Nachrichten aus der großen weiten Welt

20.07.2014 Groovender Sound und Reggea

GFDK - Universal Music

Das 2006 als Duo gestartete Projekt konnte vom Debüt „La Roux“ nicht nur mehr als zwei Millionen Einheiten verkaufen, sondern obendrein 2009 einen Grammy in der Kategorie „Best Dance Album“ gewinnen.

Gleich mehrere Hits warf dieses brillant zeitlose Werk zwischen 80s-Synth-Pop, modernem Elektronik-Sound und überraschendem Indie-Feeling ab. Unvergessen sind Songs wie „In For The Kill“ und „Bulletproof“.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Nach einer Auszeit und der Trennung von ihrem musikalischen Kollaborateur Ben Langmaid steht die Sängerin und Multi-Instrumentalistin Elly Jackson Anfang Juli mit dem zweiten Album „Trouble In Paradise“ in den Startlöchern. Innerhalb von 18 Monaten entstand ein Album, das die typischen La Roux-Züge trägt, in seinem Wesen aber organischer und ‚handgemachter’ klingt. Erste Ohrenzeugen des Albums feiern das Werk schon jetzt als Sensation.

Das Album ist diesmal weniger persönlich geworden, dafür reifer und ambitionierter, aber gleichzeitig auch verspielter. Einen ersten Vorgeschmack auf das neue Werk „Trouble In Paradise“ brachte die Single-Auskopplung „Let Me Down Gently“. Nun folgt am Freitag das komplette Werk. Zwischen dem 4. und 9. Dezember stehen auch vier Deutschland-Konzerte für La Roux auf dem Plan.

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20.07.2014 Zum Gedenkjahr

GFDK - Deutsche Grammophon

Mit ihrem neuem Album "Behind the Lines", produziert von Deutsche Grammophon und dem Bayerischen Rundfunk, erinnert Prohaska an den Ausbruch des 1. Weltkriegs vor 100 Jahren. Sie beeindruckt mit ungewöhnlichen Perspektiven und großer Wandlungsfähigkeit.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Kaum eine Sängerin verbindet Können und Glaubwürdigkeit mit solcher Natürlichkeit wie Anna Prohaska. Die Sopranistin feiert Erfolge an bedeutenden Opernbühnen und bei großen Festivals. Dabei begeistert die 31-Jährige ihre Fangemeinde nicht zuletzt deshalb, weil sie eine gänzlich allürenfreie, moderne junge Frau ist, die mit beiden Beinen fest auf dem Boden verankert scheint. Während ihre ersten beiden Alben das Märchenhaft-Transzendente feierten und Anna Prohaska auf "Sirène" aus dem Reich der antiken Mythen an die Wasseroberfläche stieg, um dann auf "Enchanted Forest" wiederum in wechselnder Gestalt weiblicher Fabelwesen durch den Zauberwald zu flattern, will sie uns nun umso nachdrücklicher mit ihrem neuen Album auf den Boden der Tatsachen zurückholen.

Stimmen aus dem Krieg

Anna Prohaska durchmisst auf "Behind the Lines" vom Krieg verheerte Seelenlandschaften. Sie hat das Album zum Gedenken an den 100. Jahrestag des Ausbruchs des 1. Weltkriegs aufgenommen. Zuvor sammelte sie über viele Monate Balladen, Volks- und Kunstlieder zum Thema Krieg. 25 hat sie eingesungen, auf Deutsch, Englisch, Französisch und Russisch, begleitet von Eric Schneider, ihrem kongenialen Partner am Klavier. Prohaska schlägt mit ihrer Auswahl eine Brücke vom Unabhängigkeitskrieg der Niederlande (1568-1648) über den 30-jährigen Krieg und den preußischen Militarismus bis zu den beiden Weltkriegen des 20. Jahrhunderts. Eine faszinierende Geschlossenheit gewinnt das Album dadurch, dass die Lieder teils wie Kettenglieder ineinandergreifen, etwa wenn der naive Kriegsjubel aus "Die Trommel gerühret" (Beethoven/Goethe) in die unheilvolle Dämmerstunde der Volksweise "Es geht eine dunkle Wolke herein" schallt, oder wenn es zum bizarren Treffen der Mütter im Feldlager kommt (Eislers "Kriegslied eines Kindes", Wolf/Mörike "Der Tambour").

