Nachrichten aus der großen weiten Welt

11.09.2014 nachwuchsförderung

GFDK - Museen der Stadt Dresden

Die Familienstiftung Ernst Edler von Schuch, gegründet im Oktober 2011, vergab am 5. September 2014 im Landhaus Dresden zum ersten Mal den mit 2000,- € dotierten Ernst-von-Schuch-Preis an einen jungen Nachwuchsorchesterdirigenten.

Die Preisverleihung erfolgte im Rahmen der im Stadtmuseum Dresden laufenden Ausstellung „Die Schuchs - eine Künstlerfamilie in Dresden“, die anlässlich des 100. Todestages Ernst von Schuchs konzipiert wurde und bereits mehr als 4.000 Besucher zählte.

In Erinnerung an den Dirigenten Ernst von Schuch

In Bewahrung der Erinnerung an den großen Dirigenten Ernst von Schuch (1846 – 1914), der über 40 Jahre an der Hofoper wirkte und als Generalmusikdirektor die königliche Hofkapelle (heutige Staatskapelle) in Dresden zu Weltruhm führte, sieht sich die Familienstiftung Ernst Edler von Schuch Dresden auch der Förderung junger Orchesterdirigenten im Geiste Ernst von Schuchs verpflichtet. Mit dem von Brigitte Bela, einer Enkelin Ernst von Schuchs, gestifteten Preis, sollen junge NachwuchsdirigentInnen speziell im Opernbereich ausgezeichnet werden.

Die Auswahl erfolgte in Kooperation mit dem Dirigentenforum des Deutschen Musikrates (Bonn). Die Auswahl traf eine fünfköpfige Jury, bestehend aus Orchesterdirigenten und Operndirektoren aus ganz Deutschland, gemeinsam mit der Sprecherin der Familienstiftung, Martina Damm. Auf dem Dirigentenforum in Frankfurt/Oder im Mai dieses Jahres wurde Vladimir Yaskorski auserkoren.

Vladimir Yaskorski erhält den Dirigentenförderpreis

Yaskorski, Jahrgang 1984, lebt derzeit als freiberuflicher Dirigent in Bremen und ist Stipendiat im Dirigentenforum des Deutschen Musikrates. Der gebürtige Armenier hat am Staatlichen Konservatorium in Jerewan und an der Musikhochschule in Lübeck Violine studiert sowie an der Musikhochschule „Franz-Liszt“ in Weimar sein Dirigierstudium absolviert. In den vergangenen Jahren konnte er schon verschiedene Assistenzen und Dirigate mit verschiedenen Opernorchestern in Deutschland, Polen und Tschechien wahrnehmen. Er brillierte bereits im März 2014 bei der Dresdner Staatsoperette im Abschlussdirigat des vom Dirigentenforum  geförderten Dirigentenworkshops. Inzwischen wurde ihm für die kommende Spielzeit eine Assistenz an der Dresdner Operette für die Produktion „Der Zarewitsch“ angetragen, die er auch mehrmals im Januar 2015 dirigieren wird.

Die Familienstiftung Ernst Edler von Schuch ist bestrebt, mit der Vergabe dieses Förderpreises den dirigentischen Nachwuchs zu unterstützen, damit die Erinnerung an Ernst von Schuch in Dresden zu verankern und in die Zukunft zu tragen, getreu dem Motto Ernst von Schuchs „ Es ist nicht meine Art, stehen zu bleiben“.

Martina Damm

Urenkelin Ernst von Schuchs,
Sprecherin der Familienstiftung
Ernst
Edler von Schuch        

Richard Stratenschulte
Abteilungsleiter
Museen der Stadt Dresden
Öffentlichkeitsarbeit   *   Marketing
Wilsdruffer Str. 2   *   01067 Dresden
e-mail: richard.stratenschulte@museen-dresden.de

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11.09.2014 Brit-Pop mal anders

GFDK - Redaktion

“Hesitant Alien”, das Debüt-Solo-Album von Ex-My-Chemical-Romance-Frontmann Gerard Way, kann jetzt in allen Standard-Konfigurationen vorbestellt werden, außerdem ist ein Deluxe-Bundle erhältlich, das Fans die Wahl zwischen der CD / LP plus exklusivem T-Shirt und einem “Hesitant Alien”-Heftchen gibt, das von Gerard Way handgezeichnet wurde (Druckauflage: nur 5000 Exemplare). Vorbesteller des Albums erhalten die Tracks “No Shows” und “Action Cat” als sofortigen Download. 

