Exklusive Interviews mit interessanten Menschen

09.03.2019 Botschafter für Kunst und Kulinarik

GFDK - Interview und Portaits

Michael H. Max Ragwitz wurde im Erzgebirge geboren und wuchs dort und in Thüringen auf. Bereits in sehr jungen Jahren galt seine große Liebe der Literatur und dem geschriebenen Wort. Das wurde vor allem durch seine Großmutter mütterlicherseits genährt, die eine sehr kluge und musisch veranlagte Frau war.


Der ursprüngliche Berufswunsch, Schriftsteller oder Journalist zu werden, ließ sich nach Abschluss der Schule nicht umsetzen. So begann für ihn nach Abitur und Berufsausbildung ein wechselvoller und durchaus nicht geradliniger Weg der Berufsfindung.

Nach einem Teilstudium der Maschinenbautechnologie wandte er sich ab Anfang der 1980er Jahre dem Archivwesen zu und erlernte diesen Beruf von der Pike auf, studierte in Potsdam und ab 1988 noch zwei Jahre Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Botschafter für Kunst und Kulinarik


Zu seinen erfülltesten beruflichen Aufgaben der folgenden Jahre zählte für ihn seine Arbeit als Archivars und Leiter der Bibliothek beim Bezirksgericht Erfurt, dem späteren Landgericht, die mit zahlreichen Kontroll- und Anleitungsaufgaben verbunden war.

Diese Aufgabe hat er mit viel Herzblut und abseits aller staatlichen Zwänge ausgefüllt. In diesem Zusammenhang ist er auch heute noch stolz darauf, 1989 den Titel Oberarchivar verliehen bekommen zu haben.


Er war und ist außerdem ein kreativer Organisator. Schon in der Schule galt er als Spiritus rector vieler Aktivitäten. Das setzte sich seiner vielfältigen ehrenamtlichen Tätigkeit in zahlreichen gesellschaftlichen Organisationen wie der Historiker-Gesellschaft und des Bibliotheksverbandes fort, im Rahmen derer er in hohem Maße auch Aufgaben in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zu erledigen hatte.

Dass er diese Arbeit mit dem Abstand der Erkenntnisse aus heutiger Zeit betrachtet, schließt nicht aus, dass er sie mit großem Engagement verrichtet hat.


Erst Anfang der 1990er Jahre konnte er sich seinem ursprünglichen Berufswunsch zuwenden. Er betätigte sich fortan als freier Journalist und gründete 1997 das Redaktionsbüro MHR. Ein kurzes Intermezzo als Verleger einer eigenen Zeitung war nicht wie erhofft erfolgreich.

Das hielt ihn aber nicht ab, seine journalistische Arbeit konsequent fortzusetzen und trotz Höhen und Tiefen bis heute beizubehalten. Er schreibt für Zeitungen, Zeitschriften, Magazine und Online-Portale.


Er hat ein besonderes Faible für die Feinheiten und die Vielfalt der deutschen Sprache und gilt als ebenso kritischer wie pointenreicher, nicht unumstrittener Kommentator. Er sagt von sich selbst, dass er sein Herz eigentlich immer drei Schritt' vor sich herträgt und in vielen Dingen ein wenig besessen ist. Sein Lebenscredo ist das Tucholsky'sche Wort: "Es ist eine Frage der Kraft. Wenn man sich selber treu bleibt."

Kulinarische  Entdeckungsreise durch Sachsen


Kunst ist für ihn Genuss. Und Genuss versteht er in einer großen Breite. Dazu zählen Musik ebenso wie Darstellende und Bildende Kunst, aber auch die Kochkunst, Kulinarik im weitesten Sinne des Wortes. Genuss ist für ihn auch die Entdeckung der Schönheiten der Natur und seiner Heimat. Und er fühlt sich den neuen Bundesländer verbunden. Deren Vielfalt an Kunst, Kultur und Genuss will er sich als Botschafter im Besonderen widmen.


Er ist Autor mehrerer Sachbücher, darunter des Bildbands "Best Hotels of the World" und "Kulinarische  Entdeckungsreise durch Sachsen". Gegenwärtig schreibt er ein Buch über die Prignitz im Nordwesten Brandenburgs. Weitere Projekte mit kulinarischer Ausrichtung sind im Entstehen.
Michael H. Max Ragwitz ist aus erster Ehe Vater einer Tochter und eines Sohnes. Er lebt heute mit seiner Frau Marion in Hagenow Heide in Mecklenburg.

www.ragwitz.de

mehr

08.03.2019 Kunst- und Kulturfest The Exhibition OK 2

GFDK - Interview und Portraits - Rebecca Noy-Shay

Das Kunst- und Kulturfest wurde mit einer Laudatio von Dr. Reinhold Misselbeck, Kurator Museum Ludwig Köln eröffnet. 600 geladene Gäste aus dem Gesellschafts-, Politik- und Kulturleben Düsseldorfs und Kölns konnte Gottfried Böhmer, der künstlerische Direktor des Kunstvereins Gesellschaft Freunde der Künste Düsseldorf – Berlin zur Ausstellungseröffnung am 24. August 2001 begrüßen.


Robert Ingenhoven von Roden, Vorsitzender des Beirats bedankte sich zunächst bei den vielen Freunden, die den Kunstverein seit vielen Jahren unterstützen. Dr. Misselbeck, Kurator Museum Ludwig Köln hielt die Laudatio für die ausstellenden Künstlerinnen Anke Stalpers (Fotografie), Petra Peschkes (Malerei) und Mutsumi Aoki (Objekte).

Einheitlich war die Meinung des Publikum „die beste Laudatio in der 5-jährigen Geschichte der Freunde der Künste“. Hier wurde nicht nur ausführlich auf die Werke der Künstler eingegangen. Dr. Misselbeck verstand es auch die anwesenden Gäste mit seiner Rede zu begeistern.

Anschließend präsentierte die Medienkünstlerin Ute Janssen, das von den Freunden der Künste 1999 initiierte Videoprojekt 250 Jahre Goethe „das ist die Kunst, das ist die Welt, das eins ums andere gefällt“.

Das Projekt wurde mit 10 Künstlerinnen umgesetzt und umfasste eine Ausstellungsreihe über 6 Stationen März `99 - Dezember `99, von der Heinrich-Heine-Universität bis zum Goethe-Museum. Nach dem offiziellen Teil konnten sich die Gäste bis 4 Uhr morgens mit den Künstlerinnen und deren Kunstwerken auseinandersetzen wobei es zum Teil zu lebhaften Diskussionen kam.

Fotografie von Anke Stalpers

Die großformatigen Fotoarbeiten von Anke Stalpers  wurden oft als Körperteile identifiziert. Dabei handelte es sich um Blüten und Gemüse! Anke Stalpers: „Wenn Betrachter in meiner abstrakt aufgenommenen Tulpe Körperteile entdecken, wird es doch erst spannend." Anke Stalpers arbeitet mit großformatigen Serien.


Der Kunstverein zeigt in der Ausstellung Werke aus Flowers, Botanic und Feeling of Release. Die Motive löst die Künstlerin so auf, dass die einen neuen Sinn ergeben. Somit kommt es zu Sinnestäuschungen. Anke Stalpers blickt auf eine umfangreiche Ausstellungsreihe zurück:

Von der Association of International Photography Art Dealers, New York, Michael Papst, München, Landes-Museum Bonn, Aschenbach, Amsterdam, Konrad Fischer, Düsseldorf sowie regelmäßige Präsentationen auf der Art-Cologne.


Insgesamt sind schon 3 Publikationen über ihre Arbeiten erschienen: Profi Foto, Museum Reif, Museum Ludwig Köln Die andere Seite der Schönheit, Reinhold Verlag und Signaturen des Sichtbaren. Repro Verlag.
Am 25. August gaben die Freunde der Künste die Party zum Kulturfest, „Kunst darf auch unterhalten und sollte keine biederernste Sache sein" - so sehen dies die Verantwortlichen des Kunstvereins.

Die Kraft des Lachens

Am 29. August begann Petra Peschkes mit ihrer Malperformance „The Exhibition OK 2". In den folgenden 6-8 Wochen will die Künstlerin ein 6 x 1,6 m großes Gemälde malen, auf dem sie alle Aktivitäten während des Festes dokumentiert. Petra Peschkes bringt den Betrachter ihrer Bilder oft zum Lachen.

Titel wie „Die Busenfreunde" mit wenigen Strichen Comics entlehnt und skurril dargestellt, treffen mitten ins Herz, und so manch einer fühlt sich „wohl angesprochen". Die Porträts von Petra Peschkes haben keine Nasen und keine Ohren, dafür großen Augen, nur 3 Finger pro Hand, sind quitschebunt und was das Wesen der dargestellten Person ausmacht:

Sie lachen. Das charakteristische dieser Gesichter liegt im Fehlen von Teilen der Sinnesorgane, welches einem aber wegen der so auffallend strahlenden Augen und lachenden Münder nicht auffallen wird. Mit Spannung wird die Vollendung des Bildes Exhibition OK 2 erwartet.

