Nachrichten aus der großen weiten Welt

23.06.2014 auf die Shortlist 2014 gewählt

GFDK - DuMont Buchverlag

›So wirst du stinkreich im boomenden Asien‹ erzählt die erstaunliche und dramatische Geschichte eines Mannes, der sich von einem verdreckten und kränklichen Jungen aus der verarmten Provinz zu einem korrupten Großunternehmer wandelt, und beruft sich dabei auf die Art von Selbsthilfebüchern, wie sie zu Tausenden im heutigen Asien von jungen, hoffnungsvollen Männern gelesen werden.


Der namenlose Held kommt in einer riesigen Millionenstadt zu erstem Geld und baut sich alsbald ein eigenes Imperium auf – mit dem wichtigsten und knappsten Gut, das man sich denken kann: mit Wasser. Doch sein Herz hat er für immer verloren an das hübsche Mädchen, dessen Stern parallel zu seinem aufgeht. Immer wieder kreuzen sich ihre Lebenswege in dieser Liebe zueinander, entzündet und erloschen von den Kräften ihrer jeweiligen Schicksale.

Schicksalhafte Geschichte

Der Held dieser brillanten Geschichte könnte jeder von uns sein – auf der Suche nach einem besseren Leben. Und nicht nur das: Auch das Schicksal, das ihn erwartet, könnte das unsere sein … Tempogeladen, lebhaft und emotional tiefgehend erzählt dieser Roman von zwei unvergesslichen Menschen zwischen Momenten transzendenter Intimität und aufwühlenden gesellschaftlichen Veränderungen in der Welt von heute.

Mohsin Hamids Buch ist auf der Shortlist für den  Internationale Literaturpreis Haus der Kulturen der Welt

Mohsin Hamid, geboren und aufgewachsen in Lahore, Pakistan, studierte Jura in Harvard und Literatur in Princeton. Nach Stationen in New York und London lebt er heute mit seiner Familie wieder in Lahore. Hamid schreibt regelmäßig für den ›Guardian‹, die ›New York Times‹, die ›Financial Times‹, den ›New Yorker‹, die ›Paris Review‹, ›Outlook India‹ und ›Granta‹. Seine Romane wurden in über 30 Sprachen übersetzt. ›Der Fundamentalist, der keiner sein wollte‹ stand auf der Short List des Man Booker Prize und wurde kürzlich von Mira Nair verfilmt. ›Nachtschmetterlinge‹ wurde mit dem Betty Trask Award ausgezeichnet und von der ›New York Times‹ auf die Liste der bedeutendsten Bücher des Jahres 2000 gesetzt.

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23.06.2014 packende Energie

GFDK - ACT

Nur wenige junge Musiker haben die Jazzszene in einem derartigen Tempo aufgewirbelt wie der polnische Geiger Adam Bałdych. „Zweifellos der größte lebende Geigentechniker des Jazz. Von ihm kann man alles erwarten“, schrieb die Frankfurter Allgemeine Zeitung über den damals noch völlig unbekannten 24-jährigen nach dessen umjubelten Auftritt beim JazzFest Berlin 2011.

Im Mai des folgenden Jahres erschien dann Bałdychs ACT-Debüt „Imaginary Room“, für das er mit der „Baltic Gang“ - Lars Danielsson, Morten Lund, Jacob Karlzon, Verneri Pohjola und Marius Neset - eine All-Star-Band zusammentrommeln konnte wie wohl kaum ein Debütant vor ihm. Er erhielt dafür den renommierten Echo Jazz und wurde in seiner Heimat vom führenden Jazzmagazin Jazzforum zum „Newcomer“ wie „Jazzgeiger des Jahres 2012“ gewählt. Letztere Ehrung wiederfuhr ihm auch im letzten Jahr. Dass Bałdych die Leerstelle eines herausragenden Geigers im globalisierten, sich stilistisch in alle Richtungen auffächernden Jazz der vergangenen Jahre ausfüllt, untermauert er auch, ganz aktuell, auf dem Album „Anyone With A Heart“ des Iiro Rantala String Trio: Keiner hat das Klangspektrum der Geige vergleichbar erweitert.

