Exklusive Interviews mit interessanten Menschen

20.04.2012 Mark Forster schreibt, wie ihm der Schnabel gewachsen ist

Peter Goebel - 6 Bilder

Könnte man als Beschreibung von Mark Forsters Debütalbum „KARTON“ auch einfach so stehen lassen, weil er es selbst gesagt hat und das schließlich auch jeder hören kann. Muss man aber nicht, weil es über den „KARTON“ spannende Sachen zu erzählen gibt.

Zum Beispiel, wie die Kompositionen den Komponisten im Griff haben: »Manche Lieder müssen sofort geschrieben werden, weil ich sie gerade brauche, um mit einem Problem klarzukommen oder um genau jetzt ein Mädchen zurückzugewinnen oder auch einfach um Dampf abzulassen.

Ich habe noch nie ein Lied geträumt, aber schon öfter erlebt, dass ein Song einfach da ist und ich habe keine Ahnung woher.« Es könnte eine Art Ying/Yang-Geschichte sein oder auch eine simple Trotzreaktion, dass Mark Forster bei den Aufnahmen zum „KARTON“ immer versucht hat, genau das zu machen, was niemand erwartet.

Im Einzelnen bedeutet das: Ein „KARTON“-Track braucht eigentlich nur sehnsüchtig anzufangen, um ziemlich schnell von einem selbstbewussten und kommunikativen Beat angesprochen zu werden („DU UND ICH“). An einer Bilderbuch-Stelle für Streicher bekommt urplötzlich ein unaufgeregter »Fitzelgroove« seinen großen Auftritt („DU FLIEGST DAVON“).

Die erste Single „AUF DEM WEG“ handelt von der Frage, ob das Ziel denn überhaupt das Ziel ist – und überhaupt haben organische Instrumente grundsätzlich was mit Elektronischen („BERG AB“). Oder es läuft wie bei „NUR DU“ – wunderschöne Saiteninstrumente werden aufwendig aufgenommen, um einen Effekt drüberzulegen, der sie irgendwie unecht klingen lässt.

Weil es sich nicht teuer anhören soll, sondern ehrlich.

(Ja, 5 Euro in die Klischee-Kasse, aber so isses halt.)

Man kann im „KARTON“ aber auch versteckte Botschaften auf sehr leisen Tonspuren entdecken gehen. In den Studios in Kornwestheim, Berlin, Remiremont und Motril wurden nämlich alle 13 Songs so oft hintereinander gespielt, dass sie irgendwann nur noch aus Gefühl bestanden.

Spätestens bei Take 40 wurden Fingersätze zugunsten von Textinhalten ausgeblendet und das kann man genauso auf dem Album hören, wie die Späße aus den Lockerungstakes 1-39. Spannend ist übrigens auch die Coverversion von „SIE IST WEG“. Dem Fanta-4-Track, den wir alle im Schlaf mit-rappen können. Dank Mark Forster können wir den jetzt auch im Schlaf mit-singen.

Aber auch wenn das Album mit Ansage richtig schön tanzbar geworden ist – Herr Forster ist natürlich nicht nur ein Schönwetter-Songwriter. Der Titelsong „KARTON“ ist das erste Lied, das er mit Mitte zwanzig nach seiner Reise auf dem Jakobsweg geschrieben hat und erzählt von handelsüblichem Liebeskummer.

Nicht so üblich ist die Tatsache, dass ein Mensch wie Forster in der Lage ist, einzusehen, dass es darin eigentlich gar nicht um das Mädchen geht, sondern um verdammt aufrichtige Selbstreflexion – und dem Musiker Forster danach klar wurde, dass das genau die Art Musik ist, die er machen will: Hosen runter, Narben müssen an die Luft bevor sie heilen.

Klingt so eine wohltemperierte Album-Information?

(Keine Ahnung, aber „KARTON“ klingt definitiv top.)

Wild entschlossen »mitte-links«: weder modern noch old-school, obwohl viele das ja gerade gern sein wollen; weder akustisch noch elektrisch, obwohl viele das ja gerade gern sein wollen.

Weder künstlich auf Kante geknetet noch übertrieben auf Pop gebürstet. Mark Forster schreibt, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, singt noch viel besser als ihr jetzt denkt und macht sich nichts aus Attitude. „KARTON“ macht Laune und erscheint Anfang Juni 2012.

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10.04.2012 Die Chancen waren verschwindend gering

GFDK - Sony Music - 10 Bilder

Es gehört ganz unmittelbar zum Wesen der Popmusik, das sie uns immer wieder aufs Neue  verblüfft und überrascht. Im Falle der uneingeschränkt wunderbaren Rebecca Ferguson sind es v.a. die höchst verschlungenen Karriere-Pfade, die sie ins Scheinwerferlicht der (musikalisch interessierten) Öffentlichkeit führten, die uns Staunen lassen.    

Gerade mal ein Jahr ist es her, dass die extrem scheue, (seinerzeit) mit einem beklagenswerten Mangel an Selbstbewusstsein ausgestattete zweifache Mutter an einer Audition für die britische Talentshow „The X Factor“ teilnahm. Es wurde einer der bemerkenswertesten Auftritte in der Geschichte der Sendung.

Die Nation war gerührt: nachdem Rebecca bereits mit siebzehn und abermals mit neunzehn schwanger geworden war, befand sie sich in einer Situation, in der andere längst resigniert hätten - ohne Geld und mit noch weniger Hoffnung. Die Chancen, dass jemals jemand auf ihre Stimme aufmerksam werden würde, waren verschwindend gering.

Doch als sie ihren Mund öffnete und eine beeindruckend ungekünstelte Interpretation des Sam Cooke-Klassikers „A Change Is Gonna Come“ erklang, hatte sie mit einem Schlag die Qualitäts-Messlatte der Show um mehrere hundert Prozent in die Höhe schnellen lassen.  

Dass sie abschließend lediglich den zweiten Platz belegte, ist nicht weiter von Bedeutung –  bzw. war es möglicherweise sogar die wesentlich bessere Option.

Denn als Nicht-„X Factor“-Sieger hatte die aus Liverpool stammenden Sängerin im vergangenen Jahr ausreichend Zeit, ihre Songwriting-Skills zu verfeinern und mit ihrer bemerkenswerten Stimme jene Songs zu veredeln, die die 25-jährige zur Stimme ihrer Generation machen werden – und möglicherweise sogar zu einem globalen Superstar. 

Rebecca Fergusons Debütalbum „Heaven” biedert sich zu keiner Zeit an Moden an, es ist kein todschicker Hybrid aus den hippsten, aktuellen Musikgenres, zusammengerührt und ein wenig durchgeschüttelt, bis am Ende ein amorpher Klumpen Trend-Pop herauskommt. Es ist Soul. Aus jeder Faser und jeder Note strömen ungefilterte Emotionen, die alle anderen Sängerinnen und Sänger… gewöhnlich klingen lassen.      

Wie bereits erwähnt, hatte es Rebecca, die sehr stolz auf ihre Liverpooler Working-Class-Herkunft ist, auf ihrem bisherigen Lebensweg nicht immer einfach. Doch ihre Erfahrungen statteten sie mit einem Kämpferherz aus, das nun in ihren Songtexten zum Vorschein kommt und ihren angestrebten Karriereweg prägt. Sie ist eine wahrhaftige Künstlerin. Und sie ist gekommen, um langfristig zu bleiben.

Bis vor kurzem konnten sich Rebeccas Bewunderer lediglich an ihren TV-Auftritten erfreuen – alleine die Audition mit „A Change Is Gonna Come“ verzeichnete 2,9 Millionen YouTube-Views. Mit den beseelten Interpretationen des Eurythmics-Klassiker „Sweet Dreams“, Chris Iaacs „Wicked Game“ und Candi Stantons „You Got The Love“ zeigte sie die beeindruckende Bandbreite ihrer musikalischen Einflüsse.

Doch die Show selbst bescherte Rebecca etwas, das man mit Geld nicht kaufen kann. „Sie veränderte mich als Person. Ich bin jetzt stark. Singen war immer mein Traum, jetzt gilt ihm meine gesamte Konzentration.

Ich hatte schon fast die Hoffnung aufgegeben, als das mit der Show passierte. Mit meinem ersten Album wollte ich einen Punkt erreichen, an dem meine Stimme und meine Songs so gut sind, wie sie nur sein können“, erzählt sie.     

Die erste Single trägt den Titel „Nothing’s Real But Love“. Es ist ein leidenschaftlicher Song, bei dem sie eine Stimmbeherrschung an den Tag legt, wie man sie nur von ganz großen Sängerinnen kennt. Das Thema liegt Rebecca am Herzen. Es geht um die Dinge, die im Leben wirklich wichtig sind – „kein Geld, kein Haus, kein Auto, kann Liebe ersetzen“.    

„Die Leute sagten immer zu mir: ‚Reichtum macht dich nicht glücklich, Rebecca‘“, erinnert sie sich, „und ich dachte mir: ‚Ich hab keinen Strom, nichts – erklär das bitte meinem leeren Kühlschrank. Doch jetzt geht es mir gut und mir wird klar, sie hatten Recht. Es ist egal, was du besitzt, solange du Liebe in deinem Leben hast. Ich weiß, das klingt ziemlich cheesy, aber das ist die ganze Wahrheit.“

Das Thema zieht sich durch ihr gesamtes, entwaffnend ehrliches Debütalbum. „Ich habe mein Herz geöffnet. Vieles davon ergibt sich, wenn ich über die Beziehungen schreibe, die ich hatte, deshalb kann sich wahrscheinlich jeder in die Texte hinein versetzen – wir haben das alle schon einmal erlebt.“

Rebecca, die sich selbst als Perfektionistin bezeichnet, schrieb schon immer ihre eigenen Songs, über Monate hinweg verfasste sie täglich ein neues Lied. „Die Leute dachten: ‚Sie war bei ‚X Factor‘, sie kann bestimmt keine Songs schreiben. Wir werden das für sie machen.‘ Mit der Zeit erkannten sie aber, dass ich das durchaus drauf habe.“

Sie arbeitete mit einem Dreamteam an Songwritern und Produzenten, darunter Eg White  (Adele, James Morrison, Duffy), Fraser T Smith (N-Dubz, Tinchy Stryder, Cee Lo Green) und Claude Kelly (Britney, Whitney Houston, Jessie J). In den zurückliegenden elf Monaten entstand ein sehr ausgereiftes und zeitloses Werk.

Von dem zurückgenommenen, von Pianoklängen getragenen „Teach Me How To Be Loved“ bis zum Big-Band-Sound von „Fairytale“ erklimmt Rebeccas Stimme mühelos einen Höhepunkt nach dem anderen. Und wenn „Shoulder To Shoulder“ dich nicht zum Weinen bringt, dann haben wir offensichtlich Androiden unter uns…

Auch wenn ihre direkten musikalischen Einflüsse dem Soul entstammen, so zeigt bereits ein flüchtiger Blick auf ihre iPod-Bibliothek ein weit größeres Spektrum: da finden sich neben Ray Charles, Nina Simone, Stevie Wonder, Nina Simone und Beyoncé u.a. auch Ben Howard, Bombay Bicycle Club, Tupac, Florence and The Machine, Nicki Minaj und – natürlich - Adele.

„Sie war für mich so eine große Unterstützung und sagte so tolle Sachen über mich“, schwärmt sie, „sie hat sogar zugegeben, achtzig Mal für mich gestimmt zu haben, als ich in der Show war. Sie meint jedes Wort, das sie singt – das liebe ich an ihr.“   

Der bisweilen recht zurückhaltenden Sängerin, die allerdings ab und zu mit einem sehr lauten und ansteckenden Lachen zu überraschen weiß, ist ein Album gelungen, das ihr nicht zuletzt eine gehörige Portion Durchsetzungsvermögen und Selbstvertrauen bescherte. Beispiel gefällig?

„Ich hab mich geweigert, einen der Songs auf dem Album nochmal einzusingen. Ich habe jedes Wort gemeint, als ich es sang und ich werde sie nicht noch einmal singen und nicht meinen. Und es mir egal, ob das klingt, als sei ich eine Diva.” 

Obgleich sie ein wohlerzogenes Mädchen war, erinnert sie nur ungern an ihre Schulzeit. Stets fragte sie sich, was sie dort eigentlich zu suchen hatte, wo ihr doch längst klar war, dass sie ein musikalisches Schicksal erwartete. Doch dies fiel ihr nicht so einfach in den Schoß.

„Meine Mutter war sehr streng und sie erlaubte mir nur, christliche Musik zu hören. Doch irgendwann gab mir eine ihrer Freundinnen, die von meiner Leidenschaft fürs Singen wusste, zwei Kassetten gab: Cher und Whitney Houston. Ich saß stundenlang nur da und hörte mir die beiden Alben an - auf Endloswiederholung.“

Geld, um ihre Gesangsausbildung zu ermöglichen, war nicht vorhanden. Also nahm sie mit vierzehn einen Job in einem Bekleidungsgeschäft an, um ihre Gesangsstunden zu finanzieren. Anschließend besuchte sie eine Hochschule für Darstellende Künste.

