Nachrichten aus der großen weiten Welt

12.06.2014 Subversiver Superstar

GFDK - Taschen Verlag

Künstler und Aktivist: Die erste umfassende Monografie zu Ai Weiweis Leben und Werk. Limited Edition von 1.000 Exemplaren (Nr. 101–1.100). Jedes Exemplar ist vom Künstler signiert und in ein Seidentuch eingeschlagen, das mit einem Detail des Werks Straight aus dem Jahre 2008 bedruckt ist, mit dem Ai Weiwei an das Erdbeben in Sichuan erinnert. Mit ganzseitigen, vom Künstler selbst entworfenen Scherenschnitten als Kapitelaufmacher.
 
Der chinesische Künstler Ai Weiwei genießt ein hohes internationales Ansehen, das über den Kreis der Kunstinteressierten weit hinausreicht. Seine sozialen Aktionen und Performances sowie seine Objektkunst haben ihn zu einem der weltweit führenden Konzeptkünstler gemacht. Spätestens seit er im Jahr 2011 für 81 Tage von der chinesischen Polizei inhaftiert wurde, ist er einer breiten Weltöffentlichkeit als Social-Media-Phänomen, politischer Aktivist und Kämpfer für das Recht auf freie Meinungsäußerung und individuelle Selbstentfaltung in China bekannt.

Ai Weiwei - Art Edition 

Dieses Buch ist die erste umfassende Monografie zu Ai Weiweis Leben und Werk, entstanden in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler selbst – vor Ort in seinem Atelier und mit direktem Zugang zu seinem Privatarchiv. Auf über 700 Seiten werden darin die Motivationen und Hintergründe von Ais Kunst und seinem politischen Aktivismus ausgiebig beleuchtet.
 

  • Mit vielen bislang unveröffentlichten Fotos – von Ais New Yorker Zeit bis hin zu Bildern von der Entstehung der großen Installationen in seiner Werkstatt und aus seinem Atelier
  • Mit Beiträgen von Uli Sigg, Ais langjährigem Freund und ehemaligem Botschafter der Schweiz in China, Roger M. Buergel, Kurator der documenta 2007, für die Ai im Rahmen seines Werkes Fairytale 1001 Chinesen nach Kassel brachte, und den Experten für chinesische Kultur und Politik Carlos Rojas, William A. Callahan und James J. Lally
  • Ais Stimme begleitet das Buch mit Statements aus eigens zu diesem Zweck geführten Interviews.
  • Mit ganzseitigen, vom Künstler entworfenen Scherenschnitten als Kapitelaufmacher
  • Eingeschlagen in ein Seidentuch, das mit einem Detail aus Straight bedruckt ist – einem Werk, das auf das Erdbeben in Sichuan im Jahr 2008 verweist (Digitaldruck auf Habotai-Seide, 110 cm x 100 cm)

 
Limited Edition von 1.000 Exemplaren (Nr. 101–1.100). Auch erhältlich als Art Edition (Nr. 1–100).

Der Herausgeber:
Hans Werner Holzwarth ist Buchdesigner und Herausgeber in Berlin, zahlreiche Veröffentlichungen vor allem im Bereich der zeitgenössischen Kunst und Fotografie. Für TASCHEN hat er u. a. die Titel Jeff Koons, Christopher Wool, Albert Oehlen und Neo Rauch herausgegeben.

c.waiblinger@taschen.com

 

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12.06.2014 vibrierend und elektrisierend

GFDK - Guesstimate GmbH

Das 19te Release des Berliner Label Kallias ist die Single „Secret Love“ von dem jungen und viel versprechenden Berliner Live-Duo Nod One’s Head (NOH).

Mit dabei sind 2 Remixe von dem international geschätzten Dj/Produzenten sowie Mo’s Ferry Labelgründer dapayk solo und Frank Music’s Joahnnes Albert. (early support by: Vice Magazin/Noisey, Dirty Doering, Animal Trainer, KlangKuenstler,  Fennec & Wolf).

Lotte „Lovegood“ (24) und Moritz Bommert (23) sind Nod One’s Head - ein elektronisches Live-Musik Duo. NOH versteht sich als authentische Band ohne dabei auf Clubkultur zu verzichten. Ihr UK-rooted Mix aus 90iger House und Hip Hop – blieb nicht lange unbemerkt und verschaffte ihnen dieses Jahr Bookings auf Top Festivals wie dem MELT!, Dockville & Berlin Festival. Ihr Debüt Album erscheint im Herbst.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Secret Love“ ist ein Vocal House Powerpaket, das durch eine klare Bassline in Verbindung mit einem vibrierenden Drumsetting überzeugt. Einmal gehört, geht einem die Hauptmelodie nicht mehr aus dem Kopf und vor allem aus den Füßen.

Abgerundet wird alles durch die swingende Gesangsstimme der Frontfrau Lotte Lovegood. Dapayk solo konzentriert sich in seinem Remix vor allem auf eine knallende Drum/Bass Verbindung und einen reduzierten Aufbau, was dem ganzen Track eine treibend düstere Atmosphäre verleiht. Abschließend sorgt Johannes Albert noch einmal für eine hypnotische Ladung tecknoidem House, bei der sich Synthesizer und Vocals langsam entfalten.

 

 

Guesstimate GmbH
Björn Barutzki
www.kallias.info
Kottbusser Damm 7
10967 Berlin

 

 

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11.06.2014 intim, leidenschaftlich und voll tiefer, delikater Sensorik

GFDK - Uwe Kerkau Promotion

Von zärtlichen Valentinsgrüßen über stürmische Leidenschaft bis zu trügerischem Treibsand – die Facetten menschlicher Liebe sind so unerschöpflich, wie die Songs, die über sie geschrieben wurden. Allein das Great American Songbook und seine Artverwandten beherbergen einen riesigen Schatz an amourösen Schattierungen. Wenn diese Perlen von einer Sängerin mit den Qualitäten Diana Pantons geerntet werden, offenbart sich ihre Zeitlosigkeit. „Red“, das bereits sechste Album der jungen Kanadierin, ist ein Kompendium der Liebe im Jazz – intim, leidenschaftlich und voll tiefer, delikater Sensorik. 

