Nachrichten aus der großen weiten Welt

12.12.2020 No Dandy, No Fun

GFDK - Kultur und Medien

Ein Dandy, wer soll das heute sein? Gibt es ihn überhaupt noch? Und wer braucht sie jetzt, diese elegante Figur, die mit einer Schildkröte an der Leine durch die Passagen von Paris flaniert? Das angestaubte Bild aus Maßanzug, Champagner und gleichgültiger Miene wirkt aus der Zeit gefallen.

Auf der Suche nach einem Abwesenden

Doch dahinter verbirgt sich eine Haltung, die wieder verheißungsvoll erscheint. Während sich die selbstbezogenen Weltsichten darin überschlagen, für den Glauben an die eigene Identität gegen den Rest zu kämpfen, leistet sich ein Dandy den Luxus, keine Meinung zu haben und ohne fixierte Eigenschaften zu bleiben.

Statt seine subjektive Gefühlswelt zu pflegen und sich durch deren Reaktion manipulieren zu lassen, betrachtet er sich kühl als formbares Objekt, wendet sich von der Selbstgewissheit ab, um künstlich zu werden.

No Dandy, No Fun folgt den Wandlungen dieses Modellcharakters aus dem 19. Jahrhundert in die Gegenwart und zeigt Facetten dieser multiplen Biografie. Die Reihe der Momentaufnahmen dieser Entwicklungsgeschichte eines konzeptuellen Charakters erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Wie sollte sie auch: Der Komplex Dandy erstreckt sich als ein Ozean, auf dem die staunenden Augen keinen Horizont finden. Viele der in der Ausstellung Auftauchenden wurden bisher nicht als Dandys betrachtet.

Es sind Behauptungen, wie die Fiktionen eines Typus durch andere Körper weitergedacht werden können. Besonderes Augenmerk wird dabei jenen gewidmet, die in den bekannten Erzählungen nur an den Rändern erscheinen: der Frau als Dandy, dem Black Dandy, den Versuchen von Dandys, Maschinen ähnlicher zu werden, und dem Dandy als untergründiger Blaupause der zeitgenössischen Kunst.

Aber wie kommt es überhaupt zum schillernden Leben dieser Figur? Dandys gefällt es, so zu tun, als wären sie mit einem goldenen Löffel im Mund auf die Welt gekommen – egal, ob das nun der Fall ist oder nicht.

Es handelt sich zwar durch die Bank um Erben, doch solche, die sich ihren Erbschein selbst ausstellen. Manchmal erschleichen sie sich ein Erbe oder sie erfinden Eltern, die es nicht gibt.

Bei ihren Erfindungen geht es nicht allein um Geld, sondern darum, die gegebene Erbschaft abzulehnen. Da die Lebensumstände nur bedingt frei wählbar sind, spielen Dandys mit dem auferlegten Drama der Familie, der übergebenen Schuld(en), mit dem Trauma ihrer Kultur oder Klasse, dem Geschlecht oder ihrer Hautfarbe.

Sie verwandeln sich in künstliche Kinder, statt hinzunehmen, was Schicksal genannt wird. Das gilt für den Dortmunder Fabrikantensohn Martin Kippenberger ebenso wie für die Sappeuse Ntsimba Marie Jeanne Bifouma, die im Comme-des-Garçons-Anzug durch Brazzaville spaziert.

Beide verbindet der Ausbruch aus der Vorstellung einer in die Wiege gelegten Identität. Es handelt sich um Versuche zu leben, wer man nicht ist. Da die Verneinungen des Zugewiesenen noch Züge des Abgeschüttelten tragen, entwickelt sich das Zwiespältige zu ihrem charakteristischen Merkmal.

Dandys sind der gelebte Widerspruch, sie hadern mit dem, was sie verlassen und jenem, was sie zu werden versuchen. Ihre Fluchten verwandeln sich in ungerade Linien, bauen Brücken über die Spalten, die nicht zur Deckung kommen können. Offen für Veränderung formen sie ihre Körper durch Diäten und Exzesse.

Dandys ähneln darin dem, was Michel Foucault als die „Künste der Existenz“ bezeichnet: Praktiken, „mit denen Menschen nicht nur die Regeln ihres Verhaltens festlegen, sondern sich selber transformieren, sich in ihrem besonderen Sein zu modifizieren und aus ihrem Leben ein Werk zu machen suchen, das gewisse ästhetische Werte trägt und gewissen Stilkriterien entspricht“.

Foucaults Überlegungen in Der Gebrauch der Lüste wurden oft so gedeutet, als solle sich die Sorge in erster Linie um die eigene Person drehen, und als Aufforderung zur vereinzelten Selbstoptimierung missverstanden.

Foucault, wie vielen Dandys, ging es jedoch um eine Sorge, die politisch werden kann, indem sie die Regierung des Selbst in ein Verhältnis zum Regiert Werden durch die Gemeinschaft stellt.

Dahinter steht die Annahme, in den Raum des Politischen als Arena der kollektiven Verhandlung von Problemen könne nur eintreten, wer sich beherrschen kann. Im Verständnis des Dandys bedeutet diese Regierung des Selbst aber gerade nicht, sich zu verwirklichen, sondern sich zu mässigen.

Statt beharrlich bei sich zu bleiben, wird die zugewiesene Identität verneint und mit überraschenden Vorstellungen überspielt. Diese Dramaturgie wechselnder Masken sucht die Blicke der anderen und tritt durch die Verstörung mit der Umgebung in Kontakt.

Ihr tauschendes Moment liegt darin, Modelle zu behaupten, an denen sich die damit Konfrontierten abarbeiten müssen. Derartige Herausforderungen gelingen Dandys oft mit sparsamen Mitteln: Manche hinterlassen nur ein paar Gerüchte, eine handvoll Texte oder ein schmales künstlerisches Werk.

