Nachrichten aus der großen weiten Welt

08.08.2014 Gesellschaftsporträt

GFDK - DVA

Meist bleiben jene Romane am nachdrücklichsten in Erinnerung, die im besten Sinne unterhalten und dabei unsere Gegenwart Schicht für Schicht abtragen. Michael Kleeberg ist für genau diese Art des Erzählens gelobt und vielfach ausgezeichnet worden.

Wie »Karlmann« ist auch sein neuer Roman »Vaterjahre« wieder ein groß angelegtes Gesellschaftsporträt. Mit Charly Renn, seiner Hauptfigur, zeigt er einen modernen Jedermann, der sein Leben ohne die Tröstungen der Religion, der Kunst, und der Philosophie meistern muss. In »Vaterjahre« wird Hamburg zur Weltbühne, Charlys Familiengeschichte zum Welttheater und sein Leben zum Weltalltag der Epoche.

Michael Kleeberg präsentiert diese Welt in vielfältigen Stimmen, Klängen und Rhythmen, ihre Darstellung besticht durch die multiplen Perspektiven seines Erzählens. Komik und Tragik, Lakonie und Zärtlichkeit – die sprachschöpferische Lust dieses Romans ist so groß wie seine Präzision unerbittlich.

Der Alltag eines modernen Jedermann

Ein Mann, seine Frau(en), seine Kinder, seine Familie, seine Arbeit, seine Freunde. Seine Stadt. Seine Zeit. Karlmann Renn ist ein moderner Jedermann zwischen Lächerlichkeit und Triumph, und sein Alltag, der Weltalltag unserer Epoche.

Michael Kleeberg - ein großer Geschichtenerzähler

Der Roman erzählt von der Liebe und Sorge eines Vaters, von Selbstbehauptung im Beruf, von der Konfrontation mit Kindheit und Familie, den Abgründen der Freundschaft, den Verlockungen des Ausbruchs und vom Einbruch des Todes. Es ist die Geschichte des mühevollen Reifeprozesses und der Bewährungsproben Karlmann Renns, der sein Leben ohne die Tröstungen der Religion, der Kunst und der Philosophie meistern muss.

Michael Kleeberg gestaltet seine Welt mit vielfältigen Stimmen, Klängen und Rhythmen, durch die multiplen Perspektiven seines Erzählens. Komik und Tragik, Lakonie und Zärtlichkeit – die sprachschöpferische Lust dieses Romans ist so groß wie seine Präzision unerbittlich.

»Michael Kleeberg kann Romanszenen ausfalten, die ohne Zweifel zum Besten der deutschen Gegenwartsliteratur gehören.« Die Zeit

Erscheint am 18. August 2014 bei DVA

Christine.Liebl@dva.de

 

 

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08.08.2014 urban und stilunkonform

GFDK - Redaktion

Nomen est omen, wussten schon die alten Römer. Deshalb taten Sasha Dobson, Norah Jones und Catherine Popper gut daran, dass sie ihrem Trio nicht den erstbesten Namen gaben, der ihnen in den Sinn kam. Sonst hieße die Band heute nämlich Fangbanger, Dixie Fried oder gar Shitstorm. Nach reiflichen Überlegungen legten sie sich den Namen Puss N Boots zu, der zwar durchaus ein bisschen frivol ist, aber Charme verströmt.

Und insofern auch hervorragend zu der Musik passt, die das weibliche Trio nun schon seit 2008 macht. Damals hatten die drei in Brooklyn ansässigen Musikerinnen, deren stilistischer Background von Jazz über Rock und Pop bis zum Singer/Songwriter-Genre und Folk reicht, die ausgefallene Idee, Country-Songs

zu interpretieren. Allerdings mit einem gewissen urbanen Einschlag und nicht unbedingt stilkonform. Erst eroberten sich die "gestiefelten Katzen" damit ein Stammpublikum im Bell House in Brooklyn, dann US-weit mit Auftritten im Vorprogramm der Beastie Boys oder als Chorsängerinnen von Wilco. Und nun wollen sie mit ihrem ersten Album "No Fools, No Fun", das bei Norah Jones Hauslabel Blue Note erscheint, auch international Fans gewinnen.

"No Fools, No Fun" - das Puss N Boots Album vereint Cover-Versionen und eigene Songs

"Ein Album war bei uns schon seit langem im Gespräch", sagt Catherine Popper, bekannt als Bassistin von Ryan Adams & the Cardinals sowie Grace Potter and the Nocturnals. "Aber den entscheidenden Anstoß erhielten wir erst, als wir Live-Aufnahmen von einem unserer Auftritte im Bell House hörten. 'No Fools, No Fun' ist eine Art ungeschönter Schnappschuss von dem, was wir machen."

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Auf dem Programm stehen neben Songs, die man von Johnny Cash, Neil Young, The Band, George Jones, Jeb Loy Nichols, Tom Paxton und Wilco kennt, auch fünf eigene Stücke. Drei Aufnahmen stammen übrigens von dem zuvor erwähnten Live-Auftritt im Bell House: Rodney Crowells "Bull Rider", Roger Millers "Tarnished Angel" und Neil Youngs "Down By The River".

"Wir blühen bei unseren Live-Performances immer so richtig auf. Wir toben uns auf der Bühne aus", sagt Sasha Dobson, die Schlagzeug, Akustikgitarre und Bass spielt. "Die Vorstellung, dass die positive Energie dieser Band über einen kleinen Club in Brooklyn hinausreicht, ist aufregend."

JazzEcho

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07.08.2014 Sämtliche Dichtungen

GFDK - dtv

Diese Ausgabe sämtlicher Dichtungen Georg Trakls ist in Fassung und Anordnung mit der von Walther Killy und Hans Szeklenar herausgegebenen historisch-kritischen Ausgabe identisch.