Doch mit siebzehn änderte sich ihr Leben mit einem Schlag komplett – Rebecca wurde schwanger mit Tochter Lillie May. Zwei Jahre später folgte Sohn Karl. „Die Leute sagten zu mir: ‚Jetzt ist dein Leben ruiniert!‘ und eine Weile glaubte ich das auch. Aber man muss seine Träume nicht aufgeben, nur weil man Kinder hat. Sie haben mich zum Erfolg getrieben, denn ich will ihnen ein besseres Leben bieten können. Und mir.“

Rebecca Ferguson zeichnet eine unglaubliche Bescheidenheit aus, doch ihr geschulter Blick ist stets auf die Zukunft gerichtet. Und ihr Potenzial ist gewaltig. „Ich bin sehr stolz auf dieses Album.

Es war nicht leicht, die Songs zu schreiben und ich habe so viel von mir eingebracht, dass es sehr hart für mich wäre, wenn die Leute es nicht mögen. Aber ich würde es mit Fassung tragen“, sagt sie. „Wenn die Leute nur sagen: ‚Ich glaube jedes Wort, das sie sagt‘ - das wäre das Größte.“

Schaut man auf die (britischen) Pressestimmen zu „Heaven“ durch, dann muss sie sich diesbezüglich keine allzu großen Sorgen machen:

„Ist Rebecca Ferguson der erste glaubwürdige Star, der aus einer Reality TV Show hervor geht? Bereits ihre wunderbare Debütsingle katapultiert die ‚X Factor‘-Zweite in eine Liga mit Aretha Franklin. (The Telegraph)

„Es gibt nichts an diesem Album, was ich nicht mag.“ (***** Daily Telegraph)

„Ihre Stimme macht unsere Welt ein wenig schöner.“ (**** Guardian)

„Unerschrocken ehrlich.“ (**** The Independent)

„‘Heaven‘ ist ein Album, das Millionen berühren wird.“ (**** Daily Mail)

„Ein Chart-Stürmer.“ (**** Daily Express)

„Vollmundige, ungekünstelte Songs, die das Herz öffnen. In der Tat himmlisch. Rebecca Ferguson steht offensichtlich vor einem lebensverändernden Erfolg.“  (**** The Daily Mirror)

„Ferguson liefert die Single mit einer Mischung aus Stärke und Verletzlichkeit ab, die ihren Heldinnen Aretha Franklin und Nina Simone zur Ehre gereicht“ (Daily Telegraph)

„Ein beeindruckendes Debütalbum, in dessen Fokus stets Fergusons großartige Stimme steht.“ (BBC Music)

„Ein beseeltes, gefühlsgeladenes und unglaublich ausgereiftes Debütalbum.“ (Glamour Online)

Abstract

Es gehört ganz unmittelbar zum Wesen der Popmusik, das sie uns immer wieder aufs Neue verblüfft und überrascht. Im Falle der uneingeschränkt wunderbaren Rebecca Ferguson sind es v.a. die höchst verschlungenen Karriere-Pfade, die sie ins Scheinwerferlicht der (musikalisch interessierten) Öffentlichkeit führten, die uns Staunen lassen.

Gerade mal ein Jahr ist es her, dass die extrem scheue, (seinerzeit) mit einem beklagenswerten Mangel an Selbstbewusstsein ausgestattete zweifache Mutter an einer Audition für die britische Talentshow „The X Factor“ teilnahm. Es wurde einer der bemerkenswertesten Auftritte in der Geschichte der Sendung.

Dass sie abschließend lediglich den zweiten Platz belegte, ist nicht weiter von Bedeutung – bzw. war es möglicherweise sogar die wesentlich bessere Option.

Denn als Nicht-„X Factor“-Sieger hatte die aus Liverpool stammenden Sängerin im vergangenen Jahr ausreichend Zeit, ihre Songwriting-Skills zu verfeinern und mit ihrer bemerkenswerten Stimme jene Songs zu veredeln, die die 25-jährige zur Stimme ihrer Generation machen werden – und möglicherweise sogar zu einem globalen Superstar.

Rebecca Fergusons Debütalbum „Heaven” biedert sich zu keiner Zeit an Moden an, es ist kein todschicker Hybrid aus den hippsten, aktuellen Musikgenres, zusammengerührt und ein wenig durchgeschüttelt, bis am Ende ein amorpher Klumpen Trend-Pop herauskommt. Es ist Soul. Aus jeder Faser und jeder Note strömen ungefilterte Emotionen, die alle anderen Sängerinnen und Sänger… gewöhnlich klingen lassen.

Musik Rock/Pop: Die Soul-Sensation aus England war am 22.03.2012 zu Gast bei Harald Schmidt

http://www.freundederkuenste.de/startseite/einzelansicht/article/musik_rockpop_die_soul_sensation_aus_england_ist_am_22032012_zu_gast_bei_harald_schmidt.html

Peter Goebel
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08.04.2012 dirigieren ist kein reiner männerberuf

GFDK/ NewsWork

Wenn Cornelia von Kerssenbrock in Gummistiefeln und Parka auf dem Tierschutzhof von Gut Immling alte Zirkuspferde füttert, die Eseldame Mary streichelt oder dem Tierarzt bei der Behandlung eines kranken Hänge-bauchschweins zur Hand geht, ist der Stress internationaler Auftritte ganz weit weg.

Doch diese Inseln der Ruhe werden für Cornelia von Kerssenbrock schrumpfen, ihr Terminkalender ist prall gefüllt. Die heute freischaffende Dirigentin jettet um die Welt: zu Gastdirigaten in den großen Opernhäusern in der Schweiz, in Katar, Tschechien, Rumänien, Polen, Aserbaidschan, Georgien und auch in Süd- und Nordamerika. Sie leitete das Orchester der Staatsoper Krakau, stand in Deutschland vor den Hamburger Symphonikern, den Münchner Symphonikern oder dem Akademischen Orchester Halle/Saale am Dirigentenpult.

Ist dirigieren ein Männerberuf? „Es ist mental extrem anstrengend, braucht unheimliche Konzentration und fordert einen selbst auch emotional", sagt Cornelia von Kerssenbrock. „Aber es gibt keinen Grund, warum nicht auch eine Frau ein Orchester dirigieren sollte.“

Sie habe die „musikalischen Fäden souverän in der Hand“ bestätigen die Kritiker ihre Arbeit. Sie loben ihre lebendige, temporeiche und doch differenzierte Verdi-Interpretation und sprechen von „dirigentischer Meisterleistung“, „von einer der Besten ihrer Zunft“.

Cornelia von Kerssenbrock studierte in Salzburg Kirchenmusik, in Freiburg Orchesterleitung bei Prof. Dr. Peter Gülke und absolvierte in Siena/Italien die Dirigenten-Meisterklasse von Gianluigi Gelmetti sowie Meisterkurse bei Paul Goodwin (London), Mariusz Smolij (Houston/USA), Jorma Panula (Helsinki) u.a.

Beim 16. Opernfestival Gut Immling zwischen 22.6. und 19.8. werden die erwarteten 16.000 Besucher Cornelia von Kerssenbrock an mehr als zwei Dutzend Abenden am Dirigentenpult erleben.

Die musikalische Leiterin des Festivals dirigiert unter anderem die Münchner Symphoniker bei der Oper „Troubadour“ (Vorstellungen: 22.6., 29.6., 1.7., 14.7., 22.7., 28.7., 3.8., 11.8.), sowie das Festivalorchester bei Mozarts „Hochzeit des Figaro“ (Vorstellungen: 30.6., 7.7., 13.7., 20.7., 29.7., 1.8., 10.8.), Händels „Julius Caesar“ (Vorstellungen: 27.7., 4.8.) und bei der Welturaufführung der Oper „Brandner Kasper – Eine bairische Oper“ (Vorstellungen: 6.7., 15.7., 21.7., 26.7., 9.8).

Cornelia von Kerssenbrock zählt zu den besten Dirigentinnen in Europa – beim 16. Opernfestival Gut Immling im Sommer 2012 wird Sie bei mehr als zwei Dutzend Opernabenden den Ton angeben. Gut Immling – Am Dirigentenpult zählt für Cornelia von Kerssenbrock nur eines: Aus den Meisterwerken großer Komponisten maximale Klangvielfalt zu schöpfen das Publikum mit der Musik zu berühren.

Die Kritiker sind voll des Lobes: „Neuer Stern am barocken Dirigentenhimmel“, schreiben sie unter anderem über die geborene Münchnerin. Sie ist ausgezeichnet mit dem „Händel-Förderpreis“, dem Würdigungspreis des Ministeriums für Kultur in Wien, wurde vom Deutschen Musikrat mit einem Stipendium geadelt und dort auch als „Maestro von Morgen“ gelistet.

Außer Zweifel: Cornelia von Kerssenbrock zählt heute zu den wenigen großen Dirigentinnen von internationalem Ruf.

Das Opernfestival Gut Immling im Chiemgau wird auch in diesem Jahr von ihrem Können profitieren. Zum achten Mal stellt sie als musikalische Leiterin die entscheidenden künstlerischen Weichen bei diesem mittlerweile international renommierten Opern-Event.

Kontakt: Unsere Oper e. V. Gut Immling 83128 Halfing Tel. 08055 – 9034-15 Pressekontakt: NewsWork AG E-Mail: gutimmling@remove-this.newswork.de

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15.03.2012 über die entstehung ihres albums "spark"

GFDK - Peter Goebel - 7 Bilder

Hier ist die Geschichte ihrer anhaltenden Erfolge in Norwegen, Deutschland, Österreich und der Schweiz.

In ihrer Heimat hat Marit Larsen bereits zwei Alben veröffentlicht. „Under The Surface“ (2006) erreichte in nur drei Wochen Goldstatus, ihre Debütsingle „Don’t Save Me“ besetzte fünf Wochen lang die #1 der norwegischen Charts und brachte ihr zahlreiche Preise (u.a. ein MTV Europe Music Award als „Beste norwegische Künstlerin“) ein.

Der Nachfolger „The Chase“ erschien 2008. Wieder stürmte sie die Charts mit riesigem Erfolg - die überragende Single „If A Song Could Get Me You“ befand sich ganze 24 Wochen lang in den norwegischen Single-Charts. 2009 hatte Marit Larsen also bereits eine Karriere inklusive zweier hochgelobter Bestseller-Solo-Alben im Rücken.

Es sprach nichts dagegen, dieses Mädchen auch im Ausland zu veröffentlichen. Sony Music bemusterte „If A Song Could Get Me You“ an deutsche, österreichische und schweizerische Radiostationen und prompt erreichte der Song Top Ten Platzierungen in den Airplay-Hitlisten der drei Länder.

In den Verkaufscharts erreichte die Single #1, setzte sich fünf Wochen lang ganz oben fest und wurde aktuell mit Platin ausgezeichnet. Ebenfalls Platin und Platz 2 erreichte die Single in der Schweiz, in Österreich war die Single #1 der Charts und ging Gold.

Nach dem Erfolg von „If A Song Could Get Me You“ erschien in Deutschland, Österreich und der Schweiz das gleichnamige Album - eine Kombination der besten Songs ihrer zwei Solo-Alben.

Es stieg ohne Umwege auf #3 der deutschen Charts ein, enterte in der Schweiz auf Platz 2, in Österreich auf Platz 7 und meldete in allen Ländern souverän Goldstatus. Zusammengenommen hat Marit Larsen bis heute in Deutschland, Österreich und der Schweiz über 300.000 Singles und ca. 250.000 Alben verkauft.

Nach dem Erfolg von „The Chase“, Chartstürmern in Norwegen und Deutschland, Hunderten von Akustik-Versionen von „If A Song Could Get Me You“ bei unzähligen Radiostationen, Konzerten, Festivals und zwei Jahren Leben aus dem Koffer war Larsen nicht ausgebrannt.

Ganz im Gegenteil - sie war schon dabei, ihr nächstes Album zu planen. Sie brauchte nur Raum um neue Stücke zu schreiben. „Ich fühlte mich rastlos wegen der Melodien, die ich noch schreiben musste und wegen der Songs, die ich in meinem Live-Set zu vermissen glaubte - diejenigen, die ich einfach für mich selbst schreiben muss.

Ich bekomme dieses Kribbeln, das nicht aufhört, bis der Song fertig ist.“ Also packte Larsen ihren Koffer und kaufte ein One way Ticket nach New York. Am Ende blieb sie ungefähr sieben Monate. „Es war schön, ein bisschen isoliert zu sein und Zeit zu haben, eine Bestandsaufnahme zu machen. Wer bin ich, wenn niemand zuhört?

