Nachrichten aus der großen weiten Welt

20.06.2014 brasilianische Rhythmen und experimentelle Klänge

GFDK - Edel AG

Bei diesem Doppelalbum decken die von Arto Lindsay selbst ausgewählten Stücke all seine Persönlichkeitsmerkmale ab und liefern zugleich einen guten Überblick über das vielseitige Soloschaffen.

Disc 1 der Retrospektive versammelt ein Dutzend Highlights der Soloalben „O Corpo Sutil (The Subtle Body)“, „Mundo Civilizado“, „Noon Chill“, „Prize“, „Invoke“ und „Salt“. Es gibt hier ein Wiederhören mit Titeln der Periode 1996 bis 2004, die der Sänger/Gitarrist mit Kollegen wie Amedeo Pace (Blonde Redhead), Marisa Monte, Caetano Veloso, Vinícius Cantuária und Kassin gemeinsam geschrieben hat. Darin treffen auf einzigartige Weise Rhythmen aus der brasilianischen Popularmusik auf moderne Elektro-Sounds, wie man sie aus New Yorks Avantgardeszene kennt. Das Ergebnis dieser Begegnung: ein zeitgenössischer Latinpop feinster Güte.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Völlig anders tönt dagegen die Art brut auf Disc 2. In Livemitschnitten aus dem Techno-Club Berghain und dem Szenetreff HBC in Berlin sowie Pete‘s Candy Store in Brooklyn erleben wir Arto Lindsay hier als unerschrockenen Experimentator, dem kein Krach zu schmerzhaft, keine Atonalität zu schrill ist. Den Kontrast zwischen seiner verletzlich-sanften Stimme und schmirgelnden Saitenklängen spielt er in diesen Solo-Performances von 2011/12 reizvoll aus. Erstmals veröffentlicht werden in diesem Rahmen der Track „Pony“ und eine famose Coverversion von Chico Buarques „Estação Derradeira“. Zudem legt der Klangabenteurer spannende Bühnenfassungen der Fremdtitel „Erotic City“ (Prince) und „Simply Beautiful“ (Al Green) vor, die sich von den früheren Studiofassungen auf „Mundo Civilizado“ (1996) wesentlich unterscheiden.


Edel AG
Neumühlen 17
D-22763 Hamburg
Mail: info@edel.com

mehr

20.06.2014 parabel über das leben

GFDK - Kein & Aber

Gelangweilt von ihrem monotonen Dasein, bricht die Legehenne Sprosse eines Tages aus ihrem Gehege aus. Doch das Leben in Freiheit ist viel härter und unbarmherziger, als sie es sich vorgestellt hat. Bis sie in einem verlassenen Nest ein Ei findet und neue Hoffnung schöpft: Die Freiheit birgt nämlich auch das größte Glück.

»Eine Hymne auf das Leben, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen begeistern wird.« 

Bücher-Magazin

Pressestimmen

Eine Hymne auf das Leben, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen begeistern wird. (Bücher-Magazin)

Sprosse ist eine der sympathischsten Figuren des Jahres. Sie missachtet Regeln, ist neugierig und unermüdlich und inspiriert selbst lange nach dem Lesen noch. (Bookreporter)

Unter der Oberfläche behandelt das Buch ein zeitloses existenzielles Dilemma: dass wir uns immer mehr von der Natur und unseren Instinkten entfremden. In seiner Prägnanz und seiner philosophischen Tiefe ist der Roman ein perfekt gezeichnetes Meisterwerk. (The Star)

Jetzt im Buchhandel

Sun Mi-Hwang, 1963 geboren, ist eine koreanische Autorin und Professorin für Literatur in Seoul. Mit ihrem Roman "Das Huhn, das vom fliegen träumte" gelang der Autorin der internationale Durchbruch. In Korea veröffentlichte sie bereits über zwanzig Bücher und erhielt diverse Preise.

j.strauss@keinundaber.ch

mehr

19.06.2014 Gray's 10. Studioalbum

GFDK - Peter Goebel

Der britische Sänger DAVID GRAY veröffentlicht sein neues Studioalbum "Mutineers" Ende Juni via Kobalt Label Services. "Mutineers" ist Gray`s 10. Studioalbum und das erste seit 4 Jahren. 21 Jahre nach seinem Debütalbum begibt sich David Gray musikalisch auf unbekanntes Gebiet, kultiviert dabei aber kämpferisch eine respektvolle Beziehung zu seiner eigenen Vergangenheit.