Dandys behaupten mit Vergnügen faul zu sein, sind oft aber einfach gut darin, wenig zu großer Wirkung zu bringen. Die Fülle der durch Dandys angestoßenen Veränderungen verblüfft. Bahnbrechend war bereits die Urszene der Erzählung des Dandytums:

Beau Brummells Auflösung der eindeutigen Unterscheidung sozialer Herkunft durch Kleidung. Denn mag es auch so scheinen, als ob Dandys auf einsamen Inseln lebten, krempeln sie ihre Umgebung um. Sie klopfen sich dafür nicht auf die Schulter.

Ihre gelebte Integrität beansprucht nicht, makellos zu sein. Es ist der Versuch, einer Idee zu entsprechen, um im formlosen Leben selbstbestimmte Regeln zu behaupten, nach denen gelebt werden will. Ihre Regelwerke betrachten sie aber nie als letztgültig, immer nur als Verhandlungsmasse. Sie beharren auf dem Zweifel an jeder Wahrheit.

*Der Dandy ist vor allem in der Grammatik ein Mann, was auch immer das sein soll.

Während die Ausstellung vor allem Bilder und Objekte sprechen lässt, erscheint nach deren Abschluss bei Sternberg Press ein längerer Essay unter dem Titel No Dandy, No Fun.

No Dandy, No Fun
kuratiert von Hans-Christian Dany und Valérie Knoll
17. Oktober 2020 – 17. Januar 2021

Mit Kai Althoff, Lutz Bacher, Kévin Blinderman / Pierre-Alexandre Mateos / Charles Teyssou, Marcel Broodthaers, Ursula Böckler, Marc Camille Chaimowicz, Hanne Darboven, Stephan Dillemuth, Victoire Douniama, Lukas Duwenhögger, Cerith Wyn Evans, Sylvie Fleury, Andrea Fraser, Sophie Gogl, Gogo Graham, Jos de Gruyter & Harald Thys, David Hammons, Birgit Jürgenssen, K Foundation, John Kelsey, Michael Krebber, Miriam Laura Leonardi, David Lieske, Mathieu Malouf, Ulrike Ottinger, Mathias Poledna, Raymond Roussel, Heji Shin, Reena Spaulings, Sturtevant, Bernadette Van-Huy, James McNeill Whistler, Virginia Woolf u.a..

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12.12.2020 Dein eigenes Ladenlokal

GFDK - Kultur und Medien

Gemeinsam mit dem Gründer- und Technologiezentrum Solingen (GuT) bietet Lothar Grünewald, Geschäftsführender Gesellschafter der internationalen Personal- und Unternehmensberatung Grünewald Consulting, Gründern die Chance auf einen professionell begleiteten Karrierestart in eigenen Geschäftsräumen.

Wer mit der innovativsten Geschäftsidee überzeugt, bekommt das Ladenlokal inklusive Miete in der Ohligser Innenstadt von Solingen geschenkt – für ein ganzes Jahr. Mit der Aktion wollen die Initiatoren ein Zeichen in Sachen Zukunftsdenken setzen. Auch und gerade in schwierigen Zeiten.

Innovativ, klimafreundlich, nachhaltig – so könnte die ideale Geschäftsidee aussehen. Auf gemeinsamer Suche danach sind das GuT und das Solinger Beratungsunternehmen Grünewald Consulting.

„Wir möchten potenziellen Gründern Mut machen, ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen. Deshalb wollen wir der-, dem- oder denjenigen mit dem für uns überzeugendsten Business-Konzept die Chance geben, das Vorhaben tatsächlich umzusetzen“, schildert Lothar Grünewald, geschäftsführender Gesellschafter der Grünewald Consulting GmbH sowie Regionalvorstand beim Verband DIE FAMILIENUNTERNEHMER e. V.

Neue Nutzung für leeres Ladenlokal

Um den Kandidaten den Weg für die ersten Karriereschritte zu ebnen, stellen die Initiatoren neben kostenfreien Beratungsleistungen insbesondere Geschäftsräume in Form eines derzeit noch leerstehenden Ladenlokals zur Verfügung.

Dieses hatte Grünewald vor Kurzem erworben, bereits mit einem solchen Konzept im Hinterkopf. „Nach unserem Umzug vor einiger Zeit gehöre auch ich zu den Solinger Unternehmern“, sagt der diplomierte Betriebswirt und Psychologe.

„Für mich ist es selbstverständlich, mich im Rahmen meiner Möglichkeiten für den Wirtschaftsstandort einzusetzen und mit der Investition in junge Unternehmen einen Beitrag zur Belebung der Innenstadt zu leisten.“

Handfeste Starthilfe für Gründer

Wer den Gründerwettbewerb gewinnt, kann das Ladenlokal ein Jahr mietfrei nutzen, um risikoarm zu experimentieren und das Business auf ein solides Fundament zu stellen. Lediglich entstehende Nebenkosten seien zu zahlen, sagt Grünewald, der zudem zielgerichtetes Coaching in Aussicht stellt.

„In der aktuellen Pandemie ist eine Unternehmensgründung gerade für jüngere Menschen und solche mit wenig oder gar keinem Startkapital eine sehr große Herausforderung“, ergänzt Sven Anders Wagner, Prokurist im GuT und Partner in diesem Projekt.

„Deshalb möchten wir ihren Mut fördern, trotz der Herausforderungen etwas Neues aufzubauen. Als Gründerzentrum stehen wir ihnen mit professioneller Unterstützung zur Seite, damit sie ihre Pläne von Beginn an richtig angehen.“

Nachhaltiges Konzept mit Zukunftspotenzial

Gesucht werden Gründungskonzepte, die das Ladenlokal sinnvoll beleben: vom innovativen Einzelhandel, neuen Nutzungskonzepten für die Innenstadt oder weitere nachhaltigen Ideen.  

