Nachrichten aus der großen weiten Welt

22.09.2022 Mit Virginie Efira in der Hauptrolle

GFDK - Kultur und Medien

WAS DEIN HERZ DIR SAGT – ADIEU IHR IDIOTEN! gewann in Frankreich sechs Césars, u.a. für den Besten Film, die Beste Regie und das Beste Drehbuch. Über zwei Mio. Besucher lockte die wunderbar durchgeknallte Komödie in die Kinos. In den Hauptrollen überzeugen Albert Dupontel, der auch Regie führte, und Virginie Efira (BIRNENKUCHEN UND LAVENDEL). Kinostart ist am 20. Oktober 2022.

WAS DEIN HERZ DIR SAGT – ADIEU IHR IDIOTEN! erzählt die Geschichte eines völlig ungleichen Trios, bestehend aus der Friseurin Suze, dem Computernerd JB und dem blinden Archivar Mr. Blin. Die drei begeben sich auf eine ebenso unwahrscheinliche wie aufregende Suche nach Suzes Sohn, während sie selbst von der Polizei gejagt werden…

Die belgisch-französische Schauspielerin Virginie Efira (BIRNENKUCHEN UND LAVENDEL) beweist erneut ihre darstellerische Klasse. Albert Dupontel (TAGEBUCH EINES LANDARZTES), der in Frankreich so populäre Regisseur, Drehbuchautor und Darsteller, schrieb sich die Rolle des gefühlsgehemmten JB selbst auf den Leib. Mr. Blin wird von Nicolas Marié gespielt.

OT: ADIEU LES CONS

von Albert Dupontel

mit Virginie Efira, Albert Dupontel, Nicolas Marié u.v.m., 87 Minuten

Kinostart: 20. Oktober 2022

im Verleih von Happy Entertainment

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22.09.2022 "Unter einem Himmel"

GFDK - Kultur und Medien

Seit Januar 2022 sind Startenor Jay Alexander und Kathy Kelly, langjährige Produzentin und Frontfrau der Erfolgsband „The Kelly Family“, mit ihrem ersten gemeinsamen Album „Unter einem Himmel / Just one sky“ mit Band auf großer Deutschlandtournee.

Alle Termine finden in Kirchen statt, wodurch die Konzerte zu einem unvergesslichen Erlebnis werden. In ihrem Live-Programm präsentieren die beiden Ausnahmekünstler Songs ihres aktuellen Albums „Unter einem Himmel / Just one sky“ mit einem breitgefächerten musikalischen Spektrum, das von Welterfolgen, über klassisch instrumentierte Songs bis hin zu hymnenhaften Werken reicht.

"Unter einem Himmel" Album

Kathy Kelly ist mit über 20 Millionen verkauften Tonträgern eine der erfolgreichsten Sängerinnen und wurde dafür bereits vielfach mit Gold- und Platinauszeichnungen geehrt.

Mit ihrer unverwechselbaren Stimme und ihrer großen musikalischen Bandbreite zwischen Chanson, Pop, Gospel, Klassik und Schlager hat sie sich auch in ihrer 30-jährigen Karriere als Solokünstlerin erfolgreich etabliert.

Jay Alexander zählt zu den charismatischsten Tenören unserer Zeit, der mit seiner einzigartigen Stimme an vielen Opernhäusern und in Oratorien zu hören ist. Zwei seiner sieben Solo-Alben, „Geh aus, mein Herz“ und „Schön ist die Welt“, erreichten Platz 1 der deutschen Klassik-Charts und hielten sich dort mehrere Monate.

Ihr aktuelles gemeinsames Album „Unter einem Himmel / Just one sky“ ist im März 2021 erschienen.

Tourdaten 2022
 
29.09. Karlsruhe – Stadtkirche
30.09. Speyer – Gedächtniskirche
01.10. Wiesbaden – Oranier-Gedächtniskirche
02.10 Bielefeld – Altstädter Nicolaikirche
13.10. Schwerin – Schelfkirche
14.10. Celle – Stadtkirche
Tourdaten 2023
 
09.03. Wolfenbüttel – St. Trinitatis
10.03. Berlin – Passionskirche
11.03. Erfurt – Thomaskirche
12.03. Kassel – Kreuzkirche
16.03. Ludwigshafen – Friedenskirche
17.03. Krefeld – Friedenskirche
18.03. Melle-Buer – Ev. Kirche
19.03. Bad Nauheim – Dankeskirche
 

 

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20.09.2022 Vorlieben, Träume und Sehnsüchte

GFDK - Kultur und Medien

Auf Einladung von Professor Dr. Matthias Wemhoff, Direktor des Museums für Vor- und Frühgeschichte, präsentiert die in Berlin lebende und arbeitende österreichische Künstlerin Uli Aigner unter dem Titel DER PORZELLAN CODE – ONE MILLION BY ULI AIGNER ihr lebenslanges Kunstprojekt ONE MILLION im Neuen Museum / Museum für Vor- und Frühgeschichte – Staatliche Museen zu Berlin.

„Die Verbindung von Gefäßkeramik aus der Stein-, Bronze- und Eisenzeit mit den Porzellangefäßen macht die gerade zu urtypische Formenkraft im künstlerischen Schaffen von Uli Aigner deutlich – Mensch und Ton, nicht nur in der Schöpfungsgeschichte eine unauslöschliche Verbindung.“ Matthias Wemhoff, Direktor

Eröffnet wird die umfassende Einzelausstellung am Mittwoch, den 5. Oktober 2022 um 19 Uhr.

Kurzfassung zur Ausstellung
Mit der Ausstellung DER PORZELLAN CODE zeigt das Museum für Vor- und Frühgeschichte erstmals umfassend Uli Aigners Wirken und die vielfältigen Deutungen davon.