David`s musikalische Vergangenheit beinhaltet neben dem phänomenalen Erfolg seines Albums "White Ladder", das sich 7 Millionen mal verkauft hat und eines von drei UK Nummer 1 Alben ist, Brit und Grammy Nominierungen und seine beiden letzten Alben "Draw The Line" (2009) und "Foundling" (2010) erreichten beide die Top 10 der US- Billboard Albumcharts. Trotz all der Erfolge war der Ansatz beim neuen Album das sich Gray selbst überraschen wollte, nicht nur in der Art wie er arbeitet, sondern auch mit wem und welche Ideen er umsetzen wollte. Die Veränderung fällt hörbar auf "Mutineers", ein Album das David selbst eher in der Nachbarschaft von John Martyn`s "Small Hours" sieht, als in seinem eigenen Backkatalog. Neben der Veränderung im Klangbild merkt man in den Songs, angefangen mit dem Opener "Back In The World" bis zum Schlusssong "Gulls", das sich hier ein Künstler von seinen eigenen Erwartungen freigeschwommen hat.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

David`s Mitstreiter und Produzent während der Reise zu neuen musikalischen Horizonten war niemand anderer als Andy Barlow von LAMB. Die Spontanität bei der Entstehung des Albums erinnerte ihn öfter an die Entstehung von "White Ladder", das er damals im Studio in seinem Schlafzimmer in 1997 aufgenommen hat. "Mutineers" ist ein Album geworden, das hervorragend in die musikalische Geschichte von David Gray passt. Der Sound eines Musikers, der einen sauberen Schnitt wagt, dabei einige scharfe Kurven nimmt und dabei dennoch wieder an die Freiheit eines früheren Traums anschliesst.

David Gray spielt im April und Anfang Mai eine jetzt schon ausverkaufte US-Tour und im Juni 8 Shows in England um sein neues Album live vorzustellen.

 

 

Peter Goebel
PR Beratung & Promotion
St. Georgs Kirchhof 23
20099 Hamburg
goebel@presse-peter.de

mehr

19.06.2014 Comeback nach fast 20 Jahren

GFDK - JazzEcho

Auf ihrem neuen Album "Business Is Bad" rechnet Karen Mantler u.a. mit Schuldeneintreibern, Rechtsanwälten und anderen unangenehmen Naturgewalten ab.

"Business Is Bad" gesteht Karen Mantler auf ihrem neuen Album, und viele in der Musikwelt werden da mit ihr  fühlen. Annähernd zwanzig Jahre sind vergangen, seit die Tochter von Carla Bley und Michael Mantler ihr letztes Opus unter eigenem Namen auf dem Label XtraWatt veröffentlichte, das ihre Eltern einst gegründet hatten, um "junge Talente auszubeuten".
In der Zwischenzeit nahm Karen für Virgin Records ein kurioses Album über Haustiere auf ("Pet Project"), gastierte auf diversen Werken ihres Vaters ("The School Of Understanding"), ihrer Mutter ("The Carla Bley Big Band Goes To Church", "Looking For America", "Appearing Nightly") und David Byrnes ("Grown Backwards"), war Mitglied der Kultrockband The Golden Palominos, wirkte in einigen Robert-Wyatt-Tribute-Bands mit, nahm an Hommagen an Disney und Nino Rota teil, spielte an Straßenecken Akkordeon, gab Mundharmonika-Unterricht und servierte Kaffee in SoHo.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Doch selbst wenn sie im Titel ihres neuen Albums bekennt, dass das "Geschäft schlecht läuft", auf ihren verschrobenen Humor, dem in der Jazzwelt nur Nellie McKay Paroli bieten kann, hat sich das in keinster Weise negativ ausgewirkt. Ganz in Gegenteil! Ihr Songwriting scheint dadurch noch pointierter geworden zu sein. Schneestürme, Vulkane, Rechtsanwälte und Schuldeneintreiber tun ihr bestes, um Karen in ihren Klageliedern die Stimmung zu verderben. Doch die Sängerin bewahrt stets die Ruhe und lässige Nonchalance, für die sie so bekannt ist. Ihre Stimme, ihr unverwechselbares Spiel auf der chromatischen Mundharmonika und dem Piano stehen im Vordergrund. Subtile und geschmeidige Unterstützung erhält sie dabei von dem Gitarristen und Bassklarinettisten Doug Wieselman (bekannt durch die Bands Anthony and the Johnsons, Lounge Lizards, Kamikaze Ground Crew) und dem Bassisten Kato Hideki (den man u.a. vom Trio Death Ambient und zahlreichen John-Zorn-Projekten her kennt).