Vorahnungen und Fieberträume

"Ich wollte unterschiedliche Aspekte des Krieges beleuchten – die männliche Perspektive, die weibliche, die Sicht von Tätern und Opfern, den Horror, die Realitätsflucht", erklärt Anna Prohaska. Namenlose Soldaten, Trommler, Grenadiere und Veteranen – die Sopranistin leiht ihnen ihre Stimme, artikuliert ihre bösen Vorahnungen, Fieberträume und Traumata, ihr Heimweh, ihre Todesangst. Hier direkt aus der Schützengrabenperspektive, dort aus der Etappe, immer mit ganzer Hingabe: in ergreifendem Klageton (Cavendishs "Wandring in this Place"), sanfter ironischer Brechung (Eisler/Brecht "Die Heimkehr"), ohne Scheu vor herben Missklängen (Rihm/Trakl "Untergang") und grotesker Überzeichnung ("Kriegslied eines Kindes").

Kämpfende Frauen

Es fehlt auf "Behind the Lines" auch an Frauenstimmen nicht. Anna Prohaska war es besonders wichtig, nicht nur die Ohnmacht der Wartenden zu zeigen, wie in Rachmaninoffs "Polyubila ya na pechal' svoyou" oder "My Luve's in Germanie" von Colonel Thomas Traill. Es habe im Ersten Weltkrieg weibliche Soldaten gegeben, die sich als Männer verkleidet haben, erklärt Prohaska im Begleitheft. Stellvertretend für diese Kriegerinnen lässt sie Beethovens Clärchen auftreten, das sich nichts sehnlicher wünscht als "Wämslein und Hosen und Hut!", um ihrem Liebsten in die Schlacht folgen zu können, oder Jeanne D'Arc, deren letzte Worte vor dem Flammentod Liszt nach Dumas vertont hat. "Ich wollte auch einen weiblichen Soldaten dabei haben und eine Frau zeigen, die ihr Leben für ihr Land geopfert hat, denn der Großteil des Repertoires ist dem Krieg gegenüber kritisch und entweder sarkastisch oder traurig." Ein musikalisch und inhaltlich höchst stimulierender Beitrag zum Gedenkjahr.

Quelle: KlassikAkzente

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19.07.2014 Hokuspokus

GFDK - Verlag Galiani Berlin

Brookmyre at his best: Wie schon in Die hohe Kunst des Bankraubs legt der Schotte einen skurrilen und wahnwitzig klugen Kriminalroman vor: diesmal über den Aberglauben derer, die unbeirrbar nach dem Übersinnlichen suchen, und die verbrecherischen Tricks jener, die genau dies ausnutzen.

Telepathie und Stimmen aus dem Jenseits

Alles Hokuspokus, Aberglaube und Spinnerei? Nachdem Gabriel Lafayette, der amerikanische TV-Star mit besonderen Gaben, in einer beeindruckenden Séance mit der verstorbenen Frau des Möbeltycoons Lemuel gesprochen hat, will dieser an der Uni Glasgow ein wissenschaftliches Institut zur Untersuchung paranormaler Phänomene gründen.

Eine wissenschaftliche Sensation von historischem Ausmaß

Aber kann das wirklich wahr sein? Jack Parlabane, seines Zeichens Journalist von der unbequemen Sorte ( jedenfalls für korrupte Politiker oder betrügerische Firmenbosse), hat Zweifel. Er ist einer, dem man nichts vormachen kann – und der eigentlich jede Art von Geisterglaube und Parapsychologie für Quatsch hält. Doch es geschehen immer unerklärlichere Dinge, und in Jack keimt der Zweifel. Aber dann überschlagen sich die Ereignisse, und er entdeckt die perfekte Undercover-Tarnung für die fetteste Story, die er je am Haken hatte.

Christopher Brookmyre überschüttet uns wie schon in Die hohe Kunst des Bankraubs mit Täuschungsmanövern, Tricks und falschen Ködern, bis man beinahe bereit ist, an wirklich alles zu glauben – und zieht dann elegant grinsend den Stöpsel.

Doch es geschehen immer unerklärlichere Dinge. Als sich die Ereignisse überschlagen, entdeckt Jack die perfekte Undercover-Tarnung für die fetteste Story, die er je am Haken hatte.