Durch ihren Körpereinsatz entstehen weiße Gefäße – Gefäße aus Porzellan, aus weißem Gold, wie das Material auch genannt wird –, die zunächst einmal nicht mehr als formschöne, präzise gefertigte Gebrauchsobjekte zu sein scheinen.

Doch die Gefäße sind Teil eines umfassenden Konzeptes, basierend auf Austausch und Vernetzung. Jedes Gefäß entsteht im persönlichen Gespräch mit den Auftraggeber:innen und bezieht sich funktional und formal auf deren individuelle Wünsche, Vorlieben, Träume und Sehnsüchte.

Für die Interventionen ONE MILLION – TIME TRAVELLER in den Vitrinen der Sammlungen des Museums für Vor- und Frühgeschichte wurden Gefäße von Uli Aigner ausgewählt und in den Vitrinen jeweils neben dem Gefäß ähnlicher Formgebung aus der Steinzeit, Bronzezeit und Eisenzeit positioniert.

Sie treffen auf ihre Verwandten aus der Gegenwart, die sich weiß und wunderschön von den prähistorischen Funden abheben, jedoch die Zeitlosigkeit von Form und Funktion wahrnehmbar machen.

Weiter zu sehen sind u.a. die Installation ONE MILLION – ARCHIVSKULPTUR 2022 oberhalb der Monumentaltreppe und der Experimentalfilm ONE MILLION – RESHAPE II – 2014–2022 in der monumentalen Treppenhalle, beide im Neuen Museum sowie Die ONE MILLION Skulpturen – ITEM 3501 & ITEM 350, die sich zwischen Bronzezeit- und Eisenzeitsaal befinden.

Das Vorhaben, bis an mein Lebensende 1.000.000 Porzellan-Essgefäße mit meinen eigenen Händen zu drehen, begann im Jahr 2014. In jedes Objekt graviere ich eine Nummer in der analogen Reihenfolge seiner Herstellung. Sämtliche ONE MILLION Gefäße entstehen in eigenständigen aufeinander folgenden Projekten.

Zu jedem Gefäß legen wir einen interaktiven Datensatz im Netz an. Form und Standort eines jeden einzelnen Gefäßes sind auf einer digitalen Weltkarte verzeichnet. Auf einer horizontalen Timeline sind alle Gefäße, die seit 2014 bis heute entstanden sind, chronologisch abgebildet“. Uli Aigner

Vorträge im Rahmen von DER PORZELLAN CODE – ONE MILLION BY ULI AIGNER
James-Simon-Galerie, Auditorium, Bodestraße 1-3, 10178 Berlin

So, 06.11.2022, 15 Uhr
Die Welt ist das Milieu. Keramik als Weltmedium im Werk Uli Aigner
Dr. Rainald Franz, Kunsthistoriker, Kustos Sammlung Glas und Keramik MAK – Museum für angewandte Kunst, Wien mit Katalogpräsentation DER PORZELLAN CODE – ONE MILLION by Uli Aigner

Mi, 14.12.2022, 15 Uhr
Karakorum. Mittelalterliche Keramiknetzwerke
Dr. Anne Sklebitz, Prähistorikerin und wissenschaftliche Koordinatorin des Archäologischen Hauses am Petriplatz/PETRI BERLIN

So, 12.02.2023, 15 Uhr
Das Porzellanhandwerk in den Werkstätten von Jingdezhen – Die Meister der Masse, Größe und Feinheit
Anette Mertens, Sinologin und Keramikerin, SPSG und China at work

So, 19.03.2023, 15 Uhr
Alles kommt vom Berg her. Die Arbeit Uli Aigners im kuratorischen Konzept des PURPLE PATH
Alexander Ochs, Kurator, Chemnitz Europäische Kulturhauptstadt 2025

So, 23.04.2023, 15 Uhr

Der Porzellan Code
Uli Aigner, Künstlerin, Projekt ONE MILLION BY ULI AIGNER


Wandelkonzerte (Uraufführung) im Rahmen von DER PORZELLAN CODE – ONE MILLION BY ULI AIGNER
Neues Museum Berlin, Steinzeit-, Bronzezeit- und Eisenzeit-Säle in Ebene 3, Bodestraße 1-3, 10178 Berlin

So, 15.01.2023, 13 Uhr und 15 Uhr
Items und Räume  
von und mit KP Werani

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16.09.2022 HÖMMA 22 – Das Jazzfestival in Oberhausen

GFDK - Kultur und Medien

Jazz ist einzeln und frei, und eine Jazzband ist, nach der Liebe, die intensivste Verschmelzung Freier und Einzelner.”

(Wiglaf Droste, Autor und Musiker)

Der Ruhrpott swingt wieder: Zum 6. Mal präsentiert das Oberhausener Jazzfestival HÖMMA (hochdeutsch: „hör mal zu!“) im Herbst vier Tage lang Live-Acts an verschiedenen Locations im Stadtgebiet.

Von Donnerstag, dem 20. Oktober 2022, bis Sonntag, dem 23. Oktober 2022, dürfen sich Musikfans auf groovende Rhythmen und mitreißende Improvisationen freuen.

Zu den akustischen Leckerbissen gehören unter anderem die Auftritte der Gitarrenkoryphäe Biréli Lagrène und der herausragenden Jasper van’t Hof Group mit Jazzlegende Jasper van’t Hof und Saxophonist Paul Heller am Sonntagabend im Theater Oberhausen.

„Wir freuen uns sehr, dass wir unserem Publikum ein vielfältiges Programm auf Top-Niveau bieten können”, betont Peter Baumgärtner, Jazzschlagzeuger und künstlerischer Leiter des Festivals, der die Veranstaltung gemeinsam mit dem Oberhausener Uwe Muth organisiert.