Sich dem zweifellos größten Thema in der Musik anzunehmen, kann gehörig scheitern und schnell in abgedroschenen Allgemeinplätzen enden. Doch wie sie schon überzeugend gezeigt hat, besitzt Diana Panton die Gabe, der tönenden Liebe eine immer wieder frische Perspektive abgewinnen. Bereits auf „From Brazil With Love“ unternahm sie eine bezwingende Verklammerung von Chansons, Pop und Bossa Nova, paarte leichtfüßige, sommerliche Liebeslaune mit bittersüßer tropischer Melancholie.

Der Multiinstrumentalist Don Thompson hatte sich nicht geirrt, als er nach einer Hörprobe ihrer frühen Vokalkünste der damals 19-Jährigen dringend riet, ihre Gesangskarriere weiterzuverfolgen. Panton erhielt Unterweisungen bei den Großen ihres Fachs wie Norma Winstone, Jay Clayton und Sheila Jordan. Parallel absolvierte sie jedoch ihren Masterabschluss in französischer Literatur und begann als Lehrerin eine universitäre Laufbahn. Doch die Musik gewann die Oberhand in Pantons Leben: Mit ihrem Entdecker Don Thompson und dem preisgekrönten Gitarristen Reg Schwager spielte sie 2005 ihr Debüt „...Yesterday Perhaps“ ein, das von der Kritik einhellig positiv bewertet wurde. 

Seitdem führte ihr Weg stetig und steil bergauf, grandiose Alben flankieren ihre Laufbahn, sie wurde mit zahlreichen Nominierungen, unter anderem fürs kanadische Grammy-Pendant, den Juno verwöhnt und zählt zu den Top 5 Jazzvokalistinnen ihrer Heimat. Wer über Diana Panton spricht, der greift zu Metaphern aus der Vogelwelt, um die filigranen Emotionen ihrer Stimme zu beschreiben. „Ihr transparenter Gesang ist nie aufdringlich und ihr rasend schnelles Vibrato ist wie der Herzschlag eines Kolibris – natürlich, makellos und rein“, begeisterte sich das Wholenote Magazine.

Für ihr neues Love Song-AlbumRed“ hat Diana Panton ihre Ausdruckspalette weiter perfektioniert. Das Album präsentiert eine beeindruckende Palette reifer Liebeslieder. Unterstützt wird Panton einmal mehr durch den Ausnahme-Gitarrist Reg Schwager und Don Thompson am Piano und an den Vibes, aus dessen Umfeld Phil Dwyer mit seinem Saxophon sowie Jim Vivians am Bass hinzutreten. Das Jazzquartett erhält durch die von Thompson selbst entworfenen Arrangements für einen Streichervierer und eine Harfe bezwingend elegantes Kolorit.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Dabei wenden Panton und ihr eingeschworenes Team ein paar Kniffe an, um die Evergreens – etliche davon aus dem Great American Songbook und bekannt geworden unter anderem durch Ella Fitzgerald, Billie Holiday oder Sarah Vaughan – erstrahlen zu lassen: „That's All“ macht eine sanfte Metamorphose zur leichtfüßigen Bossa durch, in „You're My Thrill“ wird die gefahrenvolle Träumerei durch fast impressionistische Tonmalereien veredelt, und Gershwins „Who Cares“ hangelt sich vom ruhigen Puls zu fast boppigem Finale empor.

Das emotionale Spektrum des Albums ist reichhaltig: Cole Porters „You're The Top“ swingt mit enthusiastischem Überschwang, pure Schlafzimmererotik gibt es in „Make Yourself Comfortable“ mit Duettpartner Harrison Kennedy, die breitwandigen Balladen „The Island“ und „Love Dance“ des Brasilianers Ivan Lins bekommen hier eine federnde Selbstvergessenheit. Als Elegie einer hoffnungslos der Liebe Verfallenen zeigt sich dagegen Norman Gimbels „Amazing“. Und mit „I Only Love Because Of You“ haben Panton und Thompson einen bezaubernden Liebesschwur aus eigener Feder beigesteuert.

In Kanada wurde „Red“ bereits unter die besten Jazzplatten des Jahres 2013 gewählt und bis nach Japan schwärmen Kritiker vom „zarten Glücksgefühl“, das es im Hörer hinterlässt. Diana Pantons berührender Songzyklus über die erwachsen gewordene Liebe wird auch in unseren Breiten niemanden kalt lassen. 

Album-Veröffentlichung: 22.08.2014

 

 

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11.06.2014 Emotionale Höhen und Tiefen

GFDK - Sony Music

„Nothing gold can stay“ -so formulierte der US-amerikanische Dichter und vierfache Pulitzer-Preisträger Robert Frost im Jahr 1923 jenen Sachverhalt, der sich wohl ungefähr mit den Worten „Nichts ist für immer“ übersetzen lässt und den Verlust der Unschuld, die Flüchtigkeit der Schönheit, verlorene Liebe und schließlich auch den Tod mit einschließt. Und genau diese Zeile war es auch, die Klara Söderberg (die zusammen mit ihrer Schwester Johanna das schwedische Duo First Aid Kit bildet) aufmerksam werden und innehalten ließ.

„Ich hatte die erste Strophe von ‚Stay Gold‘ geschrieben und kam irgendwie nicht weiter“, erinnert sich Klara. „Ich nahm mir einen Gedicht-Sammelband und dachte: ‚Ich schlage ihn auf und schaue, ob ich darin irgendetwas finde, das mich inspiriert‘. Ich stieß sofort auf ‚Nothing Gold Can Stay‘. Es war buchstäblich das Erste, was ich sah und es war einfach nur perfekt“. So perfekt, dass sich Klara die Zeile für den Refrain entlieh, der letzten Endes zum Herzstück und Titel des neuen First Aid Kits-Albums „Stay Gold“ wurde, mit dem die Band nun ihr Debüt beim Sony Music-Label Columbia Records feiert. „Es ist ein Song über Veränderung, und möglicherweise den Wunsch, sich gar nicht verändern zu wollen“, ergänzt Johanna.   

