Nachrichten aus der großen weiten Welt

14.06.2014 Debütalbum des Trios

GFDK - Warner Classics

Als die Pianistin Martha Argerich ihr legendäres Lugano-Projekt startete, plante sie die Förderung junger Kollegen. Hätte sie gedacht, dass ihr Progetto auch zur Gründung neuer Ensembles führen würde?

2010 spielten drei Pianisten an drei Flügeln Strawinskys Feuervogel-Suite. Die Interpretation sorgte so sehr für Furore, dass die drei zusammenblieben. Jetzt legen Giorgia Tomassi, Carlo Maria Griguoli (gleichzeitig Bearbeiter) und Alessandro Stella als Pianos Trio ihr Debütalbum vor – mit Live-Aufnahmen aus Lugano, darunter einer Ersteinspielung.

Es ist ein wahrlich sinfonischer Klavierklang, der auf den 264 Tasten mit sechs Händen entsteht – nicht nur wuchtig und schwer, sondern auch lyrisch und rhythmisch überbordend, von immensen Mischungsmöglichkeiten der vielen Klavierregister und -farben geprägt, und das Ganze praktisch ohne jede technisch- virtuose Grenze. Das außergewöhnliche Trio greift auf eigene Bearbeitungen zurück – die Arrangements von Carlo Maria Griguoli zeigen, dass die drei auch in dieser Hinsicht auf größte Qualität Wert legen.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Eine völlig neue Klangerfahrung bietet neben Strawinskys Feuervogel Debussys La Mer – Paradestück des Impressionismus und somit der Klangfarbenkomposition. Das Originalwerk Vaalbara des italienischen Komponisten Carlo Boccadoro erklingt hier als Ersteinspielung. Es ist ein massiges, weit ausgreifendes, architektonisch weiträumiges Werk, das von der Idee des gleichnamigen Urkontinents inspiriert wurde – als Klanglandschaft, deren Panorama sich immer weiter und weiter entwickelt und dabei ständig neue Bilder erzeugt.



Warner Music Group Germany Holding GmbH

Alter Wandrahm 14 – 20457 Hamburg

promoclassics@warnermusic.com

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13.06.2014 Ab 8. August erhältlich

GFDK - Warner Music

JESS GLYNNE dürfte vielen schon gut bekannt sein, obwohl die meisten es gar nicht wissen.

Sie ist die Stimme hinter Rather Be von Clean Bandit und My Love von Route 94 und kann aktuell mit Gesamtverläufen von über 3 Millionen Singles und iTunes Nummer-1-Hits in 34 Ländern bereits eine ganze Latte an Erfolgen vorweisen.

Mit einem herausragenden Mix von Hip Hop-Beats, einer kräftigen Soulstimme und einem Herzen für Pop präsentiert JESS GLYNNE auf ihrer Single Right Here nun ihren eigenen Sound.

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Mitglied von verschiedenen Projekten, wie Bless Beats, Rudimental und MNEK.

Mit Switch (M.I.A., Beyoncè), der einen Hälfte von Major Lazer, gelang es JESS, ihre ganz eigenen Note zu entwickeln und ganz nebenbei Songs für Künstler wie Jessi J und Beyoncè zu schreiben.

Top Charterfolge mit Rather Be (Clean Bandit) und My Love (Route 94)!

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13.06.2014 Standards und Liebesliedern

GFDK - JazzEcho

Charlie Haden hat ein für einen Bassisten ungewöhnliches Faible. Er mag es ganz besonders, im Duo aufzutreten. In seiner annähernd 60 Jahre umspannenden Karriere nahm er in dieser intimen Konstellation schon zahlreiche Alben auf. Mit Pianisten wie Hampton Hawes, Denny Zeitlin, Kenny Barron, Hank Jones und Chris Anderson oder Gitarristen wie Pat Metheny, Egberto Gismonti, Jim Hall und Carlos Paredes. Sowie natürlich mit Keith Jarrett.

Ein ganzes Jahrzehnt lang - von 1966 bis 1976 - hatten die beiden in diversen Formaten eng miteinander gearbeitet.  Als Jarrett dann sein amerikanisches Quartett auflöste, nahm Haden als erstes ein Album namens "Closeness" (Nähe, Innigkeit) auf. Zu hören war er darauf in Duetten mit vier verschiedenen Partnern, die ihm damals nahestanden: Ornette Coleman, Alice Coltrane, Paul Motian und Keith Jarrett. Rund dreißig Jahre später führten die Dreharbeiten für einen Dokumentarfilm über Haden die beiden alten Freunde wieder zusammen. Der Funke sprang erneut über und sie zogen sich für entspannte Duo-Sessions in Jarretts Heimstudio zurück. Der erste Teil der dabei entstandenen Aufnahmen erschien 2010 auf der CD "Jasmine". Nun folgt mit "Last Dance" der zweite Teil.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht.

"Ich habe mein Spiel in meinem Studio hier zu Hause regelrecht entgiftet", verriet Keith Jarrett 2007, als diese Einspielungen entstanden, in einem Spiegel-Interview. "Ich ließ überflüssige Noten weg und konzentrierte mich aufs Wesentliche." Das klingt, als hätte er Charlie Hadens ewiges Credo verinnerlicht. Denn der stoische Bassist war nie ein Freund virtuoser Geschwätzigkeit, sondern stets ein Verfechter raffinierter Notenökonomie. Kein Wunder also, dass die beiden wie für einander geschaffen sind. "Das Interplay wirkt ruhig, gelassen und schlafwandlerisch sicher", schrieb die Neue Zürcher Zeitung in einer Rezension von "Jasmine". "Die Partner mochten die Kompositionen - alte, eher selten gespielte Standards… - nicht groß variieren, dekonstruieren. Sie ließen sich auf die musikalische Vorgabe quasi wie auf ein momentanes Schicksal ein. Statt die Stücke zu verfremden, verklären sie diese."