Programmübersicht:

Donnerstag, 20. Oktober

Ebertbad

Ebertplatz 4

46045 Oberhausen

Maya Fadeeva & Band

20.00 Uhr

Sängerin, Songwriterin und Produzentin Maya Fadeeva steht für einen besonderen Stilmix aus Vintage und Moderne – sie kreiert Musik völlig frei von Mode und Konventionen. Virtuos kombiniert sie eingängige Melodien mit Jazz-Elementen, Blues, Soul und Reggae.

In St. Petersburg geboren, verbrachte Maya Fadeeva zwei Jahre ihrer Kindheit in New York und kam mit 11 Jahren nach Deutschland, wo sie aktuell auch lebt. 2018 veröffentlichte Fadeeva ihr Debütalbum “Chamëleon”, das in der Fachpresse als Diamant gefeiert wurde und weltweite Radiopräsenz erreichte.

Maya Fadeeva, voc

Mike Roelofs, p/ voc

Shadi Heinrich, guit

Nico Brandenburg, b

Tim Dudek, dr

Freitag, 21. Oktober

Fabrik K14

Lothringer Str. 54

46045 Oberhausen

Jan Bierther & The Veerstraat Boys

19.30 Uhr

In der “Veerstraat” in Hilversum/NL gab es in den 1990er Jahren eine Musiker-WG mit Jazzstudenten der Amsterdamer Hochschule der Künste. 30 Jahre später hat der Essener Gitarrist Jan Bierther drei seiner ehemaligen Mitbewohner für Konzerte ins Ruhrgebiet eingeladen und präsentiert mit den Kollegen ein erdiges, grooviges Jazzprogramm.

Jan Bierther, guit

Florian Schaube, dr

Andreas Müller, b

Konrad Koselleck, p

Ingo Marmulla Band feat. Charlotte Illinger

21.00 Uhr

Ingo Marmulla kann in seiner musikalischen Vita auf zahlreiche Highlights zurückblicken: Er hatte gemeinsame Bandprojekte u.a. mit Benny Bailey, Charlie Mariano, Gunter Hampel oder Gerd Dudek, war Sideman von Ack van Rooyen, Philip Catherine und Manfred Schoof, spielte aber auch R&B mit Tyree Glenn Jr. oder Wayne Bartlett.

Der Sound des Gitarristen ist gekennzeichnet durch ein offenes, am modern Jazz angelehntes Spiel, versehen mit bluesigen Elementen. Sängerin Charlotte Illinger schafft es auf Anhieb, durch ihre lyrische Interpretation von Musik und Text emotionale Tiefe zu schaffen und die Zuhörer in ihren Bann zu ziehen.

Ingo Marmulla, guit

Charlotte Illinger, voc

Thomas Hufschmidt, p

Moritz Götzen, b

Bernd Gremm, dr

Samstag, 22. Oktober

Christuskirche

Nohlstr. 2-4

46045 Oberhausen

Trio Infantale

18.30 Uhr

Alte Lieder in ganz neuem Gewand - mit Spielfreude vorgetragen und zum Mitmachen animierend: Die Kirchenmusiker des “Trio Infantale” mischen christliche Choräle mit Hits aus Jazz, Pop, Klassik und Film.

Bei ihren Konzerten in ganz Deutschland begeistern sie die Zuhörenden mit Titeln wie “Der Blues ist aufgegangen” oder “Geh aus, mein Ragtime Herz”. Dabei sind die Einflüsse von Johann Sebastian Bach, Jacques Loussier und Oscar Peterson unverkennbar.

Benjamin Gruchow, p

Tim Weigardt, b

Danny Neumann, dr

AKA 103 Ruhrwerkstatt

Akazienstraße 107

46045 Oberhausen

Bauer & Heupel Duo

20.00 Uhr

Der in New York lebende Marimba- und Vibraphon-Spieler Stefan Bauer und der Bonner Multi-Flötist Michael Heupel musizieren schon viele Jahre miteinander und haben sich dennoch die Frische ihrer Erstbegegnung bewahrt.

In diesem Jahr ist endlich ihre lang erwartete Debut-CD “tête-à-tête” erschienen. Stefan Pieper von nrwjazz.net schreibt voller Bewunderung über das Duo:

“Allein die Klangwelt, die sich im Spiel der beiden ausbreitet, ist weltumspannend und farbenprächtig ... schwerelos, omnipräsent-räumlich und filigran ... zwei welterfahrene Musiker zeigen, dass sie sich in jeder tonalen Möglichkeit zu Hause fühlen und ein großes kompositorisches Wissen in Echtzeit zur Anwendung bringen.”

Sonntag, 23. Oktober

Theater Oberhausen

Will-Quadflieg-Platz 1

46045 Oberhausen

Biréli Lagrène

19.30 Uhr

Der "legitime Nachfolger von Django Reinhardt" Biréli Lagrène ist längst aus den Fußstapfen des großen Gypsyhelden herausgetreten – unter anderem deshalb, weil er sich auch dem Jazz, Folk und modernen Musikrichtungen widmet.

Als Wunderkind und Django-Reinkarnation gefeiert, fand er nach Ausflügen zum Bebop und Jazzrock immer wieder zurück zu seinen musikalischen Wurzeln – dem Gipsy-Swing. Der in Frankreich lebende Virtuose hat bereits mit Legenden wie Richard Galliano, Herbie Hancock, Al Di Meola, John McLaughlin, Larry Coryell und Billy Cobham zusammengearbeitet.

Paul Heller / Jasper van’t Hof Group

21.00 Uhr

Spontaneität, Kommunikation, Energie, Intelligenz, große Erfahrung und Neugier sind die Qualitäten, die der WDR Big Band-Saxophonist Paul Heller und die Jazzlegende Jasper van’t Hof (berühmt geworden als Kopf der Afrojazz-Band “Pili Pili”) in ihr musikalisches Schaffen einbringen.