Dabei wird nicht nur das beeindruckende Oeuvre des großen expressionistischen Dichters in seiner Gesamtheit vorgestellt: durch den Abdruck aller noch auffindbaren Fassungen wird zugleich Trakls Arbeitsweise, die poetische Ökonomie seines Vorgehens und die Entstehung seiner Gedichte nachvollziehbar.
Zur weiteren Veranschaulichung findet sich im Anhang dieser Taschenbuchausgabe eine Auswahl des Apparatteils der historisch-kritischen Ausgabe.

Dichter von Rang und Namen

»Seine Augen standen ganz fern.
Er war als Knabe schon im Himmel.
Daraum kamen seine Worte hervor
Auf blauen und weißen Wolken«
Else Laske-Schüler

Bald im Buchhandel

Georg Trakl, geboren am 3. Februar 1887 in Krakau, war der Sohn eines Eisenwarenhändlers. bereits während der Schulzeit in Salzburg, etwa ab 1904, entstanden seine ersten Verse. Das dichterische Schaffen wurde für den drogensüchtigen und depressiven Pharmazeuten Mittel zum Überleben. Am 4. November 1914 starb er in der Psychiatrischen Abteilung des Krakauer Garnisonsspitals. der mit vielen literarischen Zeitgenossen befreundete Dichter gilt heute als einer der wichtigsten Vertreter des Expressionismus der deutschen Literatur.

Ab November 2014 Deutscher Taschenbuch Verlag zirnbauer.thomas@dtv.de

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07.08.2014 Erste Single "Skydive

GFDK - MCS Team Berlin

O-Town, die erste Band, die ihren Erfolg durch das Fernsehen feierte, meldet sich am 22. August mit ihrem brandneuen, bahnbrechenden Album „Lines & Circles“ zurück. Es ist das erste Album der Band seit ihrer 2002er Veröffentlichung „O-Town 2“.

Auf dem Höhepunkt ihres Ruhmes haben Jacob Underwood, Ashley Parker Angel, Erik-Michael Estrada, Trevor Penick und Dan Miller drei Millionen Alben verkauft, erzielten zwei US-No.1 Hits, 2 Hit-Singles und 2 Top-Twenty Alben in Deutschland und bereisten die ganze Welt mit ihren Hits wie „Liquid Dreams“ und „All Or Nothing“, die aus dem nach ihnen benannten Debüt-Album stammten. 

Nach einem Crash-Kurs in der Musikindustrie in ihren frühen Zwanzigern sind Trevor Penick, Jacob Underwood, Erik-Michael Estrada und Dan Miller nun endlich wieder als Freunde und mit einer neu entfachten Leidenschaft vereint. Gemeinsame Auftritte und Musik machen ist ihr erklärtes Ziel. Dazu meint Jacob: „Mit der vollständigen Unterstützung unseres Labels und einem talentierten Team aus Familie und Freunden um uns herum wurde dieses Projekt bereits eine unglaublich bereichernde Erfahrung. Und dabei haben wir gerade erst angefangen."

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht



Durch die Zusammenarbeit mit dem renommierten, für den Grammy nominierten Produzenten Eddie Galan können O-Town auf „Lines & Circles“ eine beeindruckende Bandbreite ihrer Qualitäten als Songwriter unter Beweis stellen: Und zwar mit Tracks, die von den R’n’B-Grooves aus „Playing With Fire“, über die ansteckenden Hooks des Titeltracks „Lines & Circles“, bis hin zum herzzerreißenden „I Won’t Lose“ reichen. Im Zentrum des Albums steht die erste Singleauskopplung „Skydive“ (VÖ 01.08.) – eine herzergreifende Ballade, die sich durch einen überragenden Refrain auszeichnet. Es ist der Sound einer Band, die als Künstler gereift sind. Erik-Michael sagt dazu: „‚Skydive‘ führt uns zu dem zurück, wofür wir bekannt sind, eine beeindruckend produzierte Ballade mit einer ebenso kraftvollen Performance, nur dieses Mal mit einer besonderen Bitte an unsere Fans: Gebt ihr uns einen Vertrauensvorschuss?“

O-Town spielten im Juni dieses Jahres ihre ersten Konzerte in Deutschland nach über 10 Jahren Pause. Ihr Set setzte sich aus Klassikern und einer Fülle von neuen Songs zusammen. Jacob: „Es war unglaublich, die Reaktion der Fans auf das neue Material zu sehen und auch, wie viel ihnen die alten Songs immer noch bedeuten.“

Album-Veröffentlichung: 22.08.2014

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07.08.2014 Soundtrack seines Lebens

GFDK - JazzEcho

Fast könnte man glauben, Paco de Lucía habe gespürt, dass "Canción Andaluza" seine letzte Einspielung werden sollte. Denn mit den Aufnahmen für dieses Album, das er kurz vor seinem Tod fertigstellte, schloss der Gitarrist auf ebenso wunderbare wie überraschende Weise einen Kreis: Indem er zu den poetischen andalusischen Volksliedern zurückkehrte, mit denen er im südspanischen Algeciras aufgewachsen war und die er vor allem ganz am Anfang seiner Karriere oft spielte.

Für den bekannten spanischen Flamenco-Experten José Manuel Gamboa bilden diese Stücke schlicht den "Soundtrack, der Paco de Lucías Biographie begleitete". Der Flamenco-Virtuose schwelgt auf "Canción Andaluza" in Erinnerungen und Melodien.