Objekte & Installationen von Mutsumi Aoki

Den schwierigsten Teil der Ausstellung musste Michael Selbach, technischer Leiter des Kunstvereins, lösen. Eine Kegelbahn musste er für die aus Japan kommende Künstlerin zu einer Ausstellungshalle umbauen. 14 Tage waren Techniker, Schreiner, Maler und viele Hilfskräfte mit dem Umbau des Sassafras beschäftigt. Michael Selbach: „Ich hatte in den letzten 5 Jahren noch nie mehr Zeit als 14 Tage, um ganze Hallen für die Veranstaltung des Kunstvereins umzubauen. Von daher ist nichts neues auf mich zugekommen".


Mutsumi Aoki studierte am Kunstinstitut Ochanamizu in Tokio bei Prof. Sato und bekam 1984 den Förderpreis für Bildende Künste. Über das Deutsche Kulturzentrum Tokio fand sie den Weg nach Düsseldorf. Seither ist Düsseldorf zu ihrer zweiten Heimat geworden.

Seit 5.000 Jahren gehört die Kunst mit Papier zu arbeiten zur Domäne asiatischer Kunst. So war es nur eine Frage der Zeit und der künstlerischen Entwicklung, die dazu führte, dass die Künstlerin sich mit diesem Material auseinandersetzte.

Das Ergebnis dieser Auseinandersetzung mit dem Material, bearbeitet mit Harz und Bienenwachs konnte die Ausstellungsgäste bestaunen. Die Kleiderhüllen aus Papier, die wie Kokons an den weißen Wänden hängen, so als sei der Mensch gerade aus ihnen geschlüpft waren eine kleine Attraktion in dem Ausstellungskonzept. Die Künstlerin wollte mit dieser Installation den Gegensatz asiatischer und europäischer Kleiderkultur aufzeigen.


Die Höhepunkte des Festes begannen am 31. August. Zwei Open-Air-Konzerte sollten nun folgen. Gottfried Böhmer und Michael Selbach plagte nur eine Sorge: Hält das Wetter? Es hielt und so konnte der erste große Abend beginnen.

Klassik

Die 21-jährige Pianistin Melissa Pawlik, die schon zahlreiche Preise bei Jugend musiziert gewonnen hat, spielte gut auf: von Franz Liszt Sonetto 104 del Petraca bis Manuel Ponce Estrellita bekamen die Zuhörer einen musikalischen Genuss sondergleichen geboten.

Begleitet wurde die junge Pianistin von ihrem Bruder Baptiste Pawlik. Der erst 17-jährige Virtuose an der Violine ist ebenfalls kein Unbekannter; schon mit 5 Jahren bekam er von dem weltberühmten Dirigenten und Geiger Menuhin dessen Taktstock als Glücksbringer geschenkt. Als Zugabe spielten die beiden Gershwins Summertime und Armstrongs What a wonderful world.


Die Konzertgäste waren derart begeistert, dass sich der Kunstverein entschloss, 2002 zwei weitere Konzerte in Köln und Hamburg mit den jungen Künstlern zu veranstalten. Der Höhepunkt des Festivals folgte einen Tag später. Balladen aus Musical, Pop und Filmmusik.

Der Theater-, Film- und Musicalstar Gabriele Weinspach hatte seinen großen Auftritt und brachte gleich reihenweise Prominenz zum Konzert. Unter den vielen Gästen waren die Schauspieler Imke Brügger, Timo Ben Schöfer, Claudelle Deckert (alle RTL) und Freja Trampert (macht zur Zeit Pause von Verbotene Liebe und hat gerade ihre erste CD veröffentlicht).

Angelo Franke (ARD) und Volle Kanne Susanne-Moderator Ingo Nommsen waren ebenfalls anwesend. Franjo Pooth, der mit den Vorsitzenden des Kunstvereins seit 10 Jahren befreundet ist, war tags zuvor zum Konzert von Melissa Pawlik gekommen. Gabriele Weinspach stellte unter Beweis, dass sie tatsächlich ein Multitalent ist.

Ihre Schauspielausbildung machte sie von 1989 bis 1991 an der Hamburger Stage School of Dance and Drama sowie am Bühnenstudio der Darstellenden Künste in Hamburg.

Sie spielte Theaterrollen in Der Entertainer, Der Froschkönig und Mein Vater der Junggeselle sowie im Musical Grease. Im Fernsehen war sie u.a. in Gegen den Wind, der Hochstapler und Großstadtrevier zu sehen bevor sie zu Unter Uns kam.
Gottfried Böhmer konnte sie im Mai davor überzeugen, ein Solokonzert für den Kunstverein zu geben.

Überzeugender Auftritt

Mit Titel wie Send in the Clowns, Evergreen, Over the rainbow, Cabaret, Summertime oder My way of living begeisterte sie die Konzertgäste.

Am Flügel John Lehr Opfar

Gabriele Weinspach war es gelungen den berühmten Dirigenten John Lehr Opfar für ihren Auftritt, den Kunstverein und dessen Ziele, Künstlerinnen zu fördern, zu gewinnen. John blickt bereits auf viele Produktionen zurück, für die er als Dirigent oder Musikalischer Direktor tätig war:

Er arbeitet für She loves me und Quilters, für das Totem Playhouse, für Forever Plaid, für Bells are ringing and Falsettos und bei Good News war er dabei. Als musikalischer Direktor zeichnete er für die New York Premiere von Joe Grams Merle verantwortlich.

Und gemeinsam mit Michael Forest von der Metropolitan Opera hat er 24 geistliche Lieder aufgenommen. In Düsseldorf arbeitete er zweieinhalb Jahre als Musikalischer Direktor bei Grease im Capitol Theater und hat dort als Mitveranstalter die erfolgreiche Aids-Benefiz-Gala All Together Now und die UNICEF-Gala 98 ins Leben gerufen.

Zur Zeit ist er als Musikalischer Direktor und Dirigent von Saturday Night Fever - Musical Dome, Köln- John versprach Gottfried Böhmer, dass er jederzeit bereit ist, für den Kunstverein aufzutreten. Die fast zweieinhalb Monate laufende Ausstellung war trotz Risiko ein großer Erfolg.

Zum ersten Mal hat es der Kunstverein gewagt, eine Kneipe in einen Kunstsalon zu verwandeln. Bislang hatte die Gesellschaft Freunde der Künste nur große Hallen, historische Häuser oder Museen in Kunstforen verwandelt. Die Inhaberin Sabine Sanchez will in Zukunft im kleineren Rahmen den Künstlertreff neu beleben.

Künstlerstammtische, Lesungen und Kunstaktionen sollen zum festen Bestandteil des Sassafras werden. Der Kunstverein, so Gottfried Böhmer, wird weiterziehen und sein Publikum wie gewohnt an immer neuen Ausstellungsorten mit neuen Ideen überraschen. Am 2. November endet The Exhibition OK 2 mit der Vernissage im Sassafras

 

mehr

08.03.2019 Stimme und der Liebe zur Sprache

GFDK - Interview und Portraits

Über Angelika Wende: Die Frau mit der berührenden Stimme und der Liebe zur Sprache

Angelika Wende ist Sprecherin, Moderatorin und Autorin. Ihre Karriere startete sie beim Münchner Sender Pro 7. Schon nach kurzer Zeit wurde die dunkelhaarige Moderatorin mit der warmen Stimme und der charismatischen Kamerapräsenz vom ZDF in Mainz abgeworben.

Dort moderierte sie als eine der beliebtesten Fernsehansagerinnen das Programm und war Sprecherin der heute Nachrichten. Auch für die Sender Arte und Phönix verlieh sie vielen Beiträgen ihre Stimme. Die Intensität und die Kraft ihrer Stimme wirken auch ohne Bilder und wecken Emotionen.

Die letzte Ansage, die je im Zweiten Deutschen Fernsehen lief, war im Jahr 2003 auch Angelika Wendes Abschied vom Leben vor der Kamera. Seither arbeitet die studierte Literaturwissenschaftlerin und Psychologische Beraterin erfolgreich und mit Leidenschaft in den Bereichen Kunst und Kultur.

Schon beim ZDF waren ihre unverwechselbare intensive Stimme mit dem warmen Timbre und ihr exotisches Äußeres ihr Kapital. Ihre Vorlesekunst fasziniert heute Publikum und Veranstalter zugleich, ihr Live-Talk „Der Silberne Salon - Kultur im Gespräch“, ist in Mainz eine Institution geworden.