Als Mitglied in zahlreichen Formationen hat Jasper van’t Hof längst europäische Jazzgeschichte geschrieben. Gemeinsam nehmen sie das Publikum mit auf eine außerordentliche Klangreise durch Raum und Zeit.

Paul Heller, ts

Jasper van’t Hof, p

Martin Gjakonovski, b

Bodek Janke, dr

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16.09.2022 30. September bis 02. Oktober 2022

GFDK - Kultur und Medien

„Heißes Pflaster Vol. 1“ nennt sich das vom 30. September bis 02. Oktober erstmalig in den Städten Duisburg, Mülheim und Oberhausen stattfindende Straßentheaterfestival mit ukrainischen, polnischen und deutschen Mitwirkenden.

Die organisatorische Federführung des Festivals hat die Stadt Oberhausen, für das Programm zeichnet die Agentur Sensitive Colours verantwortlich. Das Gesamtprogramm werde zeitnah vorgestellt, betonen die Veranstalter.

Ursprünglich war die dreitägige Veranstaltungsreihe für das Jahr 2020 geplant. Doch dann kam Corona und verhinderte die Umsetzung – vorerst. Jetzt wird das Festival nachgeholt.

Gefördert wird die Erstausgabe vom Landschaftsverband Rheinland, vom Regionalverband Ruhr und von den drei beteiligten Städten sowie der Volksbank Rhein-Ruhr.

Mit dem Straßenspektakel wollen die Veranstalter an das Kulturhauptstadtjahr Ruhr 2010 und den damit verbundenen Geist des einvernehmlichen Zusammenwirkens der Städte der Metropolregion Ruhr erinnern.  Seinerzeit gab es viele städteübergreifende Kooperationen von Kulturprojekten.

„Heißes Pflaster Vol. 1“ wolle an diese Tradition anknüpfen mit Straßentheater, das große Bilder mit Musik liefere, aber ohne Worte auskomme.

Eingeladen wurden u.a. das renommierte „Teatr KTO“ aus Krakau mit dem Stück „Arcadia“ und das „Teatr Biuro Podrozy“ aus Posen mit dem Stück „Kaspar“.

Neben diesen beiden Gastspielen aus Polen, deren Aufführungen ca. eine Stunde dauern, erarbeitet ein eigens für das Festival zusammengestelltes Ensemble, bestehend aus jungen Menschen der Region sowie ukrainischen Flüchtlingen, eine Eigenproduktion ebenfalls als Platzinszenierung für den frühen Abend.

„Arthur kommt vorbei“ alias Klaus Lang aus Berlin, „Knäcke“ alias Markus Siebert aus Bremen und Jörn Kölling aus Köln, der seine Version des Sommernachtstraums präsentiert, werden tagsüber in den drei Innenstädten unterwegs sein.

Der Eintritt zu den Darbietungen ist frei. Weitere Informationen, wer wann und wo spielt, folgen in Kürze. Die künstlerische Leitung der Veranstaltung liegt in den Händen von Uwe Muth.

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15.09.2022 „ifa-Preis für den Dialog der Kulturen“

GFDK - Kultur und Medien

Der in der Türkei zu lebenslanger Haft verurteilte Menschenrechtsaktivist und Kulturförderer Osman Kavala wird mit dem diesjährigen „ifa-Preis für den Dialog der Kulturen“ geehrt. Die Auszeichnung wird am 10. November 2022 im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung im Allianz Forum in Berlin vergeben. Dr. Wolfgang Schäuble, MdB und ehemaliger Bundestagspräsident, hält die Laudatio.

Prof. Dr. Ulrich Raulff, Präsident des ifa und Vorsitzender der Jury mit Mitgliedern aus Wissenschaft und Kultur, begründet die Wahl wie folgt:

 „Mit großer Überzeugung hat sich die Jury des ifa-Preises für Osman Kavala als Preisträger 2022 ausgesprochen. Weltweit sind Menschen- und Bürgerrechte bedroht, ihre Verteidiger:innen werden verfolgt. In dieser Lage sind der Mut und die Resistenz Osman Kavalas absolut vorbildlich.“

Osman Kavala, Kulturmäzen, Menschenrechtsaktivist und Unternehmer, wurde während der 1990er Jahre zu einem der wichtigsten Akteure der türkischen Zivilgesellschaft. Seine 2002 in Ko-Kreation gegründete Stiftung Anadolu Kültür vereint Kunst, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, um lokale Initiativen zu unterstützen, die kulturelle Vielfalt hervorzuheben sowie die internationale Zusammenarbeit zu stärken.

Mit dem ifa-Preis für den Dialog der Kulturen zeichnet das ifa – Institut für Auslandsbeziehungen Personen oder Organisationen aus, die durch ihr soziales, gesellschaftspolitisches oder künstlerisches Engagement in herausragender Weise für die Stärkung transkultureller Beziehungen eintreten.

Die Freiheit von Kunst, Zivilgesellschaft und Wissenschaft sowie deren Förderung gehören zu den zentralen Aufgaben und Zielen des ifa. Sie sind heute zunehmenden Bedrohungen ausgesetzt: Nationalismus, Populismus und autoritäre Tendenzen sind nur einige der Herausforderungen, denen diese Freiheiten auch in Demokratien begegnen.

Mit der Verleihung des ifa-Preises setzt das ifa deshalb seit 2009 ein sichtbares Zeichen für Menschenrechte, Demokratie, Frieden sowie die Freiheit von Kunstschaffenden, Forscher:innen und zivilgesellschaftlichen Akteur:innen.

Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro lassen die Preisträger:innen einem kulturellen, gemeinnützigen und friedenstiftenden Projekt oder einer Organisation ihrer Wahl zugutekommen. Zuletzt wurde Igor Levit mit dem Preis ausgezeichnet; weitere Preisträgerinnen und Preisträger waren u.a. Human Rights Watch und Yoko Ono.

Über den Preisträger

Seit Oktober 2017 sitzt Kavala in türkischer Haft. Die Behörden bezichtigen ihn der Spionage sowie der Mitverantwortlichkeit des gescheiterten Militärputsches gegen die Regierung im Juli 2016.

Zudem wird ihm eine Beteiligung an den Ausschreitungen während der Demonstrationen im Rahmen des geplanten Abrisses des Gezi-Parks vorgeworfen.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte forderte im Dezember 2019 seine Freilassung, jedoch wurde Kavala im April dieses Jahres in Istanbul zu lebenslanger Haft unter erschwerten Bedingungen sowie ohne Aussicht auf vorzeitige Freilassung verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.


Organisationen wie Amnesty International Deutschland, Reporter ohne Grenzen, das PEN-Zentrum Deutschland, die Akademie der Künste oder das KulturForum TürkeiDeutschland setzen sich seit Jahren für seine Entlassung ein.

Auch in der Türkei selbst verlangten zehn Botschafter aus Deutschland, den USA, Kanada, Neuseeland sowie Dänemark, Frankreich, den Niederlanden und den drei skandinavischen Staaten Schweden, Finnland und Norwegen im Herbst vergangenen Jahres die Entlassung Kavalas.

Über das ifa

Das ifa – Institut für Auslandsbeziehungen setzt sich gemeinsam mit Partnern weltweit ein für die Freiheit in Kunst, Forschung und Zivilgesellschaft und bringt Menschen zusammen, die sich für eine offene Gesellschaft engagieren.

Dazu schafft es analoge und digitale Räume für Begegnung, Austausch, Aushandlung und Ko-Kreation. Es gibt Aktivist:innen, Künstler:innen und Wissenschaftler:innen eine Stimme, fördert Kooperationen und verfolgt seine Ziele verstärkt mit europäischen Partnern.

Basierend auf seinen Kernkompetenzen Kunst, Forschung und Zivilgesellschaft baut das ifa Netzwerke auf, um nachhaltige Wirkung zu erzielen.

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14.09.2022 The Dire Straits Experience

GFDK - Kultur und Medien

Es ist mehr als 40 Jahre her, seit die Eröffnungszeile von „Sultans Of Swing“ zum ersten Mal weltweit ausgestrahlt wurde. Dabei hat der Song uns mit Mark Knopfler einen großartigen Gitarristen und Songwriter vorgestellt, und damit etwas, das zu einem musikalischen Universum für sich geworden ist: der Musik der Dire Straits.

Über 25 Jahre sind seit der Auflösung von Dire Straits vergangen und hinterließen einen Katalog mit einigen der besten Kompositionen und musikalischen Darbietungen, die die Blütezeit des Rock je hervorgebracht hat.

Wenn überhaupt, ist ihr Ruf mit der Zeit nur gewachsen. Die Plattenverkäufe von mehr als 120 Millionen Alben steigen weiter, da neue und junge Fans die Musik entdecken und sich der riesigen weltweiten Fangemeinde der Band anschließen.

2011 erstmalig zusammengestellt, bringt THE DIRE STRAITS EXPERIENCE mit Chris White und Terence Reis sowie fünf weiteren Weltklassemusikern diesen unglaublichen Songkatalog wieder live auf Tournee.

Vor dem Hintergrund einer zwei Jahrzehnte währenden Pause – und einer steigenden Nachfrage, eines der abwechslungsreichsten Songbooks der Rockgeschichte wieder live zu hören – gründeten die ehemaligen Mitglieder von Dire Straits, Alan Clark, Chris White und Phil Palmer 2011 The Straits für eine Wohltätigkeitsshow in der Royal Albert Hall.

Da der produktive Knopfler eine unglaublich erfolgreiche Solokarriere hatte, forderte Alan Clark den Singer-Songwriter Terence Reis auf, die Band in seiner Abwesenheit zu leiten.

Bis zum Ende von The Straits dreieinhalb Jahre später hatte die Band mehr als 150 Shows in 25 Ländern auf der ganzen Welt gespielt.

Eine Einladung, eine Reihe von Shows in Neuseeland und Australien zu spielen führte dann dazu, dass Chris White und Terence Reis erneut für The Dire Straits Experience zusammenarbeiteten.

Zu ihnen gesellt sich eine herausragende Band mit einigen der besten professionellen Musiker, die bereits mit einer beneidenswerten Liste von Rockkgrößen zusammengearbeitet haben, darunter Mark Knopfler, Eric Clapton, Paul McCartney, Sam Brown, Elton John, Joe Cocker, George Michael, Mick Jagger, Tina Turner und vielen mehr.

THE DIRE STRAITS EXPERIENCE – Die Musik einer der kreativsten und einzigartigsten Bands der Rockmusik wieder zum Leben erweckt.  Im Mai/Juni 2023 auf Tour in Deutschland

06.06.2023 - Berlin, Verti Music Hall

14.09.2022 - eventim Presale
16.09.2022 - allg. VVK-Start

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13.09.2022 Kunst kennt keine Grenzen

GFDK - Kultur und Medien

Malen ist wie Fliegen: Unter dem Titel „NO LIMITS“ featuring „VOLAR“ zeigt die im Herzen von Madrid neu eröffnete Gerhardt Braun Gallery aktuelle Werke des Künstlers Leon Löwentraut. 

Zu sehen sind 22 großformatige, farbintensive Gemälde, eine Auswahl seiner Kohlezeichnungen sowie vier Skulpturen und die zukunftsweisende Rauminstallation „Volar“, die der erst 24-jährige deutsche Künstler zusammen mit der Masterclass des Studiengangs „Virtual Design“ der Hochschule Kaiserslautern sowie den Professoren Matthias Pfaff und Christian Schmachtenberg entwickelt hat.