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Paco de Lucía selbst bezeichnete diese Lieder nicht wie sonst üblich als Coplas, Canciones españolas oder Tonadillas, sondern stets nur als "Canciones Andaluzas" (Andalusische Lieder), um dadurch ihre Nähe zum andalusischen Flamenco zu unterstreichen. Seine portugiesischstämmige Mutter Luzía Gomes Gonçalves hatte eine besondere Vorliebe für diese populären Lieder gehabt und sang sie dem kleinen Paco in seiner Kindheit vor. Und so interpretierte er einige dieser Titel auch gleich zu Beginn seiner Karriere auf den Alben, die er zusammen mit Ricardo Modrego ("12 Éxitos Para 2 Guitarras Flamencas", 1965) oder seinem älteren Bruder Ramón de Algeciras ("Canciones Andaluzas Para 2 Guitarras", 1967) machte.

Bei der Einspielung von "Canción Andaluza" folgte Paco de Lucía seinen eigenen Gesetzen. Gesetzen, die besagen, dass alles verbesserbar ist und auch verbessert werden sollte. Der Gitarrist (der hier außerdem arabische Laute, Mandoline und weitere Saiteninstrumente spielt) verleiht diesen im Grunde simplen Liedern eine erstaunliche Komplexität, die sie aber trotzdem nicht ihres ursprünglichen Charmes beraubt. Mit einen schöneren Schlussakkord hätte der im Februar 2014 verstorbene Paco de Lucía seine erstaunliche Karriere kaum beenden können.

Quelle: JazzEcho

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06.08.2014 Musik im eleganten Fluss

GFDK - Uwe Kerkau Promotion

Drei Jahre nach ‚Billy Rubin‘ legt Johannes Enders endlich mit seinem genialen Quartett nach: Er klingt wie ein Original in seiner inzwischen klassischen Phase; Musik zur Erdung im chaotischen Höher-Schneller-Weiter und ein tiefgründiges Abenteuer der Intimität, in dem das zutiefst Menschliche noch stets am besten aufgehoben und transzendiert ist.

In „Mellowtonin“, einer Wortschöpfung von Johannes Enders, die als Titel über der zweiten CD dieses Quartetts steht, schwingt Milde mit und die gedehnte Artikulation, mit der Billy Hart „me-lo-dy“ ausspricht. Auch Assoziationen an Melatonin scheinen auf, an das Hormon also, das den humanen Tag-Nacht-Rhythmus steuert. Seine Produktion geschieht in Abhängigkeit vom Wechsel zwischen Licht und Dunkelheit. Mediziner haben Probleme damit, es nach Norm und Routine anzuwenden.

Norm und Routine sind auch dieser Musik fremd, die in sechs konzentriert entspannten Stunden im Münchner Studio entstand und auf das grandios balladenhafte „Billy Rubin“ nun mehr Bewegung folgen lässt. In größerer Vielfalt werden die Stimmungen gemischt, auf einer breiteren Palette der Tag- und Nachtseiten, um im Bild zu bleiben. Doch weil es eine typische Enders-CD ist, geraten die Ereignisse auch dann nicht außer Kontrolle, wenn es aufregender wird. Nicht dass ihnen Spontaneität fehlen würde, im Gegenteil. Alles konzentriert sich um den Moment, um den Punkt des Jetzt, aus dem sich etwas entwickelt.

Auf der Achse New York–Weilheim–Graz–Leipzig hat Johannes Enders seinen Tenorton individualisiert. In diesem, seinem bis dato wohl besten Quartett kommt er imponierend zum Tragen, schwingt sich empor und verschränkt sich mit einem schlüssigen Bandkonzept. Von Enders stammen alle Kompositionen, die Sonne atmen, naturnah sind oder wie in „Chomutov“ Klangbilder finden für eine Spurensuche im böhmischen Geburtsort des Vaters.

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Allenthalben schimmern diverse Herkünfte und Sozialisationen durch diese austarierten Klänge. Doch Enders hat daraus seins destilliert. Spurenelemente amerikanischer Ahnen von Stan Getz bis John Coltrane schimmern ebenso durch wie das besonders mit Jean Paul Brodbeck geteilte Faible für eine vielleicht gar nicht so selige Hippiezeit. Doch Enders klingt nicht wie die Kopie irgendwelcher Vorbilder. Er klingt wie ein Original in seiner inzwischen klassischen Phase. Er klingt nach einer Ankunft als größtmögliches Resultat nach diversen Aufbrüchen. Diese unaufdringlich, ohne vordergründige Kraftmeierei und Eskapismus auskommende Milde klingt weise und wunderschön. Sie hat etwas Gravitätisches, das auf spirituelle Weise in sich ruht. Beseeltheit statt Norm und Routine, glutvolle Emotionalität statt anempfundener Dutzendware. Hier aufgeraute Idyllen, dort dringlich angezogenes Tempo, durchgehend getragen von faszinierender improvisatorischer Finesse, beiläufiger Power, Elastizität und Relevanz.

In ihrer souveränen Unaufgeregtheit stemmt sich diese Musik gegen die Zeit und ihre Geister. Ihr elegantes Fließen ist ein probates Gegenmittel zu Zapping und Infotainment. Manchmal muss viel weniger passieren, um Räume zu schaffen, Spannung aufzubauen und sie zu halten. Dann wird Musik zum Trost im chaotischen Höher-Schneller-Weiter. Dieser Bandkosmos ist ein Glücksfall. Billy Hart, der mit seiner enormen Erfahrung jeden Moment aufladen kann mit Unverbrauchtem, Milan Nicholic mit seiner zuverlässig geerdeten Präsenz und Jean Paul Brodbeck, der das Trio zum Orchester macht. Im Zentrum steht der Gruppenklang, der aus der unbedingten Präsenz der Beteiligten resultiert. Der mündet in ein tiefgründiges Abenteuer der Intimität, in dem das zutiefst Menschliche noch stets am besten aufgehoben und transzendiert ist.