Verändert hat sich für die Söderberg-Schwestern in den vergangenen sechs Jahren eine ganze Menge. Ihre Coverversion des Fleet Foxes-Songs „Tiger Mountain Peasant Song“ hatte den Teenagern 2008 im Nu den Ruf eingebracht, großartige Musikerinnen und Performerinnen zu sein. Ihr YouTube-Video bescherte ihnen neben weltweiter Aufmerksamkeit und Millionen Views auch jede Menge prominente Fans. Zwei Jahre später veröffentlichten sie ihr Debütalbum „The Big Black & The Blue“, das ihnen nicht nur euphorische Presse-Stimmen, sondern auch zu gemeinsamen Auftritten und Konzerteisen mit Patti Smith, Jack White, Lykke Li und Bright Eyes führte. 

„Wir waren seit schon langer Zeit große Fans von Conor Oberst [Bright Eyes]“, erklärt Johanna. „‘Lua‘ war einer der ersten Songs, den Klara auf der Gitarre lernte. Als er dann mit Monsters Of Folk in Schweden auftrat, gelang es uns, hinter die Bühne zu kommen und Conor unsere erste Platte zu geben. Ein Jahr später traten wir in Austin auf und er kam zu unserer Show und sagte, dass er sie toll fand. Wir lernten [Bright Eyes/Monsters Of Folk-Mitglied/Produzent] Mike Mogis kennen, und wir fragten ihn, ob er unsere nächste Platte produzieren wollte.“

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Mogis willigte sofort ein und 2011 machten sich die beiden Schwestern auf nach Omaha, um in seinem Studio ihr Album „The Lion’s Roar” aufzunehmen, mit dem ihnen der international Durchbruch gelingen sollte. Der Longplayer enterte die schwedischen Charts auf Platz eins und wurde weltweit von den Kritikern gefeiert. Das Magazin Mojo bezeichnete das Album als „erstaunlich“, die BBC als „großartig“. Der Rolling Stone wählte „Emmylou“, ein Liebeslied mit klassischen Country-Bezügen, zu einer der besten Singles des Jahres 2012 und schwärmte: „Man wird in diesem Jahr keinen Song hören, der schöner gesungen ist“. Sie traten beim legendären Newport Folk Festival, bei Lollapalooza und in Glastonbury auf, und spielten im Vorprogramm von Rodriguez in der Radio City Music Hall. „Emmylou“ bescherte ihnen außerdem eine Einladung in die TV-Shows von Conan O’Brien und David Letterman.

Doch nicht jede Veränderung ist gleichzeitig auch gut. Glück und Erfolg können auch Liebeskummer, Einsamkeit und Heimweh mit sich bringen. Manchmal sehnen wir uns nach Veränderung, nach einem Ausweg, der dann aber doch nicht kommt. Und mit dieser fast schon schmerzlichen Weisheit, die man Johanna (23) und Klara (21) angesichts ihres jungen Alters kaum zutrauen würde, bringen sie das emotionale Spektrum auf „Stay Gold“ perfekt auf den Punkt.

Das Album beginnt mit einer staubigen, Spaghetti-Western-artigen Streicher-Melodie, die von einem aus Omaha stammenden Streichorchester eingespielt wurde. Das Ensemble taucht auf dem Album immer wieder mit Filmscore-haften Passagen auf, die von Nate Walcott (Broken Bells, Rilo Kiley) arrangiert wurden. Der erste Song „My Silver Lining“ galoppiert flott durch eine Existenz-Krise und legt den thematischen Grundstein für ein Album, dem es gelingt, auch in Phasen der Dunkelheit und Angst Momente der Hoffnung und des Lichts zu finden. „Master Pretender“ ist eine umfassende Reflektion über das Erwachsenwerden und wie man aus Fehlern lernt, „Stay Gold“ betrauert Verlust und die Unsicherheit der Zukunft. „What if our hard work ends in despair, what if the road won't take me there?” singen sie in wundervoll ineinander verwobener Harmonien. "What if to love and be loved's not enough, what if I fall and can't bear to get up? / Oh I wish for once we could stay gold."

Die Texte sind wesentlich intimer als bei den vorangegangenen First Kit Aid-Veröffentlichungen. „Auf unseren anderen Platten haben wir viel über Natur und märchenhafte Dinge geschrieben“, sagt Johanna über ihre frühen Aufnahmen, die Elemente aus der amerikanischen Folkmusik mit schwedischer Folklore und Storytelling vereinte. „Aber wenn du dir die Texte auf diesem Album anhörst, dann wirst du merken, dass sie viel mehr von uns handeln, sie sind viel persönlicher.“

„Cedar Lane“ ist ein Walzer, der sich um Liebeskummer dreht und in dem Mantra-artig immer wieder die Zeile „something good will come out of this“ zu hören ist, in „Shattered & Hollow“ manifestiert sich unmissverständlich der Wunsch nach Entkommen. In „Waitress Song“ phantasiert Klara darüber, wie es wäre, alles hinzuschmeißen und ein komplett neues Leben zu beginnen. „I could move to a small town and become a waitress", singt sie, „say my name was Stacy / and I was figuring things out.”