Gesprächskultur Geisteskultur, künstlerische und musikalische Beiträge – daran knüpft „Der Silberne Salon“ an. Mit inspirierenden Gästen, in einem Ambiente, das zum lebendigen Gedankenaustausch anregt, widmet sich der Salon allem was mit Kultur zu tun hat und öffnet publikumswirksam spannende und gesellschaftlich relevante Themen.

Angelika Wendes Motto „Reden ist Silber“ steht für ihr ganzes Wirken. Als Journalistin schreibt sie für die Allgemeine Zeitung und die Gesellschaft der Freunde der Künste, Ihren Blog „Reden ist Silber“ verfolgen seit Juli vergangenen Jahres viele Leser online.

Angelika Wende kuratierte zahlreiche Ausstellungen, unter anderem für das Kulturamt der Stadt Mainz. Als gefragte Laudatorin verfasst und hält sie deutschlandweit Einführungsreden für Museen und Galerien.

Im September vergangenen Jahres beispielsweise eröffnete sie vor dreihundert Besuchern die große Realismusschau in Berlin. Die Autorin schreibt Texte für Künstlerkataloge und hat drei eigene Bücher veröffentlicht.

Das vierte mit dem Titel „Herzdenken“ mit Texten und Zeichnungen, erschien im Herbst 2011.

Ihre Leidenschaft für Sprache vermittelt sie als Stimm- und Sprechcoach in ihrer Praxis WENDE. Coaching & Consulting.

„Der Raum der die Arbeit mit Stimme und Sprache ausmacht ist unendlich ausdehnbar, voller Möglichkeiten und schöpferischer Kreativität.

Ich lebe in der Sprache. Meine Sprache und meine Stimme, die Lust am geschriebenen Wort und die Freude am Sprechen sind das Wesentliche für mich. Der Mensch lebt in der Sprache.

Sie ist das Mittel alles Gedachte und Gefühlte ins Außen zu transportieren. Das macht sie zum einzigartigen Instrument unserer Kommunikation.“ 

Mehr über Angelika Wende unter www.angelikawende.com

Angelika Wende

Vita & mehr

  • Freie Journalistin und Autorin
  • Sprecherin, Moderatorin, Schauspielerin
  • Dreizehn Jahre Fernseherfahrung als Moderatorin und Nachrichtensprecherin beim Sender PRO 7 in München und im Zweiten Deutschen Fernsehen
  • OFF- Sprecherin für ZDF, Arte und Phönix
  • Freie Mitarbeiterin der Allgemeinen Zeitung Mainz
  • Presse-und Öffentlichkeitsarbeit für die Eventagentur oncue, Mainz
  • Kreation, Umsetzung und Saloniere des "Silbernen Salon"
  • Kreation, Umsetzung und Moderatorin des Kultur Salons Mainz mit dem Produzenten oncue event & communication
  • Inhaberin der Agentur workingforart
  • Kuratorin für das Kulturamt der Stadt Mainz:
  • "Leben ist Form - die Bildhauerin Irmgard Biernath"
  • Kuratorin des Kunstvereins Eisenturm in Kooperation mit dem Kulturamt Mainz: "Generationen"
  • Laudatorin für den Berufsverband Bildender Künstler (BBK) Rheinland-Pfalz
  • Freie Tätigkeit als Laudatorin in öffentlichen Institutionen und Galerien in Mainz, Wiesbaden, Berlin, Leipzig, Ludwigshafen, Kaiserslautern
mehr

08.03.2019 Rückblick der GFDK ins Jahr 2001

GFDK - Interview und Portraits

Rückblick ins Jahr 2001, lange ist es her, aber nicht vergessen - Stark besucht war das Open-Air-Konzert im Rahmen der Ausstellung „The Exhibition OK2“. Die Schauspielerin und Sängerin Gabriele Weinspach und John Lehr Opfar hatten das Konzert für den Kunstverein Gesellschaft Freunde der Künste Düsseldorf – Berlin gegeben.

Gabriele Weinspach sang Balladen aus Musicals Rock und Filmmusik. Viel Prominenz war zum Konzert erschienen. Gottfried Böhmer, künstlerischer Direktor des Kunstvereins bedankte sich für die hervorragenden Leistungen.

Pressezitat aus dem Rheinboten, 19. September 2001

Klavier, Violine, Balladen

Düsseldorf: bis zum 31. Oktober hängen die Arbeiten von Anke Stalpers (Fotografien) und Petra Peschkes (Malerei) an den Wänden der Sassafras. Die Dritte im  Bunde Mutsumi Aoki hat die Kegelbahn in ein Forum verwandelt und zeigt dort kunstvoll auf Papier geformte Kleider. Die vom Verein „Freunde der Künste Düsseldorf - Berlin" auf den Weg gebrachte Ausstellung begleitet ein Festival.

Dazu wird der Hof des Sassafras an zwei Abenden in eine illuminierte Open-Air Bühne verwandelt. Heute um 20 Uhr spielt Melissa Pawlik Werke von Liszt begleitet von Baptiste Pawlik Violine. Morgen abend 20 Uhr gibt es ein Konzert mit Gabriele Weinspach. Sie singt Balladen, begleitet von John Lehr Opfar, Pianist und Musikalischer Leiter des Musicals „Saturday Night Fever".

Rheinische Post, Freitag 31. August 2001

„Wie können Sie nur so etwas fotografieren? Menschliche Körperteile in Großaufnahme zu zeigen, ist wirklich nicht schön“. Derartig anlaufenden Thekendiskussionen über Kunst muß sich derzeit die 35-jährige Anke Stalpers im „Sassafras“ stellen. Aber die Düsseldorferin hat Spaß daran.

„Wenn Betrachter in meiner abstrakt aufgenommenen Tulpe Körperteile entdecken, wird es doch erst spannend. Wahrnehmung ist genau das Thema mit dem ich mich befasse.“ Und da Kunst jeden angehe, der seine Sinne schärfen wolle, diskutiert die Künstlerin gern in bierlauniger Kneipenatmosphäre.


Mit dieser Haltung passt Anke Stalpers genau ins Konzept unseres Kunstvereins, erklärt Gottfried Böhmer, künstlerischer Leiter der Gesellschaft Freunde der Künste Düsseldorf- Berlin, er ist verantwortlich für das rund 2 Monate andauernde Festival, „The Exhibition OK 2“ an der Düsseldorfer Strasse:

„Wir bringen die Kunst zum Menschen, dann braucht der Mensch nicht zur Kunst zu kommen.“ Zum ersten Mal habe er es gewagt, eine Kneipe in einen Kunstsalon zu verwandeln. „Alle haben mich davor gewarnt, aber die Aktion kommt gut an.“ Haben die Kunstfreunde bislang doch nur Industriehallen oder historische Häuser in Kunstforen verwandelt – zuletzt eine Villa in Oberkassel.

Pressezitat auf der Westdeutschen Zeitung, 20. September 2001

Seit einigen Jahren bietet der private Verein „Gesellschaft Freunde der Künste e.V.“ jungen Künstlerinnen die Möglichkeit sich an wechselnden Orten vorzustellen.

Zur Zeit zeigt er im ehemaligen Künstlerlokal Sassafras eine von musikalischen Darbietungen und Performances begleitete Gruppenschau der Fotografin Anke Stalpers, der Malerin Petra Peschkes und der japanischen Objektkünstlerin Mutsumi Aoki.

Die mit Wachs und Wasser fixierten, an der Wand figürliche Papierobjekte von Aoki, Gewänder ohne Personen, strahlen die rätselhafte Intensität von Masken aus. Auch Petra Peschkes folgt konsequent einer Idee: ihre bunten Acrylbilder zeigen auf wenige Striche reduzierte, den Comics entlehnte Portraits, deren Gesichter ohne Augen und Ohren eine abstrakte Individualität auszeichnen.

Die in warmen, dunklen Farbtönen gehaltenen Fotos von Anke Staplers inszenieren Pflanzendetails, Haarstrukturen und den menschlichen Körper in Tanzsituationen – Studien organischer Oberflächenstrukturen, durch die die Dinge eine über das Persönliche hinausgehende metaphorische Qualität erlangen.

Presseauszug Handelsblatt, 14. September 2001

Leergeräumt wurde der Oberkasseler Szenetreff am Wochenende. Denn dort wurden knapp 700 Gäste zu Eröffnung der Kunstausstellung „The Exhibition OK2“ erwartet. Bis zum 2. Oktober sind dort Fotografien von Anke Stalpers, Bilder von Petra Peschkes und Objekte der japanischen Künstlerin Mutsumi Aoki zu sehen.


Die Eröffnungsrede hält Dr. Reinhold Misselbeck, Kurator des renommierten Museums Ludwig in Köln. Gäste waren u.a. die beiden „Unter Uns“ - Soap Stars Claudelle Deckert und Gabriele Weinspach, Metro-Vorstand Jochen Suhr sowie Fotograf Horst Wackerbarth.