Was schreibe ich, wenn niemand irgendetwas erwartet? Es fühlte sich gut an, festzustellen, dass die Musik, die ich schrieb, immer noch starke Parallelen zu dem Material hatte, das ich vorher gemacht hatte. Es war eine wichtige Reise, sowohl auf einer persönlichen Ebene als auch für mich als Komponistin.“

Larsen lebte in einem Apartment, in dem sie einfaches Aufnahme-Equipment hatte - ein Mikrofon, ein paar Instrumente und Garage Band auf ihrem MacBook. Sie nahm morgens Skizzen und Demos auf, und wenn die Sonne aufging, spazierte sie auf den Straßen von New York und hörte sie sich an, analysierte alles, was sie aufgenommen hatte.

„Ich fand es schon immer hilfreich, neue Musik aus dem Umfeld, in dem ich sie geschrieben habe, herauszunehmen. Dann wird deutlich, was heraussticht, so oder so. Auf diese Weise finde ich meine ‚Keeper’“. Als sie nach Oslo zurückkehrte, war sie bereit, ihr nächstes Album aufzunehmen. Genau wie die beiden Vorgänger entstand auch „Spark“ unter der Regie von Kåre Vestrheim (Hanne Hukkelberg, Morten Harket, Gluecifer) in den Propeller Studios in Oslo.

„Kåre und ich sprechen die gleiche musikalische Sprache”, beschreibt Larsen. „Wir kümmern uns nicht um Genres, wir möchten einfach großartige Musik machen. Zusammen spielen wir eine Reihe von Instrumenten, deswegen können wir beide eine ganze Weile mit Ideen spielen, bevor wir andere Musiker in den Aufnahmeprozess einladen.

Es ist ein tolles kreatives Umfeld: Alles ist möglich, es gibt keine Regeln.“ Ebenso wenig macht sie sich übermäßig Gedanken um das Konzept einer Hitsingle. „Jeder einzelne Song auf dem fertigen Album ist für mich ein Hit“, erklärt sie.

„Nicht unbedingt, weil ich mir jeden Song im Radio vorstellen kann, sondern weil jeder von ihnen an irgendeinem Punkt einmal mein Lieblingssong ist. Man komponiert und schreibt; man schreibt und komponiert - und ab und zu hat man das Gefühl, dass niemand vorher jemals einen Text aus genau dieser Perspektive geschrieben hat oder man meint, dass man diese eine Melodie einfach nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Darum geht es für mich beim Songwriting.“

Die erste Single „Coming Home“ stammt von Marit Larsen und wurde von Kåre Vestrheim produziert. „Unsere Zusammenarbeit war besser denn je. Kåre ist unglaublich gut darin, mich herauszufordern.“ Larsen hat alle Songs selbst geschrieben, mit Ausnahme von „I Can’t Love You Anymore“, das mit Teitur entstand, und „Have You Ever“ und „Don’t Move“, bei denen Peter Zizzo (u.a. Celine Dion, Jennifer Lopez) als Co-Schreiber fungierte.

Larsen erklärt, dass der Titel „Spark“ „die kleinen Momente in unserem Leben beschreibt, die alles verändern: Der erste Funke von etwas Neuem - sei es ein neuer Anfang oder der Anfang von einem Ende.“

 

Abstract

Nach ihrem 2008er No.1-Hit „If A Song Could Get Me You“, dem gleichnamigen Platin-Album, unzähligen Interviews in Radiostationen, Konzerten, Festivals und Leben aus dem Koffer war Marit Larsen nicht ausgebrannt – im Gegenteil - sie war schon dabei, ihr nächstes Album zu planen. Mit dem Titel „Spark“ veröffentlichte die süße Norwegerin ihren zweiten Longplayer in Deutschland, Österreich und in der Schweiz.

Im April folgt nun mit „Have You Ever“ die zweite Singleauskopplung. Um neue Stücke für „Spark“ zu schreiben, packte die MTV Europe Music Award Gewinnerin ihren Koffer und flog mit einem One-Way Ticket nach New York. Am Ende blieb sie ungefähr sieben Monate und kam mit jeder Menge Songs nach Oslo zurück.

Bei der aktuellen Single „Have You Ever“ fungierte Peter Zizzo (u.a. Celine Dion, Jennifer Lopez) als Co-Schreiber. Herausgekommen aus der hochkarätigen Zusammenarbeit ist eine wunderbar eingängige Popnummer, die Marit auf ihren zierlichen Leib geschrieben ist. Ein typischer frischer Marit Larsen-Hit!.

Marit Larsen

Titel: „Coming Home“

Spätestens seit ihrem No.1 Hit „If A Song Could Get Me You“, der in Deutschland fünf Wochen in Folge den Spitzenplatz der Charts besetzte und aktuell mit Platin veredelt wurde, ist die Norwegerin Marit Larsen ein gern gesehener Gast in unseren Breiten und der deutschsprachigen Nachbarschaft.

Ihr gleichnamiges Album schoss im Jahr 2009 kometenhaft auf Platz 2 bei Media Control und wurde vollkommen zu Recht vergoldet. Aber es sind nicht ihre Verkaufserfolge, die Marit Larsen zu einer so besonderen Künstlerin machen - viel mehr sind es ihre elfenhafte Ausstrahlung, ihre blütenzarte Stimme und der hinreißende Charme ihrer Melodien, die dem Zuhörer den Kopf verdrehen.

Marit Larsens erste Single vom neuen Longplayer „Spark“ heißt „Coming Home“ und wurde wie das gesamte Album in New York City geschrieben. Nach den überwältigenden Erfolgen der letzten Releases war es Zeit für ein bisschen Abstand:

»Ich fühlte mich rastlos wegen der Lieder, die ich in meinem Live-Set zu vermissen glaubte - diejenigen, die ich einfach für mich selbst schreiben muss. Ich bekomme dann ein Kribbeln, das nicht aufhört, bis die Tracks fertig und aus meinem Kopf sind.« Sieben Monate lang hatte sie sich zurückgezogen, um sich kreativ neu zu kalibrieren:

»Es war schön, ein bisschen isoliert zu sein und herauszufinden, wer ich geworden war. Wer bin ich, wenn niemand zuhört? Was tue ich, wenn niemand irgendetwas erwartet? Es war eine wichtige Reise für mich als Person und als Komponistin.« „Coming Home“ klingt tatsächlich, wie nach Hause kommen.

Wenn Marit anfängt zu singen, möchte man ihr den Mantel abnehmen, ein Feuer im Kamin machen und wissen, was sie zu erzählen hat. »I wonder if you know when you kiss me like that, you ruin me for anyone else.« Und ganz genauso ist es: Wer Marit Larsen hört, will erst mal nichts anderes mehr.

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04.03.2012 sie nimmt in ihren Texten kein Blatt vor den Mund

GFDK - Peter Goebel - 12 Bilder

Cäthes deutschsprachige Popmusik kann mutiger und ehrlicher nicht sein. Die in Hamburg lebende Sängerin nimmt in ihren Texten kein Blatt vor den Mund und überzeugt mit ihrer rotzigen Röhre, die einem nicht mehr aus dem Kopf geht. Ihre Musik ist laut, verspielt, ansteckend und außergewöhnlich.

Auf so eine Künstlerin wie Cäthe hat man in Deutschland lange gewartet. Endlich ist sie da! Bevor im September 2011 ihr ungewöhnliches und erfrischendes Album „Ich Muss Gar Nichts“ erschien, schenkte sie uns Ende Januar 2011 bereits die 5 Track EP „Senorita“, die schon eindrucksvoll zeigt, was für ein Talent hier am Werke ist.

Als Cäthe an einem grauen Novembertag 1982 in Staßfurt zwischen Berlin und Magdeburg geboren wurde, war sie noch das kleine Sandkörnchen Catharina Sieland, wie man es zu Millionen am Ufer der nahen, breiten, dahinfließenden Elbe finden kann. Aber dieser Novembertag war ein Sonntag.

Bald nahm das Geheimnis seinen Lauf. Schon früh begann das Sandkörnchen zu trällern, im Kindergarten, in Treppenhäusern, wo sich die Gezwungenermaßen-Zuhörer noch die Ohren zuhielten oder sich Stille mit Bonbons erkauften. Dennoch:

Allen Unbilden zum Trotz, die Musik war längst in ihrem Herzen. Die Eltern waren froh darüber. Ihr Vater besaß zwar Beatles- und Rolling Stones-Platten, konnte aber selbst nicht musizieren, und die Mutter liebte Goethe, besaß jedoch nicht den Drang, selbst zur Feder zu greifen.


Cäthes Kindheitsträume endeten wie die aller Mädchen, am Meer, in der Ferne oder über den Wolken, die Realität dagegen reichte meistens nur bis auf den Campingplatz am Plauer See. Aber auch dort war es schön, weil man zusammen mit dem Bruder und den Großeltern Terence Hill und Bud Spencer schaute und Mensch-Ärgere-Dich-Nicht spielte.

Die Ausreise wenige Monate vor der Wende von Staßfurt nach Aalen in Baden-Württemberg war ein tiefer Einschnitt in das Leben der Siebenjährigen, der aber den Wunsch zum Singen nur verstärkte. Nun lag der kleinen Catharina plötzlich die ganze Welt der Töne zu Füßen. Ihr erster Eklat im Westen bestand darin, dass sie ihrer Barbiepuppe einen Kurzhaarschnitt verpasste.

„Sie sollte so aussehen wie ich.“ Auch Cäthe war schlank wie eine Barbiepuppe, trieb Sport, tanzte Rock n´ Roll und war wendig wie eine Wildkatze. Sie konnte aus dem Stand durchstarten, explodieren, beinahe platzen und dann wieder bockig sein wie ein wolliges Schaf.

Mit zwölf kaufte ihr der Vater eine Gitarre. Bald gab es kein Halten mehr. Die Musiker-Karriere lag wie eine Autobahn vor ihr. Mit vierzehn gab sie ihr erstes Konzert in der Kneipe von Bobby Brown. Fast wäre sie vor Lampenfieber zersprungen. Aber alles ging gut.

elbst. Aber Cäthes Mutter wollte bei der Suche mitspielen. Sie fand eine Kunstschule für Schmuck und Design für die Tochter. Das war nicht schlecht, aber die Fachschule für Musik- und Gesangsausbildung in Dinkelsbühl gefiel dem Musiktalent besser. Dort erlernte sie selbst Dirigieren. Ein Sandkorn bleibt man vorerst auch nach dem besten Schulbesuch, wenn nicht ein Glücksfall eintritt.

Und er trat ein. Cäthe hatte schon in der Schule eigene Lieder geschrieben, sie am Wochenende, wenn alle nach Hause fuhren, in ein verstimmtes Klavier gehämmert und auf Tonträger aufgenommen, sich autodidaktisch zum Songwriter entwickelt.

Sie hätte Englisch schreiben können, doch sie schrieb Deutsch, „weil ich mich so besser ausdrücken kann“, und sie wollte ihre Lieder in Deutsch singen. Selbstgeschriebene Texte, die bei ihr immer autobiografischen Bezug haben, dienen der Selbstfindung, das Wichtigste vielleicht für einen angehenden Künstler.

Aber Cäthe wusste bald, vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt. Sie jobbte u.a. als Sexshopverkäuferin, Weihnachtsmann und Stuhlabbeizerin. Nachts schreibt sie wie besessen Lieder – immer auf der Suche nach neuen Möglichkeiten.

Ihr Weg führte über Mannheim schließlich nach Hamburg, wo sie an einer Hochschule einen mehrwöchigen Popkurs absolvierte. Hamburg gefiel ihr, und 2006 zog sie ganz in die alte, schöne Hansestadt.

Mit Kallas, Flozze, Kriton und Philipp baute sie sich eine Band auf, die es mit ihren Instrumenten versteht, das scheppernde Herz der Musik anzutreiben und die mutige Popsängerin, die alle Facetten auf der Bühne auslebt, auf ihrem ungewöhnlichen Pfad zu begleiten. Sie schrieb Lied auf Lied und die Anzahl ihrer Fans wuchs von Tag zu Tag.

Auf ihrem Debütalbum „Ich Muss Gar Nichts“ singt sie ehrlich und befreiend über Gefühle und Eindrücke, die sie beschäftigen. Sie lebt sich aus, lässt ihre wilde Seele regieren und erzählt Geschichten, die das Leben schreibt.

Sie ermahnt sich, das Leben selbst in die Hand zu nehmen und sich nicht von Ängsten beherrschen zu lassen („Senorita“), singt über Beziehungen („Wahre Liebe“), Vagabunden („Tiger Lilly“) oder darüber wie leicht es sein kann, schwer zu sein („Leicht Schwer Zu Sein“). Cäthe kann laut sein und rockt gewaltig, aber auch die leisen Töne stehen ihr hervorragend, wie auf „Bleib Hier“ oder beim Titelsong „Ich Muss Gar Nichts“.