Album-Veröffentlichung: 03.10.2014

 

Uwe Kerkau Promotion
Hammermühle 34
D-51491 Overath
u.kerkau@uk-promotion.de

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06.08.2014 Berliner Damenquartett

GFDK - Leila Benameur

Schon auf ihrem letztjährigen Debütalbum „Paradies Naiv“ haben LAING mit besonderem Vergnügen Feldforschungen am lebenden Objekt betrieben: Bisweilen unerhört entlarvende Stücke über Frau und Mann, Mann und Frau samt ihrer Marotten und all ihrer kleinen und großen Komödien und Tragödien. Mit ihrem zweiten Album „Wechselt die Beleuchtung“ werfen LAING nun ein völlig neues Licht auf den emotionalen Makrokosmos und seine unterschiedlichen Protagonisten.

Mit ihrem Edelmetall-ausgezeichneten Top 10-Hit „Morgens immer müde“ aus dem ebenso hemmungslos gefeierten Longplay-Erstling „Paradies Naiv“ haben LAING die deutschsprachige Musiklandschaft im vergangenen Jahr erst so richtig auf links, und dann wieder zurück auf Kante gezogen: Mit ihrer Multimedia-Performance aus Bühnenchoreographie und dem außergewöhnlichen Crossover aus Minimal-Elektro, Pop und R’n‘B, verbunden mit einer einzigartig filigranen Sprachästhetik demonstrierte das Berliner Damenquartett eine Art von Neuer Deutscher Unverkrampftheit, die LAING in der Folgezeit ausverkaufte Konzerthäuser sowie eine absolute Ausnahmestellung innerhalb der heimischen Szene bescherte. Ein Status, den Leadsängerin, Songwriterin und Produzentin Nicola Rost gemeinsam mit ihren Sängerinnen Johanna Marschall und Neuzugang Larissa Pesch sowie der Tänzerin und Choreographin Marisa Akeny nun noch weiter ausbaut.

Nach ihrem spektakulär stilsicheren Erstling schlägt Frontfrau Nicola Rost mit ihrer Band nun das viel beschworene „nächste Kapitel“ auf. Von vorne. Wieder auf Anfang. Leeres Blatt Papier, leerer Bildschirm. Kein Ballast; mehr als genug Platz für tausend neue Ideen. Und die Gelegenheit, die Perspektive zu ändern. Geblieben ist diese ganz besonders heftige Detailverliebtheit, mit der Nicola Rost die Gefühlswelt um sich herum bis in die kleinste Doppelchromosomenfaser seziert, mit der deutschen Sprache und den Hormonen jongliert und am Ende doch irgendwie alles auf den gleichen Nenner bekommt: Dass sich das Leben liebend gern von seiner kompliziertesten Seite zeigt und Eins immer noch die einsamste Zahl bleibt. LAING leben vom Kontrast, dem Clash, den Ecken und Kanten; textlich wie auch musikalisch. Gebrochener Charme mit zackigem Beat und messerscharf geschliffenen Lyrics ohne Kindersicherung. Was sich auf „Paradies Naiv“ oftmals silhouettenhaft und verschwommen präsentierte, das hat auf „Wechselt die Beleuchtung“ konkrete Formen angenommen „Ich finde es spannend, die Betrachtungsweise zu ändern“, so Nicola Rost über den Metapher schwangeren Albumtitel. „Wenn man die Beleuchtung wechselt, erscheinen viele Dinge in einem anderen Licht. Man kann selbst negativen Gefühlen wie Kummer und Herzschmerz einen gewissen Reiz abgewinnen, während man Positives wie Freude oder Verliebtheit völlig überraschend in einer ungünstigen Farbe wahrnimmt. Dieses Wechselspiel aus Licht und Dunkel macht die ganze Sache doch im Grunde erst spannend.“

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Reize, mit denen LAING auf „Wechselt die Beleuchtung“ ganz und gar nicht geizen. Immer auf der Suche nach Spannung, nach dem geschickten Bruch und dem Wesentlichen. Das weglassen, was überflüssig ist. Extreme Gefühlszustände zwischen Euphorie, Hysterie und Tristesse, die man in mal hochdramatische, mal unverschämt freizügige, mal ganz entspannt vor sich hinfließende Hybridpopkleider verpackt. LAING teasern Vorurteile, manipulieren mit Unschuldsengelblick die gängigen Mechanismen der deutschen Sprache, brechen mal eben im Vorbeischlendern mit sämtlichen Konventionen und Erwartungshaltungen. Und sie stellen eiskalt lächelnd die Geschlechterrollen auf den Kopf. Wobei sich doch jeder irgendwann in LAINGs exemplarischen Sozialstudien wieder findet. „Meine Songs handeln nicht immer nur von Liebesbeziehungen zwischen Mann und Frau, sondern auch von Freundschaft. Mich interessieren die verschiedenen Verhältnisse untereinander. Die Gründe, wie sich Leute in bestimmten Situationen verhalten. Wir alle haben eines gemeinsam: Die Sehnsucht nach Halt. Sehnsucht nach Zweisamkeit. Und manchmal auch nach ein wenig Einsamkeit.“ 