Außerdem gibt es das von Juniper Stratford umgesetzte Musikvideo zu sehen.

Way nahm “Hesitant Alien” mit Produzent Doug McKean auf und wusste von Beginn an, wie es klingen sollte: “Meine Absicht war es, mir künstlerisch zu 100% treu zu bleiben. Das tat ich, indem ich das derzeit Radio-unfreundlichste Instrument nahm: die Gitarre. Ich wusste, dass es eine Menge Verzerrer-Pedale geben müsste. Ich wusste, ich würde Fender-Instrumente spielen. Ich wusste, dass ich mich an den Gitarren-Helden meiner Kunsthochschulzeit orientieren würde, Mary Timony und Carrie Brownstein, und ich zog eine Menge Einflüsse aus dem Shoegaze und Brit-Pop. Ich möchte, dass das Album die Leute klanglich aufrüttelt." 
“Hesitant Alien” wurde abgemischt von Tchad Blake (Arctic Monkeys, The Black Keys).

Wie lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Textlich schrieb Way über das, was ihn zur Zeit der Aufnahmen beschäftigte, „und das waren Kämpfe, Anfänge, etwas Neues im Alltäglichen und Abstrakten finden“, sagt er. 

„Ich habe zu den Britpop-Poeten wie Jarvis Cocker und Damon Albarn geblickt, darauf, wie sie aus dem täglichen Leben schöpfen. Ich habe außerdem mit dem Abstrakten experimentiert und mir die Arbeit von Frank Black angesehen, sowohl mit den Pixies als auch seine Solo-Werke. Es gab kein Konzept und keinen Schlachtplan.“

Fans konnten das erste Live-Material von „Hesitant Alien“ bereits am letzten Wochenende hören, als  Way bei den Reading und Leads Festivals in England auftrat. 
In den kommenden Wochen werden weitere Live-Termine bekannt gegeben.

 
Quelle: Warner Music

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10.09.2014 Universalkünstler

GFDK - KlassikAkzente

Er war ein Universalkünstler nach barocker Prägung und stand fest in der Leipziger Bach-Tradition. Jetzt veröffentlicht Archiv Produktion Karl Richters Einspielungen von Instrumentalwerken Johann Sebastian Bachs in einer 18CD-Edition. Moden waren ihm suspekt. Karl Richter blieb seiner einmal eingeschlagenen Linie treu, als man in den 1950er Jahren begann, Alte Musik mit einem neuen musikalischen Geschichtsbewusstsein zu interpretieren. Zum Einsatz historischer Instrumente - er spielte das moderne Cembalo "Bach" von J.C. Neupert - lies er sich zeitlebens nicht bewegen. Er hielt der Originalklangbewegung entgegen, eine Interpretation ohne Inspiration werde durch historische Staffage schließlich nicht besser.

"Musik mit dem Herzen machen"

Im Zentrum seiner musikalischen Ästhetik stand der Begriff Espressivo. Darin habe das Geheimnis seiner Kunst gelegen, schreibt der Autor der Buchdokumentation "Karl Richter in München" Johannes Martin. "Musik mit dem Herzen machen, Sie müssen das von innen heraus fühlen oder: Seien Sie ganz dabei!!" Mit Worten wie diesen habe Richter versucht, dieses Espressivo für die Musiker greifbar zu machen.