Auch sein erstes Buch, ein großformatiger Bildband, der sein bisheriges Schaffen darstellt, wird präsentiert.

Zum spektakulären Opening drängten sich rund 400 Gäste in die zweistöckige Galerie im schicken Salamanca, dem Nobelviertel von Madrid. „No limits!“ – so die Botschaft des Künstlers.

Löwentraut betonte in seiner Eröffnungsrede: „In der Kunst gibt es keine Grenzen. Wenn es welche gibt, ist es die Aufgabe des Künstlers, sie zu überwinden.“ Er fügte hinzu: „Kunst kann nur leben, wenn sie absolut frei ist. Deshalb sind meine Bilder so explosionsartig.“

Ein Highlight der Vernissage: Star-Violinist David Garrett spielte fünf Musikstücke und eine Zugabe. In seiner anschließenden Ansprache schwärmte der Geiger von der Kunst Leon Löwentrauts, den er als guten Freund bezeichnete.

Kurator und Galerist Gerhardt Braun merkte an, dass die Solo-Bilderschau einen umfangreichen Überblick über das aktuelle höchst talentierte Schaffen des jungen Künstlers zeigt.

Unter den Gästen der Vernissage sah man u.a.: Isabella Neisinger-Langer, Leiterin der Kultur- und Bildungsabteilung der Deutschen Botschaft in Madrid, den Züricher Galeristen und Präsidenten des Kunsthandelsverbandes der Schweiz Claudius Ochsner, den Jungunternehmer Florian Falk, den deutsch-japanischen Künstler Kanjo Také, die spanische Schauspielerin Mar Flores, die Interior-Designerin Aneta Mijatovic, die in Zürich lebende mexikanische Künstlerin Susana Anaya und den spanischen Komponisten und Musiker und Komponisten Juan Antonio Simarro.

Am Vortag hatte bereits TV-Moderator Johannes B. Kerner mit seiner Tochter Emily, die in Madrid studiert, die Ausstellung besucht

Doch die eigentlichen Stars des Abends waren Leon Löwentrauts Gemälde und die futuristische Rauminstallation „Volar“, die in Zusammenarbeit mit der Masterclass des Studiengangs „Virtual Design“ der Hochschule Kaiserslautern entstanden war.

Der Künstler hatte während des Wintersemesters einen Lehrauftrag an der Hochschule Kaiserslautern. Thema: „Future Exhibition Design“.

Das dort entwickelte und in einem separaten Raum der Galerie präsentierte, innovative Ausstellungskonzept „Volar“ macht den Galeriebesuch zum immersiven Erlebnis. Professor Matthias Pfaff erklärte dazu auf der Vernissage:

„Werke der bildenden Kunst sind in Ausstellungen vor allem visuell und nur selten haptisch erfahrbar. Überträgt man analoge Kunstwerke in eine digitale Welt, wird das anders.

Gerade das Anfassen und Begreifen eines Gemäldes ist in der Regel nicht erlaubt. 3D-Scan und 3D-Druck ermöglichen aber eine Interaktion zwischen Betrachter und Bild.“ Die Gäste nahmen das Angebot gerne an und konnten so die Haptik des Werks erfahren und die Gefühle des Künstlers eher nachempfinden.

Hintergrund: Das Werk, um das es bei der Installation geht, hat Löwentraut im Virtual Lab der Hochschule Kaiserslautern gemalt. Und die Studierenden haben die Entstehungsgeschichte des Bildes dokumentiert.

Via Motion Capture (bekannt aus Animationsfilmen) sind Löwentrauts Bewegungen beim Malen erfasst worden, hochempfindliche Mikrofone haben die Geräusche auf der Leinwand aufgezeichnet und Messungen der Hirnströme machen das Unsichtbare „sichtbar“.

Sie zeigen, wie Löwentraut im Schaffensprozess in einen „Flow“ gerät: Diese nicht sichtbaren Daten des Kunstwerks sowie die Emotionalität des Künstlers werden in der Ausstellung in einem separaten Raum  zugänglich gemacht. Das Besondere dabei ist die Fusion von digital und analog.

Professor Pfaff bilanzierte: „Damit haben wir ein intelligentes, interaktives Inszenierungsformat für die Zukunft entwickelt, das wir hier in Spanien gerne zeigen.“

Leon Löwentraut betonte: “Beim Malen vergesse ich alles um mich herum – manchmal habe ich das Gefühl, zu fliegen. Deswegen haben wir die ganze Aktion auch ‚Volar‘ genannt.“ Er ergänzte: „Mein Wunsch war, den Betrachtern zu vermitteln, was Malen für mich bedeutet.“

Die Ausstellung läuft bis 03. Dezember 2022

Gerhardt Braun Gallery

Calle Claudio Coello 72

28001 Madrid

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12.09.2022 Regeln, Wertigkeiten und Spielabläufe

GFDK - Kultur und Medien

Von Singapur bis Stuttgart, Las Vegas bis Lissabon: Gepokert wird fast überall auf der ganzen Welt. Doch woher stammt das als fester Bestandteil von Saloon-Szenen in klassischen Western zelebrierte Kartenspiel?

Wie so vieles in der Geschichte ist auch die Herkunft des mathematisch und psychologisch anspruchsvollen Games, das nur am Rande als Glücksspiel bezeichnet werden kann, nicht hundertprozentig belegt.

Wahrscheinlich ist es wie so viele Spiele eine Mischung aus verschiedenen Kartenspielen, die einander im Laufe der Jahrhunderte beeinflusst haben. Bei einer Geschichte der Gesellschaftsspiele vom Würfeln bis zum Brettspiel, die bis weit in die Antike zurückreicht, ist das auch wenig verwunderlich.