Auch das Repertoire von "Last Dance" besteht aus Standards und Liebesliedern. Diesmal interpretieren Jarrett und Haden u.a. Thelonious Monks "Round Midnight", Kurt Weills "My Ship", Bud Powells "Dance Of The Infidels" und Cole Porters "Ev’ry Time We Say Goodbye", Letztere hatte Haden mit seinem Quartet West 1991 schon einmal wundervoll und kaum übertreffbar für das Album "Haunted Heart" eingespielt. Doch nun legen Jarrett und Haden mit ihren Duo-Versionen die Meßlatte noch ein Stückchen höher. "Wenn wir zusammenspielen, dann ist es, als ob zwei Menschen miteinander singen", sagt Jarrett über sein Duo mit dem Bassisten. Und Haden ergänzt: "Keith hört wirklich hin, und ich höre auch hin. Das ist das Geheimnis. Es geht um das Zuhören.

 

Quelle: Jazzecho.de

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12.06.2014 ein harmonisches Gefüge

GFDK - Uwe Kerkau Promotion

Dieser Albumtitel ist wörtlich zu nehmen. Denn bislang war Karen Vrijburg allenfalls Insidern bekannt. Das dürfte sich mit ihrem Debut-Album Listen to a Stranger ändern. Darauf lädt die niederländische Jazz-Sängerin und Komponistin ihre Hörer zu einer musikalischen Abenteuer-Reise ein. Wer die Einladung annimmt, kann viel entdecken: eine eingängige, wandlungsfähige Stimme, tiefgründige Texte und erstklassige Arrangements, die die Reise wie im Flug vergehen lassen…

Manch gutes Ding braucht eben Weile. Und so begann „Listen to a Stranger“ mit einer Deadline. „Ich hatte in den vergangenen Jahren einige Songs geschrieben, aber stets gezögert, sie zu veröffentlichen“, erinnert sich Vrijburg. „Bis ich sie dem Pianisten Dirk Balthaus zeigte. Von diesem Moment an ging alles ganz schnell – und mein Projekt bekam neue, größere Dimensionen.“

Denn eigentlich hatte Vrijburg an Aufnahmen in kleiner Besetzung gedacht. Doch Dirk Balthaus – ein in der internationalen Jazz-Szene hoch angesehner Pianist und Arrangeur – sah größeres Potenzial in den Kompositionen der Niederländerin schlummern. Nachdem er sie bestärkt hatte, weitere Stücke zu schreiben, griff er selbst zu Stift und Notenpapier und steuerte fünf Streicher-Arrangements zu den Kompositionen bei. Und plötzlich gab es kein Zurück mehr. Den Stücken auf Papier sollte– so bald wie möglich – im Studio Leben eingehaucht werden.

Am Ende standen elf Songs: sieben aus der Feder Vrijburgs und vier Standards, die jedoch  völlig anders klingen als im Original. Dazu tragen die Mitglieder von Zapp4 wesentlich bei. Die Mitglieder des niederländischen Streich-Quartetts verstehen es meisterhaft, Groove, Improvisation und Fantasie mit leidenschaftlichen Soli zu verbinden. Als weitere Gäste stießen der italienische Bassist Marco Zenini, der argentinische Saxofonist Natalio Sued und der niederländische Schlagzeuger Etienne Nillesen zu den Aufnahmen hinzu.

Schlichtweg eine Traumbesetzung für ein ungewöhnliches Album. „Frische Musik mit einer gewissen Komplexität und einem emotionalen Kern“, beschreibt Vrijburg die Stücke auf Listen to a Stranger. Mit Emotionen und Gefühlen kennt sich die studierte Psychologin bestens aus – ebenso wie mit der Funktion von Sprache. „Beware the careless, slippery nature of words“, warnt sie im Opener „All Was New“ vor dem allzu sorglosen Umgang mit Worten. „Ein Appell, der vor allem an unsere Politiker geht, die mit ihren wachsweichen Formulierungen bei den Wählern oft falsche Erwartungen wecken“, erklärt Vrijburg. Und so ähnlich sei es in der Liebe auch. Auch dort komme es letztendlich nicht auf Worte, sondern auf Taten an.

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Auch in den anderen Stücken geht es um tiefe Gefühle. Um die schönen Seiten des Lebens wie in You, das mit seinem durchgängigen, beschwingten Drumbeat nicht nur Verliebte zum Tanzen animieren dürfte. Aber auch um die zahlreichen Herausforderungen und Prüfungen, die das Leben bereit hält.