Ein ebenso skurriler wie kluger Kriminalroman über den Aberglauben derer, die unbeirrbar nach dem Übersinnlichen suchen, und die verbrecherischen Tricks jener, die genau dies ausnutzen.

Christopher Brookmyre kommt nach Deutschland

10. September, Berlin, Internationales Literaturfestival, Auftakt der Reihe zu Literatur und Computerspielen. Vorstellung der Romans/PC-Games: “BEDLAM”. Beginn: 21.00 Uhr

12. September, Berlin, Internationales Literaturfestival, Lesung aus „Angriff der unsinkbaren Gummienten”, Beginn 18 Uhr.

21. September, MORD am HELLWEG, Solo-Lesung

 

Zum Autor Christopher Brookmyre

Brookmre ist Schotte, Autor von 18 Romanen (darunter mehrere Bestseller), Träger von lustigen und ehrenvollen Preisen (z.B. der Bollinger Everyman Wodehouse Prize for Comic Fiction, bei dessen Verleihung ein Gloucestershire Old Spot-Schwein nach dem ausgezeichneten Roman benannt wurde), Fußballfan (St. Mirren, die fast immer verlieren) und schreibt unheimlich lustige, satirische, clevere, böse, menschenfreundliche, absurde Romane – bei Galiani erschien zuletzt Die hohe Kunst des Bankraubs, das in der Presse und im Buchhandel für Begeisterung gesorgt hat (unten finden Sie eine Sammlung von Stimmen).

Ausgewählte Stimmen aus den Medien zum letzten Buch „Die hohe Kunst der Bankraubs“:

„Schelmenroman und rasanter Thriller, romantisch, witzig und übertrieben – aber trotzdem ist die Geschichte nicht unwahrscheinlich. (…) Ein Krimi für Frauen, Männer, Kunst- und Fußballfreunde. Schreit nach Verfilmung, aber das Buch bleibt besser!“ Udo Feist, WDR 2 Krimitipp

„Brookmyre kann hardboiled Krimis schreiben, wie es vor ihm nur Chandler oder Elmore Leonard gelang. So scharf und scharfsinnig, so klug und witzig, dass man als Leser denkt: Chapeau!“ Bild am Sonntag

„Liest sich, als hätten sich Marx Brothers und Monty Python verschworen, Lesern einen gehörigen Lachmuskelkater zu verpassen.“ Die Presse

„Verfilmen? Nö, ist brillant geschrieben.“ Stern

„Ein schlauer und origineller Spaß von einem Autor aus Schottland, der definitiv die hohe Kunst der Unterhaltung beherrscht und endlich auch auf Deutsch zu lesen ist.“ Brigitte

lkaiser@galiani.de

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19.07.2014 ein eindrucksvolles Werk

GFDK - JazzEcho

Der grandiose Musikdokumentarfilm "Arrows Into Infinity" erzählt die aufregende und wechselvolle Geschichte des Saxophonisten Charles Lloyd.

Mit "Arrows Into Infinity" ist den Filmemachern Dorothy Darr und Jeffery Morse ein eindrucksvolles dokumentarisches Portrait des Saxophonisten und Komponisten Charles Lloyd gelungen, der für sein Lebenswerk kürzlich in die Reihe der NEA Jazz Masters aufgenommen wurde. "Arrows Into Infinity" ist die Chronik eines der ganz großen Improvisierers des Jazz, gespickt mit Erinnerungen, Archivaufnahmen und natürlich sehr viel Musik. "Ein Musikdokumentarfilm, der die Messlatte für dieses Genre höher legt", wie der Chicago Reader in einer Rezension meinte. Erzählt wird in dem fast zweistündigen Dokumentarfilm, der nun auf DVD und Blu-Ray Disc erscheint, die außergewöhnliche Geschichte von Charles Lloyd, von seinen musikalischen Entdeckungen und erstaunlichen Publikumserfolgen, seinem überraschenden Rückzug in die Wildnis von Big Sur, seinem gefeierten Comeback in den frühen 1980er Jahren und seinem kreativen Wirken bis zum heutigen Tage.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Der 1938 geborene Saxophonist wuchs in Memphis/Tennessee auf, wo er früh einige Meister des Jazz live erleben konnte (Duke Ellington und Count Basie traten dort regelmäßig mit ihren Bands auf), aber auch mit der florierenden lokalen Bluesszene in Berührung kam, die u.a. Berühmtheiten wie W.C. Handy, Albert und B.B. King, John Lee Hooker, Junior Wells, Ida Cox und James Cotton hervorbrachte. Zu Lloyds Kindheitsfreunden gehörte der spätere Trompeter Booker Little, sein erster musikalischer Mentor war Pianist Phineas Newborn. Lloyd war noch ein Teenager, als er mit Howlin’ Wolf auf Tournee ging. 1956 zog der Saxophonist nach Los Angeles, um Musik zu studieren, und befreundete sich dort in einer Epoche, als die Blaupausen für musikalische Freiheit neu entworfen wurden, mit den Free-Jazz-Pionieren Ornette Coleman, Don Cherry, Charlie Haden und Billy Higgins. Dann ersetzte er in Schlagzeuger Chico Hamiltons Band Eric Dolphy und erwarb schnell eine Reputation als außergewöhnlicher Saxophonist und Komponist erstaunlich origineller Melodien.