Westdeutsche Zeitung, Montag 27. August 2001

Zu einem Kunst – Kulturfest lädt der Kunstverein Gesellschaft Freunde der Künste Düsseldorf – Berlin vom 24. August bis 2. Oktober ein.
„The Exhibition OK 2“ lautet der Titel des Projekts, dass Malerei, Fotografie, Performance, Installationen und Konzerte in sich vereint.
Zwei Monate lang geben sich verschiedene Künstler und Künstlerinnen ein Stelldichein in Oberkassel, Düsseldorferstr. 90. Eröffnet wird das Kunst- und Kulturfest am Freitag, 24. August um 20 Uhr mit einer Laudatio zur anschließenden Ausstellung von Dr. Reinhold Misselbeck, Kurator des Museum Ludwig in Köln.

Neben einer Performance und einem Klavierkonzert gehört ein Konzert von Gabriele Weinspach zum Programm. Vielen wird die Schauspielerin in ihrer Rolle als Helena Kramer in der RTL-Soap „Unter uns“ bekannt sein. Am 1. September um 20 Uhr singt sie Balladen und wird dabei von John Lehr Opfar begleitet.

Rheinbote 22. August 2001

 

 

mehr

14.02.2019 Zweiergespräch mit Iris Boss

GFDK - Marion Wagner

Marion Wagner sprach mit der Berliner Schaupielerin Iris Boss anläßlich der Berlinale über den Beruf der Schaupielerei. Marion Wagner spricht in ihrem Blog mit Kunst und Kulturschaffenden in Berlin und leitet den "Verlag für Kurzes " einen unabhängigen Verlag für kurze Texte.

Iris Boss lebt in Berlin und arbeitet als Schauspielerin und Sprecherin.

Roter Teppich, Glamour, hohe Gagen? Wie sieht die Lebenswirklichkeit eines Schauspielers tatsächlich aus?

Iris Boss hat es Marion Wagner in ihrem Zweiergespräch erzählt.

Viele Schauspieler sagen, sie hätten schon immer gewusst, dass sie nichts anderes werden wollen. War es bei dir auch so?

Schon immer nicht, aber schon sehr früh. Weihnachtsmann, Tierärztin, Piratin und Clownin waren die Berufswünsche davor. Als ich etwa acht war, wurde mir klar, dass ich alles zusammen werden könnte, wenn ich Schauspielerin werde.

Wie hast du dir das Leben als Schauspielerin vorgestellt?

Ich bin ohne Fernseher aufgewachsen, vielleicht kam deswegen in meiner Vorstellung die Arbeit vor der Kamera gar nicht vor. Ich habe mich schon sehr früh, sehr ernsthaft mit dem Beruf befasst, habe alle Informationen gesammelt, die ich kriegen konnte. Über die Ausbildung, die Berufsanforderungen, den Arbeitsalltag am Theater usw. und habe einen dicken Ordner angelegt, in dem ich das alles archiviert habe.

Auch praktische Bühnenerfahrung habe ich schon sehr früh gesammelt, ich wusste also, was es bedeutet, eine Rolle zu erarbeiten. Ich habe mir vorgestellt, dass ich nur für diesen Beruf leben würde und in meinen Rollen ganz aufgehe.

Die Sprache war auch schon früh sehr wichtig für mich. Ich liebte die Vorstellung, mich ein Leben lang mit Sprache beschäftigen zu können.

Die Liebe zur Sprache kann ich sehr gut nachvollziehen … Bei Schauspielern denken ja viele an rote Teppiche und hohe Gagen. Die Wirklichkeit sieht für die große Masse aber nicht so aus, oder?

Nein. Sonst würden wir ja auch nicht die ständig gleichen Nasen über den roten Teppich laufen sehen, sondern die in Deutschland zum Beispiel, grob geschätzt, 25.000 Menschen, die sich hier als Schauspieler bezeichnen.

Was die hohen Gagen betrifft, ist es im Gegenteil so, dass Schauspieler froh sein müssen, wenn sie überhaupt eine kriegen. „Leider keine Gage, dafür lecker Catering“ ist eine gängige Formulierung in Stellenanzeigen unserer Branche. Wer würde darauf kommen, einen Anwalt, einen Klempner oder wen auch immer auf derart ungehörige Weise zu rekrutieren?

Aber es muss ja Schauspieler geben, die das mitmachen, sonst könnte eine solche Dreistigkeit nicht funktionieren.

Dass so etwas funktioniert, hat verschiedene Gründe. Einer davon ist sicher, dass man als Schauspieler schnell ins Abseits gerät, wenn die Vita Lücken aufweist. Wer länger nicht gespielt hat, wird nicht mehr besetzt. Ein Teufelskreis. Also lieber unbezahlt irgendeinen Scheiß machen als gar nichts.

Da jedes Jahr ca. 200 Absolventen von staatlichen und ca. 400 von privaten Schulen, dazu ungezählte Quereinsteiger – da „Schauspieler“ keine geschützte Berufsbezeichnung ist, kann sich jeder so nennen – neu auf den Markt kommen, die bezahlten Jobs durch Streichung von Subventionen, Reality-Formate mit Laien usw. immer weniger werden, wird man als Schauspieler immer erpressbarer.

Auch die soziale Absicherung ist schwierig. Meistens ist man gezwungen, als Selbständiger zu arbeiten oder die Festanstellungszeiten beschränken sich auf wenige Tage oder Wochen. Sich so einen Anspruch auf Arbeitslosengeld zu erarbeiten, ist für die meisten schwierig bis unmöglich.

In Deutschland können gerade mal zwei Prozent der Schauspieler von ihrem Beruf leben. Die Arbeitslosenquote liegt bei 25 Prozent. Mit einer hohen Dunkelziffer. Manchmal denke ich, der Beruf ist überhaupt nur noch als Hobby für Kinder reicher Eltern machbar. Aber – (lacht) – ich bin ja der Beweis dafür, dass es nicht so ist.

Wie ist es bei dir?

Ich lebe seit elf Jahren von meinem Beruf. Über rote Teppiche gehe ich selten.

Was gehört eigentlich noch zur Arbeit eines Schauspielers, außer dem Spielen selbst?

Für einen Drehtag oder eine Theaterproduktion arbeitet man natürlich viel mehr als die reine Anwesenheitszeit: Allein um überhaupt an den Job zu kommen, muss ein Schauspieler, der keinen Namen hat, viel Zeit für Netzwerkpflege, Bewerbungen und Vorbereitung für Vorsprechen oder Castings aufbringen.

Jeder Schauspieler braucht aktuelle Fotos, Demomaterial und muss seine Webpräsenz pflegen. Seit Neustem wird sogar verlangt, dass er bei sogenannten e-Castings eine vorgegebene Szene einreicht. Er braucht also jemanden, der ihn filmt, ihm die Szene schneidet usw., nur um sich mit hunderten anderen zu bewerben. Auch sein Instrument, also seinen Körper, seine Stimme, seine Konzentrationsfähigkeit muss er in Zeiten ohne Engagement in Schuss halten.

Wenn man zynisch sein will, könnte man sagen, er könne ja froh sein, unbezahlt arbeiten zu dürfen, so spare er sich wenigstens die Kosten für Maßnahmen, für die er sonst bezahlen müsste. Eine ganze Branche lebt inzwischen von arbeitslosen Schauspielern: Workshops, Coaches, Demobandproduzenten …

Hat er dann eine Rolle bekommen, beginnt die Vorbereitung, das Textlernen, die Proben und parallel dazu schon wieder die „Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen“ für die Zeit danach.

Wie sieht dein Alltag aus?

Wenn ich in einer Produktion bin, probe ich von 10-14 Uhr und von 18-22 Uhr, wenn ich „frei“ bin, also verschiedene kleinere Sachen mache, ist jeder Tag anders. Da laufen dann viele Dinge parallel. Die einzigen Konstanten in dieser Zeit sind Büroarbeiten, die ich wie jeder Selbständige machen muss. Und Sport.

Die festen Zeiten sind ja nicht sehr familienfreundlich.

Natürlich bringt es der Beruf mit sich, dass wir gerade dann arbeiten, wenn alle anderen frei haben. Wochenenden, Weihnachten, Silvester … Familie oder ein “normales” Sozialleben ist da schwierig. Kinder sind, würde ich behaupten, ohne Partner, der sehr flexibel ist und zudem den Großteil des Geldes ranschafft, unmöglich.

Du warst gerade drei Monate mit dem Stück Frau Müller auf Tournee. Habt ihr jeden Abend gespielt?

Mit Ausnahme von zwei spielfreien Abenden, ja.