„When She Goes“ hat Vrijburg aus der Perspektive einer dreifachen Mutter geschrieben. Ihre 18-jährige Tochter ist vor kurzem flügge geworden. „Eigentlich die normalste Sache der Welt und für viele Eltern doch eine enorme Umstellung, weil es ihnen schwer fällt, los zu lassen.“, beschreibt Vrijburg ihre Gefühle, die sie selbst erlebt und in Musik umgesetzt hat. Nach einem melancholischen Streicher-Intro wechselt das Metrum zwischen 5/4 und 3/4-Takt. Dieser ständige Wechsel und die verschobenen Akzente symbolisieren den Kampf eines jungen Vogels, der gerade das Nest verlassen hat. Zuerst ist sein Flug noch unsicher, doch mit der Zeit werden seine Bewegungen runder und sicherer, bis er schließlich – fast tanzend – immer höher und eleganter in den Himmel steigt.

Auch in „Rhythm and Rhyme“ lässt Vrijburg den musikalischen Aufbau mit der Dramaturgie der erzählten Geschichte korrespondieren. Zwei charakterlich unterschiedliche Menschen fühlen sich zunächst stark voneinander angezogen. Doch in dem Maße, wie die Protagonisten feststellen, dass ihre Liebe doch keine Zukunft hat, ändert sich der Charakter der Komposition. Von einer zärtlichen Ballade hin zu einem langsamen Tanz, der jeden Moment aus dem harmonischen Gefüge auszubrechen droht.

Nachdem sich Karen Vrijburg mit der Veröffentlichung des Albums einen lang gehegten Wunsch erfüllt hat, brennt sie nun darauf, das Material vor Publikum zu präsentieren. Denn live kann sie ihre große Stärke – das Improvisieren mit ihrer Stimme – noch besser ausspielen als in der vergleichsweise eingeengten Studio-Situation. Sie kann auf jahrelange Erfahrung in einem Jazz-Trio zurückblicken, in dem sie einen eigenen Stil entwickelt hat. „Wann immer möglich, löse ich mich vom Original und singe frei“, erklärt sie. So wie einst die Jazz-Diva Abbey Lincoln, an deren warme Altstimme sich viele Hörer erinnert fühlen, wenn Karen Vrijburg zum Mikrofon greift.

 

 

Uwe Kerkau Promotion
Hammermühle 34
D-51491 Overath
u.kerkau@uk-promotion.de

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12.06.2014 Subversiver Superstar

GFDK - Taschen Verlag

Künstler und Aktivist: Die erste umfassende Monografie zu Ai Weiweis Leben und Werk. Limited Edition von 1.000 Exemplaren (Nr. 101–1.100). Jedes Exemplar ist vom Künstler signiert und in ein Seidentuch eingeschlagen, das mit einem Detail des Werks Straight aus dem Jahre 2008 bedruckt ist, mit dem Ai Weiwei an das Erdbeben in Sichuan erinnert. Mit ganzseitigen, vom Künstler selbst entworfenen Scherenschnitten als Kapitelaufmacher.
 
Der chinesische Künstler Ai Weiwei genießt ein hohes internationales Ansehen, das über den Kreis der Kunstinteressierten weit hinausreicht. Seine sozialen Aktionen und Performances sowie seine Objektkunst haben ihn zu einem der weltweit führenden Konzeptkünstler gemacht. Spätestens seit er im Jahr 2011 für 81 Tage von der chinesischen Polizei inhaftiert wurde, ist er einer breiten Weltöffentlichkeit als Social-Media-Phänomen, politischer Aktivist und Kämpfer für das Recht auf freie Meinungsäußerung und individuelle Selbstentfaltung in China bekannt.

Ai Weiwei - Art Edition 

Dieses Buch ist die erste umfassende Monografie zu Ai Weiweis Leben und Werk, entstanden in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler selbst – vor Ort in seinem Atelier und mit direktem Zugang zu seinem Privatarchiv. Auf über 700 Seiten werden darin die Motivationen und Hintergründe von Ais Kunst und seinem politischen Aktivismus ausgiebig beleuchtet.
 

  • Mit vielen bislang unveröffentlichten Fotos – von Ais New Yorker Zeit bis hin zu Bildern von der Entstehung der großen Installationen in seiner Werkstatt und aus seinem Atelier
  • Mit Beiträgen von Uli Sigg, Ais langjährigem Freund und ehemaligem Botschafter der Schweiz in China, Roger M. Buergel, Kurator der documenta 2007, für die Ai im Rahmen seines Werkes Fairytale 1001 Chinesen nach Kassel brachte, und den Experten für chinesische Kultur und Politik Carlos Rojas, William A. Callahan und James J. Lally
  • Ais Stimme begleitet das Buch mit Statements aus eigens zu diesem Zweck geführten Interviews.
  • Mit ganzseitigen, vom Künstler entworfenen Scherenschnitten als Kapitelaufmacher
  • Eingeschlagen in ein Seidentuch, das mit einem Detail aus Straight bedruckt ist – einem Werk, das auf das Erdbeben in Sichuan im Jahr 2008 verweist (Digitaldruck auf Habotai-Seide, 110 cm x 100 cm)

 
Limited Edition von 1.000 Exemplaren (Nr. 101–1.100). Auch erhältlich als Art Edition (Nr. 1–100).

Der Herausgeber:
Hans Werner Holzwarth ist Buchdesigner und Herausgeber in Berlin, zahlreiche Veröffentlichungen vor allem im Bereich der zeitgenössischen Kunst und Fotografie. Für TASCHEN hat er u. a. die Titel Jeff Koons, Christopher Wool, Albert Oehlen und Neo Rauch herausgegeben.

c.waiblinger@taschen.com

 

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12.06.2014 vibrierend und elektrisierend

GFDK - Guesstimate GmbH

Das 19te Release des Berliner Label Kallias ist die Single „Secret Love“ von dem jungen und viel versprechenden Berliner Live-Duo Nod One’s Head (NOH).

