05.01.2022 Kunst im Lockdown

Corona und die Kunst in der Krise

von: GFDK - Kultur und Medien

Ob die Kunst überhaupt noch existiert, fragte man sich im ersten Corona-Jahr vermehrt. Künstler und Künstlerinnen fühlten sich vergessen. Den Kunst- und Kulturbereich hat es hart erwischt.

An Orten, an denen wir uns eigentlich Nähe wünschen, musste Distanz gewahrt werden – bis Theater, Museen, Clubs und Ausstellungen schließlich gänzlich auf unbestimmte Zeit ihre Türen schließen mussten.

Wer konnte, schwenkte auf digitale Vorführungen um, doch Kunstschaffende fühlten sich während der Krise trotzdem vernachlässigt. Langsam erholt sich die Kreativszene nun wieder, aber die Erinnerungen bleiben.

Wir werfen einen Blick auf die Corona-Zeit und die Herausforderungen, vor denen Künstler und Künstlerinnen standen und noch immer stehen.

Kunst im Lockdown

Confinement – auf Deutsch „Haft“. So nennt sich die Fotografieausstellung, die der Verlag teNeues veröffentlicht hat. Auf über 100 Seiten werden Werke verschiedener Künstler und Künstlerinnen vorgestellt, die ihre Sicht auf die Corona-Krise und die außergewöhnliche Situation mit ihrer Fotografie zum Ausdruck bringen.

Der Lockdown schien nicht enden zu wollen, Isolation war an der Tagesordnung. Wir sehen Landschaften, Stillleben, Architekturaufnahmen und Portraits, die den Ausnahmezustand widerspiegeln.

Das Fotoband ist nur ein Beispiel von vielen, denn Corona-Kunst gab es im letzten Jahr zuhauf. Die Kulturwelt wurde in den letzten zwei Jahren in ihren Grundfesten erschüttert, weder Konzerte noch Clubveranstaltungen oder Theaterbesuche waren möglich.

Nicht nur Künstler und Künstlerinnen selbst verloren ihre Arbeit. Auch Mitarbeitende in Theaterhäusern, Kinosälen oder Ticketkontrolleur*innen bei Konzerten standen plötzlich ohne Job da. Lange Zeit wusste man nicht, wann sich die Situation endlich entspannen würde.

Veranstaltungen während Corona 

Nicht nur im Jahr 2020 fielen massenweise Veranstaltungen aus. Auch im Jahr 2021 gab es oft keinen Ausweg für Konzert- und Theaterhäuser.

Dabei ist der Dezember doch eigentlich die beste Jahreszeit für viele Veranstaltungen – Ende 2020 fanden wir uns aber in einem Lockdown wieder, der sich bis ins Frühjahr ziehen sollte. Betroffene forderten mehr Geld, zudem war man sauer und fühlte sich ein weiteres Mal vergessen.

Zwischendurch gab es dann immer wieder neue Ansagen: 2G+ sollte zum Standard werden, Maskenpflicht sowieso. Außerdem wurden die Kapazitäten gedrosselt. Theaterhäuser beschwerten sich zurecht:

Man hatte schon ganze Veranstaltungen ausverkauft, doch plötzlich durfte nur noch die Hälfte der Plätze besetzt werden. Nach welchen Kriterien man Menschen wieder ausladen solle, fragten sich Veranstalter und Veranstalterinnen da zurecht.

Auch andere Kultur- und Sportveranstaltungen litten unter den neuen Regelungen. Der Fußball aber erholte sich vergleichsweise schnell – ein weiterer Kritikpunkt an der Regierung und der Geldmaschinerie, den Kunstschaffende zurecht immer wieder anbrachten.

Veranstaltungen erschienen während der gesamten Corona-Zeit eine untergeordnete Rolle zu spielen, von Kulturfeindlichkeit war die Rede. Es gab aber auch klare Gewinner der Pandemie, dazu gehörte zum Beispiel die Technologie- und Spielbranche.