Nicola Rost erzählt die Geschichten, die allen irgendwann passieren. Nennt den Patient beim Namen. Vom „Karneval der Gefühle“, wenn mal wieder alles verrückt spielt. Von den Irrungen und Wirrungen, die durch das alltägliche Gefühlschaos führen und vom emotionalen Ausnahmezustand neurotischer Metropolensingles. Mal kess, mal cool. Zwischen großen Diven wie Zarah Leander oder Hildegard Knef, und der naiven Sexyness einer Audrey Hepburn in „Breakfast At Tiffany‘s“. Immer aber irgendwie vertraut. So wie mit der ersten Single „Safari“, auf der sich LAING auf ausgedehnte Kuriositätenexkursion durch das Nachtleben begeben. In eine ganz ähnliche Kerbe schlägt man mit dem Bodybuilding-Track „Zeig deine Muskeln“; dem wohl ersten Popsong mit lateinischem Refrain. „Eine Art modernes Heldenepos. Wenn man ganz ehrlich ist, geht man nur ins Fitnessstudio, um Muskelpartien zu trainieren, die im Grunde absolut nutzlos sind und keinen anderen Sinn haben, als sexy auszusehen. Es hat schon etwas von Tierbeschau, aber insgeheim geht man selbst zum Training und steht ja auch irgendwie drauf...“

Mit dem fast cartoonhaft überspitzten „Sei doch bitte wieder gut“ hat das Quartett nach dem soundtechnischen Make-Over von Trude Herrs 60er Jahre-Schmonzette „Morgens immer müde“ einen weiteren Schlagerklassiker zu neuem Leben reanimiert und Heintjes schnulzigen Entschuldigungssong nach typischer LAING-Manier zu einem zynischen R’n‘B-Monster aufgepimpt. Ihr Fazit ziehen Nicola Rost und Co. schließlich mit dem augenzwinkernd „Das letzte Lied“ betitelten Rausschmeißer. Alle Pointen verschossen, alle Tränen vergossen. Höchste Zeit, nach durchlittener Nacht wieder nach Hause zu gehen. Alleine. Danke schön, das war‘s. „Ich zeige auf, wo‘s weh tut. Es ist völlig normal, auch seine Schwächen offen zu legen. Ich finde es immer sympathisch, wenn ich zu hören bekomme, dass diese zwischenmenschlichen Katastrophen auch anderen Menschen passieren und man nicht alleine ist. Wenn es bei uns irgendeine Message gibt, dann die, dass wir alledie gleichen Probleme haben. Das kann einem wirklich Trost geben.“

 

 

BENAMEUR PROMOTION - music & entertainment PR
Leila Benameur
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50674 Köln
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05.08.2014 Mit Raining Jane

GFDK - Warner Music

Im Leben, so wie JASON MRAZ es sieht, dreht sich alles um Leute, die ‚Ja‘ sagen. „Ja‘ verursacht Kreativität“, so stellt er fest. „Es ist das, was Kreativität erst möglich macht. ‚Ja‘ ist Liebe. ‚Ja‘ hat uns das Leben geschenkt. Wir alle sind nur auf der Welt, weil zwei Menschen ‚Ja‘ gesagt haben.“ ‚Ja‘ zu sagen ist das, was auch dem Sänger, Songwriter, Musiker, Fotograf, Filmemacher und sozialen Aktivisten JASON MRAZ ein Leben jenseits seiner wildesten Vorstellungen beschert hat.

Seit er vor 15 Jahren begann, in den Coffee-Bars in seiner Wahlheimat San Diego aufzutreten, hat er seine positive Botschaft mit seelenvollem Folk-Pop-Sound an ein verzücktes Publikum auf der ganzen Welt gebracht – mit seinen Aufnahmen, dynamischen Performances und nicht zuletzt seinen philanthropischen Bemühungen. Unterdessen hat er für seine Veröffentlichungen Platin- und Multiplatinauszeichnungen in über 20 Ländern bekommen, verkaufte 48 Millionen Singles, schrieb Pop-Geschichte mit seiner rekordbrechenden Single I’m Yours, verwandelte zwei von sechs Grammy-Nominierungen, gewann den prestigeträchtigen Hal David Songwriter Hall of Fame-Award, spielte in großen Arenen und Stadien überall auf der Welt und verkaufte legendäre Hallen aus wie The Hollywood Bowl, Madison Square Garden und die Londoner O2-Arena. ‚Ja‘ zu sagen, ist für JASON MRAZ immer gut gewesen.

Und so ist es auch kaum überraschend, dass er dieses Wort als Titel für sein fünftes und zum ersten Mal rein akustisches Album gewählt hat, das er zusammen mit der mit ihm befreundeten Folk-Rock-Band Raining Jane aus L.A. geschrieben und aufgenommen hat. „Das ganze Album ist ein Ergebnis des ‘Ja’-Sagens”, erklärt er. „Raining Jane haben ‚Ja‘ zu unserer alljährlichen Übungssession gesagt, die zu dieser Sammlung von Songs geführt hat, und mein Label hat uns grünes Licht gegeben, mein nächstes Album aus diesen Songs zusammenzustellen. Wenn irgendjemand auf unserer Reise ‚Nein‘ gesagt hätte, wäre wir jetzt nicht da, wo wir sind. ‚Ja‘ ist die Verbindung.“