Mit dabei sind 2 Remixe von dem international geschätzten Dj/Produzenten sowie Mo’s Ferry Labelgründer dapayk solo und Frank Music’s Joahnnes Albert. (early support by: Vice Magazin/Noisey, Dirty Doering, Animal Trainer, KlangKuenstler,  Fennec & Wolf).

Lotte „Lovegood“ (24) und Moritz Bommert (23) sind Nod One’s Head - ein elektronisches Live-Musik Duo. NOH versteht sich als authentische Band ohne dabei auf Clubkultur zu verzichten. Ihr UK-rooted Mix aus 90iger House und Hip Hop – blieb nicht lange unbemerkt und verschaffte ihnen dieses Jahr Bookings auf Top Festivals wie dem MELT!, Dockville & Berlin Festival. Ihr Debüt Album erscheint im Herbst.

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Secret Love“ ist ein Vocal House Powerpaket, das durch eine klare Bassline in Verbindung mit einem vibrierenden Drumsetting überzeugt. Einmal gehört, geht einem die Hauptmelodie nicht mehr aus dem Kopf und vor allem aus den Füßen.

Abgerundet wird alles durch die swingende Gesangsstimme der Frontfrau Lotte Lovegood. Dapayk solo konzentriert sich in seinem Remix vor allem auf eine knallende Drum/Bass Verbindung und einen reduzierten Aufbau, was dem ganzen Track eine treibend düstere Atmosphäre verleiht. Abschließend sorgt Johannes Albert noch einmal für eine hypnotische Ladung tecknoidem House, bei der sich Synthesizer und Vocals langsam entfalten.

 

 

Guesstimate GmbH
Björn Barutzki
www.kallias.info
Kottbusser Damm 7
10967 Berlin

 

 

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11.06.2014 intim, leidenschaftlich und voll tiefer, delikater Sensorik

GFDK - Uwe Kerkau Promotion

Von zärtlichen Valentinsgrüßen über stürmische Leidenschaft bis zu trügerischem Treibsand – die Facetten menschlicher Liebe sind so unerschöpflich, wie die Songs, die über sie geschrieben wurden. Allein das Great American Songbook und seine Artverwandten beherbergen einen riesigen Schatz an amourösen Schattierungen. Wenn diese Perlen von einer Sängerin mit den Qualitäten Diana Pantons geerntet werden, offenbart sich ihre Zeitlosigkeit. „Red“, das bereits sechste Album der jungen Kanadierin, ist ein Kompendium der Liebe im Jazz – intim, leidenschaftlich und voll tiefer, delikater Sensorik. 

Sich dem zweifellos größten Thema in der Musik anzunehmen, kann gehörig scheitern und schnell in abgedroschenen Allgemeinplätzen enden. Doch wie sie schon überzeugend gezeigt hat, besitzt Diana Panton die Gabe, der tönenden Liebe eine immer wieder frische Perspektive abgewinnen. Bereits auf „From Brazil With Love“ unternahm sie eine bezwingende Verklammerung von Chansons, Pop und Bossa Nova, paarte leichtfüßige, sommerliche Liebeslaune mit bittersüßer tropischer Melancholie.

Der Multiinstrumentalist Don Thompson hatte sich nicht geirrt, als er nach einer Hörprobe ihrer frühen Vokalkünste der damals 19-Jährigen dringend riet, ihre Gesangskarriere weiterzuverfolgen. Panton erhielt Unterweisungen bei den Großen ihres Fachs wie Norma Winstone, Jay Clayton und Sheila Jordan. Parallel absolvierte sie jedoch ihren Masterabschluss in französischer Literatur und begann als Lehrerin eine universitäre Laufbahn. Doch die Musik gewann die Oberhand in Pantons Leben: Mit ihrem Entdecker Don Thompson und dem preisgekrönten Gitarristen Reg Schwager spielte sie 2005 ihr Debüt „...Yesterday Perhaps“ ein, das von der Kritik einhellig positiv bewertet wurde. 

Seitdem führte ihr Weg stetig und steil bergauf, grandiose Alben flankieren ihre Laufbahn, sie wurde mit zahlreichen Nominierungen, unter anderem fürs kanadische Grammy-Pendant, den Juno verwöhnt und zählt zu den Top 5 Jazzvokalistinnen ihrer Heimat. Wer über Diana Panton spricht, der greift zu Metaphern aus der Vogelwelt, um die filigranen Emotionen ihrer Stimme zu beschreiben. „Ihr transparenter Gesang ist nie aufdringlich und ihr rasend schnelles Vibrato ist wie der Herzschlag eines Kolibris – natürlich, makellos und rein“, begeisterte sich das Wholenote Magazine.

Für ihr neues Love Song-AlbumRed“ hat Diana Panton ihre Ausdruckspalette weiter perfektioniert. Das Album präsentiert eine beeindruckende Palette reifer Liebeslieder. Unterstützt wird Panton einmal mehr durch den Ausnahme-Gitarrist Reg Schwager und Don Thompson am Piano und an den Vibes, aus dessen Umfeld Phil Dwyer mit seinem Saxophon sowie Jim Vivians am Bass hinzutreten. Das Jazzquartett erhält durch die von Thompson selbst entworfenen Arrangements für einen Streichervierer und eine Harfe bezwingend elegantes Kolorit.