In Philipp Schwär findet Cäthe den richtigen Produzenten für ihre selbst komponierten Stücke. 13 davon nahmen sie im Sommer letzten Jahres mit ihrer Band und einigen Gastmusikern in den Hamburger Home Studios auf.

Aus dem Sandkorn von Staßfurt ist heute in Hamburg eine Perle geworden. In wenigen Monaten wird Cäthe ihr erstes Album herausbringen. Erst dann werden sie und ihre Bewunderer erfahren, ob diese schmächtige, schreibende und singende Musikathletin es geschafft hat, ob die Verwandlung vom Sandkorn zur Perle kein Märchen ist.

Cäthe „Ich Muss Gar Nichts“ erschien bei DEAG Music.

„Ich muss gar nichts“ – neue Noten heiß geschmiedet
Das Debütalbum der Hamburger Sängerin und Songwriterin Cäthe


Mal sei sie Lust, mal seligste Freude, mal will sie Liebe, mal verbuddelter Schatz oder gar Dichter und eigener Richter sein. „Ich glaube, ich bin ein Ding, wenn’s in Bewegung ist, macht’s einen Sinn,“ singt Catharina Sieland, alias Cäthe, und wer sie hört und erlebt, glaubt ihr, der Tochter eines Schmiedes, dessen Wiege einst in Sachsen-Anhalt in der Nähe der Elbe stand, ihre heiß geschmiedeten Noten und Texte.


Ihre Musik kann als laut oder verspielt empfunden werden, stimmgewaltig ist sie allemal und außergewöhnlich. Die von ihr selbst geschriebenen und vertonten Texte, feinsinnig und deutschsprachig, haben nicht nur eine große Bandbreite, sondern auch notwendigen Tiefgang.


Cäthes Musik ist ein Suchen und Finden. Sie erzählt auf poetische Weise von Begebenheiten, die einem im Alltag bzw. im täglichen Leben so passieren können. Für manche führt sie dazu, sich selber besser erkennen zu können. Ihre meist autobiografischen Texte lassen uns hinter ihren eigenen
Vorhang schauen und teilhaben an ihrer Sicht auf die Welt.


Cäthe will mit ihrer Musik auch daran erinnern, sich nicht von Ängsten beherrschen zu lassen („Señiorita“), singt über Beziehungen („Wahre Liebe“), Vagabunden („Tiger Lilly“) oder darüber, wie leicht es sein kann, schwer zu sein („Leicht schwer zu sein“).


Ihr Debütalbum enthält zwölf Songs, denen Produzent Philipp Schwär den letzten Schliff gab. Cäthe spricht gern von Arbeiten aus ihrer „Klangschmiede“. Songs zu entwickeln ist für die Sängerin und Autorin eine Riesensehnsucht, eine ewige Reise, die beim Hören Nachhaltigkeit hervorbringen kann.


Ihr erstes Album klingt nicht wie das eines Newcomers. Die Neu-Hamburgerin hat die Jahre stillen Schaffens genutzt, Stimme und Musik zu kultivieren, „denn eigenständige Musik braucht Zeit zum Wachsen,“ sagt sie. Nun ist für sie und ihre hoffentlich vielen Fans die Zeit des Wartens um.

Wer ist Catharina Sieland, alias Cäthe?

Sie ist eine musikalische Brückenbauerin, die den Bogen findet vom Inneren zum Äußeren. Mit zwölf bekam sie ihre erste Gitarre. Mit vierzehn gab sie ihr erstes Konzert. Erst danach erhielt sie Musikund Gesangsausbildung, absolvierte einen Popkurs und zog nach Hamburg um.

Dort ist sie inzwischen kein Geheimtipp mehr. Und Ende September, wenn ihr erstes Album erscheint, wird sie dann überall ein offenes Geheimnis sein.
Das Album „Ich muss gar nichts“ erschien am 30.09.2011 (Label: DEAG Music; Vertrieb: Sony Music Entertainment

Die Hamburger Sängerin CÄTHE (29) begeisterte im letzten Jahr mit ihrem phantastischen Chart- Album „Ich muss gar nichts“ (DEAG) und ihrer Tournee durch Deutschland, Österreich und die Schweiz mit ihrer großartigen Stimme und ihrer fantastischen Liveband das Konzertpublikum. Mit ihrem Debütalbum  im Gepäck feierte der Kölner Express die stimmgewaltige Sängerin „als die beste deutsche Popstimme seit Nina Hagen“ und die B.Z. Berlin kündigte ihr Konzert als „Geheimtipp des Tages“ an.

Die neue Single „Ding“ besticht nicht nur durch ihren frechen, dennoch nachdenklichen Text, sondern vor allem durch die ungewöhnliche, unverkennbare Stimme, die jeden Fan aus eventuellem revolutionären Tiefschlaf reißt. Cäthe`s temperament- und kraftvoller Song verlangt nach mehr, zumindest nach Wiederholung, denn wie bei einem guten Bild nicht nur ein Blick genügt, so hört man in ihr Lied immer wieder aufs Neue hinein und doubelt es mit der eigenen Befindlichkeit.

TV Termin:

08.03.2012 Sat 1, 23.15 Uhr: "Harald Schmidt Show"


Tourdaten 2012:

02.03.2012 Düsseldorf, Pitcher

03.03.2012 Reutlingen, Franz K

05.03.2012 Hannover, Mephisto

06.03.2012 Hamburg, U+G

07.03.2012 Gütersloh, Weberei

09.03.2012 Rostock, Mau

10.03.2012 Frankfurt, Das Bett

11.03.2012 Köln, Luxor

12.03.2012 Magdeburg, Altes Theater

13.03.2012 Leipzig, Moritzbastei

15.03.2012 Freiburg, Waldsee

16.03.2012 Nürnberg, Hirsch

17.03.2012 Weinheim, Cafe Central

18.03.2012 Konstanz, Kulturladen

19.03.2012 Wiesbaden, Schlachthof

21.03.2012 Bremen, Lagerhaus

22.03.2012 Lübeck, Riders Cafe

23.03.2012 Münster, Hot Jazz Club

24.03.2012 Duisburg, Alter Feuerwache

25.03.2012 Aachen, Musikbunker

www.caethe.com

www.facebook.com/caethe.de

Musiknews: CÄTHE ist am 08.03.2012 zu Gast in der Harald Schmidt Show

http://www.freundederkuenste.de/empfehlung/musik/einzelansicht/article/musiknews_caethe_ist_am_08032012_zu_gast_in_der_harald_schmidt_show.html?type=0

"Senorita" - Die in Hamburg lebende Sängerin Cäthe wird 2011 durchstarten

http://www.freundederkuenste.de/galerie/videogalerie/vorschau/article/senorita_die_in_hamburg_lebende_saengerin_caethe_wird_2011_durchstarten-1.html

 

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03.01.2012 Preisträgerin des Kaiserswerther Kunstpreises 2007

Thomas Hirsch - mit 8 Bildern

Stühlerücken, Luftholen. Die Wiederher-stellung der Ordaining im Werk von Dorothea Schüle.

Das malerische Werk von Dorothea Schüle hat sich in seinem motivischen Repertoire, dem malerischen Vortrag und seiner Haltung schon frühzeitig, um 1993/94 konturiert.

Schüle entwickelt ihre Darstellungen aus der expressiven Geste heraus, die Malerei bleibt dabei stets an den Gegenstand gebunden, sie moduliert die Sujets im Zusammenspiel von Licht und Schatten, in der Schaffung von hell erleuchteten Partien ebenso wie in der Schilderung einer verhalten dämmerigen Gestimmtheit.

Sie setzt mehrere Augenpunkte, gibt Untersichten, dringt in fulminantem Tempo mitten in das Bildgeschehen ein, radikalisiert den Umgang mit der Perspektive.

Die Situationen, die wir hier vorfinden, entstammen überwiegend Bereichen, welche per se die Phänomene von Hell und Dunkel, auch eine plastische Stofflichkeit implizieren; zu sehen sind Interieurs zum einen von Kneipen - nach Feierabend, in der Morgendämmerung -, zum anderen aus dem privaten Wohnbereich.

Hier wie da menschenleer, tatsächlich aber mit Verweisen auf die menschliche Gestalt: in vielerlei Accessoires, in Gläsern, Flaschen, Kleidungsstücken, in der Anordnung des Mobiliars.

Zu sehen sind weiterhin Baustellen und Baugerüste als skelettartige, steil aufragende Gestänge, an denen sich das Licht bricht, die sich dem Betrachter entgegenschieben; und zu sehen sind schließlich Fleischstücke, im (öffentlichen) Schlachthof, im Supermarkt, vor der (privaten) Küchenzeile.

Etliche der Sujets in Schüles Bildern sind metaphorisch aufgeladen, dies reicht weit über den grundsätzlichen Rückbezug auf den Menschen hinaus. So könnte man den Stühlen und Sesseln geradezu Charakterzüge zuschreiben; Kabel und Maschinen, auch Haushaltsgeräte besitzen etwas Dämonisches, Bedrohliches, wie gefährliche Tiere, und über etlichen der Baustellenszenen, die mit einer (in Schüles Werk eher ungewöhnlichen) Kargheit und Weite einher kommen, lastet eine spannungsvolle Stille, als würde jeden Moment etwas passieren; weniger ein “danach” als ein “davor” wird geschildert.

Den Szenen eignet narrative Plausibilität. Vorgetragen sind die Spuren einer durchzechten Nacht, die eilig verlassene Wohnung, ein Gestell inmitten eines stahlblau beschienenen Raumes wie aus einem Science-fiction-Film.

Die Farbigkeit dieser - oft riesigen - Bilder verbindet die verschiedenen Werkkomplexe weiter. Häufig dominieren verhalten matte bis hin zu erdigen Bunttönen, das Gelb in Richtung auf ein Ocker, das Rot wird durch Blauspuren gebrochen, verändert sich in subtilen Abstufungen zum Violett weiter.

Das Blau freilich besitzt eine kristalline Klarheit, die bis ins Ultramarin reichen kann; Grüntöne gibt es seltener. Insgesamt - der intendierten Wirkung gemäß - eine gedeckte Farbskala, die übergangslos dunkle Partien integriert.

Dem Kontext und der Plausibilität des Sujets entsprechend taucht dazwischen ein flammendes Rot, ein ins Weiß flutende Gelb auf - die Farbgebung erweist sich als weiteres Medium zur Verdichtung der bildnerischen Intentionen und zur Erzeugung von Stimmungen, denen etwas Auratisches eignet, die gleichermaßen vertraut sind wie sie eine außergewöhnliche atmosphärische Verfaßtheit - Gefühl der Bedrohung; Erlebnishunger; Verdichtung von Erinnerungsbildern oder Klischees - beinhalten.

Das Gemälde “Paradiso Perduto”, das im vergangenen Jahr entstanden ist, schließt hier an. Gegeben ist, in genau bestimmtem Ausschnitt, ein Innenraum als Zueinander von Tischen, Stühlen, Resten eines Gelages - offensichtlich in einer Gaststätte -; die Stühle sind nachlässig verrückt beziehungsweise auf die Tische gehievt, als sollte im nächsten Augenblick der Boden aufgewischt werden.

Die Überbleibsel der Tafel befinden sich noch, mit den Mitteln der Malerei summarisch umrissen, auf dem einen Tisch. Hingegen ist der andere Tisch bereits zusammengeräumt - wohl hat die Person, die mit der Wiederherstellung der Ordnung begonnen hat, nur kurz die Szene verlassen.

Erst allmählich sieht man sich durch die Darstellung. Dem vermeintlichen Durcheinander liegt ein innerbildliches System zugrunde. Lichtreflexe, Schattenwurf und dessen Überschneidung, schließlich auch die Perspektive von erhöhtem Standpunkt, welche Überschaubarkeit vorgaukelt aber kaum einlöst, vermitteln ein höchstes komplexes Geschehen, das ebenso natürlich, vorgefunden einher kommt wie es im Detail doch organisiert ist.

Die Ruhe aber, wie sie sich gemeinhin über einen verlassenen Ort legt, erweist sich dabei als Unruhe. Es scheint, als wäre die speisende Gesellschaft doch noch anwesend, als wäre der Raum erfüllt von lauten Zurufen und leisen, privaten Gesprächen, von zwischenmenschlichen Gesten ...

Der Eindruck von Unruhe resultiert aus der verschachtelten Komposition, die innerhalb eines strengen (aber schon im Bildformat gegenläufigen) Horizontal-Vertikal-Rasters mit Verschiebungen agiert.

Er wird weiterhin gesteigert durch die mehrfache Wiederholung der Gegenstände selbst, die in ihrem Zueinander konnotativ aufgeladen sind. Die zwei Tische, die sich als Basisformen von beiden Seiten längs in das Bild schieben, sind versetzt zueinander platziert.