 

JazzEcho

mehr

18.06.2014 grandiose Bergsteigersatire

GFDK - Hörverlag

Das Kultbuch – erstmals als Lesung! Die bissige Bergsteigersatire aus den 50er Jahren erzählt die abenteuerliche Geschichte einer Expedition, bei der so gut wie alles schiefgeht. Ein Missgeschick jagt das nächste, bis dann am Ende … aber Moment mal – auf welchem Gipfel sind sie da eigentlich? Jürgen von der Lippe garantiert allerbestes Lachmuskel-Training!

Der ehrgeizige Leiter rekrutiert nach bestem Wissen und Gewissen sechs sehr britische Gentlemen, doch der Navigator verfehlt den Ort der Vorbesprechung und der Übersetzer versteht die Sprache der Einheimischen nicht – schon sind versehentlich nicht 3.000, sondern 30.000 Träger engagiert.

Das ist ja DER GIPFEL!

Endlich unterwegs, ist der Arzt ständig krank und die Qualitäten des Kochs spotten jeder Beschreibung, der Hauptkletterer leidet an Antriebslosigkeit und immer wieder fällt einer von ihnen in eine Felsspalte. Ein Missgeschick jagt das nächste, bis dann am Ende – aber Moment mal – auf welchem Gipfel sind sie da eigentlich ...? Mit einem Booklettext von Bill Bryson.

Jetzt im Buchhandel

William E. Bowman (Autor)

William E. Bowman (1911–1985) war Ingenieur und begeisterter Bergsteiger, der sein Hobby aber auf die Hügel Großbritanniens beschränkte. Er schrieb in seiner Freizeit leidenschaftlich gern, vor allem Bücher zur Relativitätstheorie, die leider nie veröffentlicht wurden.

Jürgen von der Lippe (Sprecher)

Jürgen von der Lippe wurde 1948 in Bad Salzuflen an dem Flüsschen Lippe geboren, von dem er sich auch seinen Künstlernamen lieh. Schon während des (später abgebrochenen) Lehramtsstudiums begann er mit den Berliner „Gebrüdern Blattschuss“ seine Karriere als Liedermacher und ‚Blödelbarde‘. Als solcher blieb ihm auch der Erfolg in Rundfunk und Fernsehen nicht lange versagt. Den endgültigen Durchbruch zu einem der beliebtesten TV-Entertainer mit Millionenpublikum verschaffte ihm seine Show „Donnerlippchen“. Heute lebt Jürgen von der Lippe in Köln.

heike.voelker-sieber@hoerverlag.de

mehr

18.06.2014 Musik für die besten Momente

GFDK - o-tone music

Es sind wage Erinnerungen an Orte, an denen wir einmal zuhause gewesen sein müssen. Sie sind vertraut und doch fremd: Ein warmes Kaminfeuer umringt von Freunden, die kühle See an einem nordischen Fjord, eine schmerzlich anziehende Großstadt. Diese Welten lässt die deutsch-norwegische Songwriterin Liv in uns erklingen, wenn sie singt, spielt, dichtet, komponiert.

In ihren Sounds mischen sich folkige akustische Gitarren, gefühlvolle Streicher und ein unverwechselbarer Gesang - Klänge aus norwegischen, deutschen und amerikanischen Lebensabschnitten, Klänge, die uns auf rätselhafte Art treffen.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Mit der Klassik fing für Liv alles an: Sie studierte Geige in Karlsruhe, danach Jazz-Gesang in New York - und heute macht sie ihr eigenes Ding daraus, mit Songwriter-Lyrik, norwegischem Folk und einer Prise Indie-Rock. So baut sich Liv passend zum Titel des Albums ‘ihre eigene Welt’, komprimiert in 12 abwechslungsreichen Songs auf Englisch und Norwegisch. Mit Herzblut und jeder Menge Talent hat die umtriebige Liv selbst arrangiert, dirigiert und komponiert. Musik für die besten Momente - am liebsten mit guten Freunden oder auf Reisen.