„Es handelt davon, von den verschiedenen anderen Leben zu träumen, die man leben könnte“, sagt sie über den Song, der bei Soundchecks während einer Tour mit Jack White entstanden war und der vom vielen Neko Case-Hören inspiriert wurde. „Ich glaube, jeder hat derartige heimliche Wünsche, dass man einfach davon laufen könnte und irgendwo ein neues Leben beginnen. Nicht, dass ich so etwas tatsächlich tun wollen würde, ich wollte nur ein wenig meiner Phantasie freien Lauf lassen.“

Für die beiden Schwestern aus dem suburbanen Stockholm, die nun Label-Kollegen von Idolen wie Bob Dylan und Leonard Cohen sind und mit einigen der größten Namen des Indie- und Modern-Folk-Szene touren, trägt die Realität derzeit ohnehin eher phantastische Züge. Die Beiden haben aber einen langen, steten Aufstieg hinter sich, der sie erst dorthin gebracht hat. Die Zukunft mag immer Unsicherheiten parat halten, doch im Jetzt sind die Dinge für First Aid Kit mehr als golden: die Veröffentlichung des besten Albums ihrer Karriere steht kurz bevor – und das Morgen könnte kaum prachtvoller aussehen.

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10.06.2014 ironischer blick auf die welt

GFDK - Hanser Berlin

Späten Ruhm erfährt Eduard Saxberger in vorgerücktem Alter. Ein junger Mann sucht ihn auf und gibt sich als Leser jenes schmalen Bandes zu erkennen, mit dem Saxberger einst für Furore sorgte; der Verehrer lädt ihn in einen Schriftstellerverein ein, denen er als Vorbild gilt.

Zuerst beschämt, an das verlorene Vergangene erinnert zu werden, dann fasziniert von den Debatten um die wahre Kunst, schließt sich Saxberger den Literaten an. Aber Neues zu schreiben, bemerkt er bald, schafft er nicht mehr. Ein Jahr nach dem Erfolg von "Anatol" und ein Jahr vor dem Durchbruch mit "Liebelei" werden in diesem jetzt erstmals veröffentlichten frühen Porträt der literarischen Boheme die Ängste und Zweifel des 32-jährigen Arthur Schnitzler sichtbar.

Pressestimmen zur Arthur Schnitzlers "Später Ruhm"

Entstanden 1894, ins Reine geschrieben vierzig Jahre später, vergessen im Nachlass, sorgt Arthur Schnitzlers Novelle in diesen Tagen für einigen Presserummel. "'Später Ruhm' ist eine späte Entdeckung. Es ist schon sehr viel mehr vom großen Schnitzler in dieser Novelle zu erkennen, als ihr Verfasser selbst geahnt haben dürfte." Hubert Spiegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Was man aus seinem hundertzwanzig Jahre alten Text lernen kann – und was selbst Karl Kraus hätte aus ihm lernen können –, ist ein ironischer Blick auf sich und die Welt. Das macht diese Novelle aus der Wiener Moderne zu einem modernen Text von heute.“ Volker Weidermann, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 11.05.14

„Ein Ereignis für jeden literarisch Interessierten.“ Hans-Jost Weyandt, Spiegel Online, 11.05.2014

"Die tragikomische Geschichte vom verzauberten Biedermann, der Anschluss an eine Zeit zu finden sucht, aus der er längst herausgefallen ist, folgt einer schlichten, aber mitreissenden und präzis durchgeführten Psychologie." Andreas Breitenstein, Neue Zürcher Zeitung, 15.05.14

„Ein vorzügliches Stück tüchtig satirischer und psychologisch informierter Literatur.“ Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau, 16. 05.14

"Ein melancholisch-ironisches Stück, in dem Schnitzler – Anfang 30, den eigenen Ruhm noch vor sich – eine nostalgische Pose probt und zugleich seine eigenen Künstlerfreunde sanft ­karikiert." Martin Ebel, Tages-Anzeiger, 16.05.14

„Ein bezauberndes Stück Literatur.“ Barbara Mader, Kurier, 19.05.14

"Ein neuer Text des großen österreichischen Dramatikers und Erzählers, erstmals überhaupt veröffentlicht, ist für jeden Liebhaber deutschsprachiger Literatur ein Leckerbissen." Mathias Schnitzler, Berliner Zeitung, 20.5.14

Über den Schrifsteller Arthur Schnitzler

Arthur Schnitzler, geboren 1862 in Wien, gestorben 1931 ebenfalls in Wien, studierte Medizin und interessierte sich schon früh für Psychologie. Schnitzler wird häufig als literarisches Pendant Sigmund Freuds bezeichnet. In seinen Dramen und Novellen bringt er das Unterbewusstsein seiner Figuren unmittelbar und drastisch zum Vorschein.

Udo Samel, 1953 geboren, gehörte von 1978 bis 1992 zum Ensemble der Berliner Schaubühne und arbeitete mit Regisseuren wie Peter Stein und Luc Bondy zusammen. Nach einem Engagement am Schauspiel Frankfurt ging er 2004 an das Wiener Burgtheater. Sein Kinodebüt gab Udo Samel in dem Film Messer im Kopf; für seine Rolle als Franz Schubert in Mit meinen heißen Tränen wurde er mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Dem Fernsehpublikum ist er durch zahlreiche Gastauftritte in Krimiserien sowie durch seine Rollen in Durchreise – Die Geschichte einer Firma und Deutschlandspiel bekannt.

 

Paul Zsolnay Verlag /Hanser Verlag Juni 2014


Hanser Berlin
E-Mail: PresseBerlin@remove-this.hanser.de

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10.06.2014 Von A wie Amore bis Z wie Liebe

GFDK - Uwe Kerkau Promotion

Eine einsame Pianomelodie rieselt den Rücken hinunter. Bekümmert, besorgt, verloren. Wird das nun das intimste und intensivste Album von Hendrix Ackle sein? Alles was bleibt? Und alles, was nie mehr ist?

So selbstverständlich wie die Aare bei Koblenz (CH) und Waldshut (D) in den Rhein fliesst, so logisch lässt nun der Schweizer Sänger und Songwriter Hendrix Ackle seine Heimat hinter sich. Um Deutschland zu erobern? Natürlich nicht. Musiker erobern nicht Länder, sondern Keller, Garagen, Schuppen, Clubs, Festivals und Open Airs - eins ums andere. 