Der eine Stuhl schließt über dem linken Tischrand nicht bündig mit dessen Kante, verkleinert noch den trennenden Spalt. Die in ihren Rasterungen blau verschatteten Stühle treten paarweise auf, während die drei Stühle im Vordergrund Assoziationen von gegenseitiger Abstoßung auslösen - zweifelsohne ist Dorothea Schüle eine Meisterin der dramaturgischen Inszenierung.

In ihre Schilderungen könnten Kriminalfälle eingewoben sein und das Studium sämtlicher Details würde dann zur Lösung beitragen.

Der Hintergrund klärt sich weiter durch die Lampe, die tief in das Geschehen hinein hängt und in der Überschneidung die obere, vertikal gerasterte Zone als Wandbereich hinter einer Polsterbank ausdeutet. Schließlich die Lichtregie:

Auf dem Boden sind zwei riesige präzis umrissene Kreise zu sehen, in denen sich geradezu sämtliche Farben des Raumes widerspiegeln, die sich scheinbar bis zur Wand fortsetzen und sich dort, entsprechend, als Lichtkegel zeigen und noch im Polster abzeichnen.

Wie abgehängte Stoffe drücken sie auf das Geschehen, ihre Lichtquellen selbst sind nicht zu sehen ... Nicht alles in diesem Bild läßt sich entschlüsseln. Es bleibt ein synästhetischer Eindruck, das Gefühl, daß die Szene einem irgendwo irgendwann begegnet sein könnte.

Hier bleibt es beim Registrieren von außen. “Paradiso Perduto” - das verlorene Paradies - hat Dorothea Schüle dieses Gemälde genannt, welches, in seiner Gestimmtheit und seinen Sujets durchaus exemplarisch, vielleicht stärker als sonst ihre Art zu sehen und dieses Sehen zu organisieren darlegt.

Zur komplexen Syntax dieses Gemäldes, der Verunsicherung, wie man mit dem Gesehenen umzugehen hat, trägt die Perspektive bei. Der Blick schiebt sich von oben auf die Szenerie zu, nur ein wenig gelingt es, unter die Tische zu schauen, deren Seitenkanten zu erkennen sind.

Der eine Stuhl im Vordergrund nimmt geradezu Kontakt mit dem Betrachter auf. Insgesamt aber wird das Geschehen wie in großem, kaum abzuschätzenden Abstand geschildert.

Dorothea Schüle formuliert eine Distanz des Sehens, jede analytische Wahrnehmung der Szenerie resultiert aus dieser klaren Trennung von Betrachter und Handlungsraum. Dem Betrachter wird eine Story erzählt, er selbst ist hier nicht Teilhaber.

Bei der Mehrzahl ihrer Bilder wendet Dorothea Schüle eine konträre Strategie an. In “Herzverbrecher” führen Stufen aus der Darstellung heraus, als könne man über diese das Bild betreten.

In “Global Player” kehrt uns ein Klappstuhl den Rücken zu, gewissermaßen befindet sich der Betrachter, über sich die Sonne, direkt dahinter - mit dem Geschehen auf einer Ebene.

In “Qual der Wahl” wiederum steht uns das Regal mit den vielen Schuhpaaren frontal gegenüber, die seitlichen Begrenzungen dehnen sich über das Bildfeld hinaus aus und umfangen gleichsam den Betrachter.

Überhaupt, die Situation des Bildbetrachters bleibt meist ambivalent, in der Schwebe zwischen Augenzeuge und konkret Betroffenem, Lichtregie und Fluchtlinien der Bildkomposition machen uns zu Mitwissern.

Die Darlegung des nicht-öffentlichen Zustandes des Raumes, von psychologischen Gespanntheiten, überhaupt atmosphärisch komprimierten Szenarien verleihen allen diesen Bildern die Präsenz der intensiven Zwiesprache: Auch wenn er nicht aktiv am Geschehen teilnimmt, so ist der Betrachter doch - meistens - Teil des Bildes.

Festzuhalten ist, daß Dorothea Schüle bei den Darstellungen, die an einem “verwegenen”, mit veränderten Licht- und vielleicht Wahrnehmungsverhältnissen verbundenen Ort handeln - in Diskotheken, Nachtbars und Kneipen -, außergewöhnliche Perspektiven verwendet.

Der Blick führt aus einer von schräg oben kippenden Position mitten in das gleißende, reflektierende Licht der Bar hinein oder er prallt, die Theke kaum streifend, steil an die Decke mit ihren Spiegeln und Lichtmaschinen. Lichtpunkte multiplizieren sich.

Dorothea Schüle steuert den Blick des Betrachters, leitet ihn durch die Räume und führt ihn an schier unzähligen Gegenständen vorbei. Und es gibt verschattete Bereiche außerhalb der zentralen Blickachsen: hinter Stühlen, irgendwo am Rande, wo sie sich nur allmählich erschließen, die nicht minder interessant und für den Bildaufbau essentiell sind.

In anderen Bildern findet sich die Drastik des unvermittelten Gegenüber. Dorothea Schüle hat dies bei mehreren Werkkomplexen aufgegriffen, bei den Gemälden mit Fleischstücken etwa und dann bei den neueren kleinen Arbeiten.

In der Dingmagie verblüffender Zusammenstellungen sind dies durchaus Stilleben mit der Fähigkeit, eigenes Leben zu entwickeln - und darin wesensverwandt mit den Konfrontationen des Alltäglichen in den Bildern ihres Studienkollegen Martin Scheufens.

Bei all dem komponiert Dorothea Schüle ihre Arbeiten exakt; die Entwicklung des Raumes basiert auf Zentrierungen, einem Ausgleich über die Symmetrieachsen und Verspannungen der gegenüberliegenden Diagonalen.

Eine Balance der Bildpartien wird auch vermittels von Gegensetzungen des Lichtes erreicht, welches dann mit der Wucht substanzieller Präsenz aufzutreten vermag.

Jedoch hält Schüle das Bildgeschehen in einer labilen Vitalität, sie agiert mit Beiläufigkeiten, minimalen Verschiebungen und Störungen jeder absoluten Harmonie, auch einer überbordenden Vielzahl an Gegenständen, die wie nebenbei über Stuhl, Tisch und Boden verstreut sind.

In “Herzverbrecher” etwa: Exakt im Bildzentrum befindet sich der Rundtisch, um diesen sind die Stühle angeordnet, gleichsam in Bewegung, wie unter Zentrifugalkraft nach außen geschleudert.

Der Tisch rechts oben relativiert die Diagonale. Hingegen entspricht die Rasterung der Stühle in der linken oberen Ecke den Strukturen der Treppenstufen. Innerhalb dieser Ordnung nun entwickelt sich ein Geflecht, das ein räumliches Bildgeschehen bezeichnet und variiert.

Das betrifft das Verhältnis von Blau- und Rottönen in der Suggestion von Verschattungen, die Lichtspuren auf dem Boden, besonders auch das Zueinander der Stühle, deren Positionen ... Die Stühle im Vordergrund umreißen einen freien Bereich, wie einen Resonanzraum, aus dem sie zuvor heraus gerückt worden sind.

Der Stuhl hinten rechts scheint bereits einer eigenen Sphäre anzugehören, ein anderer nimmt lädiert am Geschehen teil. Derartige literarische Evokationen wären anhand der Utensilien auf den Tischen weiter zu erkunden; mithin werden sie wie in einer Arena - gerahmt von Tribünen - vorgetragen.

Das Prinzip der Flächengliederung nun, das sich hier abzeichnet, wird bei “Paradiso Perduto” noch radikalisiert. In dieser Hinsicht schließt die Darstellung an die aus atemberaubender Position geschilderte Arbeit “Knocked Out” an.

Bei “Knocked Out” liegt eine Gliederung in drei Teile vor, die in der Anzahl der Stühle auf jeder Seite des Tisches aufgenommen wird, indes nicht exakt gleiche Maßverhältnisse zeigt. Die Stühle auf der rechten Hälfte stehen großzügiger, freier - haben nicht dermaßen die “Wand im Rücken”.

Auf ein Detail wäre hinzuweisen: Unsere visuelle Erfahrung kombiniert aus den beiden hellen Rundformen zwischen den Stühlen rechts einen Damenschuh auf dem Boden, also auf einer tieferen Ebene als die der Sitzflächen und als die der Tischfläche.

Dorothea Schüle erreicht die Plausibilität räumlicher Schichten vermittels von Lichtreflexen, damit von Schatten, als breite tiefdunkle Konturierung der Sitze und malerische Modulierung von diesen selbst. Sie erzeugt einen Illusionismus, der uns einerseits vergessen läßt, daß wir es hier mit der flächigen Anordnung von Ölfarbe auf Nesselleinwand zu tun haben.

Andererseits vollziehen wir diesen Sprung von der Raumtiefe in die Fläche zurück, wenn wir über Komposition sprechen und die hellen Flecken wieder in ein Bezugssystem zur Farb-Form-Verteilung auf dem Tisch setzen ...

Mit der Schilderung der Verkündigungsszene im häuslichen Interieur stellt sich die Frage nach dessen Beschaffenheit; so nimmt die bürgerliche Stube (über die “Puppenhaus”-Schauplätze des Trecento hinaus) eine Vielzahl (ikonographisch zu verstehender) Motive auf: dies ist ein Moment der altniederländischen Malerei schon im Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit.

Ein Gemälde, welches in diesem Kontext neue Lösungen in Bezug auf Raumgliederung, Naturalismus und Einfühlungsvermögen zeigt, ist v.a. die Mitteltafel des sog. Mérode-Altar des Meister von Flémalle, welcher heute als Robert Campin identifiziert wird.

Der Meister von Flémalle ersetzt den Goldgrund durch die räumliche Schilderung des dicht gefüllten Interieurs, im Hintergrund öffnet sich ein Fenster ins Freie, dies geht einher mit einem verstärkten Realismus, mit plastischer Detailgenauigkeit und basiert wesentlich auf der Devotio moderna, nach der - theologisch begründet - jedes Ding Aufmerksamkeit verdiente.

Der Meister von Flémalle arbeitet hier mit der “Einpunktperspektive”, welche “mit halsbrecherischer Geschwindigkeit” den Raum fluchten läßt (E. Panofsky, 1953, Köln 2001, I,168), wobei er aber nur bedingt Verkürzungen schafft und die Darstellungsgröße reduziert.

Freilich bleibt er im Mérode-Altar noch dem dekorativen Verständnis der Flächengliederung verpflichtet (Otto Pächt spricht vom “Bildmuster”, München 1993, 58), dieses dominiert hier, und in der engen Verzahnung realiter hintereinander liegender Gegenstände ordnet er ihr sein - doch revolutionäres - Interesse für den Raum zu.

Der “Widerspruch zwischen physischem Tatbestand/ und psychologischer Wirkung”, der nach Josef Albers im “Ziel der Kunst: Offenbarung und Erweckung von Vision” aufgehen soll (J. Albers, zit. E. Gomringer, J.A., Starnberg 1968, s.p.), wird erst recht bei einer gegenständlichen Malerei umgesetzt, die explizit mit der Darstellung von Licht und Schatten Raum entwickelt und weiter ausformuliert.

Bei “Paradiso Perduto” liegt eine horizontale Teilung vor, zum einen in zwei etwa gleich große Hälften, auf Höhe der Lampe; die Duplizität der umgedrehten Stühle bezeichnet gleichsam ihre eigene Spiegelung. Zum anderen in vier Längspartien, die durchlaufend linear gelesen werden und mit Analogien in der Vertikalen agieren.

Die Halbkreise oben finden ihre Entsprechung im unteren Bereich als dunklere Schattierungen, die (vergleichbar mit der oberen Bildhälfte) durch die zweite Zone, die Tische selbst, im Helligkeitswert kontrastiert werden. Aus dem Standpunkt des Betrachters ergibt sich die Draufsicht.

Hintereinander wird vielfach als Umeinander gegeben, das einzelne Ding wird bis zu einem gewissen Grad ausgebreitet. Hierauf beruht die dichte Verflechtung sämtlicher Erscheinungen. Die Gläser bilden in ihrer Transparenz als geschlossene Gefäße eine additiv gestaffelte Fläche.

Und während drei der umgekippten Stühle mit ihrer Rasterung den Sog steigern, verlangsamen die horizontalen Streben des vierten das vertikale Vortasten. Darin verschränkt ist das Zueinander der weißen Stuhlflächen, die sich - tatsächlich - auf ganz anderen und unterschiedlichen Ebenen befinden.

Zugleich wird der Flächenraum von Senkrechten durchzogen, die auf sich gegenläufig öffnenden oder schließenden Formationen basieren. Dorothea Schüle setzt mit ihrem Verfahren der synchronen Zergliederung von Raum eine differenzierende Untersuchung von Formbeziehungen in Gang.