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Dabei wenden Panton und ihr eingeschworenes Team ein paar Kniffe an, um die Evergreens – etliche davon aus dem Great American Songbook und bekannt geworden unter anderem durch Ella Fitzgerald, Billie Holiday oder Sarah Vaughan – erstrahlen zu lassen: „That's All“ macht eine sanfte Metamorphose zur leichtfüßigen Bossa durch, in „You're My Thrill“ wird die gefahrenvolle Träumerei durch fast impressionistische Tonmalereien veredelt, und Gershwins „Who Cares“ hangelt sich vom ruhigen Puls zu fast boppigem Finale empor.

Das emotionale Spektrum des Albums ist reichhaltig: Cole Porters „You're The Top“ swingt mit enthusiastischem Überschwang, pure Schlafzimmererotik gibt es in „Make Yourself Comfortable“ mit Duettpartner Harrison Kennedy, die breitwandigen Balladen „The Island“ und „Love Dance“ des Brasilianers Ivan Lins bekommen hier eine federnde Selbstvergessenheit. Als Elegie einer hoffnungslos der Liebe Verfallenen zeigt sich dagegen Norman Gimbels „Amazing“. Und mit „I Only Love Because Of You“ haben Panton und Thompson einen bezaubernden Liebesschwur aus eigener Feder beigesteuert.

In Kanada wurde „Red“ bereits unter die besten Jazzplatten des Jahres 2013 gewählt und bis nach Japan schwärmen Kritiker vom „zarten Glücksgefühl“, das es im Hörer hinterlässt. Diana Pantons berührender Songzyklus über die erwachsen gewordene Liebe wird auch in unseren Breiten niemanden kalt lassen. 

Album-Veröffentlichung: 22.08.2014

 

 

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11.06.2014 Emotionale Höhen und Tiefen

GFDK - Sony Music

„Nothing gold can stay“ -so formulierte der US-amerikanische Dichter und vierfache Pulitzer-Preisträger Robert Frost im Jahr 1923 jenen Sachverhalt, der sich wohl ungefähr mit den Worten „Nichts ist für immer“ übersetzen lässt und den Verlust der Unschuld, die Flüchtigkeit der Schönheit, verlorene Liebe und schließlich auch den Tod mit einschließt. Und genau diese Zeile war es auch, die Klara Söderberg (die zusammen mit ihrer Schwester Johanna das schwedische Duo First Aid Kit bildet) aufmerksam werden und innehalten ließ.

„Ich hatte die erste Strophe von ‚Stay Gold‘ geschrieben und kam irgendwie nicht weiter“, erinnert sich Klara. „Ich nahm mir einen Gedicht-Sammelband und dachte: ‚Ich schlage ihn auf und schaue, ob ich darin irgendetwas finde, das mich inspiriert‘. Ich stieß sofort auf ‚Nothing Gold Can Stay‘. Es war buchstäblich das Erste, was ich sah und es war einfach nur perfekt“. So perfekt, dass sich Klara die Zeile für den Refrain entlieh, der letzten Endes zum Herzstück und Titel des neuen First Aid Kits-Albums „Stay Gold“ wurde, mit dem die Band nun ihr Debüt beim Sony Music-Label Columbia Records feiert. „Es ist ein Song über Veränderung, und möglicherweise den Wunsch, sich gar nicht verändern zu wollen“, ergänzt Johanna.   

Verändert hat sich für die Söderberg-Schwestern in den vergangenen sechs Jahren eine ganze Menge. Ihre Coverversion des Fleet Foxes-Songs „Tiger Mountain Peasant Song“ hatte den Teenagern 2008 im Nu den Ruf eingebracht, großartige Musikerinnen und Performerinnen zu sein. Ihr YouTube-Video bescherte ihnen neben weltweiter Aufmerksamkeit und Millionen Views auch jede Menge prominente Fans. Zwei Jahre später veröffentlichten sie ihr Debütalbum „The Big Black & The Blue“, das ihnen nicht nur euphorische Presse-Stimmen, sondern auch zu gemeinsamen Auftritten und Konzerteisen mit Patti Smith, Jack White, Lykke Li und Bright Eyes führte. 

„Wir waren seit schon langer Zeit große Fans von Conor Oberst [Bright Eyes]“, erklärt Johanna. „‘Lua‘ war einer der ersten Songs, den Klara auf der Gitarre lernte. Als er dann mit Monsters Of Folk in Schweden auftrat, gelang es uns, hinter die Bühne zu kommen und Conor unsere erste Platte zu geben. Ein Jahr später traten wir in Austin auf und er kam zu unserer Show und sagte, dass er sie toll fand. Wir lernten [Bright Eyes/Monsters Of Folk-Mitglied/Produzent] Mike Mogis kennen, und wir fragten ihn, ob er unsere nächste Platte produzieren wollte.“

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Mogis willigte sofort ein und 2011 machten sich die beiden Schwestern auf nach Omaha, um in seinem Studio ihr Album „The Lion’s Roar” aufzunehmen, mit dem ihnen der international Durchbruch gelingen sollte. Der Longplayer enterte die schwedischen Charts auf Platz eins und wurde weltweit von den Kritikern gefeiert. Das Magazin Mojo bezeichnete das Album als „erstaunlich“, die BBC als „großartig“. Der Rolling Stone wählte „Emmylou“, ein Liebeslied mit klassischen Country-Bezügen, zu einer der besten Singles des Jahres 2012 und schwärmte: „Man wird in diesem Jahr keinen Song hören, der schöner gesungen ist“. Sie traten beim legendären Newport Folk Festival, bei Lollapalooza und in Glastonbury auf, und spielten im Vorprogramm von Rodriguez in der Radio City Music Hall. „Emmylou“ bescherte ihnen außerdem eine Einladung in die TV-Shows von Conan O’Brien und David Letterman.