Schon vor dieser Einspielung freilich ereignete sich eine weitere wegweisende Begegnung. Siggi Loch holte Adam Bałdych im März 2013 ins zweite Konzert der von ihm kuratierten „Jazz at Berlin Philharmonic“-Reihe im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie. Lochs Konzept ist hier, spannende neue musikalische Kombinationen zu stiften. In diesem Fall traf Baldych erstmals, neben den Altmeistern Michel Portal und Joachim Kühn, auf den längst zur Speerspitze des europäischen Jazz gehörenden Neo-Romantiker Yaron Herman am Klavier. Als die beiden seine Komposition „Letter For E[esbjörn]“ spielten, spürte Bałdych, dass dies etwas Besonderes war: „Es war ein außergewöhnlicher, magischer Moment für mich. Als ob ich einen tiefen Atemzug gemacht und völlig neue Inspiration eingesogen hätte.“

Es war also klar, dass diese Begegnung eine mit Folgen sein würde. Zu stark war die Seelenverwandtschaft: Wie Bałdych hat ja auch Herman praktisch die gesamte Musikgeschichte im Kopf und in den Fingern. Wie er nutzt er diese von seinen überragenden technischen Fähigkeiten getragene Kenntnis der Tradition von Art Tatum bis Oscar Peterson (und, kaum weniger wichtig, von Bach bis Debussy und von traditioneller jüdischer Musik bis Nirvana), um seinen eigenen Klangkosmos zu erschaffen.

„Stile werden überschätzt. In der Musik geht es darum, seine Zuhörer zu berühren.“ Dieses Zitat von Yaron Herman könnte auch von Adam Bałdych stammen.

Berühren – das tun die beiden auf ihrem nun gemeinsamen musikalischen Weg, der „The New Tradition“ heißt: Eine Expedition, die von bekannten Pfaden ausgehend neue Spuren hinterlässt. Ein intensiveres und selbstverständlicheres Zusammenspiel hat man selten gehört. Kein Kräftemessen, sondern virtuos und hochemotional, voller Tiefe und Seele, machen Bałdych und Herman einfach nur Musik. Magische Momente in trauter Zweisamkeit.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

„Das Thema von The New Tradition ist mir sehr wichtig“, sagt Bałdych. „Tradition ist mein Referenzpunkt. Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich? Klassische europäische Musik, polnische Volksmusik, Polski Jazz - das ist mein Background, und das ist es, auf das sich meine Musik bezieht.“ Und so findet sich alles in Bałdychs Kompositionen wieder, kongenial in einen Dialog mit Hermans eigenen Einflüssen verwickelt. Mal bezwingend lyrisch („Riverendings“), mal wuchtig („Legenda“), mal ätherisch („June“), mal melancholisch („Relativities“). Natürlich ist auch „Letter for E.“, die Initialzündung auf dem Album zu finden, ein Monument harmonischer Schönheit. Auch zwei seiner großen Vorbilder hat Bałdych aufgegriffen und fortgeschrieben.

Zbigniew Seifert, sein großer Jazzviolinen-Vorfahr, kommt mit „Quo Vadis“ zu Ehren, der dynamischsten Studie des Albums; „Sleep Safe And Warm“ von Krzysztof Komeda, dem Hausgott der modernen polnischen Musiker, enthüllt das ewige Geheimnis der Melodie. Wie sehr dies alles mit der klassischen Musik verzahnt ist, demonstrieren zwei Stücke explizit: Das ganz auf den emotionalen Kern reduzierte „Lamentation Of Jeremiah“ von Thomas Tallin, einem noch wiederzuentdeckenden Komponisten der englischen Reformation. Und zum Abschluss die flirrende Improvisation der beiden über Hildegard von Bingens „Canticles of Ecstasy“.