In seinen eigenen Ensembles versammelte Lloyd schon früh einige der aufregendsten Musiker der Zeit um sich. Sein Quartett der späten 1960er Jahre mit Keith Jarrett, Cecil McBee und Jack DeJohnette setzte in mehrererlei Hinsicht Maßstäbe. Es trat als erste Jazzband im Fillmore Auditorium von San Francisco auf, wo bis dahin nur Rockstars wie Jimi Hendrix und Janis Joplin Zutritt hatten, wurde auf Jazzfestivals in Europa frenetisch vom Publikum gefeiert, wurde auf dem Gipfelpunkt des Kalten Krieges als erste westliche Jazzband in die Sowjetunion eingeladen und verkaufte von seinem Album "Forest Flower" (1966), das ein regelrechter Radio-Hit war, über eine Million Exemplare. Auf der Höhe seiner Popularität zog sich Lloyd plötzlich, desillusioniert von den "Nebenwirkungen des Erfolgs", aus der Öffentlichkeit in die bewaldeten Berge von Big Sur an der Küste Zentralkaliforniens zurück, um dort in der Abgeschiedenheit zu meditieren und Musik zu machen. Bis ihn der Pianist Michel Petrucciani wieder auf die Jazzbühne zurückholte.

"Arrows Into Infinity" bietet u.a. Filmaufnahmen von Auftritten, die Lloyd 1964 mit dem Cannonball Adderley Sextet sowie zwischen 1966 und 1968 mit Keith Jarrett, Jack DeJohnette und Cecil McBee (bzw. Ron McClure) machte. Außerdem erlebt man den Saxophonisten in Duos mit den Schlagzeugern Jack DeJohnette und Billy Higgins oder dem Pianisten Michel Petrucciani, mit dem Sangam-Trio (Zakir Hussain und Eric Harland), im Quintett mit John Abercrombie, Geri Allen, Larry Grenadier und Billy Hart, mit dem New Quartet (Jason Moran, Reuben Rogers und Eric Harland) und Gastsängerin Alicia Hall Moran.

Quelle: JazzEcho

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18.07.2014 italien

GFDK - Parthas Verlag Berlin

Wer eine Reise nach Zentralitalien plant und sich für Gartenkunst begeistern kann, sollte unbedingt Tassilo Mozers Kunstreiseführer »Gartenkunst & Künstlergärten« mitnehmen.

Was verbindet Niki de Saint-Phalle und Daniel Spoerri mit dem Renaissancefürsten Vicino Orsini und dem antiken Kaiser Hadrian? Sie alle haben in räumlicher Nähe zueinander einen Garten gestaltet.

Geschichte der Gartenkunst

Kenntnisreich und unterhaltsam beschreibt der Bildhauer 90 herausragende Denkmale aus der Geschichte der Gartenkunst – von der römischen Antike über das Mittelalter bis in unsere Gegenwart, von Land Art über Skulpturen-Parks bis hin zu historischen Künstlergärten. Mit diesem Führer durch Zentralitalien, der ausführliche Service-Informationen für Besucher bietet, lassen sich zahlreiche Gartenparadiese in Umbrien, Latium und der Toskana entdecken – u. a. von Niki de Saint-Phalle, Daniel Spoerri, Vicino Orsini und Kaiser Hadrian.