Das Kartenspiel an sich wurde bereits im 13. Jahrhundert am kaiserlichen Hof in China gezockt, wo sich Kaiser Mu-Tsung und seine Gattin spannende Duelle mit Dominokarten geliefert haben sollen. Von Ass, Zehn, König und Dame war dabei allerdings noch keine Rede.

Als echte Vorläufer und mögliche Stammväter des Pokers gelten heute drei Kartenspiele. Das erste davon heißt As Nas, stammt aus dem 16. Jahrhundert in Persien, und ist noch heute im Iran ein beliebtes Spiel.

Was As Nas mit dem modernen Poker gemein hat, ist die Tatsache, dass es dort von Anfang an eine strikte Blätterhierarchie gab, so dass bereits vor einem halben Jahrtausend die stärkste Hand gewann. Ass, König, Dame, Bube und Zehn und damit die fünf höchsten Karten, wie sie noch heute gelten, waren in den persischen Decks ebenfalls vertreten.

As Nas wurde mit vier oder fünf Personen gezockt, und zwar mit Kartensätzen von 20 bis 25 Karten. Weitere Ähnlichkeiten mit unserem heutigen Poker waren das Verteilen von fünf Karten, die Möglichkeit zum Bluffen und das mögliche Aussteigen bei schwachen Händen.

Als weitere Verwandte des Pokerspiels gelten die im 17. und 18. Jahrhundert in Frankreich und Deutschland populären Kartenspiele Poque oder Pochen. Bis zu sechs Leute konnten bei einem Spiel mitmachen, und die Regeln ähnelten dem eines vereinfachten Pokerspiels, wobei gesetzt und gehalten werden konnte.

Während die meisten klassischen Casinospiele wie Roulette und Baccarat ihren Anfang in den Palästen des europäischen Adels hatten, haftete weder Poque noch Pochen ein derart illustrer Ruf an.

Noch weniger Eleganz herrschte gar auf der nächsten Station des Pokers, in den Vereinigten Staaten. Französische Seefahrer und Auswanderer hatten 1829 das Kartenspiel dorthin mitgebracht.

Während der Überfahrt und nach der Ankunft in den Kneipen von New Orleans zockten sie zum Zeitvertreib. Die Amerikaner wurden rasch neugierig auf das Kartenspiel. Bald trat Poque den Weg vom französisch geprägten New Orleans bis in die anderen Landesteile an.

Deutsche Einwanderer, die im 19. Jahrhundert in großen Scharen unter anderem nach Texas strömten, brachten ihre Variante des Spiels mit. Ob sie die veränderten Spielregeln von Poque überhaupt noch und wenn ja, wieviel beeinflussten, ist nicht bekannt.

Fest steht, dass im Laufe seines Weges quer durch die USA neue Regeln, Wertigkeiten und Spielabläufe das aus Europa mitgebrachte Spiel zum Poker werden ließen.

Zu verdanken hatten Spiel und Zocker das den Mississippi-Dampfern, die als schwimmende Saloons auf dem Mississippi und dem Ohio unterwegs waren und noch lange vor dem Vormarsch der Eisenbahn Passagieren und deren Hobbys im Lande verbreiteten.

Im Wilden Westen kam Poker erst deutlich später an als entlang des Mississippis, doch kaum holten die ersten Zocker in den Saloons die Karten aus der Tasche, verlor das bis dahin heiß begehrte Faro seine Vorrangstellung.

Poker war schnell, aggressiv, lukrativ, wenn man denn gewillt war, sein Köpfchen einzusetzen (oder zu schummeln - kaum ein Westernfilm verzichtet auf Falschspieler und gezückte Pistolen), und es passte zum zähen Image des Westens.

Im Bürgerkrieg von 1861 bis 1864 wurde das Pokerspiel um diverse Varianten erweitert, darunter Stud und Draw Poker, bei dem Karten getauscht werden können. Mit zunehmender Popularität wurde das Regelwerk immer fester, so dass selbst in als gesetzeslos verrufenen Gegenden einheitliche Pokerregeln galten, gegen die zu verstoßen keine gute Idee war.

Texas Hold’ em, die heute weltweit populärste Variante des Pokers, gehört zu den neueren Spielarten. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde sie unter dem Namen Wild Widow (zu Deutsch: Wilde Witwe) gezockt. Aus der gleichen Zeit stammt auch die wohl bedeutendste Änderung in der Historie des Pokerspiels, nämlich die Einführung einer Gemeinschaftskarte.

Im Texas Hold’ em wird inzwischen auch die Weltmeisterschaft in der World Series of Poker ausgetragen, bei der es in Las Vegas regelmäßig um Bracelet und millionenschwere Töpfe geht. Diese deutsche Poker Seite ist beliebt für online Turniere, welche auch auf vielen internationalen Plattformen ausgetragen werden.

Als erster Deutscher in der Geschichte des seit 1970 ausgerichteten Turniers holte 2011 der damals erst 22 Jahre alte Student Pius Heinz den Titel. Auf einen Schlag wurde er damit zum Star der Pokerszene und dank einem Gewinn von 8,7 Millionen US-Dollar zum Multimillionär.

Allerdings waren an seinem Sieg finanziell auch andere Leute beteiligt, die an ihn geglaubt hatten. Pius Heinz hatte sich nämlich die nicht gerade billige Teilnahme per Buy-In mit Hilfe von Unterstützern finanziert.

Acht Jahre nach Heinz, der das Pokern online gelernt hatte, holte der 55 Jahre alte Hossein Ensan aus Münster den Weltmeistertitel zum weitenmal nach Deutschland. Zehn Millionen Dollar war sein Sieg wert.