Sogar Online Casinos boomten, weil sich die Menschen vermehrt vor ihre Computer und Handys setzten, um zu spielen.

Casinos ohne Registrierung galten als innovativ, der Zugang zu den Spielen war denkbar einfach. Casinos ohne Anmeldung, wie man sie hier einsehen kann, sind aber nur ein Beispiel von vielen, das zeigt, wo der Fokus lag:

Einige Unternehmen schafften es durch natürliche Gegebenheiten, ihre Umsatzzahlen anzukurbeln. Andere dagegen wurden vom Staat gefördert. Die Kunst aber schaute lange Zeit in die Röhre. Es gab keine umfangreichen Förderprogramme, wie man sie sich einfach gewünscht hatte.

Was außerdem bis jetzt bleibt: widersprüchliche Regelungen. Abstandsregeln sind einzuhalten, Masken zu tragen, es soll getestet werden, Impfungen sind Pflicht – aber irgendwie darf es dann doch jedes Bundesland anders machen und in anderen Bereichen ist man schon langer deutlich nachlässiger.

Im Juni 2020 stiegen beispielsweise schon wieder die ersten vollbesetzten Flugzeuge in die Höhe. An Veranstaltungen war zu dieser Zeit aber noch nicht zu denken.

Opernhäuser, Theater und Konzerthallen blieben geschlossen. Schließlich hoffte man, sich zumindest den Sommer zunutze machen zu können.

Tatsächlich erlebte der öffentliche Raum eine Renaissance, denn hier konnte man zumindest die Ansteckungsgefahr minimieren. Open-Air-Veranstaltungen gab es vermehrt, doch auch hier herrschte immer wieder Unklarheit darüber, was erlaubt war und was nicht.

Am Ende mussten zur Enttäuschung vieler Menschen zudem oft wieder viele Events abgesagt werden. Nicht zuletzt auch aus Verantwortungsbewusstsein, weil die Zahlen immer wieder anstiegen und neue Virusvarianten für Unsicherheit sorgten.

Kreative Events in der Krise

Theater- und Konzertaufführungen konnte es für lange Zeit nicht in gewohnter Umgebung geben. Vor einiger Zeit noch hätte sich wohl niemand vorstellen können, plötzlich einer digitalen Theateraufführung beizuwohnen.

Im Jahr 2020 wurde das dann aber Realität. Verschiedene Theaterhäuser veröffentlichten ihre digitalen Spielpläne. Auch andere Kulturangebote gab es plötzlich in digitaler Form:

Ausstellungen und Rundgänge wurden digital, so zum Beispiel in Hamburg: Zu den digitalen Kulturangeboten gehörten virtuelle Rundgänge und Podcasts, und auch Kinderprogramme wurden dabei nicht vergessen.

Spaß hatte man außerdem beim Traumschüff, welches unter der Leitung einer gemeinnützigen Theatergenossenschaft steht. Das Schiff steuerte regelmäßig ländliche Gebiete an und konnte auch während der Corona-Zeit Kultur in verschiedene Regionen des Landes bringen.

Die Zuschauer und Zuschauerinnen sahen dabei in sicherer Entfernung vom Ufer aus zu. Auch per Livestream konnten diese Vorführungen mitverfolgt werden.

Durch die Corona-Krise ist das Leben digitaler geworden. Auch Kunstschaffende haben ihr Bestes gegeben, sich der neuen Situation anzupassen.

Doch dass die Branche eine harte Zeit hinter sich hat und sich noch immer erholen muss, lässt sich nicht bestreiten. Theater sind noch nicht wieder geschlossen, Clubs aber schon.

Veranstaltungen lassen sich weiterhin kaum bis gar nicht planen, Großveranstalter fahren jede Woche neue Verluste ein. Ob ein weiterer Lockdown ansteht, bleibt abzuwarten.

Am Ende hoffen alle, die im Kunst- und Kulturbereich verwurzelt sind, auf ein baldiges Ende, damit sich die Menschen endlich wieder näher sein dürfen und Kunst und Kultur gelebt werden können.