnte das VIER PFOTEN TIERART Team die Katze in ihr neues Zuhause TIERART bei Maßweiler in Rheinland-Pfalz bringen.

In dem Tier- und Artenschutzzentrum wird sie in einem großen artgemäßen Gehege leben. Eine Auswilderung in seinem natürlichen Verbreitungsgebiet ist nicht möglich, da der Serval mit größter Wahrscheinlichkeit aus einer Zucht stammt, sehr viel Kontakt zu Menschen hatte und in freier Wildbahn nicht zurechtkäme.

VIER PFOTEN fordert strikte Gesetzgebung

„Mit einem Gehege von nur 50 Quadratmetern kann sich jeder so eine exotische Katzenart in Deutschland zulegen. In ihrem natürlichen Lebensraum haben diese Katzen ein Revier von bis zu zehn Quadratkilometern.

Dieser Fall zeigt, wie wichtig einheitliche und striktere Gesetze für die Haltung exotischer Katzenarten sind. Keiner weiß genau, wie viele Groß- und Kleinkatzen in privater Haltung, meist unter nicht artgerechten Haltungsbedingungen, in Europa leben.

Die Zucht und der Handel mit exotischen Katzenarten unterstützen den illegalen Markt. Dies reicht bis hin zur Gewinnung von angeblicher Heilmedizin, die traurigerweise weltweit einen großen Absatzmarkt erfährt.

Das Problem fängt bei Katzenarten wie diesem Serval an und reicht bis zu dem illegalen Handel mit Tigern und Löwen, den es erschreckenderweise auch in Deutschland gibt", sagt Florian Eiserlo, Diplom-Biologe und Betriebsleiter der VIER PFOTEN Großkatzenstation TIERART.