Bei den Kriterien machen die Initiatoren wenig Vorgaben. Am wichtigsten sind ihnen Durchführbarkeit, Innovation und Zukunftsfähigkeit, so Grünewald.

„Das Konzept sollte nachhaltig sein. Wir freuen uns schon sehr auf die Ideen und hoffen, dass sich zahlreiche potenzielle Gründer*innen an diesem Wettbewerb beteiligen. So können wir nicht nur die lokale Gründerszene, sondern auch das Stadtbild langfristig weiterentwickeln.“

Als Ansprechpartner für Rückfragen stehen sowohl Grünewald als auch Wagner zur Verfügung. Zeit, sich mit einem Konzept (inkl. Businessplan) zu bewerben, haben Interessierte bis zum 31.01.2021.

Infos zum Ladenlokal:

Das Ladenlokal befindet sich im aufstrebenden Stadtteil Solingen-Ohligs an der Keldersstraße. Die Räumlichkeit (135 m² Nutzfläche, verteilt über zwei Etagen) bietet ausreichend Platz für Verkaufsfläche, Bürotätigkeiten und Sanitäre Anlagen. Das Erdgeschoss, umgeben von einer verglasten Schaufensterfront, besitzt eine Servicefläche von 70 Quadratmetern.

Über die Grünewald Consulting GmbH

Grünewald Consulting ist eine Personal- und Unternehmensberatung im Bereich Executive Search und Organisationsentwicklung mit Sitz in Solingen. Zum überregional ansässigen Kundenkreis gehören sowohl Groß- und Familienunternehmen sowie KMU, die sich mit strategischen Personaleinstellungen für die Zukunft rüsten.

Zu den Dienstleistungen gehören Executive Search sowie die Exoten- und Spezialistensuche. Das übergeordnete Motto lautet „Thinking Future – Creating Excellence“.

Die Human-Resources-Experten suchen Kandidaten nicht nur nach Kriterien aus, die zu der jeweiligen Ausschreibung oder Suche passen, sondern auch anhand von ausbaufähigen Potenzialen, um im Rahmen von Veränderungs­prozessen die Zukunftsfähigkeit des Auftraggebers sicherzustellen.

Kontakt:

Lothar Grünewald, Geschäftsführender Gesellschafter

Grünewald Consulting GmbH
Grünewalder Straße 29-31, 42657 Solingen

Telefon: 0212 520 853-10

Telefax: 0212 520 853-19

E-Mail: contact@remove-this.gruenewald-consulting.de

Über das Gründer- und Technologiezentrum Solingen (GuT)

Das GuT ist eine Anlaufstelle für Existenzgründer und junge Unternehmen in Solingen. Als zertifiziertes Startercenter.NRW bietet es professionelle Existenzgründungs- und Unternehmensberatung inklusive Seminaren und Coachings, etwa zu Fördermittelberatung oder Patentsprechstunden.

Überdies vermietet das GuT Büroräume vom einzelnen Coworking-Schreibtisch über Einzelbüros bis hin zu großen Einheiten, Service-Infrastruktur inbegriffen, außerdem Veranstaltungsräume für unterschiedliche Zwecke und Gruppengrößen. www.gut-wg.de

Kontakt:

Sven Anders Wagner, Prokurist

Gründer- und Technologiezentrum Solingen GmbH & Co. KG.

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11.12.2020 Renditehunger der US-Amerikaner

GFDK - Kultur und Medien

33 Prozent der US-Amerikaner würden bei höheren Renditen gegen die eigenen Überzeugungen investieren. Am anderen Ende der Skala befinden sich die Chinesen:

Im Reich der Mitte würden nur 10 Prozent der Bürger in Assets investieren, die ihren Überzeugungen widersprechen. In Deutschland sind es hingegen 21 Prozent, wie aus einer neuen Infografik von Kryptoszene.de hervorgeht.

Dabei zeigt die Infografik, dass junge Menschen häufiger entgegen den eigenen Überzeugungen investieren würden. Bei den zwischen 18 bis 37-Jährigen wären weltweit 25 Prozent hierzu bereit, sofern dies einen positiven Effekt auf die Rendite hätte.

Mit steigendem Alter nimmt die Bereitschaft ab, konträr der eigenen Überzeugungen zu handeln. Indes zeigt ein Renditevergleich, dass umstrittene Branchen nicht per se zu höheren Renditen führen.

Der MSCI World Tobacco büßte binnen der letzten 5 Jahre sogar 1,6 Prozent an Notierung ein. Im selben Zeitraum kletterte der DAX hingegen rund 24,4 Prozent nach oben.

Anders sieht es hingegen bei Wertpapieren aus dem Rüstungssektor aus. Im 5-Jahres-Rückblick erhöhte sich der Preis des Aerospace & Defense ETF um 66,8 Prozent.

Deutsche stehen Beteiligungen an Rüstungsunternehmen durchaus kritisch gegenüber. 36,9 Prozent der Bundesbürger würden ihr Geld aus einem Fonds abziehen, wenn sie wüssten, dass dieser in ethisch fragwürdige Produkte investiert – beispielsweise in die Rüstungsindustrie.

Weitere 15,7 Prozent sind sich nicht vollends sicher, würden ihr Geld aber „eher“ abziehen. Auf der anderen Seite betonen auch 15,1 Prozent der Bundesbürger, dass sie ihr Geld „auf keinen Fall“ abziehen würden.

„Die große Mehrheit investiert lediglich in Assets, die im Einklang mit den jeweiligen moralischen Überzeugungen stehen“, so Kryptoszene-Analyst Raphael Lulay. „Allerdings treten hierbei große Unterschiede bei den Bürgern unterschiedlicher Staaten zu Tage“.

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11.12.2020 Lebendtiertransporte stoppen

GFDK - Kultur und Medien

Jetzt hat Baden-Württemberg per Erlass lange Transporte nicht abgesetzter Kälber nach Spanien untersagt und erweitert damit die Reihe lobenswerter Vorstöße von Nordrhein-Westfalen und Bayern.