Im Oktober 2012 erschien Livs erste EP ‘Livs Song’. Im Mai 2014 folgte ihr lang ersehntes Album ‘Build My Own World’.

 

o-tone music
Uwe Hager
info@o-tonemusic.de

mehr

18.06.2014 Ein weiteres Meisterstück

GFDK - KlassikAkzente

Mit einem Feuerwerk eröffnete er das Strauss-Jahr 2014. Jetzt veröffentlicht Deutsche Grammophon einen Album-Live-Mitschnitt von Thielemanns gefeierter "Elektra"-Interpretation in der Berliner Philharmonie.

Er ist bekannt dafür, dass er die allerhöchsten Anforderungen stellt. Die Spannung muss gehalten werden. Das Orchester darf nie nachlassen. Das sind die Maximen des Christian Thielemann, und wenn man sieht, wie weit er damit gekommen ist, dann wird man ihm kaum widersprechen wollen. Der Erfolg gibt ihm recht. Sein Name leuchtet inzwischen ähnlich hell wie derjenige Herbert von Karajans, dessen Assistent er in jungen Jahren war.

Orchester von Weltrang

Seine Ausnahmebegabung hat ihm die Mission eingegeben, die Musik von Beethoven, Wagner oder Strauss auf dem höchsten Niveau erklingen zu lassen, das im 21. Jahrhundert möglich ist. Und dass er dies wirklich vermag, hat er mit der Dresdner Staatskapelle eindrucksvoll bewiesen. Unter seiner Führung ist das Traditionsorchester zu einer Institution von Weltrang aufgestiegen.

Thielemann hat dem Orchester feine Unterschiede eingeprägt. Häufig sieht man ihn mäßigende Zeichen geben: nicht zu laut, nicht zu schnell. Thielemann will damit keineswegs das Explosive der romantischen Musik abschwächen, sondern im Gegenteil: Durch die kontrollierten Steigerungen kostet er die Gefühlswallungen der romantischen Musik erst richtig aus.

Elektra – die vielen Stimmen der Seele  

Mit "Elektra" hat sich Thielemann an eine der modernsten Kompositionen von Richard Strauss gewagt. Der Komponist selbst betonte, dass er mit dieser Oper bis an die Grenzen der "psychischen Polyphonie" gegangen sei. "Psychische Polyphonie"? Was wollte uns Strauss damit sagen? Vielleicht, dass "Elektra" ein Stoff ist, der alle Stimmungsfelder der menschlichen Seele durchmisst. Und um die innere Spannung Elektras darzustellen, die ihren von der Mutter Klytämnestra und von deren Liebhaber Aegisth ermordeten Vater rächen will, musste der Komponist ja auch bis an die Grenzen der Harmonik gehen. Die Oper ist jedenfalls explosiv, sie ist heftig, zugleich aber auch zart und inniglich. Sie enthält alle emotionalen Schattierungen, die man sich vorstellen kann, und hat mit ihren gewagten Harmonien seit jeher eine große Faszination ausgeübt.