Vor beinahe 20 Jahren gründete der Sänger und Pianist Hendrix Ackle zusammen mit Richard Cousins die Band Hendrix Cousins. Es war der gelungene Versuch einer Mélange von europäisch geprägtem Liedgut und afro-amerikanischem Blues, Soul und Funk. Sie überdauerte zehn Jahre und brachte zwei Alben hervor.  

Was jedoch schon lange um die Ecke guckt und höchst fällig wäre: Hendrix’ erstes Soloalbum! Aber  sich hinzusetzen und einsam fünfzehn Songs aus dem Bleistift saugen? Vielmehr liess sich Hendrix vom Musikerleben selbst überschwemmen. Sprang mal da ein, spielte dort mit - in der Annahme, es entstehe eine Verdichtung. Hendrix tat sich schwer, sich zu einer Melodie hinzutasten. Warum? «Zum einen war ein grosser Teil des Materials Songs, die schon mal eher stille Pflänzchen waren. Und je länger ich an ihnen arbeitete, desto besser gefiel mir dieses Unaufgeregte, Ruhige.» 

Und je länger Hendrix an den Song arbeitete, desto besser gefiel ihm diese Ruhe. Irgendwann begann er damit, auch die lauteren, dichteren Lieder zu entschlacken und das Tempo rauszunehmen. Hendrix realisierte, dass die Entschleunigung und das Ausdünnen neue Räume öffnete und Platz und Zeit zum Atmen liess. 

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

«Ich kam auf eine Art von Trip. Habe dauernd alles wieder umgeschrieben, weil ich plötzlich  überwältigt war von dieser neuen Klarheit und Transparenz. Ich liess mir mehr Zeit, mehr Sorgfalt, mehr  Behutsamkeit. Was wiederum bei den Texten dazu führte, dass ich mir noch mehr Zeit liess. Verbindlicher sein wollte in den Aussagen.» Und dann kamen da auch Geschichten hoch, die einem nachdenklich machen. Irgendwann war's dann ein bewusster Entscheid, ein Album zu machen, das beim Anhören etwas Zeit und Aufmerksamkeit braucht. Etwas, das sich dem schnellen Rein- und Rauszappen entzieht. Dabei war ihm Mark Hollis' Soloalbum im Hinterkopf immer eine Referenz.

Was fällt Dir leicht? «Über lange Zeit gar nichts. Aber irgendwann im Verlauf der Arbeit stösst Du eine Tür oder ein Fenster auf und dann macht plötzlich vieles Sinn und geht leicht von der Hand was vorher und nachher ein unglaublicher Krampf ist.»

Wann wird’s persönlich in Songs? «Beim Schreiben gab es oft Momente, in denen es schwer fiel, die richtige Balance zu finden zwischen Persönlichem, allzu Persönlichem und Unpersönlichem. Ich mag es nicht wenn in Songs der Eindruck entsteht dass da jemand grad angestrengt auf Tiefe und Betroffenheit macht. Andererseits möchte auch ich gerne berührt werden und ergriffen jemandem zuhören. Generell fällt mir die textliche Ebene schwerer als die musikalische.» 

Kein Wunder: Die Machart dieses Albums entpuppt sich häufig von diabolischer Raffinesse. Der Song «Hunger» ist eine Art Low Key Spoken Word Song. Dazu kam’s, weil hier ausnahmsweise die Musik vor den Worten da war. Der perkussive Einstieg evoziert Bilder einer Bergwiese mit Geissen und Glöckchen. An einer Stelle singt der Sänger ‘to give in’, dreimal. Beim dritten Mal hat der Produzent die zwei Zischlaute von «to give» kurz in den Hall getunkt. Ehrfurcht im Detail. 

So wie Hendrix singt, sind seine Silben halb nach innen und halb in die weite Welt hinaus gerichtet. Seine Singsprache ist makelloses Englisch. Die Worte sind nie gleichmässig betont - vielmehr pickt sich der Sänger die wichtigsten und emotionalsten Wörter heraus. Das ist zwar nicht immer auf Anhieb verständlich, aber souveräner, cool und funky. Jede betonte und jede halbverschluckte Silbe dient einem emotionalen Fluss, der sich durch das ganze Album zieht.

Hendrix Ackle wollte schon immer mal seine Songs wie ein Jazztrio aufnehmen. Das heisst: Alle spielen im selben Raum, zur selben Zeit. «Wichtig war mir da die Möglichkeit, dass jeder sofort auf jeden reagieren kann» meint Hendrix. «Und andererseits ergeben die Übersprechungen von Instrument zu Instrument einen eigenen Sound und einen ganz speziellen Charakter.» 

Da kann man nur sehr schwer und ganz punktuell Korrekturen anbringen, wenn mal was in die Binsen geht. Schliesslich führte es dazu, dass das Schwergewicht auf den Gesamteindruck und -ausdruck ging. Und weniger um die technisch perfekte Darbietung. In Wolfgang Zwiauer an den Bässen und Alfred Vogel an Schlagzeug und Perkussion hat Hendrix für diesen Zweck zwei kongeniale Musiker gefunden. Beide sind sie auch in der Popmusik zu hause, aber ihre Liebe zu Jazz und ganz freien Spielformen ist unüberhörbar. Daniel Pezzotti am Cello und vor allem Max Lässer an verschiedenen Gitarren haben dann in nachträglichen Aufnahmen das Album punktuell veredelt.

Das ausgesprochen Sphärische - wie kam es zustande? «Ich denke alle an diesem Album beteiligten Musiker haben die Fähigkeit sich in die Musik reinfallen zu lassen. Eine der Vorgaben bei den Aufnahmen war, dass wir die Songs, die Musik nicht vor uns her treiben. Wir müssen nicht bei einer Minute zehn beim Refrain angekommen sein. Wir haben, begünstigt durch die Situation, dass wir alle im selben Raum gespielt haben, quasi im Sound gebadet, haben uns in der Musik treiben lassen. »

Das Unterwegssein mit Musik ist für Hendrix grundsätzlich etwas vom Besten was es gibt. Klar scheint Amsterdam im ersten Moment spannender als Ried und wenn man am nächsten Morgen nicht grad wieder los muss ist man vielleicht lieber in Berlin als im Hunsrück. Aber die Abende die bleiben, können überall stattfinden.