Eine Veterinärbehörde in NRW hat jüngst erneut einen Tiertransport nach Marokko untersagt. Vor wenigen Wochen hatte Bayern per Erlass den Transport in tierschutzrechtliche Hochrisikostaaten zusätzlich erschwert.

Aus Sicht von VIER PFOTEN sind das drei Schritte in die richtige Richtung. Doch das reicht nicht, denn es bleiben zu viele Schlupflöcher, um die neuen Verschärfungen zu umgehen.

Um grausame Tiertransporte über lange Strecken zu stoppen, appelliert die globale Stiftung für Tierschutz an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, eine bundeseinheitliche Lösung voranzutreiben und den Vorsitz der EU-Ratspräsidentschaft bis Jahresende für eine EU-weite Lösung zu nutzen. Auch danach muss sich die Ministerin für Lösungen einsetzen.

„Wir begrüßen die Vorstöße einzelner Bundesländer, Langstreckentransporte und Drittlandexporte lebender Tiere zu unterbinden. Doch es braucht eine einheitliche Lösung.

Jetzt müssen alle Bundesländer gemeinsam an einem Strang ziehen. Unser Appell an Ministerin Julia Klöckner: Handeln Sie jetzt und engagieren sich dafür, dass die Qualtransporte weder über andere Bundesländer noch über andere EU-Staaten abgewickelt werden.

Ein national einheitlicher Genehmigungsstopp von Langstreckentransporten über acht Stunden lebender Tiere und ein Exportverbot in Drittländer sind dringend notwendig.

Die Ministerin muss nicht nur auf nationaler Ebene aktiv werden, sondern auch Deutschlands Stellung in der EU nutzen. Ihr bleibt nur ein minimales Zeitfenster bis Ende dieses Jahres. Dann endet der deutsche EU-Ratsvorsitz. Die bisherige Bilanz ist ernüchternd.

Aber auch danach trägt Deutschland auf EU-Ebene Verantwortung, darauf hinzuwirken, Tiertransporte zu beenden. Statt lebender Tiere sollten allenfalls Fleisch oder Zuchtsamen transportiert werden“, sagt Ina Müller-Arnke, Nutztierexpertin bei VIER PFOTEN.

Weitere Informationen

Baden-Württemberg hat am 04. Dezember 2020 per Erlass lange Transporte nicht abgesetzter Kälber nach Spanien untersagt, da bei diesen Transporten die Einhaltung der geltenden Tierschutzbestimmungen angezweifelt wird.

Nicht abgesetzte Kälber, die mehrfach täglich auf Milchnahrung angewiesen sind, werden auf bis zu 20-stündige Transporte nach Spanien geschickt. Während dieser Zeit können sie nicht mit der für sie dringend notwendigen Milch versorgt werden.

Die Tiere leiden extrem, denn die Milchaufnahme ist auf den Transportfahrzeugen nicht möglich. Auch das Auf- und Abladen ist für die sehr jungen Tiere mit immensem Stress verbunden.

Immer wieder sterben Tiere bei solchen Transporten. Transporte für nicht abgesetzte Jungtiere sollten deshalb generell untersagt werden und es muss dafür gesorgt werden, dass die Tiere jetzt nicht über andere Länder und von dort nach Spanien verfrachtet werden.

Das Verwaltungsgericht Köln hat am 18. November 2020 der Behörde Rhein-Sieg-Kreis Recht gegeben, die einen Transport von 132 Rindern nach Marokko untersagte, da die Tiere im Zielland eine grausame Schlachtung erwartet.

Dies ist das erste Mal, dass in einem Gerichtsbeschluss anerkannt wird, dass nicht allein die Transportbedingungen entscheidend sind, wenn es um die Genehmigung von Tiertransporten geht, sondern auch die Bedingungen unter denen die Tiere im Zielland gehalten und früher oder später getötet werden.

Seit Langem ist bekannt, dass die offiziell als Zuchttiere deklarierten Rinder, die von Deutschland aus in Drittländer exportiert werden, in diesen Ländern nach der Geburt ihres Kalbes ausgemolken und danach unter unvorstellbar qualvollen Bedingungen  getötet werden. 

Die Behörde Rhein-Sieg-Kreis hat bereits den nächsten Exportversuch eines Transporteurs, der für den 11. Dezember mit 66 Rindern nach Marokko geplant war, abgewiesen.

Bayern hat am 26. Oktober 2020 per Erlass dafür gesorgt, dass Tiere von Bayern aus nicht mehr  - auch nicht über Umwege - in bestimmte Drittländer  - sogenannte „tierschutzrechtliche Hochrisikostaaten“ gelangen.

Künftig müssen Transportunternehmer bei einem Transport innerhalb der EU gegenüber den Behörden bescheinigen, dass die -meist trächtigen- Rinder bei Ankunft im EU-Land nicht unmittelbar und auch nicht bis mindestens vor der Geburt ihres Kalbes in ein Drittland weiter verbracht werden.

Bereits im Frühjahr 2019 hatte Bayern per Erlass den direkten Export von Tieren in besagte Drittländer gestoppt. Erst in diesem Jahr bemerkten die Behörden, dass Transporteure den Stopp skrupellos umgehen, indem sie die Tiere zunächst in ein EU-Land wie bspw. Ungarn verbringen.

Von Ungarn ausgehend wurden die Tiere dann jedoch gleich weiter in das Drittland verbracht und somit der Bayern-Erlass unterlaufen.   

VIER PFOTEN übergibt 150.000 Stimmen an Julia Klöckner gegen Tiertransporte

Am 16. Dezember 2020 übergibt VIER PFOTEN im Bundeslandwirtschaftsministerium symbolisch über 150.000 Stimmen gegen grausame Tiertransporte an den Parlamentarischen Staatssekretär Uwe Feiler.