Immer wieder Gänsehaut

Das Libretto aus der Feder Hugo von Hofmannsthals verleiht der Oper einen starken poetischen Glanz. Das genießt man bei der jetzt erschienenen Aufnahme in besonderer Weise, denn die Artikulation der Sänger ist so gut, dass man jedes Wort versteht. Sopranistin Evelyn Herlitzius geht in der Rolle der Elektra voll auf. Ihr Gesang vibriert. Die enorme Energie, die in Elektras Rachegefühlen gespeichert ist, kommt in ihrer Stimme hochkonzentriert zum Ausdruck. Aber wenn ihr verzweifelt-sehnsüchter Ruf nach dem Vater ertönt ("Agamemnon, Agamemnon"), dann spürt man auch die zarte Seite dieser Frau.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Elektras Mutter Klytämnestra wird von Waltraud Meier nicht unbedingt monströs gesungen. Klytämnestra hat ihr eigenes Leid, denn sie verlor durch Agamemnon ihre Tochter Iphigenie. Der famose René Pape singt einen beherzten Orest. Das ist der Bruder Elektras, der den Rachemord an Klytämnestra und Aegisth durchführen soll. Das Orchester trägt dieses hochdramatische Setting mit viel Raffinement. Es übertönt den Gesang nie und lässt es doch, wenn es nötig ist, heftig krachen. Auf diesem Hintergrund wirken dann auch die melodischen Passagen besonders eindringlich. Kurz: Ein weiteres Meisterstück von Christian Thielemann.

Quelle: KlassikAkzente

mehr

17.06.2014 Institut für Theaterwissenschaft soll schließen

GFDK - Yvonne Juch

In einer Zeit, in der vor allem Wirtschafts-Aspekte das tägliche Leben bestimmen, lastet auf Geisteswissenschaftlern häufig das Stigma einer Randgruppe. Eine Fatale Fehleinschätzung wie wir meinen.

Dem Institut für Theaterwissenschaft droht die Schließung. Am 21.01.2014 hat das Rektorat der Universität fünf Stellen am Institut benannt, die bis 2020 gestrichen werden sollen. Damit wäre die Einstellung der Studiengänge Bachelor, Master und Promotion im Fach Theaterwissenschaft unvermeidlich. Dagegen wenden wir uns mit Nachdruck. Wir fordern das Ministerium für Wissenschaft und Kunst und das Rektorat auf, die massiven Stellenkürzungen zurück zu nehmen.

Verantwortlich für den Beschluss des Rektorats ist die extreme Spar- und Streichpolitik des Frei­staates Sachsen. Sie beruhte auf der Annahme sinkender Studierendenzahlen. Diese Prognose hat sich aber längst als falsch erwiesen. Das gilt gerade auch für die Entwicklung in der Theaterwissenschaft.

Theaterwissenschaft ist ein Schlüsselfach der Geisteswissenschaften. Grundlegende Forschungskonzepte kommen aus der Theaterwissenschaft. Kultur und Gesellschaft werden maßgeblich durch theatrale Praktiken konstituiert. Deshalb ist Theaterwissenschaft besonders befähigt, kulturelle und soziale Ordnungen wissenschaftlich zu erforschen.

Die geplanten Kürzungen treffen ein höchst erfolgreiches Institut. Es ist in Lehre und Forschung vielfältig vernetzt, an der Universität Leipzig, national und international. Es erhält hohe Drittmittel von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und anderen namhaften Fördereinrichtungen. Mit seinen Forschungsprojekten und seiner Publikationstätigkeit ist es hervorragend aufgestellt. Mit den Schwerpunkten Theater und Geschichte, Transkulturalität, Historische Anthropologie des Akteurs, Tanz- und Bewegungsforschung ist es auch für die Zukunft bestens gerüstet.

Die Studiengänge Bachelor, Master und Promotion Theaterwissenschaft zählen zu den am meisten nachgefragten der Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften. Die AbsolventInnen der Studiengänge sind in der Theater-, Kultur- und Medienlandschaft erfolgreich tätig, auch in hervorgehobenen Positionen.

Das Leipziger Institut ist das einzige theaterwissenschaftliche Institut in den neuen Bundesländern. Es unterhält zahlreiche Partnerschaften mit nationalen und internationalen KünstlerInnen sowie mit Theatern und Kultureinrichtungen in der Stadt und der Region. Damit ist es ein Motor für die Theaterszene in ganz Ostdeutschland. Die Fortexistenz des Instituts für Theaterwissenschaft ist für die Theater- und Kulturlandschaft in den neuen Bundesländern unabdingbar.

Einmalig in der deutschsprachigen Theaterwissenschaft ist die umfassende Verbindung von Gegenwartstheater und Theatergeschichte in Forschung, Lehre und Praxis. Dem entsprechen Methodenentwicklung und Theoriebildung am Institut. Auf diese Weise werden alle Formen von Theater als kulturelle Praxis im Kontext der universitären Forschung und Lehre untersucht. Die Leipziger Theaterwissenschaft hat ihre besondere Geschichte. Ihr Standort an der Universität Leipzig ist unverzichtbar.