Indem sie die Palette der Farben und die Anzahl verschiedener Bedeutung tragender Motive begrenzt hält, forciert sie das Zu- und Gegeneinander von Raumschichtung und Flächengliederung weiter, welches sich nun als dicht gedrängtes Aktionsfeld erweist.

Der Bildraum, links wie rechts, oben wie unten angeschnitten, wird zum örtlichen Gebilde, dem wir - als Betrachter mit den Augen der Malerin - relativ fern sind. Gaston Bachelard versucht die Dialektik von Draußen und Drinnen zu klären, indem er u.a. die “Bereiche des Lichtes und der Töne, der Wärme und der Kälte” hinzuzieht (G. B., 1957, Frankfurt/M. 1994, 214).

Genau dies unternimmt Dorothea Schüle mit den Mitteln der Suggestion von Emotion. Sie erzeugt eine Schein-Realität - potenziert durch die Mittel der Widerspiegelung -, die am Scheinbaren keinen Zweifel läßt.

Bei den Bildern von Dorothea Schüle haben wir es oft (mehr oder weniger direkt, mehr oder weniger im übertragenen Sinne) mit Spiegelbildern zu tun, und die Dinge selbst zeigen ihre Abbilder in Schatten und Lichtreflexen.

“Das Verhältnis von Spiegel und Gespiegeltem kann man ... auch als ein Verhältnis der bloßen Abschattierung, des Abklatsches, der Täuschung und des Betruges betrachten.

Nach dieser Auffassung verstrickt uns das Spiegelbild in ein Bild von uns selbst und der Welt, das nur aus dem Abklatsch der Dinge um uns herum besteht.

Wenn man dazu noch darauf insistiert, daß die Dinge und die Ereignisse in der Welt eh als eine bloße Sammlung phänomenaler Daten zu verstehen sind, dann spiegelt uns, was wir im Spiegelbild wahrnehmen, eine Nachahmungs- oder eine Schattenwelt zweiter Ordnung - eine Theaterwelt, und diese Welt scheinhafter Beziehungen und Verhältnisse beginnt nun, ihr Eigenleben zu führen.” (Bernhard Lypp, in: G. Boehm [Hg.], München 1994, 411-442, 437f)

In den Bildern von Dorothea Schüle tritt das Interieur als Spiegel unserer gesellschaftlichen Verfaßtheit auf. Schüle nimmt sich unsere Erfahrungen und Vergewisserungen vor und übersetzt diese in das gemalte Bild, als Fetzen unseres Raum-Zeit-Kontinuums.

Die Ordnung geht im Chaos auf, in der Reizüberflutung, die jeden Augenblick über den “Voyeur” (- im Sinne des Nouveau Roman) hereinstürzt und die Balance gefährdet. Raum und Fläche kippen, verschränken sich ineinander.

Die Wahl der Sujets und Szenarien ist hier doppelt konsequent. Die Bilder von Diskotheken, Kneipen - von denen hier in der Hauptsache die Rede ist - zeigen künstliche Gegebenheiten, deren Künstlichkeit über die Raumbildung noch betont wird; die implizite Selbstreflexion der Malerei erweist sich als ästhetische Bestimmung von Raum.

Bisweilen zeigt Dorothea Schüle Gegenentwürfe zum Alltag. Das Paradies selbst ist verloren, nur noch von Weitem - einer vagen Erinnerung gleich - zu ahnen, aber die Anwesenheit möglicher, noch zu klärender Zeichen kündet von seiner Existenz  ...

Nachzutragen wäre, daß sich im Laufe der Jahre die Parameter von Schüles Malerei behutsam verschoben haben; daß seit kurzem und vereinzelt (tatsächlich längst durch Skizzen und Papierarbeiten eingeführt) Menschen in den Gemälden zu sehen sind; daß in letzter Zeit vermehrt häusliche Interieurs entstehen und die Kneipenszenen, überhaupt öffentliche Räume entsprechend seltener vorkommen.

Und indem man sich den Geheimnissen in den Bildern von Dorothea Schüle nähert, tauchen - aus Ecken und Nischen, die man zunächst gar nicht Betracht gezogen hat - neue, weitere auf.

Thomas Hirsch

Links:

http://www.wz-newsline.de/lokales/kreis-viersen/willich/im-rathaus-gibt-es-streit-um-kunst-1.218974

Der Kaiserswerther Kunstpreis 2oo7

Link zum Film - Gesellschaft Freunde der Künste -Dorothea Schüle: Die Amazonen auf Reisen 2007

http://www.freundederkuenste.de/galerie/videogalerie/vorschau/article/dorothea_schuele_die_amazonen_auf_reisen.html

 

Link zum Film - Gesellschaft Freunde der Künste - Kaiserswerther Kunstpreis 2007  Teil 2 : Baptiste Pawlik und seine "feinen jungen Musiker"

http://www.freundederkuenste.de/galerie/videogalerie/vorschau/article/kaiserswerther_kunstpreis_2007_teil_2.html

 

Link zum Film - Gesellschaft Freunde der Künste Kaiserswerther Kunstpreis 2007 Teil 1: Vergeben an Dorothea Schüle

http://www.freundederkuenste.de/galerie/videogalerie/vorschau/article/kaiserswerther_kunstpreis_2007_teil_1-1.html

 

Link zum Film - Gesellschaft Freunde der Künste - Dorothea Schüle: Die Amazonen am Niederrhein 2008

http://www.freundederkuenste.de/galerie/videogalerie/vorschau/article/dorothea_schuele_die_amazonen_am_niederrhein.html

 

Link zum Portrait - Vorgestellt -Dorothea Schüle - Malerin, lebt und arbeitet in Berlin

http://www.freundederkuenste.de/galerie/kuenstler/einzelansicht/article/schuele_drothea.html

 

Link zur Bilder Galerie Kunstwerke von Dorothea Schüle - 1998 - 2008: "Bar-City"

http://www.freundederkuenste.de/galerie/bildergalerie-kunstwerke/gallery/28/1/1x1.html?tx_lzgallery_pi1[pointer]=1

 

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08.12.2011 2008 gab Fassbender sein Leinwand-Debüt

GFDK - Claudius Andersen

Alle paar Jahre gibt es sie noch in Hollywood: Newcomer, die wie aus dem Nichts die Herzen des Publikums erobern und die Kritiker begeistern. In diesem Jahr machte vor allem einer von sich reden: Michael Fassbender.

Ohne das klassische Saubermann-Lächeln besticht der gebürtige Heidelberger vor allem durch sein außergewöhnliches Schauspieltalent. Dieses Talent stellt er auch aktuell in der Verfilmung des weltberühmten Romans JANE EYRE (Ab 1. Dezember im Kino) unter Beweis.

Vor 34 Jahren wurde Michael Fassbender, Sohn eines Deutschen und einer Irin, in Heidelberg geboren und zog mit seinen Eltern im Alter von 2 Jahren ins irische Städtchen Killarney. Dort aufgewachsen, lag der Traum von einer großen Karriere als Schauspieler nicht besonders nah.

Doch als er mit 17 Jahren an einem Schulworkshop teilnahm, sprang der Funke sofort über. Er zog nach London, um dort Schauspiel zu studieren. Kurz vor dem Abschluss schmiss er hin. Nicht, weil ihm das Studium nicht mehr gefiel, sondern weil er endlich seinen Marktwert testen wollte und sich für erste TV- und Kinorollen bewarb.

Schnell merkte Michael Fassbender, wie schwer so ein Kaltstart sein kann. Die Hauptrolle in „Pearl Harbor“ schnappte ihm der wesentlich bekanntere Ben Affleck weg. Das große Kino blieb ihm damit vorerst verwehrt. Stattdessen hatte er seine ersten Auftritte in diversen TV Produktionen, mit denen er sich bereits ein teures Hobby finanzieren konnte: Motorräder.

2008 gab Fassbender sein Leinwand-Debüt. Mit völliger Selbstaufgabe spielte er in Steve McQueens Drama „Hunger“ den inhaftierten IRA-Kämpfer Bobby Sands im Hungerstreik.

Ausgezeichnet mit 6 Filmpreisen und einer Nominierung als „Bester Hauptdarsteller“ beim Europäischen Filmpreis wurde seine Arbeit entsprechend belohnt. Für die Rolle nahm er fast 20 Kilo ab, was in Anbetracht seiner vorherigen Rolle als Muskelprotz Stelios in „300“ eine gravierende Wandlung war.

Diese Wandelbarkeit ist seine große Stärke, die auch mit seiner intensiven Rollenvorbereitung zusammenhängt: „Ich will nicht nur Ihre Kleider tragen, sondern in ihre Haut schlüpfen“, erzählte er kürzlich in einem Interview mit dem Frauenmagazin Petra.

Der Durchbruch beim Mainstream-Publikum gelang Michael Fassbender 2009 mit seiner Rolle als Lieutenant Archie Hicox in „Inglourious Basterds“, für den er erstmals mit seinem Idol Quentin Tarantino zusammenarbeitete. Dessen „Reservoir Dogs“ faszinierte Fassbender als Teenager so sehr, dass er den Plot gemeinsam mit Freunden sogar in einem Nachtclub nachspielte.

Nach den ersten großen Erfolgen ließ auch das private Glück nicht lange auf sich warten. Beim Dreh zum Blockbuster „X-Men: Erste Entscheidung“ traf Michael Fassbender auf Zoë Kravitz, die Tochter des bekannten Rock-Musikers.

Das Paar hütet sich jedoch vor der Klatsch & Tratsch-Presse und zeigt sich kaum in der Öffentlichkeit. Fassbender liest nur ungern über sich in den Medien: „Ich twittere nicht, bin nicht bei facebook und versuche, im Internet nicht über mich zu lesen.“

Doch der ohnehin gefragte Star könnte noch viel stärker in den Fokus der Medien rücken, wenn sich sein auf den Filmfestspielen von Venedig ausgezeichnetes Spiel in „Shame“ als Oscar-verdächtig erweist.

Den Oscar verdient hätte auch seine Rolle in der Neuverfilmung des weltberühmten Romanklassikers JANE EYRE.

Darin spielt er an der Seite von Mia Wasikowska den unheimlichen und dennoch faszinierenden Hausherren Edward Rochester, in den sich Jane Eyre unsterblich verliebt und dabei die gesellschaftlichen Konventionen des viktorianischen Englands außer Kraft setzt.

Regie-Shootingstar Cary Fukunaga, dessen Erstling „Sin Nombre“ für Furore sorgte, bringt Charlotte Brontës berühmten viktorianischen Liebesroman JANE EYRE frisch und aufregend auf die Leinwand. Neben Oscar-Preisträgerin Judi Dench und Golden-Globe-Gewinnerin Sally Hawkins unterstützten ihn dabei zwei der heißesten Newcomer des internationalen Kinos:

„Alice im Wunderland“-Hauptdarstellerin Mia Wasikowska und Michael Fassbender, der in Quentin Tarantinos Mega-Hit „Inglourious Basterds“ begeisterte und kürzlich bei den Filmfestspielen von Venedig als bester Darsteller ausgezeichnet wurde.

JANE EYRES neues Gesicht:
Die Besetzung der Hauptrollen


„Ich hätte JANE EYRE nicht ohne die richtige Hauptdarstellerin gemacht. Dies
ist keine Rolle, in die man jemanden hineinpressen kann. Cary und ich wollten
jemanden haben, der sich in die Figur einfühlen kann und der auch vom Alter
her zu der Jane aus dem Roman passt.“, erklärt Produzentin Alison Owen:
„JANE EYRE´s Thema ist die Adoleszenz.

In den Szenen, die in Thornfield spielen, ist Jane 18 Jahre alt. In ihr erwachen Gefühle, von denen sie vorher gar nicht wusste, dass sie existieren. Manche sind sexueller Natur, andere rein emotional. In vielen der früheren Filme ist die Rolle der Jane älter besetzt.


Manche der Schauspielerinnen sind wundervoll, aber sie sind eben einfach
eher Frauen als Mädchen.“ Mia Wasikowska war im richtigen Alter und befand sich auch genau am richtigen Punkt in ihrer Karriere: bereit, eine große Hauptrolle zu übernehmen.


Owen erinnert sich: „Mia stach gleich hervor. Es gibt viele ganz fantastische
junge Schauspielerinnen, gar kein Zweifel. Aber Mia ist geradezu für diese
Rolle geboren: Sie verkörpert diese Figur nicht nur voll und ganz, sie setzt auch
einen neuen Standard für die Rolle.“


Es war wohl auch Schicksal im Spiel. Es zeugt von der anhaltenden Faszination
des Romans, dass Wasikowska das Buch ohnehin von sich aus las und schon
nach ein paar Kapiteln bei ihrer Agentin anfragte, ob gerade ein Drehbuch zirkuliere oder ein Projekt in Planung sei.