JASON MRAZ traf die Mitglieder von Raining Jane – Cellistin Mai Bloomfield, Gitarristin Chaska Potter, Percussionistin Mona Tavakoli und Bassistin Becky Gebhardt – schon im Jahr 2006, als sie beide auf einem Festival an der Redlands-Universität spielten. „Ich mochte sofort, was sie machten“, erklärt er. „Ich liebte ihr musikalisches Können, ich liebte die Show, die sie machten. Nach dem Konzert hatte ich sie gefragt, ob sie ein Demo mit mir einspielen würden. Ihr Einfluss ist schon lange zu einem Teil meiner Arbeit geworden.“ Einer ihrer gemeinsam geschriebenen Songs, A Beautiful Mess, erschien bereits auf JASONs Album We Sing. We Dance. We Steal Things aus dem Jahr 2008, einem Schlüsselalbum, für das JASON MRAZ überall auf der Welt mit Platin und Multiplatin belohnt wurde. Und besonders Tavakoli ist ein vertrautes Bild für die Fans, da sie regelmäßig als seine Percussionistin mit auf Tour geht. Nachdem MRAZ die 2012er Tour zu seinem vierten Album Love Is A Four Letter Word mit einer triumphalen Show im Hollywood Bowl hinter sich gebracht hatte, trafen er und die Janes (wie er sie salopp nennt) sich für ihre seit sieben Jahren jährlich stattfindenden Übungssessions in seinem Zuhause in San Diego. Die Songs, die dabei herauskamen, waren so kraftvoll, dass man beschloss, sich im folgenden Februar erneut zu treffen und im Sommer auf Hawaii eine weitere Session abzuhalten. „Ich sagte zu meinem Label: Was wäre, wenn wir ein akustisches Album herausbringen würden, das mit diesen wunderbaren vier Frauen komponiert und aufgenommen werden würde? Nur so, als ein kleines Nebenprojekt“, erinnert er sich. „Jeder liebte diese Idee, und innerhalb von 24 Stunden bekamen wir grünes Licht. Aber dann sagten sie: ‚Das ist kein Nebenprojekt, das wird dein nächstes Album, so gut ist es‘. Und so haben wir ein bisschen mehr Zeit und Mühe in die Qualität der Songs investiert, um sicher zu stellen, dass das Album neben meinen anderen bestehen kann.“

Ein akustisches Album aufzunehmen, war etwas, was JASON MRAZ schon immer machen wollte. „Es hat Jahre gedauert, die richtigen Songs zu entwickeln und die passenden Musiker und Arrangements zu finden“, so MRAZ. Um sich Hilfe zu holen, wandte sich MRAZ an einen seiner Lieblingsproducer, den in Omaha lebenden Mike Mogis, der für seine Zusammenarbeit mit Bright Eyes und Rilo Kiley vom Label Saddle Creek bekannt ist. „Ich bin ein riesiger Bright Eyes und Saddle Creek-Fan“, so MRAZ. „Ich bin auch ein großer Fan von Mike als Musiker, Producer und Arrangeur. Ich mag es, dass er diese Überschall-Alben zustande bekommt, die immer noch diese künstlerische Integrität besitzen, die eigentlich Bestandteil der Indie-Musik ist. Ich wollte diese Erfahrung nutzen.“

Zwei Wochen verbrachten JASON MRAZ und Raining Jane damit, den Großteil des Albums aufzunehmen, und in MRAZ‘ Heimstudio in San Diego vollendeten sie das Werk, indem sie mit Mogis Tracks hin- und herschickten. „Mike war ein großartiger Zuhörer“, bestätigt JASON. „Er erdete uns. Er schaffte es, einen akustischen Song zu nehmen und ihn so groß klingen zu lassen wie ein klanglich hochklassiges Album.“  Vollständig live aufgenommen, strahlt Yes! mit den glänzenden und üppigen Harmonie-Gesängen, die MRAZ‘ reine, kristallklare Tenorstimme auf Songs wie Hello, You Beautiful Thing, Long Drive, 3 Things und Love Someone begleiten, die für MRAZ in dieselbe Klasse gehören wie seine Hits I’m Yours und I Won’t Give Up. 

In den Texten kehrte MRAZ auf das gleiche Territorium zurück, das er auch auf seinem Debüt Waiting For My Rocket To Come von 2002 und Mr. A-Z von 2005 betrat, und natürlich auf den oben bereits genannten Alben. „In diesen Songs geht es um Heilung“, erläutert er. „Es geht um Liebe. Es geht um Grundvertrauen. Es geht um unsere Bedeutung für die Umwelt. Es geht um Akzeptanz, Mitgefühl und darum, Dingen ihren Lauf zu lassen. Ich schreibe schon lange über diese Themen.“

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Überdies wollte MRAZ ein Album machen, das einen klaren Anfang und ein klares Ende hat. „Wir haben viel über die Reihenfolge der Songs nachgedacht und über die Art, wie sich die Songs innerhalb einer Story entfalten“, so MRAZ. Der Intro-Song Rise leitet direkt über zu Love Someone und nimmt den Hörer mit auf eine Reise, die sich zu einem Höhepunkt mit dem Titel Out Of My Hand steigert, ein Song, der durch das Zerbrechen einer Freundschaft geprägt wurde. Dann folgt eine Coverversion des Boyz II Men-Klassikers It‘s So Hard To Say Goodbye To Yesterday. „Das Album schließt mit einem Song, dessen Titel Shine lautet und der die explosive Energie besitzt, die das Album so süß enden lässt, wie es begann“, so MRAZ. „Es geht darum, wie diese Heilung weitergeht und wie wir unser Licht auf andere werfen. Für mich besteht die Schönheit des Albums darin, dass es als ein Ganzes betrachtet werden muss. Alle Songs sind gleich wichtig und ich bin sehr davon begeistert.“
 
MRAZ freut sich auch sehr darauf, mit Yes! auf Tour zu gehen und traf die bewusste Entscheidung, dieses Mal in kleineren  und intimeren Venues aufzutreten, statt wie gewöhnlich durch Arenen und Stadien zu touren. „Gute Musik kann am besten in einem Theater gehört werden“, erklärt er. „Hier kann ein wirklicher Austausch mit dem Publikum stattfinden, der nicht im Voraus geplant ist. Wo wir mit dem Publikum sprechen können und mehr als nur das teilen, was die Songs sagen. Ich möchte auch an Orten spielen, an denen der Sound gut ist, wo jeder bequem sitzen kann und wo jeder die Möglichkeit hat, mit der Show zu interagieren, ob er nun mitsingen will, Songvorschläge rufen oder einfach gesehen werden kann. So etwas ist wie ein Heiliger Ort. Ich weiß, dass dies vielen Leuten, die in meine Show kommen, sehr wichtig ist.“

Und natürlich wird JASON MRAZ zusammen mit Raining Jane auf Tour gehen. „Diese Frauen sind meine Freunde“, lächelt er. „Ich kenne sie schon so lange und jetzt haben wir endlich die Gelegenheit bekommen, gemeinsam ein Album auf Tour zu bringen und unser leidenschaftlich gepflegtes Hobby mit anderen zu teilen.