Darin fordern  die UnterstützerInnen weiter von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, sich noch bis Ende des Jahres während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft für ein Ende grausamer Tiertransporte einzusetzen.

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10.12.2020 Immobilienpreise steigen auf dem Land

GFDK - Kultur und Medien

Die Immobilienpreise in dichter besiedelten ländlichen Kreisen stiegen im zweiten Quartal des Corona-Krisenjahres gegenüber dem Vorjahresquartal um 8,9 Prozent. In deutschen Metropolen stiegen die Preise zwar auch, mit einem Plus von 6,5 Prozent allerdings deutlich geringer.

Wie aus einer neuen Infografik von Block-Builders.de hervorgeht, liegen Immobilien in ländlicheren Gefilden immer mehr im Trend – auch bei Großstädtern.

Noch vor vier Jahren gaben 63 Prozent der Großstädter an, sich ein Eigenheim in einer Stadt mit mehr als 500.000 Einwohnern erwerben zu wollen. Dieser Anteil sank auf 57 Prozent.

Eine gegenteilige Entwicklung zeigt sich bei den tatsächlichen Immobilienkäufern aus Metropolstädten, die ein Eigentum in ländlicheren Regionen erworben haben. Im Jahr 2016 wurden noch 12 Prozent der Kleinstadt-Immobilien von Großstädtern erworben, dieses Jahr kletterte der Anteil auf 14 Prozent.

Indes zeigt die Infografik, dass Analysten insbesondere in München und Frankfurt am Main ein großes Immobilienblasen-Risiko sehen. Die Wahrscheinlichkeit einer solchen Blase sei sogar größer als in Hongkong, Paris und London.

Über alle Regionen und Städte hinweg stiegen die Immobilienpreise im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal um 7,8 Prozent. Hierbei handelt es sich um den stärksten Anstieg seit 2016. Nutznießer hiervon: Immobilienbesitzer, aber auch börsennotierte Immobilienunternehmen wie Vonovia oder Deutsche Wohnen.

"Die Nachfrage nach Immobilien in dicht besiedelten ländlichen Gebieten stieg im Angesicht der Corona-Krise stark an", so Block-Builders-Analyst Raphael Lulay. "Zudem führte die Pandemie auch zu einem Nachfrage-Hoch bei Ferienimmobilien". 

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09.12.2020 Suchaufkommen auf Allzeit-Hoch

GFDK - Kultur und Medien

Nie suchten so viele Menschen auf Google nach käuflich zu erwerbenden Ferienobjekten als im Krisenjahr 2020. Zahlreiche Interessenten lassen der Recherche auch Taten folgen: Gegenüber dem Vorjahr besitzen 21,15 Prozent mehr Deutsche eine Ferienimmobilie. Dies geht aus einer neuen „Handelskontor“-Infografik hervor.

Während im vergangenen Jahr 1,04 Bundesbürger ein Ferienhaus oder eine Ferienwohnung besaßen, sind es inzwischen bereits 1,26 Millionen. Wie die Infografik aufzeigt, sank im gleichen Zug die Anzahl an gewerblich vermieteten Ferienobjekten. Immer mehr setzen folglich auf selbstgenutzte Immobilien.

Der Google-Trend-Score für das Suchbegriffspaar „Ferienhaus Kaufen“ notierte im August auf dem größtmöglichen Wert von einhundert. Der Score gibt das relative Suchaufkommen an. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum notierte der Score knapp 54 Prozent höher.

Indes zeigt die Erhebung, dass die Immobilienpreise auch während der Pandemie weiter zulegen. Im 2. Quartal lag der „Empirica“-Preisindex für Immobilien deutschlandweit bei 174 Punkten. Im Vorjahresquartal waren es noch 147. Der Anstieg schlägt mit 18,4 Prozent zu Buche.

Ähnliches gilt auch für Immobilien Aktien. Während der branchenübergreifende Leitindex DAX sogar 0,2 Prozent niedriger als noch vor einem Jahr notiert, kletterte der Börsenwert von Deutsche Wohnen bis zu 22,2 Prozent nach oben.

Die Marktkapitalisierung des ebenfalls im DAX gelisteten Immobilienkonzerns Vonovia stieg hingegen um 20,8 Prozent. Betongold zeigte sich in der Krise nicht nur resistent, mehr noch: sogar als überaus renditestark.

„Die Nachfrage nach Ferienimmobilien erhöhte sich im Angesicht von Kontakt- und Reisebeschränkungen erheblich“, so Handelskontor-Herausgeber Raphael Lulay. „Besonders groß ist der Nachfrageanstieg in den Urlaubsregionen an der Ost- und Nordsee sowie im Bayerischen Wald“.

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08.12.2020 Einzelausstellung von Iman Issa

GFDK - Kultur und Medien - Ausstellung

Endlich ist es so weit

Das TAXISPALAIS öffnet mit der Einzelausstellung „Iman Issa___Proxies, with a Life of Their Own“ endlich wieder seine Türen und startet am Freitag, den 11. Dezember 2020 um 11 Uhr mit einem Eröffnungswochenende.

Bis Sonntag, den 13. Dezember 2020 haben Kunstinteressierte nach dem lockdown in der Zeit von 11 bis 18 Uhr die Möglichkeit bei freiem Eintritt die Einzelausstellung zu besuchen, danach zu den gewohnten Öffnungszeiten und Eintrittspreisen.

Iman Issa fragt nach der Relevanz von Formen und iteriert Vergangenes in virulente Gegenwart. Mit ihren Installationen, Filmen, Publikationen und Soundarbeiten schafft Issa spielerische Studien, die blinde Flecke in gegenwärtigen Blicken auf die Vergangenheit erfahrbar machen.