Wasikowska: „Ich wusste, dass dies eine unglaublich gute Rolle sein würde. Sie schrieb mir eine E-Mail zurück: Nein, zurzeit nicht, es hätte wohl mal ein Skript gegeben, aber das sei lange her. Doch nur ein paar Wochen später hörte ich von ihr, dass es tatsächlich einen Film geben würde.

Sie schickte mir das Drehbuch und sagte mir außerdem, dass sich der
Regisseur unbedingt mit mir treffen wolle.“ Bei ihrem ersten Treffen verstanden sich die beiden auf Anhieb. Wasikowska sagt: „Ich bin Cary zuerst im November 2009 begegnet. Wir haben einen ganzen Tag lang damit verbracht, über die Figur zu sprechen.

Wir merkten, dass wir sehr ähnliche Vorstellungen davon hatten, was sie wohl durchmachte. Wir sprachen über Kraft und Stärke und über das, was man erleidet, wenn man in jemanden verliebt ist.“ Wasikowska weiter: „Für mich ist es eine Ehre, Jane spielen zu können.

Was ich an ihr liebe ist, dass es ihr trotz all der Nöte, die sie
in ihrem Leben auszustehen hat, nie an Selbstachtung fehlt. Sie verfolgt ihre
Ziele mit einer unglaublichen Willenskraft. Ich glaube, das muss man bei
Menschen allgemein und bei Frauen ganz besonders im Hinterkopf behalten:


es ist wichtig das zu tun, was einen als Person erfüllt, anstatt den einfachen
Weg zu gehen und es sich einfach nur bequem in seinem Leben einzurichten.“
Fukunaga kommentiert: „Mia hat nicht nur ihr unglaubliches Talent mitgebracht,
sondern auch so viele Ideen für die Rolle. Für sie ging es immer nur darum, was
der Rolle nützt. Sie war bereit, alles zu geben.“

Zur Vorbereitung sammelte Wasikowska einiges an Bildmaterial: „Ich wollte ein Bild von Jane in meinem Kopf formen. Ich schaute mir ganz viele Fotos und
Bilder aus der Zeit an - zum Beispiel, welche Körperhaltungen die Leute einnahmen.

Ich habe auch den Roman noch einmal gelesen, um die Momente zu
finden, die für Jane besonders wichtig sind und die mir helfen würden zu verstehen, wer sie war und was sie in bestimmten Situationen gedacht haben muss.“


„Es gab sehr viele Szenen zu spielen, die emotionale Herausforderungen bedeuteten und daher sehr intensiv waren - noch dazu in einer Sprache, die wir heute so nicht mehr benutzen. Der Trick ist, das Gefühl richtig hinzubekommen, dann fühlt man sich auch wohl damit, die Worte auszusprechen.

Ein Satz wie ,Ich spreche nicht durch sterblich Fleisch zu dir' ist poetisch und
sehr bildhaft, aber ich muss ihn auch echt klingen lassen.“ So emotional wie die Hauptrollen angelegt sind, war es extrem wichtig, dass zwischen den Darstellern von Jane und Rochester die Chemie stimmt - nur so wirkt die stürmische Beziehung der beiden, die gleichermaßen von Selbstbeherrschung wie von Leidenschaft geprägt ist, glaubhaft.

Owen bemerkt: „Es geht in dieser Beziehung auch um die Anziehung zwischen dem braven Mädchen und dem bösen Jungen.“ Owen lobt ihre Darsteller: „Mia
Wasikowska und Michael Fassbender spielen das einfach wundervoll. Es ist zart, romantisch, sexy und aufregend - es funkt richtig zwischen den beiden.“ Fukunaga fügt noch hinzu:


„Ich bin kein hochemotionaler Mensch, aber es gibt einige starke Szenen zwischen Mia und Michael, die mich wirklich zu Tränen gerührt haben. Ich kann nur hoffen, dass es dem Publikum ähnlich geht. Man fühlt die Verzweiflung und die Not der beiden Figuren.“


Fukunaga weiter: „Bei meinem allerersten Treffen mit Alison und Moira fiel Michaels Name als erster. Ich fand seine Darstellung des Bobby Sands in HUNGER unglaublich intensiv; ich wollte ihn unbedingt als Rochester haben.“

Owen schwärmt von Fassbender als einem „vollkommenen Schauspieler. Ich kenne auch keinen anderen, der eine so sexuelle Ausstrahlung hat wie Michael. Das kann man beides in FISH TANK sehen. Ich gehe jede Wette ein, dass man nach diesem Film ihn vor Augen hat, wenn man sich Rochester vorstellt.“


Michael Fassbender hatte Fukunagas SIN NOMBRE gesehen und war
begeistert: „Ich war mir sicher, dass Cary dem britischen Klassiker einen
neuen Dreh geben würde. Ich weiß gar nicht, ob er sich im Klaren darüber ist,
wie oft Jane Eyre schon für Kino und Fernsehen verfilmt worden ist. Aber er
ist unerschrocken und ich glaube, das ist genau die Eigenschaft, die hier
gebraucht wurde.“


Fassbender fühlte sich zu seiner Filmfigur hingezogen. „Gerade seine schroffe,
düstere Art macht es zu einer Herausforderung, sich seiner anzunehmen.
Das ist ja keine simple Liebesgeschichte. Ich spiele Rochester in erster Linie
als den Helden eines romantischen Melodrams. Er ist ein Zyniker, aber er ist
auch sensibel und hat ein gutes Herz.

Er weiß um seine Gefühle, hat Humor.
Er ist viel gereist und auf seinen Reisen sind ihm Dinge widerfahren, die ihn
geprägt haben.“ Fassbender stürzte sich auch auf die Vorgeschichte seiner
Figur: „Rochester wurde verletzt.

Er war noch so jung als er nach Jamaika ging und sein Leben wurde aus der Bahn geworfen. Ich glaube, er wäre auch ohne großen Wohlstand glücklich geworden, aber sein Vater sagte: ,Du gehst und heiratest diese Frau, denn dann bist du versorgt'.“


Fassbender weiter: „Rochester ist jemand, der so gar nicht zu den Vorurteilen
des Adels neigt. Ihm ist es egal, ob er Grenzen überschreitet, weil er soziale
Trennlinien nicht anerkennt. Ihm ist es egal, dass Jane eine Gouvernante ist und dass seine Beziehung zu ihr bei seinesgleichen Kopfschütteln auslöst.“
Der Schauspieler sieht die Beziehung als „Rochesters allerletzte Hoffnung.


Er nimmt Jane als einziger wirklich wahr, während sie für alle anderen praktisch
Luft ist. Sie inspiriert ihn. Sie führt ihn zu einem Punkt in seinem Leben zurück,
als er ein besserer Mensch war und noch nicht so zynisch. Als Jane ihm nicht
mit der üblichen Demut begegnet, fordert ihn das heraus.

Er sieht ein echtes Feuer in ihr brennen, das sie immer unterdrückt hat. Das fasziniert ihn. Das Publikum soll fühlen, dass diese beiden Menschen einander heilen und einander stärken können.“


Weil die Geschichte wahrlich keine ist, die direkt auf ein Happy End zusteuert,
ging es beiden Hauptdarstellern darum, das Zusammenspiel ihrer Figuren nicht
mit Sentimentalitäten zu füllen. Wasikowska erzählt begeistert: „Michael hat mich am Set immer wieder überrascht.

Ich kam schon ganz aufgeregt dort an, weil es so spannend war zu sehen, was er tun würde und wie er es tun würde. Von ihm geht eine unglaubliche Kraft aus und sein Blick kann einen regelrecht durchbohren.


Wenn ich mit ihm zusammenspielte, konnte ich voll und ganz glauben, dass
er und seine Figur tatsächlich eins waren.“ Aber auch Fassbender war umgekehrt von Wasikowska überrascht: „Mia kommt vom Tanztheater und dort geht es sehr diszipliniert und reglementiert zu.

Diese Disziplin hat sie auf die Schauspielerei übertragen. Sie ist so facettenreich
und wirkt dabei schon so reif. Mia ist viel bodenständiger und vernünftiger,
als ich es jemals sein werde. Sie gibt jedes Mal alles für ihre Rolle, aber
am meisten beeindruckt mich, wie sehr sie mit sich im Reinen ist.

Das komplette Ensemble

Michael Fassbender ist von Judi Dench begeistert


So beeindruckt Michael Fassbender von Mia Wasikowska war, ein Mitglied des
Ensembles haute ihn um: „Na, Sie wissen schon - die Lady“, sagt er. „Es ist einfach Wahnsinn, dass auch Judi Dench mit dabei ist. Man fühlt sich schon geehrt, wenn man nur im Aufenthaltsraum mit ihr zusammensitzt.

Es ist, als ob sie von Goldstaub umweht wird. Man kann nur hoffen, dass ein bisschen davon auch auf einen herabfällt. Ich habe jede unser gemeinsamen Szenen genossen.“


Fassbender und Dench machten Scherze, um sich und die anderen bei Laune
zu halten, als sie alle in den kalten, dunklen Fluren von Haddon Hall arbeiten
mussten. Wasikowska war fasziniert „miterleben zu können, wie Judi arbeitet.“
Judi Dench für die Rolle der Mrs. Fairfax, der Haushälterin von Thornfield, zu
gewinnen, war ein echter Coup für die Produktion.

Cary Fukunaga schrieb ihr einen sehr persönlichen Brief, der sie letzten Endes überzeugte, das Angebot anzunehmen. Fukunaga: „Als sie zusagte, wurde es natürlich umso spannender. Sie ist in Großbritannien eine Heilige. Die Vorfreude - oder die Angst - mit einer Koryphäe wie ihr zusammenzuarbeiten, hat mich nur noch mehr beflügelt.

Was kann man noch zu jemandem sagen, der so viele Filme mit so talentierteren Kollegen gemacht hat?“

Die Oscargewinnerin erinnert sich, den Roman gleich gelesen zu haben, „als
Charlotte Brontë ihn geschrieben hatte“, lacht - und fährt fort: „Ich habe das Buch wohl in der Schule gelesen. Ich fand es immer eine tolle Geschichte. Sie lässt einen nicht los.“

Dench war auch von dem Tonfall begeistert, den die Filmemacher anstrebten: „Diese Geschichte ist schon oft gemacht worden, aber ich fand, dass
Cary sich seine ganz eigenen, ziemlich düsteren Gedanken dazu gemacht hatte.
Ich hoffe, der Film wird die Leute dazu anregen, auch das Buch zu lesen.“

Dench weiter: „Im Roman ist es ziemlich lange unklar, wer in Thornfield wie viel weiß - ist Mrs. Fairfax eingeweiht in das Geheimnis des Hauses? Die Geschichte lebt auch von diesem Mysterium.“


Beim Dreh trafen Wasikowska und Fassbender auf alte Bekannte. Imogen Poots, die in CENTURION die wenigen ruhigen Szenen mit Michael Fassbender teilte, spielt Blanche Ingram - Rochesters angehende Verlobte. Jamie Bell, der
Wasikowska schon in dem Weltkriegsdrama UNBEUGSAM den Hof gemacht
hatte, tut das in der Rolle des St. John Rivers auch hier wieder.

In den Drehpausen unterhielt Bell seine Kollegen gern mit Stepptanz-Vorführungen, die umso begeisterter aufgenommen wurden, je mehr er auf volles Risiko tanzte: zum Beispiel auf durchgeweichten Brettern, die über tiefe Matschpfützen gelegt waren.

Wasikowska sagt: „Dass jemand da war, mit dem man zwischen den
Szenen herumalbern konnte, war für mich ein Gegengewicht zu den intensiven
Szenen, die wir zu spielen hatten. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals
so viel Spaß bei der Arbeit hatte wie mit Jamie.“


Jamie Bell erzählt: „Von den Proben bis zu den Probedurchläufen am Set hat Mia
es sich immer zur Aufgabe gemacht, jedes Mal noch besser zu sein. Ich wusste,
dass sie der Rolle der Jane Eyre gerecht werden würde.“ Bell weiter: „Der Film
handelt von der Energie, aber auch von der Unbeholfenheit junger Leute. Mia ist jung und sie spielt einen jungen Menschen.

Hier ist es eben nicht so, dass jemand mit 28 Jahren ein Mädchen spielt. Aber bei der Besetzung gibt es auch ein paar Entscheidungen, die nicht ganz so klar auf der Hand lagen - mich als Mann Gottes zu besetzen, zum Beispiel.“


Fassbender sagt über Bells Interpretation des St. John Rivers: „Ich mag besonders, auf welche Weise sein St. John auch immer ein wenig undurchschaubar bleibt. Wir haben darüber gesprochen und Jamie sagte, er sehe die Figur als einen Mann, der sein Leben auch deshalb so streng regelt und unter Kontrolle hält, weil er sich vor dem ängstigt, was er tun könnte, wenn er sich gehen ließe.“

Bell führt das weiter aus: „Ich sehe St. John so: Er unterdrückt seine Emotionen. Ich glaube, er hält es für eine Charakterschwäche, Gefühle zu zeigen. Er trifft seine Entscheidungen rein pragmatisch, ohne jede Emotion. Darin ist er das genaue Gegenteil von Rochester.