Wie ist das, wenn man so lange auf Tournee ist? Schaltest du beim Spielen irgendwann auf Autopilot?

Es ist ja ein Teil des Berufs, Dinge, die man schon hunderte Male gemacht hat, immer wieder frisch und neu zu machen. Natürlich bekommt man mit der Berufserfahrung auch eine gewisse Routine, geht bei der 50. Vorstellung nicht mehr mit riesigem Lampenfieber auf die Bühne. Anders geht das kräftemäßig auch gar nicht, wenn man den Beruf länger machen will.

Aber schlussendlich ist das ja alles Lebenszeit: Die des Publikums, meiner Mitspieler und nicht zuletzt die meine. Die möchte ich möglichst interessant und, wenn möglich, mit Spaß verbunden verbringen. Schon deshalb ist Autopilot keine Option für mich.

Und wie ist es hinter den Kulissen? Jeden Tag in einer anderen Stadt zu sein, mit denselben Leuten …

Ich mag das Unterwegssein, auch wenn es nach einigen Wochen ganz schön auf die Nerven gehen kann. Ich versuche mir jede Stadt anzusehen, in der ich spiele und habe gemerkt, dass meine Aufmerksamkeit für Skurrilität und Schönheit in diesen Mikrokosmen eine andere ist als zuhause in Berlin. Ich fühle mich auf Tournee immer ein bisschen wie eine Forscherin.

Wo siehst du dich in zehn Jahren?

Gar nicht, da gibt es mich ja noch überhaupt nicht.

Was ist dein größter beruflicher Wunsch?

Ich liebe meinen Beruf, würde mir aber wünschen, mich mehr auf das Eigentliche, also das Spielen konzentrieren zu dürfen und weniger um die Organisation des Ganzen.

Ich bin ja aus gutem Grund nicht Buchhalterin oder Managerin, sondern Schauspielerin geworden. Berühmtsein interessiert mich nur in dem Sinn, dass ich mehr Wahlfreiheit hätte. Was will ich machen? Was nicht? Warum? Nachdenken, ausprobieren, scheitern dürfen. Das alles gehört für mich zu einem künstlerischen Prozess. Alles andere ist Dienstleistung.

Irgendjemand hat mal gesagt: „Schauspieler sind Philosophen des Handelns.“ Ich empfinde als Schauspielerin eine gesellschaftliche Verantwortung und habe das Glück, immer wieder Dinge machen zu dürfen, in denen ich das Gefühl habe, diese wahrnehmen zu können. Doch noch sind diese Dinge Luxus.

Ich wünsche mir, mich öfter für sie entscheiden zu dürfen. Ich wünsche mir, immer wieder mit guten Leuten, Kollegen und Regisseuren arbeiten zu dürfen. Mit Künstlern, die ihr Handwerk beherrschen, die mich inspirieren und sich von mir inspirieren lassen, die was zu sagen haben und das auf ihre ganz eigene Art tun. Ich bin idealistisch geblieben.

Liebe Iris, vielen Dank für das Gespräch.

Anmerkung der Redaktion:

Sibylle Berg hat erst am 9. Februar zu diesem Thema in S.P.O.N. auf Spiegel Online geschrieben

Der Geiz hinter der Goldkante

"Menschen brauchen Kunst, damit sie sich nicht aus dem Fenster stürzen. Warum werden Künstler dann so schlecht bezahlt? Politiker missbrauchen Oper und Theater als Spielfläche - und lassen zu, dass die Gelder in der Verwaltung versickern".

Nachrichten, Stories, Meinungen und Unterhaltung

Freunde der Künste,
das Sprachrohr der Kreativwirtschaft

mehr

14.02.2019 Unterschiede zwischen Stadt -und Landkindern

GFDK - Eva Horstick-Schmitt

Was meine Person betrifft, stellte ich mich der Thematik „Töchter“ ausgehend von der Zeit, da ich meinen Mann kennenlernte und er eine Tochter und einen Sohn mit in die Ehe brachte. Ich selbst habe einen Sohn und somit waren wir nun 5 Personen.

Allerdings lebte die Tochter meines Mannes noch weitgehend bei seiner Exfrau. Seine Tochter besuchte uns regelmässig und wir verbrachten auch etliche gemeinsame Urlaube zusammen. Ich versuchte  einen Schwerpunkt zu setzen als emotionale Augenzeugin heranwachsender Kinder in meiner Seele als Frau und Fotografin.

Seit den 90er Jahren fotografierte ich schon die Töchterserie als meine persönliche Reise in neue Welten, denn ich selbst bin bzw. war Tochter eines super emotionalen Vaters und einer eher Verstand gesteuerten Mutter, aber ich war nun auch eine Art Stiefmutter mit neuen Aufgaben.

Töchter sind emotionaler als Söhne meinte ich, was aber keineswegs in unserem Fall passte. Mein Sohn war genauso emotional wie ich und die Tochter meines Mannes konnte eher mit ihren Emotionen umgehen und diese verheimlichen.

Portraits des Monats

Somit ist Herkunft und „Erbe „ der Gene nach meiner Ansicht ausschlaggebend. Es ist also wichtig, in welchen Umfeld jemand aufwächst und wie die Eltern als Vorbild agieren. 

Es gibt auch grosse Unterschiede zwischen Stadt und Landkindern.

Während der Arbeit tauchten neue Ausdrucksformen auf und ich hatte das Bedürfnis in 2011 die „Töchter“ ebenso zu interviewen zum Thema Zukunft. Dieses behalte ich bis heute bei. Ich führte die Bilderreihe der Portraits aus und betonte die Profile noch zusätzlich durch Interviews. 

Ich hatte den Eindruck, dass ich während der Schaffung dieser Portraits eine Erkenntnis hatte, nämlich die, dass sie zu meinen eigenen Wünschen damals als „Tochter“ im Alter von 16 Jahren zu heute nicht viel geändert hat.

Auch ich hatte z.B. Angst davor, dass die Umwelt weiter zerstört wird. Zudem hatte ich allerdings nicht den Drang zu heiraten und Kinder zu bekommen. Heute wollen 90 Prozent der von mir befragten Mädchen Kinder und auch heiraten.

Das Werk konnte und kann für sich selber sprechen.

Isabella 18 Jahre aus Essen

Ich bin 18 Jahre alt und lebe in Essen. Vor kurzem habe ich meine Fachhochschulreife mit dem Schwerpunkt Gestaltung am Hugo-Kükelhaus Berufskolleg erworben und stehe vor der Frage: „Was nun?“. Ich habe ständig neue Ideen, wie Sozialwissenschaften oder Wirtschaftspsychologie  zu studieren, jedoch träume ich oft davon Schauspielerin zu werden. 
Tanzen, Singen und Theaterspielen waren schon seit ich zurückdenken kann immer meine größten Leidenschaften.

Zusätzlich bestände für mich auch die Möglichkeit mein Abitur an meinem jetztigen Berufkolleg zu erwerben. 
Meine Eltern hatten ganz andere Berufsvorstellungen. Mein Vater ist Resource Manager und meine Mutter gelernte Industriekauffrau, arbeitet zurzeit allerdings als Fitnesstrainerin.
 Später will ich heiraten und mit meinem Mann dann zwei Kinder bekommen.

Im besten Fall erst einen Jungen und dann ein Mädchen und in einem Haus wohnen. Ich interessiere mich sehr für den Umweltschutz und bin froh dass es bei all dem Dreck, den wir in die Luft pumpen, den Tieren die vorm Aussterben bedroht sind und den verlorenen Urwäldern es zumindest noch teilweise auf der Welt Organisationen wie Greenpeace gibt.

Leonie W. 14 Jahre aus Dortmund

Ich denke, dass die Natur in 10 Jahren nicht mehr dieselbe sein wird wie heute. Es wird ständige Hitzewellen geben und generell wärmere Sommer und Winter. Vielleicht wird es irgendwann keinen Schnee mehr hier geben. Die Eisbären werden auch immer weniger werden und die Gletscher werden weiter geschmolzen sein. Die Gefahr für Hochwasser und Überschwemmungen wird steigen. Es werden andere Tierarten hier leben und woanders aussterben.

Mein Name ist Sonja Lauhof und ich bin 14 Jahre alt.

Wie wird die Welt in zehn Jahren aussehen? Wenn man das nur wüsste. Ich glaube vieles wird größer und vieles kleiner werden. Die Wälder werden noch mehr schrumpfen als jetzt schon und sie werden nur noch dort sein wo Holz benötigt wird. Die Regenwälder wird man absperrren und zu einer Art Museum umbauen um den Touristen zu zeigen wie die Welt einst aussah. Ich glaube viele Tiere werden aussterben, die wir früher für normal befunden haben.