Streitbarer Geist

Karl Richter war nicht unumstritten. Er bevorzugte die Extreme der Interpretation, solange sie zu seiner Vorstellung eines Werkes passten. So stimmte er beispielsweise die Aria aus den Goldberg-Variationen am Cembalo betont langsam an, um einige der daraus entwickelten Variationen in verblüffender Präzision zu beschleunigen. Das hatte nichts mit Exzentrik zu tun. Für ihn war es ein adäquat erscheinendes Mittel, um die jeweilige Besonderheit der Komposition herauszustellen.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Er hatte das während seiner strengen Ausbildung als Schüler von Rudolf Mauersberger, Karl Straube und Günther Ramin gelernt: Wer keine genaue Vorstellung von einem Werk hat, ist auch nicht in der Lage, es stringent zu interpretieren. 1926 im vogtländischen Plauen geboren, kam er als Sohn eines evangelischen Pfarrers bereits in Kinderjahren mit den Bachschen Sakralklängen in Kontakt. Erst Kreuzschüler in Dresden, dann Student der Kirchenmusik bei Straube und Ramin in Leipzig wurde er mit verschiedenen Interpretationstraditionen vertraut und arbeitete sogar ein Jahr lang als Thomasorganist in der Nachfolge Bachs.

Herausragender Bach-Interpret

Im Jahr 1951 zog Richter nach München und begann als Kantor der Markuskirche und Dozent an der Musikhochschule einen Kreis von Bach-Begeisterten um sich zu sammeln. Er gründete den Münchnener Bach-Chor (1951), das Münchener Bach-Orchester (1953) und erwarb sich mit ihnen innerhalb kurzer Zeit den Ruf eines herausragenden Bach-Interpreten. Egal, ob als Ensemble-Leiter, Cembalo-Spieler oder Organist, Richter folgte seiner Idee von Klängen, von lebendigem Ausdruck und beseeltem Geschehen auf der Grundlage technischer und instrumentaler Meisterschaft.

"Revealing Bach" - die Edition

In der limitierten Edition "Revealing Bach" (18CDs) erscheint nun das instrumentale Vermächtnis Karl Richters in seinen gesammelten Aufnahmen von Cembalo-, Orgel-, und Kammermusikwerken von Johann Sebastian Bach für das Label Archiv Produktion. Sie beinhaltet die Goldberg-Variationen, die Brandenburgischen Konzerte, sämtliche Cembalo-Konzerte, Sonaten für Violine bzw. Flöte und Cembalo und Werke für Orgel. Richters legendäre Aufnahme der Messe in h-moll mit dem Münchener Bach-Chor ist der Edition als Bonus beigefügt.

 

Quelle: KlassikAkzente

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10.09.2014 Was ist wirklich wichtig?

GFDK - Voland & Quist

Eugen Thomas macht irgendwas mit Medien. Doch dann macht er plötzlich etwas völlig Unerwartetes, unerwartet vor allem für ihn.

Er steigt aus: aus seinem Sportwagen, aus seinem halbdigitalen Social-Network-Leben in Berlin. Und nur eine Stunde später besitzt er Wanderstiefel aus einem Schuhdiscounter und ein Flugticket in die Sierra Nevada, ausgestellt auf den kommenden Tag. Eugen steigt ein: ins Flugzeug, ins Glückspiel in Nevada, in Mitfahrgelegenheiten und in ein Ferienhaus am Lake Tahoe. Dort findet ihn ein neues soziales Netzwerk: Joshua, das Schlüsselkind von nebenan und Phil, ein schwuler Callboy aus L.A. In Phils betagtem Toyota namens »Madonna« machen sich die drei auf eine familiäre Rettungsmission nach Oregon: Es gilt Joshuas Schwester vor ihrem Freund zu retten.

Jetzt im Buchhandel

Volker Surmanns zweiter Roman ist locker erzählt, spannend und humorvoll, berührt aber zwei existenzielle Fragen: Wie will man eigentlich leben? Was ist wirklich wichtig?

Volker Surmann lebt in Berlin und ist Autor, Satiriker, Gelegenheitsslammer, Verleger und Mitglied der Lesebühne »Brauseboys«. Er schreibt für die »Titanic«, das Kabarett »Die Stachelschweine« und das Berliner Stadtmagazin »Siegessäule«. 2010 erschien sein erster Roman »Die Schwerelosigkeit der Flusspferde« (Querverlag), 2012 die Geschichtensammlung »Lieber Bauernsohn als Lehrerkind« (Satyr Verlag).

Verlag Voland & Quist; Auflage: 1 (8. August 2014)

r.eising@re-book.de

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10.09.2014 Ab 24.10.14 im Handel!