Als dritter Deutscher in der Geschichte der World Series of Poker setzte sich 2021 der Berliner Koray Aldemir beim Main Event in Las Vegas durch. Er besiegte den Briten Jack Oliver und den Amerikaner George Holmes im Duell um den Weltmeistertitel und den acht Millionen Dollar schweren Topf. Jahr für Jahr treten mehrere Tausend Zocker aus aller Welt bei den diversen Events des mehrtägigen Turniers an.

Heinz, Ensan und Aldemir gehören trotz der Millionengewinne nicht zu den reichsten Zockern.

US-Amerikaner Justin Bonomo, einer der unbestrittenen Superstars im Poker, hat es mittlerweile auf ein offizielles Vermögen von rund 50 Millionen gebracht.

Allein im Jahr 2018 gewann er in 24 Veranstaltungen zusammen rund 25 Millionen Dollar. Bonomo, der im Alter von 19 Jahren als erster Teenager der Pokergeschichte einen im Fernsehen übertragenen Final Table beim EPT Deauville Main Event in Frankreich erreichte, hat es inzwischen in seiner Karriere auf 15 Titelgewinne gebracht.

Sein Landsmann Bryn Kenney, der 2017 für 14 Wochen in Folge an der Spitze der Pokerweltrangliste stand, wurde 2019 zu einem der 50 besten Pokerspieler aller Zeiten genannt. Der gebürtige New Yorker, der wie viele andere Spitzenspieler online mit dem Zocken angefangen hatte, liegt inzwischen mit mehr als 57 Millionen Dollar an Preisgeldern sogar noch vor Bonomo.

Der Kanadier Daniel Negreanu, der von einer Karriere als Komiker und Filmschauspieler geträumt hatte, sich dann aber im Alter von 18 Jahren für Poker entschied, war vier Jahre lang der erfolgreichste Zocker der Welt.

Der als “Poker Kid” bekannt gewordene Negreanu bewies frühzeitig, dass er die Nervenstärke für eine Profikarriere besaß. Kurz nach seiner Ankunft in Las Vegas hatte er seine Bankroll verspielt, doch statt aufzugeben, kehrte er nach Toronto zurück und arbeitete was das Zeug hielt, bis er genügend Geld für den nächsten Versuch als Pokerprofi hatte. Inzwischen hat er 39 Millionen Dollar an Preisgeld verdient.

Finanziell erfolgreichster Deutscher ist Rainer Kempe. Obwohl er in seiner Studienzeit alles andere als ein überragender Zocker war, änderte sich das nach seinem Umzug nach Großbritannien. Seine Gewinnstatistik steht bei rund 22 Millionen Dollar.

Ganz gleich, wie alt das Spiel ist und wer alles dazu beigetragen hat, dank seiner vielen Fans hat Poker außer einer langen Vergangenheit auch jede Menge Zukunft.

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10.09.2022 VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz

GFDK - Kultur und Medien

Ein männlicher Braunbär, der in den vergangenen Tagen auf einem Privatgrundstück in der stark vom Krieg betroffenen Region Donezk ausgesetzt und vom ukrainischen Militär gefüttert wurde, konnte heute in Sicherheit gebracht werden.

Nach einem kurzfristig organisierten Transport traf er im BÄRENWALD Domazhyr ein, einem Tierschutzprojekt von VIER PFOTEN.

Das gestresste und unterernährte Tier wurde in seinem zerstörten Gehege gefunden, dessen Dach durch Granatsplitter beschädigt war.

Nun wird das erfahrene Team des Bärenwaldes seinen Gesundheitszustand untersuchen und an einer langfristigen Lösung für den Bären arbeiten. VIER PFOTEN geht trotz des anhaltenden Krieges weiterhin gegen die illegale private Haltung von Wildtieren in der Ukraine vor.

Der Transport des Bären wurde von einer lokalen Partnerorganisation von VIER PFOTEN namens Wild Animal Rescue durchgeführt.

Diese brachte das erschöpfte Tier sicher in die Obhut des BÄRENWALD Domazhyr im Westen der Ukraine. Nachdem das ukrainische Militär nicht mehr in der Lage war, den Bären zu füttern, informierten sie Wild Animal Rescue, die sofort reagierten und sich an VIER PFOTEN wandten.

Der Bär war bereits sehr schwach, deshalb sind wir besonders froh, dass wir ihn in letzter Minute in unserem Bärenschutzzentrum aufnehmen konnten. Nun müssen wir rasch entscheiden, ob er dort noch länger bleiben kann, da für Bären die Winterruhe ansteht. 

Das hängt auch von den Ergebnissen der medizinischen Untersuchungen ab, die jetzt durchgeführt werden. Wir werden alles tun, damit er in Zukunft ein artgemäßes Leben führen kann, entweder in unserer Obhut oder einem anderen Bärenschutzzentrum“, erklärt Barbara van Genne, verantwortlich für Wildtierrettung bei VIER PFOTEN.

BEAR SANCTUARY Domazhyr: Ein Zuhause für gerettete Bären

VIER PFOTEN eröffnete den BÄRENWALD Domazhyr im Oktober 2017 offiziell für Besucher. 31 Bären, die aus katastrophalen Haltungsbedingungen gerettet wurden, leben nun auf dem 15 Hektar großen Gelände.

Mit der Errichtung des BÄRENWALD Domazhyr hat VIER PFOTEN ein artgemäßes Zuhause für gerettete Bären geschaffen und unterstützte ursprünglich so die ukrainische Regierung bei der Durchsetzung des Verbots von Bärenkämpfen im Land; dabei werden angekettete Bären misshandelt, um Hunde für die Jagd abzurichten.

Mittlerweile bietet das Bärenschutzzentrum aber auch einzelnen Tieren aus anderen grausamen und nicht artgemäßen Haltungsformen ein Zuhause.

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