Andere werden mehr werden, wie Tauben und Ratten und überall in den Städten wird die Luft verpestet sein vom Mief hunderter Autos. Um ein reines Gewissen zu haben wird die Regierung in einigen Ländern die Atomkraftwerke abschalten, aber sie wird die Energie aus anderen Quellen beziehen, die genauso schädlich sind wie die Atomkraft. Welche? Ich habe keine Ahnung. Ich glaube, dass die Sommer heißer und die Winter kälter werden.

Der Herbst und der Frühling wird entweder trocken wie in einer Dürre oder in den Fluten von hunderten Stürmen ertrinken. Aber ich glaube die nächsten zehn Jahre werden nicht nur schlechtes bringen. Ich glaube nämlich dass die Menschen diese zehn Jahre brauchen um zu begreifen, dass die Erde einzigartig ist und das man sie schützen muss. Vielleicht gibt es dann auch neue Technologien, welche die die Luft nicht verpessten und keinen Müll hinterlassen, der noch tausende Jahre alt ist. 

Ich heiße Linda Schmid / Dortmund und bin 13 Jahre alt.

Ich möchte später in New York wohnen und viel Geld als Bankkauffrau verdienen. Ich möchte dort in einer Villa mit einem großen Pool  und einer Katze leben. Ich hoffe einen tollen Mann zu finden. der viel Geld hat.

Ich könnte mir auch vorstellen einmal zu heiraten. Kinder möchte ich nicht, weil sie ständig nerven und anstrengend sind. Ich hoffe dies alles in 15 Jahren zu schaffen. Ich hoffe das meine Familie bis dahin noch gesund und munter ist und ich hoffe das sie mich dann oft in New York besuchen.

Rebecca  aus Dortmund 

Ich wünsche mir einen Beruf, 2-3 Kinder und einen Freund/Mann, der nicht arbeitslos ist. Auch wünsche ich mir, dass die Umwelt nicht weiter belastet wird und wir noch einmal so etwas erleben wie Fukoschima. Es wäre besser die Atomkraft zu stoppen. Gern hätte ich auch ein Haustier, wie z.B. eine Katze. Echte Freunde sind wichtiger als oberflächliche Freunde und dieses zu sehen, finde ich wichtig. Ich würde gern reisen, um andere Menschen und Länder zu sehen. In Dortmund möchte ich weiterhin leben.

xyyx

Franzi  13 Jahre alt, 2012 aus Gescher

Mein Name ist Franziska , genannt Franzi und ich lebe in Gescher.

Ich möchte gerne Innenarchitektur studieren und in dem Beruf auch weiter arbeiten. Später möchte ich in einer Grosstadt ziehen, nach Köln oder Berlin. Freunde sind mit sehr wichtig und meine Familie auch. Ich habe 2 Schwestern und bin schon Tante  geworden. Meine älteste Schwester hat letztes Jahr ein Baby bekommen. Mit 28 Jahren möchte ich selbst auch Kinder haben. Für die Umwelt wünsche ich mir, dass es Elektroautos gibt und keine PKWs mehr, die die Umwelt so verschmutzen.

Maria (13 Jahre aus Essen

Hallo Eva, Ich freue mich sehr, dass ich an deinem Projekt teilnehmen darf. Meine Zukunft stelle ich mir so vor: Ich möchte erstmal gerne eine WG mit meinen besten Freundinnen gründen. Eine Ehe kann ich mir zurzeit noch nicht vorstellen, wobei ich schon gerne Kinder hätte. Das müssen aber nicht unbedingt meine eigenen sein. Ich würde auch ein Kind adoptieren. Da ich Kinder sehr mag, möchte ich später beruflich etwas mit Kindern machen.

Ich kann mir aber auch einen Beruf mit Tieren vorstellen oder etwas künstlerisches. Ich bin gerne kreativ und tanze, male, bastele oder nähe etwas. Mit meinem iPod habe ich auch schon Tanz-Videos gemacht.


Ich mag die Natur und fotografiere sie gern. Daher hoffe ich, dass die  Menschen den Umweltschutz mehr ernst nehmen, dass Solar- und Windenergie mehr genutzt werden. Zukunftsängste habe ich nicht. Meine Gesundheit und die meiner Familie sind mir wichtig. Daher wünsche ich mir schon lange, dass mein Vater das Rauchen aufgibt. Meine Mutter arbeitet übrigens bei der Stadtverwaltung Essen, mein Vater bei einer Bank.

Ein Projekt von Eva Horstick-Schmitt

 

mehr

08.02.2019 Ein Haus prall gefüllt mit Kunst

GFDK - Interview und Portraits

Auch das ist nun lange her. Schon beachtlich, was der Kunstverein „Gesellschaft Freunde der Künste Düsseldorf – Berlin“ da in Oberkassel unter der Leitung, von Gottfried Böhmer, mit Sponsorenhilfe auf die Beine gestellt hat. Auf 4 Etagen sind die Arbeiten von 4 bemerkenswerten Künstlerinnen ausgebreitet – ein ganzes Haus, prall gefüllt mit Kunst.

Beinahe ist es so wie mit dem Adventskalender, den Katja Prewozny in Kleinmädchen-Manier kitschig – schön mit Flausch und Plüsch ausgepolstert hat. Man fragt sich nämlich beim Rundgang durchs Haus, welch Überraschung wohl hinter der nächsten Tür lauert.

Beispielsweise die skurile Chaosgruppe der in Keramikmäntel gehüllten Eierkopf-Figuren (aus Ton und Eierschalen), mit der Christina Assmann sämtliche Kitsch- und Buntheits Tabus vom Tisch fegt. Spannender wird es hinter der nächsten Tür.


Da präsentiert die Foto-Künstlerin Katharina Mayer einen Querschnitt ihrer sehenswerten Frauenporträts aus ganz unterschiedlichen Ländern und Kulturen. Mal westliche – stilvoll und ästhetisch als „verlorene Profile“ vor monochromen Hintergrundflächen; mal „getürkt“ (so der Titel der Serie) vor farbenfroh gemusterten Folklore–Stoffen.

Hier gelang es der Fotografin einer Reihe von herben Balkan–Schönheiten die Scheu vor der Kamera zu nehmen oder fernöstlich: Asiatinnen wurden in identischer Kleidung und Pose abgelichtet. Auf diesen Bildern muss man die individuellen Freiheiten aus den Gesichtern herauslesen.

Ebenfalls Porträts – nun in Öl auf Leinwand – gibt es von Pia Dehne im nächsten Stockwerk zu sehen. Die Lüpertz–Schülerin ist nach 2 Jahren in New York mal wieder in Düsseldorf präsent.

Rheinische Post, Donnerstag 28. Dezember 2000

Eine Gemeinschaftsausstellung des Kunstverein Gesellschaft Freunde der Künste Düsseldorf – Berlin ist derzeit im Gebäude Oberkassel 1 in Düsseldorf zu sehen. Christina Assmann, Pia Dehne, Katharina Mayer und Katja Prewozny präsentieren auf 1.300 m2 eine Auswahl ihrer Werke.

Die Ausstellung wurde ermöglicht durch Dieter Kotulla, der das Gebäude zur Verfügung stellte. Die Laudatio anlässlich der Vernissage hielt die Düsseldorfer Kunsthistorikerin Souris Roja Kassimi.

Welt am Sonntag, 24. Dezember 2000

Arbeiten von Christina Assmann, Pia Dehne, Katharina Mayer und Katja Prewozny.

Von Heide-Ines Willner

Noch bis zum 31. Januar – eventuell sogar länger – sind die Arbeiten von Christina Assmann, Pia Dehne, Katharina Mayer und Katja Prewozny in einer Gemeinschaftsausstellung mit dem Titel „The Exhibition OK 1“ ausgestellt. Öffnungszeit: täglich 17 bis 21 Uhr.


Im Erdgeschoß hat Katja Prewozny sich mit Geburt, Tod, Auferstehung auseinandergesetzt. Über die Wege des Lebens, von der Brutkiste bis zum Sarg, wird der Betrachter in einen farbig opulenten Lebenskreislauf geführt. Alles Kalte ist warm in Fell, Flausch und Plüsch verpackt.


Pia Dehne, Meisterschülerin bei Professor Markus Lüpertz, präsentiert im nächsten Stockwerk großformatige Acryl- und Ölmalereien. Ihr Thema sind Menschen, die auf den ersten Blick durch ihren schönen Schein faszinieren. Die Künstlerin lebt und arbeitet in New York und war bei der Ausstellungseröffnung in Düsseldorf dabei.


Frauenporträts aus unterschiedlichen Kulturen zeigt die Fotokünstlerin Katharina Mayer auf der nächsten Etage. Besonders eindrucksvoll die türkischen Frauen, die in blumigen Folklorestoffen ernst in die Kamera blicken.
Christina Assmann hat im Stockwerk darüber ihre Osterhasenfamilie in Ton und Eierschalen aufgebaut.