GFDK - Peter Goebel

Kraftvoll, intensiv, stimmig. „Shake, Shook, Shaken“ ist die Expedition der besonderen Art von The Dø. Olivia Merilahti und Dan Levy haben schon immer das Risiko gesucht, statt Bequemlichkeit und Kompromisse. Mit ihrem dritten Album vollzieht das franco-finnische Duo einen radikalen Wandel – eine futuristische Kehrtwende, getragen von einem synkopierten Electro-Beat.

Nach dem herrlichen Zufall „A Mouthful“ (2008) und dem organischen Experiment „Both Ways Open Jaws“ (2011), reagiert „Shake, Shook, Shaken“ mit neuen Erfordernissen, die in der Ansicht der Betroffenen zum „Dogma“ erhoben wurden: Dan und Olivia haben sich absichtlich gegen akustische Instrumente ausgesprochen, um den Fokus auf synthetische Dancesounds und Percussion legen zu können: „Als wir mit der Arbeit an diesen Songs begannen, gingen wir nur mit Laptop und Keyboard zu Werke. Dieser Aufbau wurde schnell zu einer Obsession; diese Form von Minimalismus, bei dem der Verzicht auf 'reale' Instrumente uns zu dem Punkt eines neuen Arbeitsethos führten: auf Gitarren, die zuvor fast schon übermäßig eingesetzt wurden, wurde absichtlich verzichtet. Mit „Shake, Shook, Shaken“ lag unser Ziel darin, uns wieder die Sounds anzueignen, die wir davor unterschätzt haben, wobei wir uns zugleich mehr auf eine Pop-Ästhetik geeinigt haben.

Von ihrem Studio aus, einem idyllischen Wasserturm aus dem 18. Jahrhundert, betrieben sie ihre Nachforschungen. Zwischen Selbstbeschränkung und Reinheit liegt Transzendenz. Dazu Dan: „Wir haben alle Register gezogen. Wurde etwas mal zu verschnörkelt, haben wir Kleinholz daraus gemacht. Wir wollten ein monumentales Album schaffen, mit Elementen von Heldentum, Comedy und Manga. Ein Album mit Superhelden. Es ging nicht darum, grüblerisch oder naturalistisch zu klingen. In diesen Bereichen haben mich synthetische Klänge nie so sehr angesprochen.“

Wie lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Olivia kommt auch auf ihre Wurzeln zu sprechen, wenn es um eine weitere Erklärung für die Grundlagen hinter „Shake, Shook, Shaken“ geht: „In Finnland gibt es Sisu, eine Mischung aus Biss und Courage, die Finnen in die Wiege gelegt wird. Was auch geschieht, wir lassen nicht locker, wir machen unerschütterlich weiter, wir ertrinken nie im Selbstmitleid. Das hat uns bei der Arbeit an dem Album begleitet. Wir wollten eine schillernde Platte aufnehmen, um so viele Menschen wie möglich zu erreichen, ohne dass sie zu rund wird .“ „Es ist mir egal, wo ich lande, solange ich mich gut aufgehoben fühle,“ singt sie im zweiten Lied auf dem Album. „Meine Texte sind mehr oder weniger surreale Gedichte, es stört mich aber nicht, manchmal bodenständig zu sein, wie in dem Lied, Trustful Hands. Ich rede oft davon, sich selbst im Chaos zu erkennen, was auch ein Trost sein kann, und zu wissen, wie man damit umgeht.“