Doch nicht jede Veränderung ist gleichzeitig auch gut. Glück und Erfolg können auch Liebeskummer, Einsamkeit und Heimweh mit sich bringen. Manchmal sehnen wir uns nach Veränderung, nach einem Ausweg, der dann aber doch nicht kommt. Und mit dieser fast schon schmerzlichen Weisheit, die man Johanna (23) und Klara (21) angesichts ihres jungen Alters kaum zutrauen würde, bringen sie das emotionale Spektrum auf „Stay Gold“ perfekt auf den Punkt.

Das Album beginnt mit einer staubigen, Spaghetti-Western-artigen Streicher-Melodie, die von einem aus Omaha stammenden Streichorchester eingespielt wurde. Das Ensemble taucht auf dem Album immer wieder mit Filmscore-haften Passagen auf, die von Nate Walcott (Broken Bells, Rilo Kiley) arrangiert wurden. Der erste Song „My Silver Lining“ galoppiert flott durch eine Existenz-Krise und legt den thematischen Grundstein für ein Album, dem es gelingt, auch in Phasen der Dunkelheit und Angst Momente der Hoffnung und des Lichts zu finden. „Master Pretender“ ist eine umfassende Reflektion über das Erwachsenwerden und wie man aus Fehlern lernt, „Stay Gold“ betrauert Verlust und die Unsicherheit der Zukunft. „What if our hard work ends in despair, what if the road won't take me there?” singen sie in wundervoll ineinander verwobener Harmonien. "What if to love and be loved's not enough, what if I fall and can't bear to get up? / Oh I wish for once we could stay gold."

Die Texte sind wesentlich intimer als bei den vorangegangenen First Kit Aid-Veröffentlichungen. „Auf unseren anderen Platten haben wir viel über Natur und märchenhafte Dinge geschrieben“, sagt Johanna über ihre frühen Aufnahmen, die Elemente aus der amerikanischen Folkmusik mit schwedischer Folklore und Storytelling vereinte. „Aber wenn du dir die Texte auf diesem Album anhörst, dann wirst du merken, dass sie viel mehr von uns handeln, sie sind viel persönlicher.“

„Cedar Lane“ ist ein Walzer, der sich um Liebeskummer dreht und in dem Mantra-artig immer wieder die Zeile „something good will come out of this“ zu hören ist, in „Shattered & Hollow“ manifestiert sich unmissverständlich der Wunsch nach Entkommen. In „Waitress Song“ phantasiert Klara darüber, wie es wäre, alles hinzuschmeißen und ein komplett neues Leben zu beginnen. „I could move to a small town and become a waitress", singt sie, „say my name was Stacy / and I was figuring things out.”

„Es handelt davon, von den verschiedenen anderen Leben zu träumen, die man leben könnte“, sagt sie über den Song, der bei Soundchecks während einer Tour mit Jack White entstanden war und der vom vielen Neko Case-Hören inspiriert wurde. „Ich glaube, jeder hat derartige heimliche Wünsche, dass man einfach davon laufen könnte und irgendwo ein neues Leben beginnen. Nicht, dass ich so etwas tatsächlich tun wollen würde, ich wollte nur ein wenig meiner Phantasie freien Lauf lassen.“

Für die beiden Schwestern aus dem suburbanen Stockholm, die nun Label-Kollegen von Idolen wie Bob Dylan und Leonard Cohen sind und mit einigen der größten Namen des Indie- und Modern-Folk-Szene touren, trägt die Realität derzeit ohnehin eher phantastische Züge. Die Beiden haben aber einen langen, steten Aufstieg hinter sich, der sie erst dorthin gebracht hat. Die Zukunft mag immer Unsicherheiten parat halten, doch im Jetzt sind die Dinge für First Aid Kit mehr als golden: die Veröffentlichung des besten Albums ihrer Karriere steht kurz bevor – und das Morgen könnte kaum prachtvoller aussehen.

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10.06.2014 ironischer blick auf die welt

GFDK - Hanser Berlin

Späten Ruhm erfährt Eduard Saxberger in vorgerücktem Alter. Ein junger Mann sucht ihn auf und gibt sich als Leser jenes schmalen Bandes zu erkennen, mit dem Saxberger einst für Furore sorgte; der Verehrer lädt ihn in einen Schriftstellerverein ein, denen er als Vorbild gilt.

Zuerst beschämt, an das verlorene Vergangene erinnert zu werden, dann fasziniert von den Debatten um die wahre Kunst, schließt sich Saxberger den Literaten an. Aber Neues zu schreiben, bemerkt er bald, schafft er nicht mehr. Ein Jahr nach dem Erfolg von "Anatol" und ein Jahr vor dem Durchbruch mit "Liebelei" werden in diesem jetzt erstmals veröffentlichten frühen Porträt der literarischen Boheme die Ängste und Zweifel des 32-jährigen Arthur Schnitzler sichtbar.