Worüber singt Hendrix? Von A wie Amore bis Z wie Liebe - erinnerte, vergangene, schmerzhafte oder versöhnte. Das ganze Album eine Operation am offenen Herzen. Klassischer als Du und Ich geht’s nicht mehr.

 

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10.06.2014 Alte Musik und blühende spanischen Kunst der Renaissance

GFDK - KlassikAkzente

2014 jährt sich El Grecos Tod zum 400. Mal. Der weltberühmte Maler verbrachte den Großteil seines Lebens in Toledo, Zentrum der Musikkultur Spaniens. Das Ensemble Plus Ultra widmet ihm ein Album mit Werken von Morales, Lobo, Guerrero und de Tejeda.

Michael Noone betreibt im Archiv der Kathedrale von Toledo seit 2002 Studien. Dort entdeckte der australische Musikwissenschaftler schon mehrfach unbekannte Werke bedeutender spanischer Renaissance-Komponisten wie Cristóbal de Morales und Francisco Guerrero. Um sie einem zeitgenössischen Publikum in Konzerten und Aufnahmen zugänglich zu machen, gründete er das Ensemble Plus Ultra.

Das renommierte Ensemble veröffentlichte bereits eine Reihe von Alben, die einzelnen Komponisten aus dem Goldenen Zeitalters Spaniens gewidmet waren, darunter die mit dem Gramophone Award 2012 für Alte Musik ausgezeichnete 10CD-Box "Tomás Luis de Victoria: Sacred Works" und "Morales en Toledo".

Mit "From Spain to Eternity (El Greco's Toledo)" (Archiv Produktion) stellt das Ensemble Ultra Plus nun erstmals mehrere spanische Komponisten der Renaissance in einen gemeinsamen Kontext.

Kirchenmaler und Kirchenmusik

Toledo steht im Mittelpunkt der spanischen Jubiläumsfeiern zum 400. Todestag von El Greco, dem weltberühmten Renaissance-Maler (1541-1614). In der Stadt im kastilianischen Herzen Spaniens verbrachte der gebürtige Grieche den Großteil seines Lebens, 37 Jahre. El Greco schuf in Toledo seine wichtigsten Werke, darunter "Das Begräbnis des Grafen von Orgaz", "Laokoon" und "Die Öffnung des fünften Siegels".

Mit dem Album "From Spain to Eternity (El Greco's Toledo)" erweckt das Ensemble Plus Ultra die mehrstimmige Musikkultur an der Kathedrale von Toledo um die Jahrhundertwende 1600 zum Leben, von der El Greco, der 1577 als Kirchenmaler in die Stadt kam, tagtäglich umgeben war und zweifellos inspiriert wurde.

Toledo, bis 1561 spanische Königsresidenz, war als kulturelles und religiöses Zentrum der katholischen Gegenreformation in Spanien Anziehungspunkt für zahlreiche bedeutende Künstler. Die prachtvolle Catedral de Santa María de la Asunción de Toledo, ein Höhepunkt spätgotischer Baukunst, war Sitz des Primas von Spanien. An dieser Kathedrale wirkten drei der vier auf diesem Album vorgestellten Komponisten als maestro di capilla.

Blütezeit spanischer Kirchenmusik

Mit dem schwindenden Einfluss der frankoflämischen Schule erlebte das Spanien des Goldenen Zeitalters eine Blüte der mehrstimmigen geistlichen Vokalmusik. Die herausragende Figur war Cristobal de Morales (1500-1553), der sich ähnlich wie der Maler El Greco ganz auf die Schöpfung sakraler Werke konzentrierte. Er wirkte von 1545-1547 als Kapellmeister in Toledo.

Morales’ Musik, auf diesem Album repräsentiert durch die Motetten "Quanti mercenarii" und "Clamabat autem mulier Chananea" und die Lamentatio "Expandit Sion manus suas", fand noch posthum weite Verbreitung. Sie war für die spanische Renaissancemusik stilprägend, mit funktionsharmonischen Fortschreitungen (Grundtonbewegungen in Quarten und Quinten), einem freien Gebrauch von Querständen, wie man sie auch in der englischen Musik der Zeit etwa bei Tallis hört, und dem kunstvollen Gebrauch imitatorischer Satztechniken.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Alonso Lobo (1555-1617), ab 1593 Kapellmeister an der Kathedrale von Toledo, bezog sich bei nicht weniger als fünf der sechs Messen seiner Sammlung von 1602 auf Motetten seines hochgeschätzten Kollegen Francisco Guerrero (1528-1599), einem Schüler von Morales. Lobos Missa "Prudentes virgines" basiert auf einer fünfstimmigen Motette Guerreros über das Gleichnis von zehn Jungfrauen (Matthäus 25, 1-13). Das Ensemble Ultra Plus stellt beide Werke auf seinem neuen Album vor.

Alonso de Tejeda (1540-1628) trat 1605 die Nachfolge Alonso Lobos als maestro di capilla der Kathedrale von Toledo an. Das Ensemble Plus Ultra hat zwei seiner Motetten ausgewählt, die Trauer zum Thema haben: "Miserere mei" ist eine Vertonung der ersten zwei Verse des vierten Bußpsalms, während es sich bei "Rex autem David" um eine von nur zwei spanischen Vertonungen der Klage König Davids um seinen Sohn Absalom handelt.

Erhebender Klangzauber

Das sechsköpfige Ensemble Plus Ultra bringt den erhebenden Klangzauber dieser Werke mit ganz und gar organischem und perfekt verschmolzenem Gesang zu voller Entfaltung. Es gelingt ihm eine musikalische Nachbildung der Stimmungslandschaft im Spanien der katholischen Gegenreformation - mal düster umwölkt, dann wieder strahlend klar und farbenprächtig, dabei stets erfüllt von transzendentaler Sehnsucht wie ein Gemälde El Grecos.