Shake, Shook, Shaken“ hat eine Menge einheitsstiftender Hymnen, angefangen beim Auftakt „Keep Your Lips Sealed“ und dem feierlichen „A Mess Like This,“ bis hin zu dem lebhaften „Despair, Hangover & Ecstasy“ und dem passenden Titel namens „Miracles (Back in Time)“ – den das Duo als eine „tragende Säule“ der 12 Lieder sieht („beim Zuhören wussten wir, dass wir endlich den richtigen Weg einschlagen“). Die Musik von The Dø lenkt seine Zuhörer durch Militärrhythmen („Going Through Walls“), urtümliche  Atmos und kosmische Weiten, wobei Olivias Stimme eine neue Dimension erreicht. Ihre Erklärung dazu ist sehr einfach: „So wie wir kurze Fragmente ohne großes Geplänkel erschaffen wollten, wollte ich große stimmliche Turnübungen vermeiden. Die Message soll einen von Anfang bis Ende klar sein.“ Mit seiner opulenten, emotionalen Wucht, all den Wendungen und klanglichen Einfällen muss sich „Shake, Shook, Shaken“ nicht vor den früheren Werken des Duos verstecken. „Wir wollten unsere Sache gut machen, allerdings über Innovationen bei der Instrumentation,“ wie Dan weiß. „In der Entwicklungsphase dieser Platte hörten wir immer wieder viel Hip-Hop, Clubmusik und aggressiven Techno – das sind derzeit die innovativsten Sounds. Es ist ein stetiger, schneller Wechsel, was einen sehr fordert. Mich fasziniert die völlige Freiheit einer Band wie Die Antwoord und auch wie Beyoncé und Kanyé West die Popmusik von den höchsten Gipfeln des Mainstreams aus revolutionieren.“

Getreu ihres Rufs sind Olivia und Dan bei der Umsetzung der Platte erneut fast autark vorgegangen; zusätzliche Unterstützung lieferte nur noch Tonmeister Fab Dupont. „Er hat in unseren üppigen, dichten Kompositionen Räume eingefügt und sein Mix lieferte die Klarheit, auf die wir es abgesehen hatten. Das war die einzige Hilfe von außerhalb, die wir zuließen, dafür jedoch eine wesentliche.“

Olivia und Dan schaffen es, sowohl intellektuelle als auch intuitive Musik zu machen, und schlagen dabei Brücken zwischen Gegenwart und Zukunft. Mit seinem vielseitigen Ansatz und einer generellen Kompromisslosigkeit zeugt „Shake, Shook, Shaken“ von einer Experimentierfreude, die sich auf unerforschtes Terrain begibt.

 


PRESSE PETER
Peter Goebel
M: goebel@presse-peter.de

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09.09.2014 Schweden Jazz

GFDK - The ACT Company

„Never change a winning team” – die alte Regel im Sport findet auch in der Musik ihre Wahrheit: Wenn seelenverwandte und perfekt harmonierende Musiker zueinander gefunden haben, dann tun sie gut daran, gemeinsam weiterzumachen. „Liberetto II“ des schwedischen Ausnahmebassisten und - cellisten Lars Danielsson beweist dies eindrucksvoll: Vor drei Jahren fand er mit dem ehemaligen e.s.t.-Schlagzeuger Magnus Öström, dem britischen Gitarristen John Paricelli und vor allem im neuen Traumduo mit dem armenischen Pianisten Tigran ein Quartett, das seine Kompositionen und musikalischen Vorstellungen so punktgenau traf wie wohl wenige Ensembles zuvor.

Der Stern bescheinigte dem 2012 erschienen Liberetto-Debüt eine „ganz große Kraft“, die aus der Ruhe ihre Energie entfacht. Auf „Liberetto II“ lässt sich Danielsson mit seinem Quartett nun weiter treiben und erkundet neue musikalische Räume zwischen Kammerjazz, Klassik und europäischer Volksmusik. Die Melodie steht dabei immer im Mittelpunkt, ihre Entwicklung und kreative Verarbeitung steht - wie es schon Danielssons Titelwortschöpfung andeutet – gleichberechtigt in der Tradition formaler Prinzipien der europäischen Klassik wie der improvisatorischen Freiheit des Jazz. Das einigende Element ist keine Kopfgeburt wie es bei so vielen Crossover-Experimenten oft der Fall ist: „Musik zu verstehen ist gänzlich eine Sache des ehrlichen Gefühls. Wenn man beim Spielen zu viel nachdenkt, dann kann das Erzählerische, das Authentische, die Essenz der Musik verloren gehen. Darum fühlt es sich so natürlich an, Jazz zu spielen und zu hören, denn alles, was du brauchst, ist, dein Herz zu öffnen, die Musik einzusaugen und die Reise zu genießen. Und genau genommen gilt das für jede Art von Musik, weil Musik immer vom Herzen und nicht vom Kopf kommen sollte“, lautet Danielssons Credo.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Was damit gemeint ist, verdeutlicht beispielsweise ideal „Passacaglia“: Eine flinke, hier von Tigrans Klavier getragene Melodielinie lädt die anderen zur Gestaltung, rhythmischen Grundierung und Weiterführung ein; klassische Formen der Themenvariation und das Jazzprinzip von Thema, Bridge und Wiederaufnahme bilden den strukturellen Rahmen, innerhalb dessen sich jeder Musiker sehr frei bewegen kann.