Pressestimmen zur Arthur Schnitzlers "Später Ruhm"

Entstanden 1894, ins Reine geschrieben vierzig Jahre später, vergessen im Nachlass, sorgt Arthur Schnitzlers Novelle in diesen Tagen für einigen Presserummel. "'Später Ruhm' ist eine späte Entdeckung. Es ist schon sehr viel mehr vom großen Schnitzler in dieser Novelle zu erkennen, als ihr Verfasser selbst geahnt haben dürfte." Hubert Spiegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Was man aus seinem hundertzwanzig Jahre alten Text lernen kann – und was selbst Karl Kraus hätte aus ihm lernen können –, ist ein ironischer Blick auf sich und die Welt. Das macht diese Novelle aus der Wiener Moderne zu einem modernen Text von heute.“ Volker Weidermann, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 11.05.14

„Ein Ereignis für jeden literarisch Interessierten.“ Hans-Jost Weyandt, Spiegel Online, 11.05.2014

"Die tragikomische Geschichte vom verzauberten Biedermann, der Anschluss an eine Zeit zu finden sucht, aus der er längst herausgefallen ist, folgt einer schlichten, aber mitreissenden und präzis durchgeführten Psychologie." Andreas Breitenstein, Neue Zürcher Zeitung, 15.05.14

„Ein vorzügliches Stück tüchtig satirischer und psychologisch informierter Literatur.“ Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau, 16. 05.14

"Ein melancholisch-ironisches Stück, in dem Schnitzler – Anfang 30, den eigenen Ruhm noch vor sich – eine nostalgische Pose probt und zugleich seine eigenen Künstlerfreunde sanft ­karikiert." Martin Ebel, Tages-Anzeiger, 16.05.14

„Ein bezauberndes Stück Literatur.“ Barbara Mader, Kurier, 19.05.14

"Ein neuer Text des großen österreichischen Dramatikers und Erzählers, erstmals überhaupt veröffentlicht, ist für jeden Liebhaber deutschsprachiger Literatur ein Leckerbissen." Mathias Schnitzler, Berliner Zeitung, 20.5.14

Über den Schrifsteller Arthur Schnitzler

Arthur Schnitzler, geboren 1862 in Wien, gestorben 1931 ebenfalls in Wien, studierte Medizin und interessierte sich schon früh für Psychologie. Schnitzler wird häufig als literarisches Pendant Sigmund Freuds bezeichnet. In seinen Dramen und Novellen bringt er das Unterbewusstsein seiner Figuren unmittelbar und drastisch zum Vorschein.

Udo Samel, 1953 geboren, gehörte von 1978 bis 1992 zum Ensemble der Berliner Schaubühne und arbeitete mit Regisseuren wie Peter Stein und Luc Bondy zusammen. Nach einem Engagement am Schauspiel Frankfurt ging er 2004 an das Wiener Burgtheater. Sein Kinodebüt gab Udo Samel in dem Film Messer im Kopf; für seine Rolle als Franz Schubert in Mit meinen heißen Tränen wurde er mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Dem Fernsehpublikum ist er durch zahlreiche Gastauftritte in Krimiserien sowie durch seine Rollen in Durchreise – Die Geschichte einer Firma und Deutschlandspiel bekannt.

 

Paul Zsolnay Verlag /Hanser Verlag Juni 2014


Hanser Berlin
E-Mail: PresseBerlin@remove-this.hanser.de

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10.06.2014 Von A wie Amore bis Z wie Liebe

GFDK - Uwe Kerkau Promotion

Eine einsame Pianomelodie rieselt den Rücken hinunter. Bekümmert, besorgt, verloren. Wird das nun das intimste und intensivste Album von Hendrix Ackle sein? Alles was bleibt? Und alles, was nie mehr ist?

So selbstverständlich wie die Aare bei Koblenz (CH) und Waldshut (D) in den Rhein fliesst, so logisch lässt nun der Schweizer Sänger und Songwriter Hendrix Ackle seine Heimat hinter sich. Um Deutschland zu erobern? Natürlich nicht. Musiker erobern nicht Länder, sondern Keller, Garagen, Schuppen, Clubs, Festivals und Open Airs - eins ums andere. 

Vor beinahe 20 Jahren gründete der Sänger und Pianist Hendrix Ackle zusammen mit Richard Cousins die Band Hendrix Cousins. Es war der gelungene Versuch einer Mélange von europäisch geprägtem Liedgut und afro-amerikanischem Blues, Soul und Funk. Sie überdauerte zehn Jahre und brachte zwei Alben hervor.  

Was jedoch schon lange um die Ecke guckt und höchst fällig wäre: Hendrix’ erstes Soloalbum! Aber  sich hinzusetzen und einsam fünfzehn Songs aus dem Bleistift saugen? Vielmehr liess sich Hendrix vom Musikerleben selbst überschwemmen. Sprang mal da ein, spielte dort mit - in der Annahme, es entstehe eine Verdichtung. Hendrix tat sich schwer, sich zu einer Melodie hinzutasten. Warum? «Zum einen war ein grosser Teil des Materials Songs, die schon mal eher stille Pflänzchen waren. Und je länger ich an ihnen arbeitete, desto besser gefiel mir dieses Unaufgeregte, Ruhige.» 