Der informative Essay von Ensemblegründer und -leiter Michael Noone und das elegante Artwork mit einem Detail aus "Blick auf Toledo", einem der wenigen Landschaftsgemälde von El Greco, machen "From Spain to Eternity (El Greco's Toledo)" zu einer höchst empfehlenswerten Anschaffung. Nicht nur für Liebhaber Alter Musik, sondern für all jene, die ein Interesse an der blühenden spanischen Kunst der Renaissance haben.


Quelle: KlassikAkzente

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09.06.2014 Innere Einkehr zum Ich

GFDK - Sony Music

Nach ihrem großen Überraschungserfolg im letzten Jahr, in dem OK KID in verschiedensten musikalischen Kreisen vom Geheimtipp zur Herzensband wurden, veröffentlicht die Band nun zur Veredlung und Abschluss ihres Debüts eine neue EP. Entstiegen aus den Untiefen Gießener Hip Hop-Cyphers haben sich die drei unlängst auf einen eigenen Weg gemacht.

Sie selbst benennen sich nach 2 Radiohead Klassikern, haben sich im Mosh-Pit bei Atari Teenage Riot in der Jugend die Knie blutig getanzt und sind bekennende Strassenrapfans. Bei genauerer Betrachtung der drei Wahl-Kölner wird schnell klar, dass Genre- oder Szene-Dogmen keine Rollen spielen. OK KID geht es darum deutsche Popmusik zu machen, die ihren eigenen Ansprüchen an Qualität, Ästhetik und Tiefe gerecht werden soll. Popmusik, die sich nicht beim Hörer anbiedern muss; Songs  die auf der eine Seite vielleicht leicht ins Ohr gehen, aber trotzdem genügend Subebenen in Text- und Soundästhetik bereithalten, um auch nach dem 10. mal hören nicht langweilig zu werden. 

Doch wer sind OK KID eigentlich? 

Da wäre Raffi, der seit frühen Teenagertagen Beats baut und parallel Schlagzeug in Bands spielt, Moritz mit seiner Leidenschaft für analoge Synthesizer, der schon früh anfängt eigene Songs zu schreiben und Sänger bzw. Rapper Jonas, der sein Handwerk auf unzähligen Freestyle-Cyphern gelernt hat.  

In Zusammenarbeit mit Sven Ludwig, der mit der Band zusammen schon für die Produktion des Debütalbums verantwortlich war, entsteht ein Klangkonzept, dass bewusst Ein- und Ausschläge in viele musikalische Richtungen gibt. Da harmonieren pulsierende Beats, die an Künstler wie Rustie  oder sogar Dr. Dre erinnern, mit der Liveband-Ästhetik einer Interpol- oder Friendly Fires-Platte. Dazu die schnörkellose und ehrliche Sprache, irgendwo zwischen Rap und Gesang, zwischen Mike Skinner (The Streets) und Ton Steine Scherben. 

Mit ihrer neuen Grundlos EP machen sich OK KID ein zweites mal Luft, sprechen Ungesagtes aus und hinterlassen Köpfe und Herzen besenrein.

Die Verbindung zwischen Album und EP wird, abseits vom handfest weltlichen, auch musikalisch wie inhaltlich schnell klar. So beginnt die Nummerierung der EP-Stücke dort, wo die des Albums endete.

Die Stücke auf OK KIDs Grundlos EP schließen aber nicht nur Lücken und vollenden die Kapitel des Debütalbums. Sie sind auch eine Lupe auf das bereits gesagte und lassen Worte, die zuerst vage zwischen Zeilen anklangen, plötzlich klar und deutlich aufleuchten.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Diente das Album noch als Spiegel ihres direkten Umfeldes und setzte sich oft mit allgemeineren Konflikten auseinander, ist die EP nun eine innere Einkehr und eine Rückkehr zum Ich.

Wo eben noch ein schillerndes Wir einen Reigen aus Gemeinsamkeiten und unüberbrückbaren Distanzen tanzte, sammeln sich nun die Gedanken einsam in einem Kopf, der in einem Waschbecken steckt, sich abschottet und sehen will, ob er noch mit sich allein sein kann („Unterwasserliebe“). Der warmgehaltene Kaffe des Albums, die halbverbrannte Brücke zu einer alten Beziehung (entliehen aus Rocko Schamonis Roman „Sternstunden der Bedeutungslosigkeit“), ist inzwischen kalt geworden. Verschüttet, bildet er einen unwirklichen Fleck auf der Tischdecke („Februar“). Der innere Konflikt zwischen Mut und Resignation ist hier kein allgemeiner, sondern ein eigener. Der Tanz auf der Rasierklinge, der Spaziergang auf der „Borderline“. Glück und Schrecken im Gefühl, auch unter vielen, am Ende doch nur man selbst und immer allein zu sein. Dann Erlösung und Fluch darin finden, dass selbst der eigenste Gedanke schlussendlich doch ein allgemeiner ist.

Dies ist natürlich nur eine, der vielen Lesarten der EP, deren Stücke stets offen genug sind um sich seinen eigenen Weg durch die wunderbar waghalsigen Assoziationsketten von Jonas Schubert zu bahnen, die er scheinbar immer zwischen Bedacht und kontrollierter Zufälligkeit auf den Takt setzt. Mit einem begleitenden fünfteiligen Episodenfilm wird zudem die visuelle Ebene der EP geöffnet.

Wie inhaltlich, werden auch musikalisch die Fäden des Debüts weiter gesponnen - einige Klangkonzepte verdichten sich, andere werden zurückgelassen. Sowie etwa die HipHop-Prägung des Trios die in diesen fünf Stücken noch deutlicher wird. Auch lässt sich Schubert vom festen Puls der Beats zeitweilig zu Vortagsweisen verführen, die den Rapper in ihm mehr denn je aufblitzen lassen.