Land Art, Skulpturen-Parcours, Künstlergärten

Dabei können wir – territorial auf das Zentrum Italiens mit seinen Regionen Latium, Umbrien und der Toskana beschränkt – die ganze Bandbreite einer Entwicklung von der Kunst der Gärtner hin zu Künstlern, die Gärten gestalten, kennenlernen. Zudem versammelt dieser Band einige herausragende Objekte der Land Art und Skulpturen-Parcours.

Historische Gartenkunst aus zwei Jahrtausenden

Der ideale Reisebegleiter beschreibt die beschriebenen künstlerischen Paradiese nicht entlang einer historischen Zeitschiene geordnet, sondern rein geografisch. Ein ausführlicher Serviceteil, GPS-Daten und Kartenmaterial bieten wertvolle Hinweise bei der Erkundung der Anlagen.

Tassilo Mozer wurde 1963 in Ulm geboren. Nach einigen Semestern Kunstgeschichte, Italienisch und Soziologie in Heidelberg studierte er Kunst an den Akademien in Florenz und Bologna. 1992 schloss er mit dem Diplom in Bildhauerei an der Accademia di Belle Arti in Bologna ab. Seitdem arbeitete er als freier Künstler und führte kunstinteressierte Reisegruppen in der italienischen Renaissancemetropole Florenz zu bekannten und weniger bekannten Orten. Für seine Skulpturen erhielt er zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien, mehrfach stellte er in Galerien und Museen in Deutschland und Italien aus.

presse@parthasverlag.de

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18.07.2014 Hochempfindsam

GFDK - KlassikAkzente

Das BBC Music Magazin hob ihn in den Olymp der 20 größten Dirigenten aller Zeiten. Jetzt veröffentlicht Deutsche Grammophon eine limitierte Deluxe Edition mit Kleibers hochgeschätzten Orchester-Aufnahmen.

Sein Weg war beschwerlich. Er war ein hochempfindsamer Mensch. Obgleich vom Publikum geliebt und von den Musikern, mit denen er zusammenarbeitete, bewundert, nagten bis an sein Lebensende Zweifel an ihm. Nie erlangte er die endgültige Gewissheit darüber, ob er dem Beruf des Dirigenten genügt hatte. Keinen äußeren Beweis seines unumstrittenen Genies ließ er gelten. Aber was für die Psyche ungesund ist, kann für die getreue Nachempfindung romantischer Musik eine Voraussetzung sein, und es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich der Genius von Carlos Kleiber neben der Hochbegabung seiner reizbaren Seele verdankte.

Heißer Draht zur Romantik

Jedenfalls gab es bislang nur wenige Dirigenten, die einen so heißen Draht zu den gefühlsstarken Komponisten der romantischen Tradition hatten. Kleiber führte die 5. Sinfonie von Beethoven nicht auf. Er lebte sie. Dieser Mann, der sich zeitlebens in einem innerlich nervenzehrenden Kampf mit seinem scheinbar übergroßen Vater befand, wusste, was Schicksal ist. Eine „Schicksalssinfonie“? Ein Aufbegehren gegen innere Hindernisse? Wie geschaffen für Carlos Kleiber, der eine lebhafte Vorstellung davon hatte, wie intensiv Beethovens Gefühlswelt war. Dem Orchester vermittelte er dies in Gleichnissen, mit Geschichten und in scherzhafter Manier. Sein Humor war legendär. Noch heute schwärmen die Musiker, die mit ihm zusammenarbeiteten, von dem sprühenden Geist, dem unerschöpflichen Esprit dieses Mannes.

Edle Ausgabe      

Von der musikalischen Ernte, die Carlos Kleiber mit den Wiener Philharmonikern einfuhr, kann man sich jetzt wieder aufs Neue überzeugen. Eine soeben erschienene, limitierte Hardcover-Edition enthält sämtliche Orchester-Werke, die Kleiber unter der Regie der Deutschen Grammophon eingespielt hat. Darunter Beethovens fünfte und siebte Sinfonie, Schuberts Dritte und seine unvollendete Achte sowie die reife vierte Sinfonie von Johannes Brahms. All diesen Werken verleiht Carlos Kleiber seine ganz persönliche Handschrift, und es ist ein Segen, dass diese wundervollen Aufnahmen jetzt in hoher Klangqualität, remastert in 24 bit/96 kHz-Qualität, auf CD und als Blu-ray Audio vorliegen.