Wer also noch einen Beleg braucht, dass Kreativität und Fortschritt nicht in vitro, sondern im soziokulturell geprägten Zeitenraum zwischen Alt und Neu entstehen, hier, mit „The New Tradition“ liegt er klar vor Augen.

 

 


The ACT Company
Auenstraße 47
80469 München
Mail: info@actmusic.com

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23.06.2014 aufwendig, großartig, beeindruckend

GFDK - Rough Trade

Rechtzeitig zum Sommer 2014 beglückt uns Paul Kalkbrenner mit einem brandneuen Remix-Album. Nachdem zuletzt 2006 auf der “Reworks CD” eine Werkschau mit Paul Kalkbrenner Remixen erschienen sind, befinden sich nun auf “X” elf hochkarätige Neubearbeitungen befreundeter Künstler von Titeln aus den Alben “Berlin Calling”, “Icke Wieder” und “Guten Tag”.

Eine Vielzahl an Titeln in ihrer neubearbeiteten Form sorgt schon seit geraumer Zeit als Vinyl 12inches im Underground europaweit für Furore. Die komplette Sammlung erscheint nun in kompakter Form auf CD und Digital. Die ausgesuchte Schar an Remixern umfasst dabei persönlichen Freunden und nahestehende Künstler aus dem Umfeld von Paul Kalkbrenner. Wenn sein Bruder Fritz Kalkbrenner den Titel “Kruppzeug” mit neuen Vocals versehen in ein feines House-Gewand kleidet und Pauls Ehefrau Simina Grigoriu den Techno Track “Kleines Bubu” veredelt, stammt die Musik quasi direkt aus der Familie Kalkbrenner.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Aus Frankreich gibt Techno-Legende Vitalic einen Remix für den Berlin Calling Klassiker “Altes Kamuffel” zum Besten, während der holländische “Man of the Moment 2014″ Joris Voorn sich den Titel “Jestrüpp” vornimmt, um daraus einen hitverdächtigen Deep House Knaller zu machen. Die Berliner Techno & House Schule repräsentieren Format:B, Housemeister aus dem Boys Noize Camp und die legendären Maertini Broes bestehend aus Mike Vamp und E-Werk Veteran DJ Clé.

Ebenfalls in Berlin ansässig präsentieren die 2013er Welt-Tournee Gefährten Pan-Pot einen großartig und aufwendig produzierten Remix der Single “Das Gezabel” und beeindrucken dabei genauso wie die Cab Drivers mit ihrer Interpretation von “Globale Gehung”. Mit dem Robag Wruhme Remix für den Klassiker “Sky & Sand” lauert hier, in Form einer eigenwilligen und gänzlich neuen Interpretation des bekannten Themas, ein weiteres musikalisches Highlight. Abgerundet wird dieses beeindruckende Paket durch den Remix der Wahlspanier Pig & Dan, die den “Icke Wieder” Eröffnungstitel “Böxig Leise” mit ihrer klassischen Tech-House Produktion auf ein ganz neues Clubmusic Level heben.

Tracklisting:

01. Altes Kamuffel (Vitalic Remix)
02. Kruppzeug (Fritz Kalkbrenner Remix)
03. Kleines Bubu (Simina Grigoriu’s Mrs Kalkbrenner Remix)
04. Bengang (Format:B Remix)
05. Böxig Leise (Pig&Dan Remix)
06. Das Gezabel (Pan-Pot Remix)
07. Gebrünn Gebrünn (Maertini Broes Remix)
08. Sky and Sand (Robag’s Borsi Alpakka Rehand)
09. Globale Gehung (Cab Drivers Remix)
10. Square 1 (Housemeister Remix)
11. Jestrüpp (Joris Voorn Remix)

 

 

Rough Trade Distribution GmbH
Mathias-Brüggen-Str. 85
D-50829 Köln
Germany

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22.06.2014 An Extended Performance!