Und Danielsson erweist sich erneut als Großmeister der Atmosphäre, der Kunst, aus einer melodischen Miniatur eine elegische Erzählung zu machen, der man sich emotional nicht entziehen kann; so wie eben bei „Miniature“ aus einem einfachen musikalischen Motiv ein melancholisches Gemälde entsteht.

Wie schon beim Debüt dieser Zusammenarbeit erweist sich Tigran als genialer und seelenverwandter Mitgestalter von Danielssons Ideen, gerade wenn sie aus der skandinavischen Volksmusik stammen. Der Kompositionsbeitrag des in Frankreich und den USA lebenden, aber ebenfalls von den Melodien seiner alten Heimat geprägten Virtuosen zum neuen Album heißt nicht nur „Swedish Song“, er belegt auch, was Danielsson schon bei der ersten gemeinsamen Arbeit feststellte: „Tigrans Songs klingen schwedischer als meine.“

Um „Liberetto II“ noch farbiger zu machen, holte Danielsson diesmal weitere Gleichgesinnte als Special Guests zu den Aufnahmensessions im legendären Rainbow Studio in Oslo sowie im Tia Dia Studio im schwedischen Mölnlycke dazu. Da ist zum einen Mathias Eick, der junge norwegische Trompeter, der wohl wie kein zweiter die Tradition des lyrisch-sphärischen nordischen Trompetentons weiterführt und zugleich modern interpretiert. Wie großartig das mit Danielssons musikalischem Konzept harmoniert, konnte man bereits auf dem 2009 erschienen Album „Tarantella“ hören: Hier auf „Liberetto II“ ist Eick - assistiert vom Sting-Gitarrist Dominic Miller - schon beim Opener „Grace“ die tragende Stimme, die Danielssons melodischer Idee unwiderstehliche Gestalt verleiht, genau wie beim darauf folgenden, fast klassischen, Triptychon „I Tima“, „II Blå“ und „III Violet“. Bei „Eilat“, zu dem Danielsson von einem Aufenthalt im Nahen Osten inspiriert wurde, baut konsequenterweise der israelische Perkussionist Zohar Fresco, mit dem Danielsson bei Leszek Możdżer spielt, die Stimmung mit auf. Ebenso logisch ist der Schlusspunkt des Albums: Mit lautmalerischen Vokalisen gibt Cæcilie Norby „Beautiful Darkness“ den letzten Schliff, ist sie doch nicht nur eine großartige Sängerin, sondern auch die Produzentin des Albums.

In letzter Instanz ist Musik eine Sache des Gefühls.

Das meisterhaft besetzte Liberetto-Ensemble gibt Lars Danielsson die größtmögliche Freiheit, sich auszudrücken, um Klänge zu erschaffen, die in erster Linie eines sind: berührend.

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09.09.2014 Churchill und Chaplin

GFDK - Carl Hanser Verlag

Winston Churchill und Charlie Chaplin – zwei Giganten der Weltgeschichte, so unterschiedlich wie nur möglich und doch enge Freunde. Der eine schuf als weltberühmter Komiker das Meisterwerk "Der große Diktator", der andere führte mit seinem Widerstandswillen eine ganze Nation durch den Krieg gegen Adolf Hitler.

Michael Köhlmeier hat mit dem Blick des großen, phantasievollen Erzählers erkannt, was in diesem unglaublichen Paar steckt: die Geschichte des 20. Jahrhunderts zwischen Kunst und Politik, Komik und Ernst. Der arme Tramp und der große Staatsmann, in diesem verblüffenden Roman des berühmten Autors aus Österreich erleben sie die Geschichte des Jahrhunderts.