An den Wänden karikierte Fotos, deren Gesichter aber noch zu erkennen sind. Und dann sind da noch die großformatigen Aquarelle der Hüppi-Meisterschülerin. Bauernstuben, Jägerklausen, Hirschgeweihe an den Wänden, mit biederem Mobiliar in brauner Farbe drängen dem Betrachter die deutsche Gemütlichkeit geradezu auf.

Rheinische Post, 22. Dezember 2000

Motto der Ausstellung: „The Exhibition OK1 – 2000“. Der Kunstverein „Gesellschaft Freund der Künste Düsseldorf – Berlin“ lädt zu seiner letzten Vernissage in diesem Jahr an den Luegplatz 1 ein. Gezeigt werden über 200 Bilder, Foto-Werke & Installationen der Düsseldorfer Künstlerinnen Pia Dehne, Christina Assmann, Katharina Mayer & Katja Prewozny.

Die Laudatio hält die Düsseldorfer Kunsthistorikerin Souris Roja Kassimi. Zu sehen gibt es die Ausstellung noch bis Mitte Mai. The Exhibition OK1, ein Projekt der Gesellschaft Freunde der Künste Düsseldorf – Berlin.

Bild-Zeitung, 16. Dezember 2000

 

 

 

 

mehr

08.02.2019 Standards des Vocal Jazz

GFDK - Interview und Portraits

Bettina Pohle wurde in West-Berlin als älteste von drei Töchtern in eine Arztfamilie  (Vater Internist, Mutter Tierärztin) geboren. Da die Mutter eine sehr gute Pianistin war, war der  Klavierunterricht aller drei Töchter so normal, wie regelmäßige Hauskonzerte vor geladenem Publikum.

Bettina Pohle erhielt eine Ausbildung in Klavier, Querflöte und Gesang und war viele Jahre Mitglied im Jugend- & Hauptchor des Berliner Konzert Chores unter der Leitung von Fritz Weisse.

Nach dem Abitur am Musischen Gymnasium Erich-Hoepner in Berlin, Studium der Germanistik/Anglistik an der Freien Universität Berlin und 1986 Weggang in die USA. Studium Literatur und Gesang an der University of Georgia, Athens, GA. 2. Platz student auditions Wettbewerb NATS. Umzug nach Kalifornien.

Bis 1994 Literaturstudium an der University of California at Berkeley in Berkeley, Kalifornien, USA. Promotion „Kunstwerk Frau: Inszenierungen von Weiblichkeit in der Moderne“, als Buch 1998 im Fischer TB Verlag veröffentlicht, gilt es mittlerweile als Standardwerk deutscher Genderstudies Programme.

Während ihrer Studienzeit in Kalifornien arbeitete Bettina Pohle als Dozentin für u.a. Deutsch und Literatur an verschiedenen Colleges und Universitäten und war darüber hinaus eine gesuchte Synchronsprecherin & Synchronregisseurin in englisch-deutschen Werbeproduktionen in der San Francisco Bay Area.

Zeitgleich sang Bettina Pohle als Sopran in klassischen  Kammerensembles, darunter Anthony Pasqua’s Perfect Fifth und Robert Geary’s The San Francisco Chamber Singers, und unternahm dann einen Wechsel zum Jazz. Unterricht bei  Ellen Hoffmann (p), workshop mit Mark Murphy (voc).

1993 Tour mit Bill Ganz’s UC Vocal Jazz Ensemble in Hawaii. „University of California Chorale Ensembles Award for Greatest Musical Achievement, 1993-1994“, Arbeit als Asst. Prof. in den  Humanities am San Francisco Conservatory of Music in San Francisco 1995-1997.

Nach 12 Jahren USA, Rückkehr nach Deutschland und Berlin. 10 Jahre Salonière des Berliner Zukunftssalons (www.berlinerzukunftssalon.de). 2001 & 2004 Geburt der Töchter Morghan und Avril. Bis heute Tätigkeit als Dozentin für US-amerikanische Universitäten in Berlin.

2008-2010 vocal jazz coaching bei dem Lehrer-/Jazzmusikerpaar Connie Moore (voc) & Reggie Moore (p) und seit 2008 Zusammenarbeit mit dem Schweizer Jazzpianisten, Schlagzeuger und Komponisten Ralf Ruh. Bettina Pohle lebt mit Ihrem Mann und ihren beiden Töchtern in Berlin.

Teilnahme an:

2008  Intensivworkshop Gesang mit Esther Kaiser /CD Bandorf
2009  jazz vocal master class mit Ines Reiger/Jörg Seidel in Österreich
2010  master class “Jazz Improvisation and Beyond” mit Céline Rudolph
2010  25. Berliner Jazztreff
2011  Intensivkurs Vokale Improvisation mit Daniel Oertel-Mattar/Nicolai Thärichen

Discographie:
the san fransico chamber singers, Robert A. Geary, Artistic Director, “Island in Space”, © 1996
Bettina Pohle/Ralf Ruh, Time And Again, 2011, 7Jazz/NMD
Bettina Pohle & Ralf Ruh Trio, Just [b] , 2012, Octason Records

Publikationen:

Kunstwerk Frau: Inszenierungen von Weiblichkeit in der Moderne,

Fischer Tb. Verlag, Frankfurt am Main, Februar 1998

„Authentic Material for German Language Instruction“, Arbeitsbuch & Video, McGraw-Hill Publishing House, San Francisco, USA, 1995

"Namenlose Furcht. Weiblichkeitsentwürfe zwischen Abscheu und Wollust", in: Frauen - Körper - Kunst. Inszenierungen weiblicher Sexualität in der Literatur, Karin Tebben (Hg.), Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, September 2000

„Berlin before and after the Wall“, Vorträge für Arthur Andersen Executive Program, Berlin, 1999

contact: info@bettinapohle.com

Weiterführende Links:
http://www.bettinapohle.com/

mehr

06.02.2019 neue Herausforderung

GFDK - Gottfried Böhmer und Adolf H. Kerkhoff

Von Gottfried Böhmer und Adolf H. Kerkhoff

Pia Dehne studiert bis 1993 bei Markus Lüpertz und so sind ihre frühesten Bilder aus den späten 80iger Jahren Befreiung von dessen damaliger mythologischer Malerei. 1994 ging sie nach Berlin. Hier gelang ihr der Durchbruch als anerkannte Künstlerin.

Die Medien haben ihre Arbeit anerkennend begleitet. Aussagen wie: „die Entdeckung des Monats“, „die beste Malerin der Stadt“, „der bemerkenswerteste Beitrag stammt von Pia Dehne“, „eine schöne Blonde, selbstverständlich in Pastell“, und zum guten Schluss titelt die Bild-Zeitung ganzseitig: „Pia Dehne – Atelierbesuche bei Deutschlands größten Künstlern“.


Hier war der Zeitpunkt gekommen, die Zelte in Berlin abzubrechen und sich einer neuen Herausforderung zu stellen. 1999 begann für Pia das große Abenteuer New York, wo sie seither lebt und arbeitet.

Die amorphen Bilder von Pia Dehne führen weg von jeder fremden Sinngebung, also auch der des Lehrers und hin zu Farbe und Blickführung, zu Form und Volumenspiel, zu etwas, dass an etwas erinnert ohne dieses etwas zu sein.


Dass die sogenannte Kraft des Malerischen kein Gespenst ist, sondern eine wieder und wieder zu vollbringende Tat der Malerin, wie des Betrachters, will die Künstlerin zum Ausdruck bringen. Zur Tat der Malerin gehört der Entschluss, und auch dieser will wieder und wieder getroffen werden. Hierin liegt aber auch die Erklärung des Wechsels.

Pia Dehne hat des öfteren sowohl ihre Themen als auch ihre Malweise – das eine mehr, das andere weniger – gewechselt. Die so entstandenen Zyklen wurden daher zum wichtigen Bestandteil ihrer Malerei.

Das trifft auch auf die erotischen Bilder zu, bei denen es sich mehr um anonyme Aktbilder handelt, die sich mit der Fantasie einer überfluteten Nacktheit unserer Bilderwelt auseinandersetzt.

Diese erschafft die Künstlerin zeichnend wieder und umkreist sie malend, ähnlich wie der Betrachter suchend. Aber die Befriedigung, die der Betrachter des Nacktbildes sucht, die findet erst die Malerin, in der Erfüllung aus dem Unsinn der fremden Bilder neuen eigenen Sinn zu schöpfen, in dem sie durch Über- und Vermalung etwas neues, etwas jenseitigen erschafft.