Auch die Coveroptik von Yes! fängt diesen gemeinsamen Geist ein, in dem das Album aufgenommen wurde: Es zeigt fünf Vögel, die in einer V-Formation über den Himmel ziehen. Ein Bild, das laut MRAZ starken Symbolwert hat, einerseits, weil es die römische Ziffer für „5“ darstellt – es ist ja sein fünftes Album – andererseits weil „wir jetzt wirklich abheben, und das auf eine Art als fünfköpfige Band, die wir nie für möglich gehalten hätten“, so JASON. „Denn obwohl ich in dieser Band immer vorn stehe, haben wir alles gemeinsam gemacht. Ich bin da, um ihnen beim Fliegen zu helfen, so wie sie da sind, um mir beim Fliegen zu helfen.“

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05.08.2014 Rückert's Quartett

GFDK - Uwe Kerkau Promotion

We Make the Rules ist das WhirlWindRecordings-Debüt des facettenreichen Schlagzeugers und Komponisten Jochen Rückert, der seit 1995 in New York lebt, wo er sich zu einem der interessantesten Musiker seiner Generation entwickelte. Jochen ist bekannt für seine Zusammenarbeit mit Marc Copland, Kurt Rosenwinkel, Nils Wogram's  Root 70, Sam Yahel, Will Vinson und Seamus Blake, seiner Präsenz in der elektronischen Musik als "Wolff Parkinson White" sowie seiner Buchreihe “Read the Rueckert- travel observations and pictures of hotel rooms”.

Rueckert's Quartett mit langjährigen musikalischen Kohorten Mark Turner am Tenorsaxophon, Lage Lund an der Gitarre und Matt Penman am Kontrabass bummelt seit 2009 um die Welt. Rueckert erklärt: "Ich kenne Mark über 18 Jahre, ich helfe gelegentlich in seiner Band aus und habe viel mit ihm in Kurt's Band gespielt. Mark ist mein absoluter Lieblingssaxofonist, ich war kurz nach meiner Ankunft in NYC jeden Dienstag im Smalls, wo er mit Kurt spielte. Lage kenne ich seit 10 Jahren und ich mag seinen Ton und den harmonischen Fluss, den er mitbringt. Wir haben eine Menge in Will Vinson's Band gespielt. Matt ist der erste richtig gute Bassist, mit dem ich das Vergnügen hatte, spielen zu dürfen, und es war ein absolutes Aha- Erlebnis. Wir kennen uns nun seit über 20 Jahren und wohnten  für ungefähr vier Jahre zusammen. Wir spielen seit über 12 Jahren in Nils Wogram's  Bands und seit einem Jahrzehnt in Sam Yahel's Trio. Mit ihm zu spielen, ist wie Fahrradfahren- wenn man es einmal kann, muss man nie wieder darüber nachdenken“.

Diese reiche Spielerfahrung und Bindekraft der Gruppe ist ab der ersten Note von We Make the Rules zu hören. Die 2011 ausschließlich von Rueckert komponierten Stücke wurden erst mal auf einigen internationalen Touren feingeschliffen bevor sie im Februar 2014 in NYC aufgenommen wurden. "Ich reagiere in letzter Zeit etwas allergisch auf sogenannte "Projekte", wo man im Studio etwas aufnimmt was nicht live gespielt wurde" fügt Rueckert zu. "Wir haben meine Platte in 7 Stunden aufgenommen, es gibt 6 'first takes' und der Rest sind 'second takes' - Vorteile einer 'working' Band." Obendrein besticht eine ausgezeichnete Klangqualität; das Album wurde von alt-bewährtem akustischem Guru James Farber gemischt.

Kompositorisch wurde die Musik auf dem Album auf alle Bandmitglieder maßgeschneidert und umfasst ein weites musikalisches Terrain, wobei Rueckert's Vorliebe für dezente Melodien klar heraussticht. "Yellow Bottoms" zum Beispiel erinnert an die Feder eines Wayne Shorter oder Herbie Hancock, Anfang der 60er Jahre. Angelehnt an die kontrastvollen Kompositionsstile seiner Kollegen Hayden Chisholm und Nils Wogram etwa, fängt "Pretty From Afar" hymnisch an, löst sich fast auf, zieht dann wieder an, nur um letztlich kurz vor der Zielgeraden wieder schlapp zu machen - ein unerwartet sanftes Ende mit einem Hauch Verzweiflung und Enttäuschung.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Andere Einflüsse sind offensichtlich aus den für Rueckert prägenden 90er Jahren: Kurt Rosenwinkel, Mark Turner und Reid Anderson; anderswo hört man Einflüsse von klassischer Musik des frühen 20. Jahrhunderts -  sogar ein unverschämtes Zitat von den Deftones auf "Saul Goodman".