GFDK - networking media

Was zunächst in einem Fiasko zu enden schien, erhob sich wie ein Phoenix aus der Asche: Das sechste Studio-Album “A Passion Play” von JETHRO TULL spielte sich trotz katastrophaler Umstände auf Platz 1 der US-Charts und definierte den Progressive Rock-Sound der 70er Jahre. Das legendäre Album erscheint nun von Steven Wilson neu gemischt als Doppel-CD, Doppel-DVD (Audio und Video) und zum Download mit den verworfenen Aufnahmen aus dem Château d’Hérouville.

Nach “Benefit” (1970), “Aqualung” (1971) und “Thick As A Brick” (1972) ritten JETHRO TULL auf dem Kamm einer Erfolgswelle der Popularität. Im Zuge der Tour zu “Thick As A Brick” bespielten sie die größten Arenen auf beiden Seiten des Ozeans, doch gerade der Erfolg von “Thick As A Brick” stellte sie vor neue Herausforderungen: Was macht man nach einem opulenten Konzept-Album, das aus nur einem Song von 44 Minuten Länge besteht? Die Antwort: Ein Doppelalbum, das wieder aus einzelnen Songs bestehen sollte.

In diesem Jahr gingen JETHRO TULL zum ersten Mal in ihrer fünfjährigen Karriere mit unverändertem Line-Up ins Studio – und wieder mit klarer Aufgabenverteilung. Gründungsmitglied und Bandleader Ian Anderson schrieb seine Songs auf akustischer Gitarre, Flöte und diesmal auch Saxophon, und Gitarrist Martin Barre, Bassmann Jeffrey Hammond-Hammond, Drummer Barriemore Barlow und Keyboarder John Evans sorgten für das perfekte Umfeld für Andersons Kompositionen. Die nächste Frage lautete also: In welches Studio sollte man gehen?

Zwei Kriterien standen im Vordergrund: Zum Einen sollte das Studio sich auf dem Festland befinden – schon aus steuerlichen Gründen. Zum Anderen musste es ein Studio mit einem guten Ruf sein und der Band ein bequemes Umfeld liefern. Das Château d’Hérouville bei Paris schien auf den ersten Blick perfekt zu sein: Elton John hatte hier sein Album “Honky Château” aufgenommen, Pink Floyd spielten hier ihren Film-Soundtrack “Obscured By Clouds” ein. Es gab einen Wohnbereich und das Studio war sehr gut ausgerüstet – offenbar die perfekte Wahl. Was sollte also noch schiefgehen? Alles.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Die Aufnahmen endeten in einem Desaster. Zunächst gab es technische Probleme mit dem Studio. Dann gab es da den Wohnbereich… die Band musste sich einen gemeinsamen Schlafraum teilen, der sehr spärlich ausgerüstet war. Das wäre noch tolerierbar gewesen, wenn sie die einzigen Bewohner gewesen wären. Unglücklicherweise mussten sie sich die Betten mit einer Vielzahl von einheimischen Bettwanzen teilen. Und um das Fass zum Überlaufen zu bringen, zogen sich alle Bandmitglieder eine üble Nahrungsmittelvergiftung zu, die eine Folge des Inhouse-Caterings war. Es überrascht nicht, dass sie sich entschieden, wieder nach Hause zu fahren und das bis dahin aufgenommenes Material von ungefähr einer Stunde Länge links liegen zu lassen. JETHRO TULL fingen von vorn an und schrieben ein komplett neues Album, anstatt irgendwie zu versuchen, die Begeisterung wiederzubeleben und die Band auf etwas einzuschwören, was bereits gescheitert war.

So entstand schließlich “A Passion Play”, ein Album, das sich zu einem 45-minütigem Prog-Rock-Monument mit komplizierten Rhythmen, komplizierten Texten und – nun ja – kompliziertem Allem entwickelte. Bis zum nächsten Tourstart blieben noch neun Tage Zeit, und so musste es schnell gehen. Thema des Albums ist ein Zyklus um Wiedergeburt und ewiges Leben, die Erkenntnis, dass die Entscheidungen des Lebens bis in das Nachleben reichen – die alte Geschichte von Gut gegen Böse, Gott gegen den Teufel. Und – es wurde eines der beeindruckendsten Alben von JETHRO TULL: heiß diskutiert unter den Fans und auf Anhieb platziert auf Position 1 der US-Charts.