Gleiches gilt auch für den Zyklus „Zoon Politikon“, eine ehrenwerte Gesellschaft. Diese Gangsterporträts sind auch unter der Bezeichnung eine „ehrenwerte Gesellschaft“ bekannt geworden. Und obwohl – oder gerade – weil es sich bei den dargestellten um Männer handelt, liegt es für die Betrachter nah, Rückschlüsse auf die Künstlerin zu ziehen, als einerseits ehrenwerte, aber andererseits als gnadenlose Vertreterin der Kunst.


Pia Dehne zeigt die Ehre als innere personelle Reflektion äußerer sozialer Anerkennung – und den Zynismus der Vorführung dieser Ehre als tödlichen Witz. Und dies in beinahe psychedelischen Farben, die mehr an den Dschungel der Gesellschaft denken lassen, als an ihre Altäre.

Das ist nichts für Fanclubs, sondern etwas für die Liebhaberei von Malerei, denn die Vergangenheit wird nicht glorifiziert, sondern nutzbar gemacht für die Kunst der Jetztzeit. Die vom fremden schwarz-weiß Foto vorgegebene Form wird mit der eigenen malerischen Farbigkeit aufgeladen bis ein neues, selbständiges Kunstwerk entstanden ist.

Diese Nutzbarmachung der Vergangenheit für die Gegenwart wurde plausibler bei der Reihe „Ich und Du (Der Künstler und Ich)“.

Hier porträtiert Pia Dehne bekannte und weniger bekannte Dichter und Maler, Künstler eben, die eine solche Bedeutung für die Künstlerin und ihr eigenes Werk haben, dass die Malerin sich zusammen mit ihnen selbst darstellte. Obwohl diese Inszenierungen eine größere Zugänglichkeit der Werke für die Betrachter implizieren, ist dies nicht zwangsläufig der Fall.


Die neuen Bilder aus New York sind noch vielschichtiger. Dass Dinge unklar sind, ist für Pia Dehne ein Merkmal unserer Zeit, und das muss gezeigt werden. Präsentierte sie früher ihre Bildgeschichten in aller Genauigkeit, so verschleiert sie jetzt.

Die Schleier sind wie Schlieren, alles ist noch da, aber abstrahiert durch die weiße Farbe, die über das Gemalte geschüttet wird und es versteckt, um dann wieder abgeschmirgelt zu werden.

Darunter kommt ein neues Bild hervor, es haben sich abstrakte Formen gebildet, das Bild scheint ein anderes geworden zu sein, und es ist doch nur verzaubert/verwandelt, dem magischen Zufall überlassen.

Das Bild vermittelt einen Traumzustand. Allerdings ist der Traum im Entschwinden, man hat noch diesen Schleier vor Augen, nichts ist ganz klar, nichts tritt mehr deutlich hervor, der Betrachter muss sich anstrengen und selbst das Bild zurückholen.


Aber diese Arbeiten wären nicht Kunst, wenn aus der Implosion der Bedeutung (und der Worte) nicht eine Explosion der Malerei erwachsen würde. Explosion allerdings nicht im Sinne einer Zerstörung, sondern einer Exploration des Bildraumes.


Pia Dehnes Bilder fesseln den Betrachter durch ihre Beharrlichkeit ebenso, wie durch ihre Unberechenbarkeit und lassen ihm (und sich) keine Ausflüchte in eine extreme Farbigkeit oder in die Tiefe eines imaginären Bildraumes.

Diese Malerei kämpft nicht für eine Ideologie (den Schein innerer Wahrheit), nicht gegen einen Naturalismus (den Anschein äußerer Richtigkeit), sondern um den Blick des Betrachters. In New York begegnen ihr die Frauen des neuen Jahrtausends.

Sie haben gerade ihren Weg eingeschlagen und ihre Zielstrebigkeit inspiriert sie. Eine neue weibliche Kraft ist im Entstehen, man sieht sie bereits in gewissen Gesichtern auf großen Leinwände bannt und die Abstraktion mit ins Bild einfließen lässt.


Pia Dehne hat dem alten Kontinent nicht ganz den Rücken gekehrt. Im Jahr 1999 war sie bei mehreren großen Ausstellungsprojekten vertreten. Im Jahr 2000 waren ihre Stationen in Berlin, Wiesbaden, Turin, Düsseldorf und Innsbruck. Für das Jahr 2001 sind zwei Projekte in Deutschland geplant.

Projekte mit der GFDK - Gesellschaft Freude der Künste

1998 "Eine ehrenwerte Gesellschaft - Zoon Politicon" - Berufskiller aus den dreißiger Jahren

1999 Goethe Festival - Künstlerinen sehen Goethe - 250 Jahre Goethe

2001 The Exhibition OK 1

2004 Goethe Festival - Künstlerinen sehen Goethe - 255 Jahre Goethe

Messemagazin, Ausgabe 4/2000

 

mehr

06.02.2019 Gesellschaft Freunde der Künste

GFDK - Interview und Portraits

Meine Güte: Auch das ist nun 20 Jahre her - Am Vorabend des ersten Kongreßtages war die Ausstellungen „Künstlerinnen sehen Goethe“ zu eröffnen. Die Gesellschaft Freunde der Künste Düsseldorf – Berlin hatte unter Federführung von Gottfried Böhmer und Michael Selbach das Projekt ausgeschrieben und die Institutionen für die Realisierung gewonnen.

Einige der Werke waren schon im März zur „InCom, einem an der Heine-Universität mit rund 20.000 Besuchern aus Forschung und Industrie durchgeführten naturwissenschaftlichen Kongress zu sehen.

Nirgendwo sonst bei den bundes- und weltweiten Jubiläumsfeierlichkeiten gab es einen spezifisch weiblichen Blick auf den Dichter, obwohl dessen Frauenbeziehungen dieses doch gerade herausfordern. Hier also sind Variationen dieser Sichtweise zu begutachten.

Rheinische Post, 22. Juni 1999

„Das ist die Kunst, das ist die Welt, das eins ums andere gefällt“. Johann Wolfgang Goethe hat Geburtstag und Düsseldorf feiert mit: Die Mega-Gala zum 250. des Dichters & Denkers steigt morgen ab 18 Uhr im Malkasten. „Über 2000 Gäste haben schon zugesagt“, freuen sich die Initiatoren der Freunde der Künste.

Bild, 27. August 1999

„So voll habe ich noch kein Sommerfest erlebt“. Im Malkasten gaben sich rund 2000 Besucher, viele davon in historischen Kostümen dem Jubelfest des Dichterfürsten hin. Das hatte der Kunstverein Gesellschaft der Freunde Düsseldorf - Berlin auf die Beine gestellt. Schauspielerin Rose Keller rezitierte Texte des Dichters und im Saal gab es von der Tanz- Performance bis zum Zuheimer Quartett ein buntes Programm.

Westdeutsche Zeitung 30. August 1999

Sie fegten über die Bühne des Theatersaals des Malkasten wie vom Wirbelwind angepustet. Shannon Moreno, Eriko Yamashiro und Cécile Tuzii - alle 3 Mitglieder des Ballettensembles der Deutschen Oper am Rhein – tanzten eine Choreographie von Leon Kjellsson zu Joachim Beckers „Erlkönig 99“.

Ein Highlight der Goethe – Geburtstagsfeier im Malkasten am Samstagabend, zu der nach und nach mehr als 2000 Besucher strömten. Neben Regierungspräsident Jürgen Büssow und Schauspieler Peter Kern auch dabei: Ballettmanager Oliver Königsfeld, der mit seiner frischangetrauten Eva Zamazalavá Werbung für die nächste Vorstellung des Sommernacht-traum machte. Der Lehrstuhl hatte das Fest gemeinsam mit Gottfried Böhmer, Gesellschaft Freunde der Künste organisiert.

Rheinische Post, 30. August 1999

Goethe lässt grüssen. Unter dem Motto „Wahlverwandtschaften und mehr“ stand eine ungewöhnliche Ausstellung mit Werken von Mantalina Psoma. Als Ort hatten sich die „Freunde der Künste Düsseldorf – Berlin“ das ehemalige Zollamt am Derendorfer Güterbahnhof ausgeguckt.

Die Veranstalter überraschten als Deko-Genies. An den Wänden die Werke der griechischen Malerin Psoma, illuminiert mit tausenden von Kerzen, Tische so groß wie höfische Tafeln, ein riesiges vegetarisches Büffet. Höhepunkt des Abends:

Miniaturen der Musikgeschichte, von der 25-jährigen Konzertpianistin Marta Maria Giorgia Tarnea. Die bildhübsche Rumänin wurde übrigens in einer kleinen Stadt in Transilvanien geboren. Die Ansprache hielt der Generalkonsul von Griechenland Karl Gadis und die Laudatio, die Kunsthistorikerin Christina Wendenburg.

Presseauszug aus dem Express, 8. November 1999

 

 

 

mehr
Treffer: 172