 Erfahrungen als Sideman kommen auch ins Spiel: "oft frustriert es mich, wenn ich unnötig komplizierte Formen lesen muss, oder wenn die Solos dann eine vereinfachte oder nicht in dem eigentlichen Stück verankerte Form haben. Ich habe gezielt drauf geachtet, daß bei den meisten meiner Stücke über die Gesamtstruktur improvisiert wird um der Sache mehr Zusammenhang zu geben. Ich habe mich auch nicht gescheut, eine gesunde Anzahl von swingenden Stücken dabei zu haben, etwas was ich oft bei anderen aktuellen Alben vermisse."

 Obwohl die Stücke als Vehikel für die brillianten Improvisationsausflüge seiner Bandkollegen geschrieben wurden, sind sie auch von Jochen's Lebenserfahrungen inspiriert. Wie er erkläutert: " ‚Alloplasty‘ bezieht sich auf die psychoanalytische Bedeutung, nicht die Operation; Ich bin von intensiver Flugangst geplagt und es ist einer der Begriffe, der in der Therapie vorkommt. 'Pretty From Afar' handelt von einem attraktiven Mädchen, das die Band bei einem Auftritt in Helsinki fasziniert beobachtete - sie befand sich in der letzten Reihe. Während der Pause starrten wir nervös und spekulierend in Ihre Richtung, als sie später an die Bar kam um Hallo zu sagen, stellte sich allerdings raus, daß sie weniger schmeichelhaft aussah, als uns das vorgekommen war. Seitdem geht die Band schneller ins Hotel nach den Konzerten.‘Manong Twilight at the Whatever Hotel‘ ist nach einer Skulptur von meinem Onkel Carlos Villa aus San Francisco benannt. Er war ein begeisterter Jazzfan und hat alle meine Idole in den 60er Jahren spielen gesehen in. Er starb, Stunden nachdem ich dieses Stück geschrieben hatte an Lungenkrebs.

Eine Jochen's grosser Stärken (und ein wenig auch sein Motto) ist die Fähigkeit,"viele Stimmungen zur Auswahl zu haben" und als Komponist weiß er dies zu repräsentieren - es gelang ihm ein Album, das erfolgreich ein ganzes Leben in instrumentaler Musik destilliert. Ohne Zweifel wird We Make The Rules seinen Ruf als führender Schlagzeuger und Bandleader untermauern.

 

Uwe Kerkau Promotion
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04.08.2014 abgerechnet

GFDK - S. Fischer

Das große Versprechen von Glück und Wohlstand für alle gilt nicht mehr. Institutionen und Werte sind ausgehöhlt. Es zählt nur noch eine Macht: das organisierte Geld.


Mittels eindringlicher Portraits schafft der preisgekrönte Autor George Packer eine einzigartige literarische Collage, die eine Nation in Auflösung zeigt. Das große Sachbuch, das über Amerika hinaus auch uns die wesentliche Frage stellt: In welcher Welt wollen wir leben?

Gesellschaftskritischer Gegenwartsroman über Amerika

Niemand kann mit Sicherheit sagen, wann die Abwicklung begann – wann die Bürger Amerikas zum ersten Mal spürten, dass die Bande sich lösten. Dass der Glaube an die gemeinsame Zukunft nicht mehr gültig ist.

Doch irgendwann bemerkten es alle: Tammy, Fabrikarbeiterin, Dean Price, gläubiger Kleinunternehmer, Matt, Irak-Kriegsveteran, aber auch die vermeintlichen Gewinner wie Oprah Winfrey, Rapper Jay-Z oder der PayPal-Gründer Peter Thiel.

Jetzt im Buchhandel

George Packer gilt als einer der besten Journalisten und Sachbuchautoren Amerikas. Er ist festes Mitglied der Redaktion des New Yorker und Autor mehrerer preisgekrönter Bücher. George Packer lebt in Brooklyn. Für ›Die Abwicklung‹ erhielt er den National Book Award 2013. Im Frühjahr 2014 ist er Fellow an der renommierten American Academy in Berlin.

Pressestimmen

»›The great American novel‹ des jungen 21. Jahrhunderts ist […] ein Sachbuch.«
Michael Naumann, Die Zeit, 24.7.2014

»Ein Buch wie ›Die Abwicklung‹ […] hat es allerdings noch nicht gegeben. […] Und das auch noch daherkommt wie ein großer amerikanischer Roman«
Tobias Rapp, Der Spiegel, 21.7.2014

»Ein Blick auf die USA, wie es noch keinen gab. […] Spannend wie ein Roman.«
Holger Schmale, Berliner Zeitung, 5.7.2014

»eine niederschmetternd beeindruckende Kapitalismuskritik und Gesellschaftsgeschichte, die sich in ausführlichen biografischen Portraits und Miniaturen über die vergangenen 35 Jahre erstreckt.«
Dieter Schnaas, Wirtschaftswoche, 29.6.2014

»Es gibt viele Bücher zur wirtschaftlichen, sozialen und politischen Krise Amerikas. Doch keines ist den Betroffenen so nahe wie George Packers ›The Unwinding‹.«
Jörg Häntzschel, Süddeutsche Zeitung, 24.6.2014

»›The Unwinding‹ ist eines jener Bücher, die in zweihundert Jahren den Leuten helfen werden zu verstehen, wie unser Leben einmal aussah.«
Katja Kullmann, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 18.8.2013

»Packer gehört zu den besten amerikanischen Sachbuchautoren. In seiner außergewöhnlichen Sensibilität gleicht ›Die Abwicklung‹ allerdings mehr einem Roman als einem Sachbuch.«
Financial Times

»Packer zeigt eine Lebenswelt, die durch den fortschreitenden Zerfall des gesellschaftlichen Zusammenhalts radikal verändert wurde. Ein Epos – verblüffend, leidenschaftlich, wahr –, das unsere Epoche überdauern wird.«
Dexter Filkins

 

S. FISCHER, Auflage: 3, 21. Juli 2014

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