Die nun erscheinende Extended Performance-Edition von A Passion Play erscheint in einem wundervollen 2CD/2DVD-Paket, das wie ein Buch gebunden ist. Es enthält das Original-Album und das Material der Aufnahmen aus dem Château d’Hérouville, das von Steven Wilson neu gemixt wurde. Die DVDs präsentieren überdies einen ebenfalls von Wilson vorgenommenen Mix in bestem 5.1 Surround-Sound und zusätzliches Videomaterial.

Album-Veröffentlichung: 11.07.2014


Kai Manke


networking Media - Hamburg / Berlin


Bei der Lutherbuche 30 A, 22529 Hamburg / Germany


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22.06.2014 Internationale Größe des Modern Jazz

GFDK - JazzEcho

Zum 75. Labeljubliäum kehrt eine Blue-Note-Legende in Bestform zum Label zurück: Bobby Hutcherson startete seine Solokarriere 1963 bei Blue Note und spielte dort 22 Alben ein. Er gilt trotz seines eher seltenen Instrumentes als internationale Größe des Modern Jazz und hat auch bei Groove-Jazz-Fans den allerbesten Ruf. "Wie heißt das Ding nochmal, das du da spielst?" Mit dieser Frage foppt der Vibraphonist Jay Hoggard gerne seinen großen Instrumentalkollegen Bobby Hutcherson. Dass viele Menschen "das Ding", das seit dem Ende der 1920er Jahre fast ausschließlich im Jazz zuhause ist, noch nicht wirklich kennen, liegt sicher nicht an Hutcherson. Seit über fünf Jahrzehnten teilt sich dieser den Vibraphonisten-Thron mit Gary Burton.

In der Swing-Ära schwang als erster großer Solist Lionel Hampton das Zepter und die Klöppel. Ihm folgte als Erneuerer Mitte der 1940er Jahre Milt Jackson mit Bebop und modalem Jazz. Seinen Status als "exotisches Instrument" hat das Vibraphon trotzdem nie verloren. Aber vielleicht klingt es gerade deshalb auch heute noch in vieler Leute Ohren besonders reizvoll und unverbraucht. Vor allem wenn es von einem Meister wie Bobby Hutcherson gespielt wird. Der mittlerweile 73-jährige ist gerade zum Blue Note-Label zurückgekehrt, bei dem er zwischen 1963 und 1977 Jazzgeschichte geschrieben und viele zeitlose Klassiker aufgenommen hatte. Mit "Enjoy The View" hat er dies erneut geschafft.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Unter der Regie von Produzent und Blue Note-Präsident Don Was ging Hutcherson dafür mit einer All-Star-Band, bestehend aus Altsaxophonist David Sanborn, Hammond-Organist Joey DeFrancesco und Schlagzeuger Billy Hart, ins Studio. "Unser Ziel war es, dieses Album nach den grundlegenden ästhetischen Prinzipien aufzunehmen, die Blue Note seit 75 Jahren auszeichnen", sagt Was. "Es hat einen besonderen Charme, wenn man dies mit den Leuten macht, die dabei geholfen haben, dieses Label zu definieren. Für Bobby schließt sich hier nicht nur ein Kreis. Er weist zugleich auch einen Weg in die Zukunft." In bester Blue Note-Tradition wurde der Tag vor den Aufnahmen für Proben gebucht. Obwohl es das erste Mal war, dass Sanborn mit Hutcherson und Hart zusammenspielte, stimmte die Chemie sofort. "Don hatte beschlossen, die Probesessions mitzuschneiden", erzählt DeFrancesco. "Das war eine kluge Entscheidung, denn wir kamen hinterher zu dem Urteil, dass einige der dabei entstandenen Aufnahmen die besten Takes für das Album waren."