Historische Artefakte, das Genre des künstlerischen Selbstporträts, Filmsequenzen, die Ideengeschichte und kulturelle Praktiken, wie beispielsweise museale Konventionen des Zeigens und Bewahrens, werden in ihren Arbeiten aufgegriffen, variiert und neu interpretiert.

Für ihre erste umfassende Einzelausstellung in Österreich schafft Issa zahlreiche neue Arbeiten, die im Kontext ihrer fortlaufenden Werkserien im TAXISPALAIS präsentiert werden. Kuratiert wurde die Einzelausstellung von Nina Tabassomi.

ECKDATEN ZUR AUSSTELLUNG

TITEL Iman Issa___Proxies, with a Life of Their Own

ERÖFFNUNGSWOCHENENDE MIT FREIEM EINTRITT
Freitag, 11. Dezember – Sonntag, 13. Dezember 2020, jeweils 11 – 18 Uhr

DAUER 11. Dezember 2020 – 7. März 2021

ORT TAXISPALAIS Kunsthalle Tirol, Maria-Theresien-Straße 45, 6020 Innsbruck

ÖFFNUNGSZEITEN Di – So 11 – 18 Uhr, Do 11 – 20 Uhr, Mo geschlossen

INFORMATION www.taxispalais.art

EINTRITT, 4 Euro / 2 Euro reduziert; 3 Euro pro Person bei Gruppen ab 10 Personen

EINTRITT FREI Sonntags und Menschen mit Behinderung, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre

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08.12.2020 Betrugsmuster beim Online Shopping

GFDK - Kultur und Medien

Laut Adobe Analytics werden die Online-Umsätze in der Vorweihnachtszeit aufgrund des Lockdowns global um 33% steigen. Deutschland wird als der fünftgrößte E-Commerce-Markt weltweit und der zweitgrößte in Europa angesehen; die Online-Ausgaben pro Käufer verdoppelten sich hierzulande von 669 Euro in 2015 auf 1.444 Euro in 2019. Betrüger nutzen das aus, um die Portemonnaies der Internetkäufer zu leeren.

Laut dem Cyber Risk Index (CRI), berechnet von NordVPN, werden Bürger von Industriestaaten mit größerer Wahrscheinlichkeit Opfer von Cyberkriminalität – trotz der Tatsache, dass diese sich selbst als technikerfahren und gut geschützt sehen.

Deutschland befindet sich mit einem CRI von 0,530 auf Platz 21 weltweit. Das gilt als mäßiges Risiko. Industriestaaten bieten besseren Zugang zum Internet und höhere Löhne. Das führt dazu, dass mehr Smartphones und Online-Services genutzt werden und damit die Anfälligkeit für Cyberbetrug steigt.

Wie finden Betrüger ihre Opfer?

Cyberkriminelle nutzen häufig E-Mails und Online-Banner als Mittel zum Zweck. Sehr oft verwenden Betrüger dieselben Methoden wie legitime Werbetreibende.

Sie vertrauen unter anderem auf Facebook und Google, um mit ihren Bannern zu werben. Auch wenn diese Unternehmen hohe Sicherheitsmaßnahmen haben, schaffen es manche Banner doch durch diese hindurch.

Ein anderer Weg, den manche Betrüger gehen, ist, dass sie potenzielle zukünftige Opfer beobachten und ihr Online-Verhalten analysieren; das ist nicht schwer, wenn das Opfer ungeschützt im Web unterwegs ist. Deshalb ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass sichere Webseiten HTTPS in ihrer Adresse haben.

Zusätzlich sollten sich Nutzer mit einer VPN-Verbindung schützen. Diese verhindert Lauschangriffe und macht es Betrügern schwerer, Zahlungsdaten abzufangen.

Wann immer man sich jedoch dem Shopping-Spaß in der Vorweihnachtszeit hingibt, sollte man auf gewisse Warnsignale achten. Das können Angebote sein, die zu gut aussehen, um wahr zu sein; oder Links, die man von Finanzinstituten erhalten hat, da diese gefälscht sein könnten.

Daniel Markuson, Experte für digitale Privatsphäre bei NordVPN, hat die 5 häufigsten Methoden aufgelistet, die Betrüger 2020 verwenden: 

  1. Information von der Bank. Betrüger fälschen E-Mails von Banken und behaupten darin, dass der Kauf, den die Opfer getätigt haben, nicht bearbeitet werden konnte. Gewillt, die Bezahlung endgültig abzuschließen, klicken die Opfer auf den Link und geben ihre Bankdaten auf einer gefälschten Bankwebseite ein, die exakt so aussieht wie das Original. Auf diese Weise geben die Opfer ihre gesamten Bankdaten an die Betrüger weiter.
  2. „Ihre Bestellung wurde abgebrochen“. Diese Betrügereien können so weit gehen, dass dabei behauptet wird: „Entschuldigen Sie, die Bestellung ist nicht mehr auf Lager. Ihre Bestellung wurde abgebrochen. Um eine Rückerstattung zu beantragen, klicken Sie bitte hier.“ Sobald das Opfer auf den Link klickt, wird es gebeten, die Daten der Kreditkarte einzugeben, auf die die Rückerstattung überwiesen werden soll – was damit endet, dass das Bankkonto geleert wird.
  3. Ähnlich aussehende Seiten. Amazoŋ.com, eday.com, googIe.comv – den meisten Nutzern fallen die Abweichungen der Adresszeile nicht auf, solange das Design der Webseite echt aussieht. Sie führen die Zahlungen für ihre Produkte im Einkaufswagen durch, und am Ende werden sie dann ausgeraubt.
  4. Erneuern Sie für die getätigten Einkäufe Ihre Mitgliedschaft. Sobald man seine Einkäufe beendet hat, senden Betrüger eine E-Mail und behaupten, dass die Amazon Prime Mitgliedschaft abgelaufen ist und man deshalb keinen Rabatt erhalten könne. Damit die Produkte also geliefert werden können, muss man die Mitgliedschaft erneuern. Am Ende wird das Opfer dazu verleitet, seine Bankdaten preiszugeben.
  5. Gefälschte Rechnungen. Wenn die Leute mehr Überweisungen als normalerweise tätigen, kann es schnell passieren, dass man gefälschte Rechnungen bezahlt. Diese Art von Betrug nennt man Authorised Push Payment (APP). Die Opfer können die Bezahlung nicht rückgängig machen, sobald sie merken, dass sie reingelegt wurden.
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04.12.2020 Premiere von Becketts „Endspiel“