Ins emotionale Zentrum

Die Blu-ray enthält zusätzlich zu den Sinfonien eine 70-minütige Audio-Dokumentation, auf der man ergreifende Probe-Mitschnitte aus Verdis Oper "La Traviata" und der "Fledermaus" von Johann Strauss II zu hören bekommt. Außerdem berichten in dieser Dokumentation illustre Weggefährten Kleibers wie Thomas Hampson, Felicity Lott oder Ileana Cotrubas von der einnehmenden Persönlichkeit des Dirigenten, der vielen Musikern eine nie versiegende Inspirationsquelle war. Selbiges bestätigt auch der einfallsreiche Booklet-Essay von Jon Tolansky, der in fesselnden Worten Kleibers lebenslangen Kampf um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen technischer Perfektion und emotionalem Ausdruck beschreibt.

Letztendlich schlug das Pendel in Richtung Emotionalität aus. So präzise Kleiber auch war, seine eigentliche Gabe war die Neuentfachung der romantischen Glut. Und darin machte ihm keiner was vor. Beethovens Fünfte, die vor lauter Anspannung und flirrender Ekstase vibriert, demonstriert dies eindrucksvoll. Bei Schubert zeigt Kleiber hingegen oft sein Faible für fließend-lyrische Klangbewegungen. Dagegen kommt die Vierte von Brahms bei ihm ungewöhnlich leicht daher. Ob mit explosiven oder zärtlichen Mitteln, ob kontrastreich oder organisch fließend, Carlos Kleiber verstand es immer, den Funken überspringen zu lassen, und es ist ein Hochgenuss, sich von dieser Kunst jetzt erneut mitreißen zu lassen.

Quelle: KlassikAkzente

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17.07.2014 Der Mann aus Sardinien

GFDK - Edel

Paolo Fresu zählt bereits seit drei Dekaden zu den führenden Musikern in der europäischen Jazzszene. Der Mann aus Sardinien hat an rund 300 Alben mitgewirkt, davon 30 als Bandleader. Zu Beginn der Karriere wurde das Trompetenspiel des Italieners häufig mit dem eines Miles Davis verglichen, schnell emanzipierte er sich jedoch vom großen Vorbild und fand zu einem ureigenen Stil.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Die Musik seines jüngsten AlbumsVinodentro“ schrieb er für den gleichnamigen Spielfilm. Für „Vinodentro“ spielte Fresu nun mit einem Streichensemble einen ganz zauberhaften Soundtrack zwischen Jazz, Klassik und mediterraner Folklore ein. Der passt ganz vorzüglich zur auf einem Kurzroman von Fabio Marcotto basierenden Filmhandlung, in der das Leben eines Weinkritikers durch die Begegnung mit einer schönen, mysteriösen Frau aus den Fugen gerät. Fresus Musik dazu ist so köstlich wie ein edler Tropfen!

 

Feat.:

Paolo Fresu – trumpet, flugelhorn, multieffects,

acoustic piano

Daniele Di Bonaventura – bandoneon, piano,

string arrangements

Michele Rabbia – Percussions and samplers

 

 

Edel AG
Neumühlen 17
D-22763 Hamburg
info@edel.com

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17.07.2014 "You Owe Nothing"

GFDK - Warner Music

Dass sich junge britische Musiker in den amerikanischen Blues verlieben, hat eine lange Tradition. Alles begann in den Sechziger Jahren, als Bands wie The Rolling Stones, Eric Clapton, Led Zeppelin oder auch ein Jeff Beck vom Sound aus dem Hinterholz und den Bayous des amerikanischen Südens völlig hin und weg waren.   

Sänger und Gitarrist Chris Turpin, der für Robert Johnson und Blind Willie McTell brennt, setzt dieses unausgesprochene Ritual fort. Nachdem er Johnsons Namen in einem White Stripes-Interview las, machte er sich prompt auf den Weg in die Londoner Berwick Street. Dort durchkämmte er jede Kiste mit Sonderposten um letztlich Zugang zu diesem wertvollen musikalischen Erbe zu erhalten. 