Und je länger Hendrix an den Song arbeitete, desto besser gefiel ihm diese Ruhe. Irgendwann begann er damit, auch die lauteren, dichteren Lieder zu entschlacken und das Tempo rauszunehmen. Hendrix realisierte, dass die Entschleunigung und das Ausdünnen neue Räume öffnete und Platz und Zeit zum Atmen liess. 

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

«Ich kam auf eine Art von Trip. Habe dauernd alles wieder umgeschrieben, weil ich plötzlich  überwältigt war von dieser neuen Klarheit und Transparenz. Ich liess mir mehr Zeit, mehr Sorgfalt, mehr  Behutsamkeit. Was wiederum bei den Texten dazu führte, dass ich mir noch mehr Zeit liess. Verbindlicher sein wollte in den Aussagen.» Und dann kamen da auch Geschichten hoch, die einem nachdenklich machen. Irgendwann war's dann ein bewusster Entscheid, ein Album zu machen, das beim Anhören etwas Zeit und Aufmerksamkeit braucht. Etwas, das sich dem schnellen Rein- und Rauszappen entzieht. Dabei war ihm Mark Hollis' Soloalbum im Hinterkopf immer eine Referenz.

Was fällt Dir leicht? «Über lange Zeit gar nichts. Aber irgendwann im Verlauf der Arbeit stösst Du eine Tür oder ein Fenster auf und dann macht plötzlich vieles Sinn und geht leicht von der Hand was vorher und nachher ein unglaublicher Krampf ist.»

Wann wird’s persönlich in Songs? «Beim Schreiben gab es oft Momente, in denen es schwer fiel, die richtige Balance zu finden zwischen Persönlichem, allzu Persönlichem und Unpersönlichem. Ich mag es nicht wenn in Songs der Eindruck entsteht dass da jemand grad angestrengt auf Tiefe und Betroffenheit macht. Andererseits möchte auch ich gerne berührt werden und ergriffen jemandem zuhören. Generell fällt mir die textliche Ebene schwerer als die musikalische.» 

Kein Wunder: Die Machart dieses Albums entpuppt sich häufig von diabolischer Raffinesse. Der Song «Hunger» ist eine Art Low Key Spoken Word Song. Dazu kam’s, weil hier ausnahmsweise die Musik vor den Worten da war. Der perkussive Einstieg evoziert Bilder einer Bergwiese mit Geissen und Glöckchen. An einer Stelle singt der Sänger ‘to give in’, dreimal. Beim dritten Mal hat der Produzent die zwei Zischlaute von «to give» kurz in den Hall getunkt. Ehrfurcht im Detail. 

So wie Hendrix singt, sind seine Silben halb nach innen und halb in die weite Welt hinaus gerichtet. Seine Singsprache ist makelloses Englisch. Die Worte sind nie gleichmässig betont - vielmehr pickt sich der Sänger die wichtigsten und emotionalsten Wörter heraus. Das ist zwar nicht immer auf Anhieb verständlich, aber souveräner, cool und funky. Jede betonte und jede halbverschluckte Silbe dient einem emotionalen Fluss, der sich durch das ganze Album zieht.

Hendrix Ackle wollte schon immer mal seine Songs wie ein Jazztrio aufnehmen. Das heisst: Alle spielen im selben Raum, zur selben Zeit. «Wichtig war mir da die Möglichkeit, dass jeder sofort auf jeden reagieren kann» meint Hendrix. «Und andererseits ergeben die Übersprechungen von Instrument zu Instrument einen eigenen Sound und einen ganz speziellen Charakter.» 

Da kann man nur sehr schwer und ganz punktuell Korrekturen anbringen, wenn mal was in die Binsen geht. Schliesslich führte es dazu, dass das Schwergewicht auf den Gesamteindruck und -ausdruck ging. Und weniger um die technisch perfekte Darbietung. In Wolfgang Zwiauer an den Bässen und Alfred Vogel an Schlagzeug und Perkussion hat Hendrix für diesen Zweck zwei kongeniale Musiker gefunden. Beide sind sie auch in der Popmusik zu hause, aber ihre Liebe zu Jazz und ganz freien Spielformen ist unüberhörbar. Daniel Pezzotti am Cello und vor allem Max Lässer an verschiedenen Gitarren haben dann in nachträglichen Aufnahmen das Album punktuell veredelt.

Das ausgesprochen Sphärische - wie kam es zustande? «Ich denke alle an diesem Album beteiligten Musiker haben die Fähigkeit sich in die Musik reinfallen zu lassen. Eine der Vorgaben bei den Aufnahmen war, dass wir die Songs, die Musik nicht vor uns her treiben. Wir müssen nicht bei einer Minute zehn beim Refrain angekommen sein. Wir haben, begünstigt durch die Situation, dass wir alle im selben Raum gespielt haben, quasi im Sound gebadet, haben uns in der Musik treiben lassen. »

Das Unterwegssein mit Musik ist für Hendrix grundsätzlich etwas vom Besten was es gibt. Klar scheint Amsterdam im ersten Moment spannender als Ried und wenn man am nächsten Morgen nicht grad wieder los muss ist man vielleicht lieber in Berlin als im Hunsrück. Aber die Abende die bleiben, können überall stattfinden.

Worüber singt Hendrix? Von A wie Amore bis Z wie Liebe - erinnerte, vergangene, schmerzhafte oder versöhnte. Das ganze Album eine Operation am offenen Herzen. Klassischer als Du und Ich geht’s nicht mehr.

 

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