GFDK - Kultur und Medien - Theater

Wie Sie ja alle wissen, befinden wir uns derzeit im Lockdown. Für die Theater und Philharmonie Essen haben unsere Intendanten sowie die Geschäftsführung entschieden, den Spielbetrieb bis Mitte Januar ruhen zu lassen. Demzufolge mussten auch unsere für Dezember vorgesehenen Premieren verschoben werden.

Da wir zuversichtliche Menschen sind, hoffen wir nun, die Premiere „Endspiel“ von Samuel Beckett am Samstag, dem 16. Januar 2021, 19:00 Uhr, in der Casa des Schauspiel Essen rausbringen zu können.

Da halten wir es mit Bertolt Brecht: „Ja, mach nur einen Plan!“

Premiere von Becketts „Endspiel“ voraussichtlich am 16. Januar in der Casa des Schauspiel Essen

Essen. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt! Und dies gilt natürlich auch für die Planungen eines coronabedingt ausgeknockten Theaters. So hofft das Schauspiel Essen, seine ursprünglich für den 4. Dezember geplante Premiere von Samuel Becketts „Endspiel“ am Samstag, dem 16. Januar, 19 Uhr, in der Casa nachholen zu können.


Dieses 1957 uraufgeführte Vier-Personen-Stück ist mittlerweile ein moderner Klassiker, der seit über 60 Jahren das Publikum sowohl fasziniert als auch verstört.

Beckett, der als einer der wichtigsten Vertreter des absurden Theaters gilt, bringt hier nach „Warten auf Godot“ ein weiteres Schicksalspaar auf die Bühne: Hamm und Clov sind wie zwei traurige Clowns, die gegen das Unausweichliche, nämlich den (eigenen) Tod, anrennen und auch anspielen, wobei sie dabei fast beiläufig die großen Fragen zur menschlichen Existenz und dem Sinn des Lebens stellen.

Unter der Regie von Gustav Rueb spielen Jens Winterstein (Hamm) und Thomas Büchel (Clov) diese beiden gebrechlichen Alten, die die Gewohnheit ebenso aneinander kettet wie die Erkenntnis, dass sie sonst nichts am Leben hält. Clov fällt das Gehen schwer, aber immerhin:

Er könnte Hamm noch verlassen! Er wird auch nicht müde, dies anzukündigen, um dann stets doch nur kurz im Nebenraum zu verschwinden. Wohin soll er sich auch wenden? Wie seinem Leben einen Sinn geben? Indem er den blinden und an den Rollstuhl gefesselten Hamm durch den Raum schiebt?

Mit ihm spielt. Erzählt. Indem sie miteinander reden, um sich ihrer selbst bewusst zu werden. So wie Hamms greise Eltern, „die verfluchten Erzeuger“, die bettlägerig sind, sich aber immer wieder über den gleichen Witz kaputtlachen können. Manchmal hilft eben nur Humor. Denn: „Nichts ist komischer als das Unglück, zugegeben.“

An der Seite von Thomas Büchel und Jens Winterstein sind Jan Pröhl als Nagg und Monika Bujinski als Nell zu erleben. Für Bühnenbild und Kostüme sorgt Peter Lehmann. Dramaturgie: Carola Hannusch. Regisseur Gustav Rueb hat in der Saison 2018/2019 mit „Ein großer Aufbruch“ von Magnus Vattrodt einen fulminanten Abend im Grillo-Theater präsentiert.

Eintritt bei der Premiere am 16. Januar 2021: € 19,00.

Nächster Folgetermin: 17. Januar 2021, Eintritt: € 17,00

Karten unter 0201/81 22-200

Die Theater und Philharmonie Essen (TUP) weist darauf hin, dass es aufgrund eines veränderten Infektionsgeschehens zu kurzfristigen Absagen und Spielplanänderungen kommen kann. Alle Zuschauerinnen und Zuschauer sollten sich vor ihrem Theaterbesuch unter www.schauspiel-essen.de erkundigen, ob die Vorstellung auch tatsächlich stattfindet.

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01.12.2020 Elefant Kaavan auf dem Luftweg

GFDK - Kultur und Medien - Tierschutz

Ein russisches Frachtflugzeug, eine vier Tonnen schwere Transportbox und einen negativen Covid-19-Test für ein Wildtier: Nur einige der Dinge, die die globale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN für die Ausreise des einsamsten Elefanten der Welt organisieren musste.

Nach monatelangen Vorbereitungen und mehr als 35 Jahren Gefangenschaft startete Elefant Kaavan am 30.11. seine Reise vom Marghazar Zoo in Islamabad in das Cambodia Wildlife Sanctuary in Siem Reap. Dort soll Kaavan ein artgemäßes Leben mit anderen Elefanten führen.

Nun ist der berühmte Elefant Kaavan in seinem neuen Zuhause angekommen – und wurde von Popsängerin Cher empfangen.

Den historischen Wildtiertransfer setzt VIER PFOTEN in Zusammenarbeit mit den pakistanischen Behörden, den amerikanischen Geschäftsmann Eric S. Margolis und Sängerin Chers NGO Free The Wild um.

Das VIER PFOTEN Team und Kaavan sollen am Nachmittag des 30. November in Siem Reap landen. Kaavans Freilassung in sein neues Zuhause ist für 1. Dezember geplant.