Für den Beschluss des Rektorats gibt es keine inhaltliche Begründung. Er erklärt sich allein aus der Gelegenheit, frei werdende Stellen nicht wieder zu besetzen. Wenn dieses Vorgehen Schule macht, lässt sich in Zukunft jedes beliebige Fach ohne Grund abwickeln. Damit würde ein Präzedenzfall geschaffen, der gravierende Folgen für die Geisteswissenschaften an der Universität Leipzig und darüber hinaus hat. Die Auswirkungen auf Kultur und Gesellschaft bedürfen dringend der öffentlichen Debatte.

Wir fordern den Sächsischen Landtag, die Regierung des Freistaates Sachsen und das Rektorat der Universität Leipzig auf, die geplanten Stellenkürzungen zurückzunehmen, damit das Institut für Theaterwissenschaft seine Arbeit in vollem Umfang fortsetzen kann.

Diese Petition ist adressiert an den Präsidenten des Sächsischen Landtags, Herrn Dr. Matthias Rößler, die Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst des Freistaates Sachsen, Frau Prof. Dr. Dr. Sabine von Schorlemer, und an die Rektorin der Universität Leipzig, Frau Prof. Dr. Beate Schücking.

mehr

17.06.2014 tiefgründig, berührend, dynamisch

GFDK - ACT

Eine Bluesgitarre führt die Melodie ein, verhalten, elegisch, aber doch verspielt und energiegeladen; eine klare Frauenstimme übernimmt, deren Kraft durch die eigentümliche Ruhe des Gesangs noch potenziert wird; ein Klavier versammelt das Thema noch einmal, bevor es von allen plus einem dazu stoßenden Trio durch eine mächtige dynamische Schleife geführt wird, bis es am Schluss fast ins Nichts ausklingt.

„Ingen Vinner Frem Til Den Evige Ro“ heißt das alte norwegische Kirchenlied, das Knut Reiersrud, Solveig Slettahjell, Bugge Wesseltoft, Morten Qvenild und sein Trio In The Country am 11. März 2014 im ausverkauften Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie so faszinierend in eine moderne nordische Hymne verwandelten.

Es war wieder einer dieser magischen Momente, welche die 2012 ins Leben gerufene und von Siggi Loch kuratierte Reihe „Jazz at Berlin Philharmonic“ so sicher generiert. Einmalige Abende sollen es jeweils werden: durch thematische Konzentration, vor allem aber durch spannende, oft erstmalige Begegnungen von herausragenden Musikern. Wie schon beim, ebenfalls auf CD dokumentierten, Auftakt im Dezember 2012 mit dem zaubernden Pianisten-Trio Michael Wollny, Leszek Możdżer und Iiro Rantala oder eben auch beim hier dokumentierten vierten Abend unter dem Motto „Norwegian Woods“. Die Aufnahmen waren nur als Dokumentation und für Rundfunkzwecke gemacht worden aber das musikalische Ergebnis war so überzeugend, dass die beteiligten Künstler selbst eine CD-Veröffentlichung wünschten. Lediglich die Beiträge von Mathias Eick konnten aus rechtlichen Gründen letztlich nicht verwendet werden.

Der Mitschnitt veranschaulicht nicht nur beim eingangs beschriebenen Einstieg, wie unter einem Brennglas, auf welche Weise ein Land mit gerade einmal fünf Millionen Einwohnern zum Epizentrum des europäischen Jazz werden sowie über einer der spannendsten Jazzszenen der Welt verfügen kann. Und das weit abseits der alten Zentren des Jazz. Zum einen liegt es an der Besinnung auf die eigenen Wurzeln, also auf die norwegische Volksmusik und Klassik von Johann Nesenus bis Edvard Grieg. Anfangs gar nicht einmal freiwillig – das Land der Fjorde lag einfach zu weit ab von den Tour-Routen amerikanischer Jazzer – half sie, ein eigenes Vokabular zu entwickeln, den typischen „nordic sound“, wie ihn Jan Garbarek und andere Anfang der Siebziger populär machten und wie er noch heute quasi zur DNA des norwegischen Jazz gehört.