Die Musik ist die sinnige Konsequenz aus den Instrumentalen des Albums, womit in ihnen gleichsam ein Abschluss und ein Neubeginn liegt. Denn die Grundlos EP verputzt brüchige Stellen, reißt alte Wunden auf und endet prophetisch mit einem Anfang. Denn vor allen Worten, die es zu finden lohnt, vor allem was man sagt oder verschweigt, vor jeder weiteren Regung, spielt unser Herz Musik. Zuerst war da ein Beat.

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09.06.2014 Zeitgenössische Jazz Kompositionen

GFDK - Edel

HOME AWAY FROM HOME ist das Resultat einer beeindruckenden Zusammenarbeit zwischen der Komponistin Ayn Inserto und dem Colours Jazz Orchestra des Posaunisten Massimo Morganti.

Sie begann 2008, als Morganti Ayn Inserto zum ersten Mal für einen Kompositions-Workshop und ein Konzert in seine Heimatstadt Senigallia einlud. Massimo Morganti hörte ihre Musik zum ersten Mal während seiner Zeit am Berklee College in Boston. Die intensive Zusammenarbeit begann 2010, als Inserto ein Stück nur für Morganti und seine Frau schrieb. Kurz darauf fragte der Posaunist die Komponistin, ob sie noch weitere Stücke für das Colours Jazz Orchestra schreiben könnte. Und so kam bald das Material für diese Aufnahme zusammen.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Für Massimo Morganti repräsentiert diese Musik die zeitgenössische Kompositionsweise für Bigband, sehr offen, mit einem linearen Ansatz, so wie der späte Brookmeyer, dessen Schülerin Ayn Inserto war.

 

Edel AG
Bernd Hocke
Mail: info@edel.com

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08.06.2014 mit John Legend, Will.I.Am, Milton Nascimiento u.a.

GFDK - Uwe Kerkau Promotion

Der erfolgreichste brasilianische Musiker aller Zeiten überrascht auf seinem neuen Album mit einem Hauch von Magie!

Der Produzent, Komponist, Pianist und Sänger Sérgio Mendes ist seit fünf Jahrzehnten eine feste Größe in der Musikwelt und einer der erfolgreichsten Künstler Brasiliens überhaupt. Im Juni 2014 veröffentlicht OKeh/Sony Music  Mendes` neuestes Album MAGIC – welches er  in Los Angeles und Salvador (Bahia) mit einer ganzen Schar von Freunden und Gästen eingespielte u.a. mit John Legend, Will.I.Am, Milton Nascimiento u.a.  

Der Opener, One Nation, eine Hommage an den Weltfußball und seine Fans sowie  Simbora, der letzte Titel auf dem Album entstanden in enger Zusammenarbeit mit Carlinhos Brown.

My My My My Love zeigt Sérgio Mendes und Will.I.Am in Höchstform. John Legends gelungener Text und sein markanter Gesangsstil machen Don’t Say Goodbye zu einem absolut hörenswerten Song. Die brasilianischen Künstler, die auf dem Album vertreten sind, reichen von der Legende bis zum Newcomer: Die brasilianische Legende Milton Nascimiento ist mit dem selbst geschriebenen Song

Olha A Rua vertreten, die Sängerin Gracinha Leporace, Sérgios Ehefrau, mit dem Titel When I fell in Love sowie mit Hidden Waters, einem neuen Titel von Sérgio Mendes.

Die neue Generation der brasilianischen Sänger repräsentiert Maria Gadu, die selbst den Text zu Sérgios Meu Rio verfasst hat und hier beweist, warum sie zu den begehrtesten Nachwuchskünstlern ihres Landes zählt. Ana Carolina überzeugt in Guingas Atlantica, einer anrührenden Ballade. Seu Jorge ist die männliche Stimme, die in Sou Eu über einem lässigen Groove brasilianischer Färbung zu hören ist.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Das verbindende Element all dieser Songs ist die “Stimme” von Sérgio Mendes’ Klavier und die Art und Weise, in der er diesen Songs seinen musikalischen Stempel aufdrückt. So auch bei Magic, dem einzigen Instrumentaltitel, der dem Album seinen Namen gab und vom Saxophonisten Scott Mayo gespielt wird.

Als einer der international erfolgreichsten Künstler Brasiliens hat Sérgio Mendes über 35 Alben eingespielt, die ihm zahlreiche Gold- und Platin-Auszeichnungen eintrugen, und dreimal wurde ihm der Grammy® verliehen.
Die für Mendes typische Innovationsfreude und Vielseitigkeit versetzte ihn in die Lage, mit einer Vielzahl von Künstlern zusammenzuarbeiten. Im Jahr 2006 brachte er seine CD “Timeless” heraus, ein Gemeinschaftsprojekt mit Topmusikern aus den Bereichen Pop, Rock, Urban und Hip Hop, darunter Justin Timberlake und Black Eyed Peas. Fünf Jahre später erschien sein 39. Album “Celebration: A Musical Journey”, das einen Querschnitt seiner Aufnahmen aus 50 Jahren bot und neben Song-Klassikern zwei Neuaufnahmen enthielt.
Sein kultiges Album HERB ALPERT PRESENTS SERGIO MENDES & BRASIL ’66 wurde zudem in die Grammy® Hall of Fame aufgenommen.

Sérgio Mendes ist ein facettenreicher Künstler, dessen Spektrum von den Soundtracks für die Animationsfilme “Rio” und “Rio2” bis zu Auftritten mit Nachwuchskünstlern sowie mit Legenden nahezu aller Musikgattungen reicht.

Die eindrucksvolle künstlerische Gestaltung der Titelseite des neuen Albums basiert auf dem Bild “Der Pianist” des zeitgenössischen brasilianischen Malers Claudio Souza Pinto, dessen Werke bereits in der ganzen Welt ausgestellt wurden.

 

 

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