Für VIER PFOTEN war Kaavans Rettung der erste Elefantentransfer, weltweit wurden bisher nur eine Handvoll erwachsene Elefanten mit einem Flugzeug übersiedelt.

Um den 36-jährigen Kaavan für seine Abreise vorzubereiten, verbrachte das VIER PFOTEN Team, bestehend aus Tierärzten und Elefantenexperten, rund drei Monate in Pakistans Hauptstadt Islamabad.

Drei Mal täglich übte das Team mit dem rund vier Tonnen schweren Kaavan den sicheren und stressfreien Ein- und Ausstieg in die Transportbox. „Kaavan fasste schnell Vertrauen zu uns und machte in kurzer Zeit große Fortschritte.

Dank seiner Kooperation konnten wir ihn nun endlich nach Kambodscha ausfliegen. Das wäre nie ohne die Unterstützung des Islamabad Wildlife Management Board, der pakistanischen Behörden und Bevölkerung, unseres Großspenders Eric S. Margolis sowie unserer Partner von Free The Wild möglich gewesen“, sagt Dr. Amir Khalil, VIER PFOTEN Tierarzt und Leiter der komplexen Rettungsmission.

VIER PFOTEN CEO Josef Pfabigan ergänzt: „Ich bin sehr stolz auf unsere Organisation, die mit dieser Rettungsaktion Geschichte schreibt. VIER PFOTEN sorgte für internationale Aufmerksamkeit, um das Leiden unzähliger Wildtiere in Gefangenschaft in den Fokus zu rücken.

Mit Kaavans Übersiedlung in ein artgemäßes Tierschutzzentrum zeigen wir, wie die Leben von den vielen Tieren, die noch immer in Substandard-Zoos auf der ganzen Welt gehalten werden, verbessert werden können. VIER PFOTEN steht dafür, Missstände zu erkennen, Tiere in Not zu retten und sie zu beschützen".

Militäreskorte und offizielle Verabschiedung vom pakistanischen Präsidenten

Die Elefanten-Rettung glich einem Staatsakt. Einige Tage vor Kaavans Übersiedlung kamen der pakistanische Präsident Dr. Arif Alvi und die First Lady in den Marghazar Zoo, um sich von dem Elefanten – ursprünglich ein Geschenk von Sri Lanka – offiziell zu verabschieden.

Am Tag der Abreise überwachte das pakistanische Militär, wie ein Kran die Transportbox mit Kaavan, insgesamt elf Tonnen schwer, auf einen LKW lud.

Danach brachte VIER PFOTEN, begleitet von einer Militäreskorte, Kaavan zum Islamabad International Airport, wo bereits eine Iljushin Il-76, ein russisches Transportflugzeug, auf den Elefanten und das Rettungsteam wartete.

Kaavan ist bei dem rund zehnstündigen Flug von Pakistan nach Kambodscha, mit Zwischenstopp in Indien, bei vollem Bewusstsein.

In seiner Transportbox wurde ein Schlauchsystem verbaut, um bis zu 200 Liter Urin abzufangen. Das VIER PFOTEN Team begleitet den Elefanten bis an sein Endziel und ist auch an Bord des Frachtflugzeugs, um Kaavans Sicherheit und Gesundheitszustand kontinuierlich zu überwachen.

Kaavan reist mit schwerem Gepäck: 200 Kilogramm Futter stehen im während der Reise zur Verfügung.

Die letzten Tiere des Marghazar Zoo

Mit Kaavan verlässt ein weiteres Tier den Marghazar Zoo, der vor seiner endgültigen Schließung steht. Zuvor hat VIER PFOTEN gemeinsam mit dem Islamabad Wildlife Management Board bereits drei Wölfe, einige Affen und alle Hasen, die ebenfalls im Zoo eingesperrt lebten, sicher innerhalb Pakistans untergebracht.

Aktuell befinden sich nur noch zwei Himalaya-Braunbären, ein Hirsch und ein Affe im Zoo. VIER PFOTEN plant die zwei ehemaligen Tanzbären Suzie und Bubloo Mitte Dezember nach Jordanien zu bringen.

Gemeinsam mit der Princess Alia Foundation betreibt VIER PFOTEN in der Nähe von Amman das Wildtierschutzzentrum „Al Ma’wa for Nature and Wildlife“.

Der amerikanische Geschäftsmann Eric S. Margolis unterstützt finanziell die Rettungsmission der Bären und der anderen Tiere. Er hat auch die Hälfte der Kosten für Kaavans Flug übernommen. An artgemäßen Lösungen für den Affen und den Hirsch wird derzeit gearbeitet.

Vom Wildtierschutzzentrum zum Substandard-Zoo

Der 28 Hektar große Marghazar Zoo wurde 1978 ursprünglich als Wildtierschutzzentrum in den Margalla Hills in Islamabad eröffnet, wurde jedoch später zu einem Zoo umfunktioniert.

Der Zoo ist seit seiner Gründung im Besitz der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Elefant Kaavan kam 1985 als Geschenk von Sri Lanka nach Pakistan. Von 1990 an teilte er sein Gehege im Marghazar Zoo mit seiner Partnerin Saheli, doch seit ihrem Tod im Jahr 2012 fristet Kaavan ein einsames Dasein.

Immer wieder geriet der Marghazar Zoo in Islamabad aufgrund seiner schlechten Haltungsbedingungen in die Schlagzeilen. Erst im Juli 2020 tauchten schockierende Aufnahmen von zwei Löwen auf, die gegen ein Feuer in ihrem kleinen Gehege kämpfen.

Beide Großkatzen starben schließlich an den Folgen einer Rauchgasvergiftung. In den vergangenen Jahren wurden über 500 Zootiere als vermisst gemeldet, allein in den letzten vier Jahren starben über zwei Dutzend Tiere im Marghazar Zoo.

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