"Ich bin glücklich, dass ich wieder eine Aufnahme bei Blue Note herausbringen kann", sagt Bobby Hutcherson. "Ich war diesem Label so viele Jahre lang eng verbunden. Deshalb ist es aufregend, wieder zurück zu sein.” Und dass ihm mit “Enjoy The View" ein geradezu elektrisierendes Album mit Hard-Bop, Soul-Jazz und Balladen gelungen ist, dürfte Hutcherson auch nicht gerade traurig machen.

 

Quelle: JazzEcho

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21.06.2014 kontrastiert von rhythmisch pulsierenden Widerparts

GFDK - Edel

Unwiderstehliche Tonmotive mit Ohrwurmqualitäten, lyrische Passagen, kontrastiert von rhythmisch pulsierenden Widerparts, Elektronik-Effekten und Freejazz-Eruptionen – auf „Noé“ beweist Raffaele Casarano zum wiederholten Male, dass er das komplette Vokabular der heutigen Jazzklangsprache souverän beherrscht.

Mit seiner nach zehn gemeinsamen Jahren hervorragend aufeinander abgestimmten Formation „Locomotive“ legt der Mann am Alt- und Sopransaxophon jetzt ein Album vor, das seinen Namen sicher auch über die Grenzen Italiens hinaus tragen wird.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Mit der Verpflichtung von Giuliano Sangiorgi als Gastvokalist im bezaubernd verjazzten Volkslied „Lu rusciu de lu mare“ hat Casarano diesmal einen besonderen Coup gelandet. Als singender Frontmann der Platin-Rockband Negramaro ist Sangiorgi nicht nur seinen Landsleuten sondern auch dem internationalen Publikum seit längerem ein Begriff.

Feat.:
Raffaele Casarano (as/ss, electronics)
Mirko Signorile (piano)
Marco Bardoscia (b)
Marcello Nisi (dr)



Edel AG
Neumühlen 17
D-22763 Hamburg
Mail: info@edel.com

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21.06.2014 Selbstbewusst und unverblümt

GFDK - Uwe Kerkau Promotion

„Sag mir, wie überlebst du diesen Schmerz, wenn sich jeder Tag gleich anfühlt?“, fragt Hannah Köpf im Opener ihres dritten Werks „Lonely Dancer“. Und das Schöne ist, dass sie auch gleich eine genauso simple wie sinnige Antwort liefert: „Mach einfach weiter und schreib' einen neuen Song - einen, der mich zum Mitsingen bringt.“ Die 33-jährige Kölnerin hat gleich zehn davon geschaffen.

Mit bezaubernder Vokalfrische, leuchtender Melancholie und grandiosen Arrangements schenkt sie uns einen Zyklus aus Liedern, die Country, Folk, Seventiespop und sogar Gospel antupfen. Jedes einzelne ein Rezept, wie man den Tag nicht nur überlebt, sondern zu einer kleinen Feier des stillen Glücks macht.

Die Stimme ist ihr liebstes Instrument seit Jugendtagen. Schon in der Schule kommt Hannah Köpf, ermutigt durch einen Lehrer, auf Abwege von ihrer klassischen Klavierausbildung. Schülerband, Gesangsunterricht, Gitarrenversuche, die Entdeckung ihres Talents zum Songwriting, Konservatorium in Amsterdam – Station für Station tastet sich die Kölnerin an ihre eigene Sprache, ihre individuelle Stimmgebung heran, schart 2007 junge Koryphäen aus ihrer Heimatstadt für eine Band um sich. Bis es 2010 endlich so weit ist, dass sie mit ihrem Erstling „Stories Untold“ in der CD-Reihe Next Generation die Fachwelt überrascht.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Träumerische bis neckische Kompositionen, die das Genre Jazz mit unbekümmertem Charme aufsprengen, auch wenn im Begleitsextett Kreativköpfe der Kölner Jazzszene wie der Trompeter Frederik Köster mitwirken. „Tradition und Zukunft große vokaler Kunst lodern gleichzeitig“, befindet das Magazin Jazzthetik. Denn es ist vor allem diese Stimme, die Hannah Köpf unverwechselbar macht: Klar, unprätentiös und unverbildet, ehrlich, direkt und bei alldem doch vollmundig, fruchtig. Eine Stimme, in die man sich verlieben muss. Mit ihrer zweiten Scheibe „Flying Free“ tut sie dann genau das, was der Titel schon vorgibt: Sie löst sich weiter von vorgegebenen Mustern, experimentiert mit neuen Instrumenten und Arrangements, baut Tuba, Ukulele und Kammerorchester ein.