Der zweite Schlüssel des Erfolgs ist eine nahezu bedingungslose Aufgeschlossenheit für Einflüsse aller Art: In der überschaubaren norwegischen Musikszene arbeiten Jazzer ohne Scheu mit klassischen Musikern und Kollegen von Pop und Rock zusammen, was auch beim „Norwegian Woods“-Stelldichein mit bezwingenden Ergebnissen zu bewundern war.

Natürlichkeit und lyrische Sammlung einerseits, kraftvolle Eruptionen und kunstvoller Ausdruck andererseits zeichnen die Stimme des musikalischen Fixpunktes des Abends aus, jene von Solveig Slettahjell. All das und mehr setzt die Erfinderin der gesanglichen Entschleunigung und Verwesentlichung bei ihrer Version von Tom Waits „Take It With Me“ ein. Unterstützt wird sie dabei von ihrem langjährigen Partner vom Slettahjells Slow Motion Quintet, Morton Qvenild. Der geniale Universalist des jungen norwegischen Jazz hat von Pop bis Metal schon alles ausprobiert.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Seit 2003 aber spielt sein Trio In The Country mit Drummer Pål Hausken und dem Bassisten Roger Arntzen unangefochten die Hauptrolle. Die hier erprobten Gestaltungsprinzipien - Soundscapes wachsen zu fein differenzierten Dialogen, mächtige Klangdome münden in pastellenen Kammerjazz oder elektronisch verzierte Hörbilder – kommen bei „Norwegian Woods“ insbesondere bei „Can I Come Home Now“ zur Geltung.

Der soeben 50 gewordene Pianist Bugge Wesseltoft, einer der Wegbereiter der jungen norwegischen Jazz-Generation, repräsentiert die wichtigsten beiden Stränge des modernen norwegischen Jazz. Beides datiert auf das Jahr 1997: Einerseits brachte Wesseltoft mit „It’s Snowing On My Piano“ seine kontemplative Seite und damit den elegischen norwegischen Jazz auf einer radikal reduzierten, zeitlosen Solo-Piano-Weihnachtsplatte (bis heute mit über 120.000 Einheiten das meistverkaufte ACT-Album überhaupt) zur Vollendung. Gleichzeitig wandte er sich mit „New Conception of Jazz“ der Elektronik zu, mit dem wegweisenden neuen Ansatz, aktuelle Pop-Elemente von Deep House, Ambient Music, Drum’n’Bass, Big Beat bis zu Soul und Funk aufzunehmen. Wie spannend er bis heute beides weiterentwickelt, führt er bei „Norwegian Woods“ unter anderem mit dem lyrischen Solo „Chicken Feathers“ und der effektvoll schillernden Jam-Version von John Hiatts Rock-Klassiker „Have A Little Faith“ vor.

Und schließlich ist da noch der Gitarrist Knut Reiersrud, der älteste, am weitesten gereiste und doch bei uns unbekannteste Musiker dieser JABP-Ausgabe. Sein Kraftfeld ist der Blues, in den er mit 18 in den USA von Buddy Guy und Otis Rush eigeführt wurde. Seitdem spielte er mit Stars wie Dr. John, Joe Cocker, Stevie Ray Vaughn oder den Five Blind Boys of Alabama. Doch wäre Reiersrud kein Norweger, dann hätte er neben dem amerikanischen Blueserbe auch nicht diese Sehnsucht nach den eigenen heimatlichen Klangtraditionen sowie diese, durch Aufenthalte in Afrika, Indien, Nepal oder Iran beförderte, unstillbare Neugier auf andere Sphären. Sein JABP-Solo „Jargo“ ist das beste Beispiel dafür.

Die norwegischen Individualisten präsentieren sich bei diesem in der Tat einmaligen Abend als starke Gruppe und ihr Land immer noch als Speerspitze des europäischen Jazz. Dieser hat sich schon lange vom Mutterland USA emanzipiert und entscheidende Entwicklungen in Gang gesetzt.

 

 

mehr

16.06.2014 Konzerte im September

GFDK - Uwe Kerkau Promotion

Lass‘ den feinen Zwirn daheim, hier reichen Dir eine Lederjacke und die Stiefel. Passt besser. Viel besser.