Michael Köhlmeier über die Idee zu "Zwei Herren am Strand"

 

"Churchills Zahnprothese war nicht gut angepasst. Er zischte beim Reden. Nach Ausbruch des Krieges habe jemand zu ihm gesagt, seine Rede wirke dadurch gefährlicher. Von nun an zischte er für England. – Das ist ein Gerücht. Schauderlich. Aber sehr komisch. Hätte eine Idee für Chaplins 'Der große Diktator' sein können.

Ein reicher Mann legt sich die Schlinge eines Seils um den Hals, an dessen Ende er einen großen Stein gebunden hat. Er will den Stein ins Wasser werfen und sterben. Ein obdachloser Tramp hält ihn davon ab. Er ist selbst am Ende, auch er möchte nicht mehr leben. Und doch preist er vor dem Selbstmörder die Schönheit der Welt: 'Tomorrow the birds will sing!' – Angeblich hat sich Chaplin bei dieser Szene aus 'Lichter der Großstadt' von Churchill inspirieren lassen. Die Szene ist tragisch und komisch in einem.

Das Komische zeigt sich durch eine kleine Verschiebung des Blickwinkels auf das Tragische. Wenn zwei Depressive versuchen, einander zu helfen – das ist so groß! Ich dachte, in so einer Freundschaft kann parabelhaft die Geschichte unserer Hinfälligkeit erzählt werden."

Roman von Michael Köhlmeier

Michael Köhlmeier, geboren 1949 in Hard in Vorarlberg, studierte Germanistik, Politologie, Mathematik und Philosophie. Sein literarisches Werk machte ihn zum Bestsellerautor, zu seinen erfolgreichen Veröffentlichungen zählen die Romane Abendland (2007) und Die Abenteuer des Joel Spazierer (2013). Mit Abendland war der Österreicher 2007 Finalist beim Deutschen Buchpreis und erhielt ein Jahr später den Bodensee-Literaturpreis. Aber auch Hörspiele aus Köhlmeiers Feder standen bereits auf Bestenlisten, für Theorie der völligen Hilflosigkeit erhielt der Autor 1993 den ORF-Hörspielpreis. Durch die 80-teilige Sendereihe Mythen - Michael Köhlmeier erzählt Sagen des klassischen Altertums bei BR-Alpha ist sein Gesicht einem breiten Publikum bekannt. Michael Köhlmeier lebt in Hohenems und Wien.

presselit@hanser.de

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09.09.2014 außergewöhnliche Stimme

GFDK - Leila Benameur

In den letzten Jahren hat sich Russian Red zu einer der bekanntesten Künstlerinnen in der spanischen Musikszene entwickelt. Die Sängerin Lourdes Hernández, hat eine außergewöhnliche Stimme und die scheinbar angeborene Fähigkeit zu kommunizieren und eine Vielzahl von unterschiedlichen Zuhörern zu fesseln.

2008 und wurde die das Indie-Phänomen mit ihrem Debüt-Album „I Love Your Glasses“, das in Spanien Gold-Status erlangte. Von da an war sie auf den wichtigsten Bühne zu Hause: Primavera Sound Festival, FIB, Jazzaldia, usw.) und erreicht somit auch Bekanntheit in den USA, Mexiko, Kolumbien, Venezuela, Argentinien, Costa Rica, Deutschland, Holland, Belgien usw.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Gefolgt von einer Menge Nominierungen (Spanisch Music Award Rolling Stone Awards etc.) und gewonnen Auszeichnungen (Cosmopolitan TV Awards, MTV Euopean Music Awards etc.) kommt nun am 19.09.2014 ihr drittes Album „Agent Cooper“, das sie mit Joe Chicarelli (The White Stripes, The Strokes, Morrisey, My Morning Jacket, U2, The Shins, Brian Wilson, Beck and Mika..).with Joe Chicarelli (The White Stripes, The Strokes, Morrisey, My Morning Jacket, U2, The Shins, Brian Wilson, Beck and Mika..) aufgenommen hat, bei uns auf den Markt.

Wer sich in Deutschland von der spanischen Power-Frau überzeugen möchte, hat am 20.09 beim Reeperbahnfestival die Gelegenheit dazu.