Der Weg des Ausprobierens mündet in Hannah Köpfs drittem Streich „Lonely Dancer“ nun in eine raffinierte Songwriting-Sprache. Schon das Cover verrät einiges über die Zielsetzung: Selbstbewusst und unverblümt blickt sie uns an, doch gleichzeitig ziehen sich verspielte Linien durch das Titelbild. Die Jazz-Schublade scheint nun völlig aus dem Schatzkästchen ihrer überfließenden Kreativität ausgebaut. Dafür gibt es aus allen Untergenres der Popmusik bunte Tupfer, ganz so wie die Pfauenaugen, die Köpfs Haar auf der Rückseite der CD schmücken. Alle Songs sind meist im Doppel mit Partner und Multiinstrumentalist Tim Dudek entworfen, umgesetzt hat sie sie mit mehr als einem Dutzend einfühlsamer Begleitmusiker. Die Kleinode besitzen sämtlich den Charakter heimlicher Hits, sind melodieverliebt wie ein ganzer Schwarm Frühlingsvögel, luftig wie ein Sonnenmorgen, oder verträumt wie das Mondlicht vor dem Fenster.

Die alte Liebe der Sängerin für Joan Baez oder Joni Mitchell kommt dabei ganz subtil zum Vorschein: Gleich im Eröffnungsstück „Sing Another Song“ ist die Affinität zum Folk mit entspannten Gitarren und der atmosphärischen, weit schwingenden Melodie präsent. Im sehnsüchtigen Titelsong betören raffinierte Vokalschichtungen. Ein reizender, liebestrunkener Walzer mit Dobro, Klarinette und Schlagzeugbesen erwartet uns in „Dream Come True“. Anklänge an Country wehen vielfach hinein, zum Beispiel in „I Feel Fine“, „Where Will You Go“ und „The Lonesome Hill“ - mal swingend, mal fast hymnisch und schließlich mit einem fulminanten Acappella-Intro, das schon fast den Geist des Gospels atmet. Und weiter geht es mit stilistischen Überraschungen: „Some Would Say“ koppelt Country mit der Rhythmik alter Motown-Hits, gediegener Soul mit kompakten Bläsern und Fuzz-Gitarre erfüllt „Stay Here For A While“ - bis das mit Streichern funkelnde Finale „Hooked“ fast ein wenig an die Glanzzeiten der Carpenters erinnert.

 

 

Uwe Kerkau Promotion
Hammermühle 34
D-51491 Overath
u.kerkau@uk-promotion.de

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20.06.2014 Essenzielle amerikanische Lieder

GFDK - Rough Trade

Seit ihrem Debütalbum im Jahr 2006 haben die Herrschaften einige essenzielle amerikanische Lieder geschaffen. Bei den Aufnahmen zu “Favorite Waitress” hatten es sich The Felice Brothers zum Ziel gesetzt, die Stimmung ihrer Liveshows einzufangen.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Um das zu erreichen, sind sie von ihrer Heimat New York bis nach Nebraska gefahren und testeten auf dem Weg dahin ihre neuen Songs in kleineren Clubs aus. Mit dabei war auch ihr alter Freund und neuer Schlagzeuger der Band, David Estabrook.

Was dabei herausgekommen ist, ist in der Tat ein unverbrauchtes, fast spontan wirkendes Album mit dreizehn Songs, die dem Zuhörer nahelegen, sich die Band unbedingt auch live anzusehen. Dabei wirkt ihr Songwriting jedoch genauso durchdacht und scharfsinnig, wie man es von The Felice Brothers nun eben kennt.