„Ich habe damals für ein paar Pfund ein Robert Johnson Sammelalbum erstanden“, erinnert er sich. „Ich konnte einfach nicht fassen, was ich da hörte. Es war die mächtigste und intensivste Gitarre und Stimme, die ich jemals gehört habe. So etwas hatte ich noch nie zuvor gehört. Das war der Grund, warum ich eine Band gründete. Ich wollte einfach den Geist dieser Musik einfangen.“

Also schnappte sich Turpin seine akustische Gitarre, um ganz in der Tradition eines Bluesman, bei jeder Gelegenheit aufzutreten. Nachdem er dreimal die Woche bei Open Mic-Abenden für ein Bier als Entlohnung auftrat, machte er beim Singen und Gitarrespielen schnell Fortschritte. So dauerte es nicht lange und es bekamen auch andere Musiker von ihm Wind. Es schlossen sich ihm schnell Drummer Marc Jones und Sängerin und Pianistin Stephanie Ward an. Ab 2008 firmierten sie schließlich unter dem Namen Kill It Kid, nach einem Lied von Blind Willie McTell.  

„Was ein britisches Kid mit Blues zu tun hat? Tja, zu dieser Zeit war die Musikszene so auf diese Hipster-Bands und diesen albernen Pop versteift“, stöhnt Turpin. „Wir hatten die Nase davon gestrichen voll. Worüber sie sangen war für uns weder relevant, noch berührte es uns in irgend einer Weise. Es war so opulent und ausdruckslos. Als wir uns fanden, wollten wir intuitiv sein. Dem Blues entspring diese bodenständige Poesie, die gnadenlos ehrlich und authentisch ist. Das haben wir versucht zu verinnerlichen.“

Turpin gab sich bei Veranstaltern als Manager eines Labels oder als Promoter aus und stellte im Alleingang eine schier selbstmörderische, monatelang währende Tour durch das Vereinigte Königreich auf die Beine. Sie traten Tag um Tag auf, bis sie regelrecht auf dem Zahnfleisch daherkrochen. Während einer Zeitspanne von vier Jahren tourten sie hart und konnten so eine solide Fanbase um sich scharen. Zeitgleich veröffentlichten sie ihre Musik über das Londoner Indielabel One Little Indian Records, welches niemand geringeren als Sir Paul McCartney unter Vertrag hat. In dieser Zeit wurde auch die Band um den Bassisten Dom Kozubik ergänzt. Im Jahre 2012 sah sich die A&R Legende von Sire Records, Seymour Stein eine Liveshow von ihnen an und signte sie gleich. Im Jahr darauf ging das Quartett nach Los Angeles um ihr eigenbetiteltes Debütalbum mit dem Producer Julian Raymond (Delta Rae, The Wallflowers, Fastball, MUTEMATH) aufzunehmen. Kill It Kid stehen nun für eine eigentümliche Mischung aus unverfälschtem Blues, tightem Rock ’n’ Roll Songwriting, folkig-nachdenklichen Texten und gitarrenverzerrter Grunge-Attitüde. Hier trifft inbrünstiger Gesang auf fast fingerbrechende Gitarren-Bendings und kompromisslos gefühlsbetonte Riffs.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht  

„Nenne es meinetwegen ‚New British Blues‘ mit einer gewissen ‚Heavyness’ und einem Schuss Americana, Folk und Country“, sagt er mit einem Lächeln. Wir folgten dem Ethos, es für uns zu tun und für keinen anderen sonst. Die oberste Prämisse dieser Band ist es, etwas Einfaches und zugleich Ehrliches zu erschaffen.“ 

Das ist es, was besonders die Lead Single Caroline repräsentiert – mit ihren druckvollen Gitarren-Grooves, die in einen galoppierenden Refrain übergehen. Die Fackeln werden für den Blues und Rock gleichermaßen hochgehalten. „Es ist das klassische Thema“, gibt Turpin zu. „Das Stück beschreibt die Liebe und den Verlust. Es entstand buchstäblich in drei Minuten, während zwei Telefongesprächen und der Grundtenor umreißt ziemlich gut, worum es auf der ganzen Platte geht: Der Song wandert auf einem schmalen Grat zwischen hingebungsvollem Schmachtfetzen und einem herzzerreißenden Lied über das Verlassenwerden. Es kommt ganz darauf an, wie du ihn hörst.“

Dann gibt es da noch die erste Single I´ll Be The First, die aus Handclaps in treibendes, kraftvolles Drumming übergeht, das wiederum den Weg für einen hymnenhafte Hook bereitet. Weiter fährt er fort, „Du musst dich dazu bewegen, es hat einfach den ‚Rhythm‘. Die Herangehensweise war dabei wie bei frühen Bluessachen. Die Substanz des Liedes ist dabei nicht ganz klar deutbar, aber das muss auch nicht sein. Es wurde geschrieben um nach einem alten Mississippi Fred McDowell Song zu klingen.