 

BENAMEUR PROMOTION - music & entertainment PR
Leila Benameur
Moltkestr. 82-84
50674 Köln
leila@benameur-promotion.de

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08.09.2014 Mit Elena Pankratova

GFDK - Edel AG

Im März 2014 jährte sich der Geburtstag Modest Mussorgskys bereits zum 175. Mal. Und doch ist seine Musik bis heute nicht so zu hören, wie sie von ihm tatsächlich niedergeschrieben wurde. Wohlmeinende Kollegen und Verleger waren der Ansicht, etliche „Fehler“ und Ungeschicklichkeiten des „genialen Dilettanten“ müssten ganz in seinem Sinne verbessert werden. Aber auch mangelhafte russische Reproduktionen der Manuskripte in Faksimileausgaben haben Spuren in den Noten hinterlassen. Lange Zeit blieb dies unentdeckt, da die Originalhandschriften – obwohl in russischen Bibliotheken lagernd – nur schwer zugänglich waren und nach wie vor sind.

Der russische Pianist Andrej Hoteev ist seit seiner Entdeckung von Tschaikowskys 3. Klavierkonzert in unverfälschter Gestalt bekannt dafür, den Quellen auf den Grund zu gehen. So nutzte er die sich unverhofft bietende Gelegenheit, Mussorgskys Handschriften einzusehen, und wurde auch bei ihm fündig: Sowohl bei den „Bildern einer Ausstellung“ als auch den „Liedern und Tänzen des Todes“ fanden sich zahlreiche Abweichungen zu den herkömmlichen Notenausgaben (allein in jedem der vier Lieder an über 60 Stellen), die der Musik buchstäblich an die Substanz gehen. Die nun vorliegende Einspielung beider Werke, die der Pianist zusammen mit der russischen Sängerin Elena Pankratova vorlegt, fördert die unkonventionelle, urwüchsige Musik wieder zutage, die dem Komponisten ursprünglich vorschwebte. Im CD-Beiheft sind die wichtigsten Abweichungen auch anhand von Abbildungen aus den Manuskripten nachvollziehbar dokumentiert.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Besondere Beachtung verdient noch, dass die Lieder hier ohne die übliche Transponierung in den tatsächlich vorgesehenen Tonarten gesungen werden, da Elena Pankratova über einen Stimmumfang verfügt, der Sopran und Mezzosopran vereint. Erst kürzlich wurde die Sängerin in München als Färberin sowie als Turandot im Mariinski-Theater bejubelt. Für eine Stimme wie ihre sind die Lieder geschrieben, die in dieser Aufnahme nun auch in den richtigen Tonartenverhältnissen und mit dem Ausdruck der verschiedenen Stimmlagen wieder dem entsprechen, was dem Komponisten vorschwebte.

 

Edel AG
Bernd Hocke
Neumühlen 17
D-22763 Hamburg
Mail: info@edel.com

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08.09.2014 Klanglandschaft!

GFDK - Indigo

Sabina Sciubba mögen einige noch als Sängerin der New Yorker Avantgarde-Electro-Punk-Band Brazilian Girls kennen. Auf ihrem Solodebüt "Toujours" präsentiert die mehrsprachig singende Amerikanerin hymnenhafte Songs und nicht zuletzt ihre außergewöhnliche Stimme - diesmal jedoch in einem anderen musikalischen Rahmen.

Das Album entwickelte sich im Zeitraum von mehr als einem Jahr: ",Toujours‘ ist sehr organisch entstanden", so Sciubba, "und immer nur dann, wenn ich wirklich inspiriert war. Dennoch wurde es schön unperfekt und so lo-fi wie ich selbst." Musikalisch ließ sich Sabina von Rock- und Pop-Klassikern der 60er- und 70er-Jahre inspirieren, allerdings ist die Aufnahmentechnik eher zeitgemäß.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Wir hören eine in fünf Sprachen besungene Klanglandschaft - verlockend, intim, berauschend, ein wenig so, als hätten sich Velvet Underground und Nico nach Paris verirrt, allerdings mit mehr Humor, oder Serge Gainsbourg und Marlene Dietrich in die Art-Punk-Szene New Yorks. "Glamorous", staunte der US-"Rolling Stone". Das 180-Gramm-Vinyl enthält einen Downloadcode.#

 

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