 

Rough Trade Distribution GmbH
Mathias-Brüggen-Str. 85
D-50829 Köln
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20.06.2014 brasilianische Rhythmen und experimentelle Klänge

GFDK - Edel AG

Bei diesem Doppelalbum decken die von Arto Lindsay selbst ausgewählten Stücke all seine Persönlichkeitsmerkmale ab und liefern zugleich einen guten Überblick über das vielseitige Soloschaffen.

Disc 1 der Retrospektive versammelt ein Dutzend Highlights der Soloalben „O Corpo Sutil (The Subtle Body)“, „Mundo Civilizado“, „Noon Chill“, „Prize“, „Invoke“ und „Salt“. Es gibt hier ein Wiederhören mit Titeln der Periode 1996 bis 2004, die der Sänger/Gitarrist mit Kollegen wie Amedeo Pace (Blonde Redhead), Marisa Monte, Caetano Veloso, Vinícius Cantuária und Kassin gemeinsam geschrieben hat. Darin treffen auf einzigartige Weise Rhythmen aus der brasilianischen Popularmusik auf moderne Elektro-Sounds, wie man sie aus New Yorks Avantgardeszene kennt. Das Ergebnis dieser Begegnung: ein zeitgenössischer Latinpop feinster Güte.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Völlig anders tönt dagegen die Art brut auf Disc 2. In Livemitschnitten aus dem Techno-Club Berghain und dem Szenetreff HBC in Berlin sowie Pete‘s Candy Store in Brooklyn erleben wir Arto Lindsay hier als unerschrockenen Experimentator, dem kein Krach zu schmerzhaft, keine Atonalität zu schrill ist. Den Kontrast zwischen seiner verletzlich-sanften Stimme und schmirgelnden Saitenklängen spielt er in diesen Solo-Performances von 2011/12 reizvoll aus. Erstmals veröffentlicht werden in diesem Rahmen der Track „Pony“ und eine famose Coverversion von Chico Buarques „Estação Derradeira“. Zudem legt der Klangabenteurer spannende Bühnenfassungen der Fremdtitel „Erotic City“ (Prince) und „Simply Beautiful“ (Al Green) vor, die sich von den früheren Studiofassungen auf „Mundo Civilizado“ (1996) wesentlich unterscheiden.


Edel AG
Neumühlen 17
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20.06.2014 parabel über das leben

GFDK - Kein & Aber

Gelangweilt von ihrem monotonen Dasein, bricht die Legehenne Sprosse eines Tages aus ihrem Gehege aus. Doch das Leben in Freiheit ist viel härter und unbarmherziger, als sie es sich vorgestellt hat. Bis sie in einem verlassenen Nest ein Ei findet und neue Hoffnung schöpft: Die Freiheit birgt nämlich auch das größte Glück.

»Eine Hymne auf das Leben, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen begeistern wird.« 

Bücher-Magazin

Pressestimmen

Eine Hymne auf das Leben, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen begeistern wird. (Bücher-Magazin)

Sprosse ist eine der sympathischsten Figuren des Jahres. Sie missachtet Regeln, ist neugierig und unermüdlich und inspiriert selbst lange nach dem Lesen noch. (Bookreporter)

Unter der Oberfläche behandelt das Buch ein zeitloses existenzielles Dilemma: dass wir uns immer mehr von der Natur und unseren Instinkten entfremden. In seiner Prägnanz und seiner philosophischen Tiefe ist der Roman ein perfekt gezeichnetes Meisterwerk. (The Star)

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Sun Mi-Hwang, 1963 geboren, ist eine koreanische Autorin und Professorin für Literatur in Seoul. Mit ihrem Roman "Das Huhn, das vom fliegen träumte" gelang der Autorin der internationale Durchbruch. In Korea veröffentlichte sie bereits über zwanzig Bücher und erhielt diverse Preise.

j.strauss@keinundaber.ch

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