Auf Don´t It Feel Good und Blood Stop Run ergreift Ward das Mikrofon und gibt somit der Musik eine sehr sinnliche, weibliche Note, die während den heavy Parts, einer Verbeugung vor den ‚Southern sirens‘ Ma Rainey und Bessie Smith gleichkommt. „Es ist ziemlich aufregend für Stephs Stimme zu schreiben“, sagt Turpin. „Sie ist wie ein Spiegelbild meiner Stimme. Sie ist nicht nett und nicht süß – sie ist gefährlich.“

Letztlich muss das Debüt Kill It Kid, wie jedes zeitlose Werk, als durchgehendes Gesamtwerk verstanden werden. „Wir wollen nur, dass die Leute sich daran erfreuen und es schätzen“, schlussfolgert Turpin. „Ich hoffe es kickt euch richtig. Es ist schlussendlich Rock ’n’ Roll. Wir haben es als Ganzes aufgenommen, also muss es auch als solches gehört werden. Das ist die einzige Art, in Musik etwas Tröstendes und zugleich Erlösendes zu finden.“

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17.07.2014 kunstkatalog

GFDK - Kerber Verlag

Wem gehört der öffentliche Raum? Was passiert im Zentrum unserer Städte? Der Katalog erscheint zum gleichnamigen Kunstprojekt im öffentlichen Raum, das von Florian Matzner kuratiert wird.

Es hinterfragt erstmals die städtebaulichen, gesellschaftlichen und psychologischen Aspekte der bundesdeutschen Eigenart Fußgängerzone. Welchen Stellenwert hat dieses Relikt der Wirtschaftswunderzeit in der heutigen modernen Stadtgesellschaft? Themen wie gesichtslose Uniformität und zugleich Reizüberflutung, Verführung zum Konsum und Konsumverzicht liegen nahe.

Teilnehmende Künstler

Markus Ambach (Düsseldorf), Benjamin Bergmann (München), Claudia Brieske (Berlin), dilettantin produktionsbüro (Bremen), Dorothee Golz (Wien), Christian Hasucha (Berlin), Huang Yong Ping (Paris), M+M, Martin De Mattia und Marc Weis (München), Oooze Architects, Eva Pfannes und Sylvain Hartenberg (Rotterdam), Raum für Kunst, Künstlerkollektiv (Paderborn), Clea Stracke und Verena Seibt (München), Silke Wagner (Frankfurt am Main)

Ausstellung: „Tatort Paderborn. Phänomen Fußgängerzone – Ein Kunstprojekt“, 29.5. – 7.9.2014,  Paderborn

constanze.hackmann(at)kerberverlag.com

 

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16.07.2014 abgründe

GFDK - Bloomsbury Berlin

Er lebt ein Doppelleben. Sie plant minutiös ihre Rache. Denn sie hat nichts mehr zu verlieren. Raffiniert, elegant und atemberaubend spannend erzählt dieser Roman davon, wie eine alltägliche Liebe auf gefährliche Abwege geraten kann.

In Jodis und Todds Ehe kriselt es. Viel steht auf dem Spiel, auch das angenehme Leben, das sich die beiden aufgebaut haben in ihrem luxuriösen Apartment mit Seeblick in Chicago. Doch ihre Beziehung rast geradewegs auf einen mörderischen Abgrund zu: Er, der systematische Betrüger und sie, die stillschweigende Verletzte. Die schwindelerregend fesselnde Geschichte einer verhängnisvollen Partnerschaft, die in den USA zu einem großen Überraschungserfolg wurde.

Psychologisches Doppelporträt

»Für alle, die Gone Girl mochten. Ein faszinierendes Pas-de-deux über die Ehe zwischen einer Psychotherapeutin und ihrem notorisch untreuen Ehemann.« Vogue

Jetzt im Buchhandel

A.S.A. Harrison hat mehrere Sachbücher verfasst. Sie arbeitete gerade an einem zweiten Spannungsroman, als sie Anfang 2013 verstarb. Sie lebte mit ihrem Mann, dem Künstler John Massey, in Toronto, Kanada.


Bloomsbury Berlin uta.niederstrasser(at)berlinverlag.de

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