HIGH ENERGY ROCKIN‘ & PUNKIN‘ JAZZ mit intelligenten Kompositionen, Hochspannungs - E- Gitarre, treibenden 'drums' and pumpenden  'basslines'. Über allem schwebt der überwältingende 'sound'  ihres Baritone Saxophons - grosses Können, kombiniert mit Energie, Hingabe und Temperament. Tini Thomsen bereichert unsere Hör-Welt.

Konzerte

24.09. 2014  Lüneburg – Zwick
25.09. 2014  Hamburg St. Pauli – Zwick (Release Konzert)
30.09. 2014  Berlin – B flat

Vergiss das Altsax. Echt. Die aalglatten Noten, das leichte Gesäusel. Wenn es an Tini Thomsen liegt, werden sie alle umgeschmolzen zu Bariton Saxophonen. Die Nebelhörner, womit man bei weniger als 50 Meter Sichtweite noch sicher nach Haus kommt. Naja, vielleicht hier und da ein Kratzer und eine Delle. Es ist nämlich so, wenn Tini spielt, wird Vollgas gegeben. Runter den Fuss, wie die Noten und Töne. How low can you go? Sehr tief. Zur Not holt Tini die Bass Klarinette noch dazu.

Tini Thomsen (Hamburg, 1981) ist geformt und geeicht auf dem Konservatorium von Amsterdam, was sie 2010 cum laude abschloss. Sie spielte mit der New Cool Collective, Metropole Ochestra, NDR Bigband und in den Bands von Alain Clark und Waylon. Man würde es wahrscheinlich nicht vermuten, wenn man den sexy Lockenkopf so auf der Bühne stehen sieht (es geht das Gerücht um, ihre Frisur sei eine Ehrerweisung an Tony Curtis aus dem Film Some Like It Hot, ihre erste Jugendliebe) aber ihre Vorliebe liegt nicht im Jazz oder Soul. Tini will stampfen. Prahlen und angeben.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

„In den Jazzcombo’s in denen ich spiel bin ich immer das äußerste Extrem. Ich bringe Energie, nicht das verkopfte Solo.“

Ihre größten Inspiratoren heißen nicht Gerry Mulligan oder Pepper Amdams, sondern Queens of the Stone Age und Foo Fighters. „Energie kombiniert mit großer harmonischer Vernunft“, sagt Thomsen. „Man hört bei den Bands, dass sie sehr gut wissen, was sie tun. Die Musik ist voller Details, aber gleichzeitig will man springen und tanzen wenn man sie hört“.

Der mitreißende Enthusiasmus von Tini sprang auf den Schlagzeuger Joost Kroon über. Auch jemand, den man bei Jazzcombos hinter den Deckeln und Töpfen sieht, der aber lieber in Rockbands die Felle in zwei trommelt. Kroon holte den Topbassisten Manuel Hugas mit an Bord (Candy Dulfer, Jan Akkerman) und den Gitarrist JB Meijers (De Dijk, Common Linnets). Diese Vier machen mehr Lärm als eine Brigade Hell´s Angels auf Kriegsfuß. Das Album MaxSax ist Bartion Saxophone to the Maximum. Nimm den Titeltrack in dem Tini, Joost JB und Manuel rennen als ob eine Herde wilder Stiere ihnen auf den Fersen sitzen. Nimm „Stolen“, das Josh Homme von Queens of the Stone Age ohne Probleme nehmen kann um sein Publikum aufzuwärmen. Oder nimm das filmische, mysteriöse „West Side Trip“, in dem Baritonsax und die Streicher zusammen ein seltsames Ballet tanzen.

MaxSax ist ein Album wie es selten, sehr selten jemand gehört hat. Es ist die Musik von der Tini Thomsen Jahre lang von träumte. Wild, zappelnd, Adrenalin durch die Adern pumpend. Gib den Anzug, die Krawatte und die Brogues an der Garderobe ab, da hängen schon Deine Lederjacke und die Stiefel. Passt besser. Viel besser.

 

 

Uwe Kerkau Promotion
Hammermühle 34
D-51491 Overath
u.kerkau@uk-promotion.de

mehr
Treffer: 1000