Charlotte Brontë beschreibt ihn im Roman als ,so unentrinnbar
wie der Tod' und das trifft den Nagel auf den Kopf. Für mich geht es in der
Geschichte im wesentlichen um eine Frau, die trotz aller Hindernisse zu
Selbstachtung und Individualität findet, aber in Moiras Drehbuch kommen eben
auch all diese anderen Themen und Facetten zum Tragen, um so mehr, je näher
die Entscheidungen rücken, die Janes weiteres Leben bestimmen werden.“

Wie Mia Wasikowska war auch Imogen Poots froh, in Fassbender einen alten
Bekannten zur Seite zu haben: „Michael ist ein toller Schauspieler.“ Vom Dreh
berichtet sie: „Ich hatte eine Gesangslehrerin, die mir durch eine lange
Sequenz half, in der ich aus einer damaligen Operette vorsinge.

Aber am allermeisten hat mir doch das Reiten Spaß gemacht.“ Poots freute sich auch über die Gelegenheit, ihrer Figur, die als Rivalin sonst einfach ein Stereotyp ist, ein paar neue Schattierungen zu verleihen: „Im Roman kommt Blanche als ziemlich durchtrieben rüber.

Aber ich wollte sie anders spielen, stärker überrascht und unsicher, wie alles wohl am Ende ausgehen wird. Sie verstößt gegen die Etikette, weil sie mit Rochester zu körperlich umgeht.“ Tamzin Merchant und Holliday Grainger wurden in den Rollen der beiden Schwestern von St. John Rivers besetzt.

Grainger sagt: „Tamzin, Jamie und ich haben uns näher kennengelernt, als wir einen Nachmittag lang Gitarre gespielt und gemeinsam gesungen haben, auch wenn unsere Harmonien nie ganz hinkamen.“ Merchant erklärt: „Zwischen uns stimmte die Harmonie schon, es kann nur sein, dass Holliday und ich bei unserem Duett nicht immer den richtigen Ton getroffen haben.“

Ihre Rolle erklärt Merchant so: „Meine Figur Mary Rivers macht aus allem eine Geschichte. Sie hat eine immense Vorstellungskraft. Sie ist von Jane fasziniert und findet die Idee höchst spannend, dass diese Fremde aus dem Moor ein Familienmitglied werden könnte.“


Und Grainger ergänzt: „Die Rivers-Geschwister stehen einander sehr nahe.
Ihre Eltern sind gestorben und sie leben allein in einem sehr abgelegenen
Haus. Ich sah meine Figur Diana eher als den mütterlichen Typ, weil sie die
Ältere der Schwestern ist. Sie hat auf gewisse Weise die Mutterrolle übernommen und genauso tritt sie auch Jane entgegen. Dennoch empfindet sie
Jane durchaus als ebenbürtig.“


Was man von Janes Tante Mrs. Reed nicht behaupten kann. Golden-Globe-
Gewinnerin Sally Hawkins sagt über ihre Rolle: „Ich finde, die unangenehmsten
Leute sind die, die sich anständig benehmen, bei denen aber offensichtlich
ist, dass ihre Freundlichkeit nur Fassade ist.

Cary und ich sprachen schon sehr früh über diesen Aspekt, darüber, dass
dies ein irritierender Zug der Figur sein sollte. Ich spiele ja nicht oft Bösewichte und hier bot sich für mich als Schauspielerin eine tolle Gelegenheit.“ Hawkins führt aus:


„Mrs. Reed ist eine sehr widersprüchliche Figur und ich habe durchaus auch Mitleid mit ihr. Ihr Zorn und ihr Hass diesem kleinen Mädchen gegenüber
kommen daher, dass sie sich von ihr bedroht fühlt. Janes Feuer und ihre Intelligenz machen ihrer Tante Angst.


Aber so sehr Mrs. Reed sich auch bemüht ihr das auszutreiben,
Jane hat immer noch mehr davon. Cary versteht es sehr gut, da
die Schraube nach und nach immer stärker anzuziehen.“


Hawkins recherchierte für ihre Rolle: „Ich bin in die National Portrait
Gallery in London gegangen und habe mir Porträts aus der Zeit angeschaut
und darauf geachtet, welche Körperhaltung Frauen eingenommen
haben, wie sie saßen und was sie mit ihren Händen machten. Ich wollte die
Etikette der damaligen Zeit verstehen.“


Hawkins lobt besonders Amelia Clarkson: „Sie ist brillant und in der Lage, richtig
starke Gefühle zu zeigen.“ Clarkson gehört, wie Freya Parks und Romy
Settbon Moore, zu den zahlreichen Kinderdarstellern im Ensemble.


Fukunaga sagt: „Einige von ihnen hatten schon Schauspielunterricht oder
waren auf Schauspielschulen gewesen, aber ich fand, dass alle
Kinderdarsteller sehr natürlich auftraten.“ Fukunaga erzählt: „Ob es nun um
Romy oder um eines der älteren Mädchen ging, ich habe es immer so gemacht,
dass die Kinder die Szenen zunächst einmal einfach gespielt haben und dass
ich ihnen danach ein paar Anregungen gegeben habe.“


Settbon Moore erzählt, wie sie an ihre Rolle als Adèle kam - das Waisenkind,
das schnell Gefallen an ihrer Gouvernante Jane findet: „Die Casting-Agentur
hatte meiner Schule eine E-Mail geschickt, dass sie ein achtjähriges Mädchen
suchen, das Englisch und Französisch sprechen kann.

Ich bin mit meinen Freunden zum Vorsprechen gegangen und danach wurde ich wieder angerufen. Ich habe für die junge Jane vorgesprochen. Aber sie fanden, dafür sei ich ein bisschen zu jung, also haben sie mich für Adèle ausgewählt.

Vor jeder Szene hat Cary mir ganz genau gesagt, was ich machen soll. Ich habe die Bewegungen einstudiert und die Sätze auswendig gelernt und dann habe ich es gespielt. Und wenn Cary das nicht so gut fand, hat er gesagt: ‚Mach es
doch einmal so…' Mia und Michael waren für mich wie Klassenkameraden.
Ich würde gerne wieder einmal schaupielern.“

Auch wenn Settbon Moore zu jung ist, um das Buch gelesen zu haben, machte sie sich mit der Geschichte vertraut. „Ich habe mir den Zeffirelli-Film angeschaut“, sagt sie. Parks und Clarkson dagegen waren schon alt genug, um sich von Janes Geschichte angesprochen zu fühlen.

Parks, die als Janes Schulfreundin Helen Burns in Lowood zu sehen ist, sieht ihre Figur als „zentral für das, was die Geschichte aussagt: wie sich Dinge im Leben wandeln können und dass man solche Hindernisse überwinden muss.“ Clarkson, die die zehnjährige Jane spielt, sagt:

„Als Kind macht Jane einiges durch. Sie bleibt sich selbst aber treu
und übersteht so alles. Ich habe versucht, all die aufgestauten Gefühle von
Jane mitzuspielen.“ Clarkson weiter: „Als ich das Drehbuch bekam, bin ich es
mit meiner Oma zusammen durchgegangen.

Ich war Jane und sie war alle anderen. Ich habe oft vor dem Zubettgehen im Drehbuch gelesen, bin durchgegangen wie ich wohl in einer solchen Situation reagiert hätte und wie ich meine Sätze sagen musste - was sie bedeuteten und wie man sie betont und das mit dem richtigen nordenglischen Akzent.“


Auch Parks arbeitete hart daran, den richtigen Akzent hinzubekommen und
auch sie las Teile des Drehbuchs zusammen mit ihrer Großmutter. Sie sieht
Helen so: „Sie ist stark. Sogar als sie im Sterben liegt und ich sie ganz
schwach spielen musste. Ich wusste, Helen würde nicht weinen.

Aber ich habe hinterher geweint. Ich habe auch an all das eklige Zeug gedacht, das sie in ihrer Lunge hatte. Und davon, dass ich immer so tun musste, als hätte ich Husten, habe ich selber angefangen zu husten.“


Parks berichtet auch: „Wenn Amelia und ich zusammen übten, hat sie jedes
Mal schon die ganzen Emotionen da hineingelegt, was ja auch richtig ist. Am
Set sagte Cary uns dann, wie er es haben wollte und wie wir unseren Text
sprechen sollten.“


Bei den Proben und am Set schlossen Clarkson und Parks eine enge
Freundschaft - wie Jane und Hellen in Lowood. „Freya und ich sind Freundinnen
geworden“, sagt Clarkson. „Sie zu treffen, war das Beste am ganzen Dreh.
Deswegen war es auch die schwerste Szene für mich, als Helen stirbt.“


Fukunaga merkt an: „Solche Verbindungen, die sich hinter der Kamera ergeben,
sieht man dann auch im Bild.“ In diesem Sinne traf sich der Regisseur mit
Clarkson und Wasikowska vor Drehbeginn in den Londoner Pinewood
Studios, um mit den beiden ihre gemeinsame Rolle zu besprechen. „Wir sind
gemeinsam meine Szenen durchgegangen“, erinnert sich Clarkson:

„Mia spielte Tante Reed - das war sehr lustig! Sie und ich sind durch die Studios spaziert und dabei sprachen wir darüber, was Jane durchmacht und welche
Szenen an welcher Stelle in die Geschichte hinein gehören. Es war wirklich so,
als ob Mia des ganze Drehbuch auswendig gelernt hätte“

Wasikowska ließ sich von ihrer Umgebung und auch von den Drehorten
inspirieren. Sie folgt dem Beispiel von Schauspielern mit einen starken Hang
zur Fotografie wie Jeff Bridges oder Peter Sellers und trug immer eine
Kamera bei sich, um zwischen den Szenen Fotos zu machen.

Sie erklärt: „Meine Eltern sind Fotografen und ich bin inmitten von Kameras aufgewachsen. Ich habe nie ernsthaft darüber nachgedacht, ob das etwas für mich wäre, aber in den letzten Jahren habe ich begonnen, mich ganz stark dafür
zu interessieren - und ich liebe es.

Als Schauspieler wartet man ja ständig darauf, endlich dran zu sein und das Fotografieren entspannt mich in den Drehpausen.“ Sie richtete ihren Blick etwa auf die Kontraste, die bei einer solchen Filmproduktion entstehen: „Da wir ein Historiendrama gedreht haben, sind mir solche Sachen aufgefallen wie das ganze moderne Equipment, das in so ein altes Haus hineingekarrt wird.“

Dieses Motiv wurde zu einem Thema ihrer Fotos. Ein weiteres war das Konzept, dass die von ihr Porträtierten Luftsprünge machen sollten. Immer wieder machte Wasikowska Bilder, auf denen Schauspieler und Crew zu sehen sind, wie sie scheinbar schwerelos durch die Luft fliegen, fort von ihrer Umgebung und den Kostümen. Und wer war der beste Hüpfer?

Nicht schwer zu erraten: der frühere Billy Elliot. Fassbender sagt: „Jamie kriegt die Bestnote. Seine Körperbeherrschung ist wirklich beeindruckend.“

PRODUKTIONSNOTIZEN


Ein Wiedersehen mit Thornfield:
Wie das Team zusammen fand


Charlotte Brontë nannte ihre Romanheldin Jane Eyre „genauso unauffällig und
klein wie ich selbst“. Zuviel der Bescheidenheit: Die Geschichte der Jane Eyre,
eine der faszinierendsten Frauengestalten der englischen Literatur, hat immer
wieder Generationen neuer Leser gefunden und Autoren beeinflusst:

Seit über 160 Jahren gehört Charlotte Brontës Roman zu den meistgelesenen Büchern der Welt. Es gehört in vielen Ländern zur Schullektüre und ist im Lauf der Zeit wohl in jede lebende Sprache der Welt übersetzt worden.


Seit über einem Jahrhundert ist der 1847 erstmals erschienene Roman auch ein
Stoff für das Kino und später für das Fernsehen: Es gibt nicht weniger als 18
Kinofilme - der erste stammt bereits von 1910, der bislang letzte von 1996 - und
neun Fernsehfassungen.

Das Team, das sich nun an die neueste Version von Jane Eyre machte, hatte das erklärte Ziel, das Werk für ein weltweites Kinopublikum aufzubereiten, dabei aber dem Geist des Romans treu zu bleiben.


Produzentin Alison Owen, für ELIZABETH Oscar-nominiert sowie Gewinnerin
eines Emmy Awards, sieht es so: „Fragt man jemanden, was für ihn die definitive Jane Eyre-Verfilmung ist, kriegt man meistens keine eindeutige Antwort. Ich habe ja nun schon einige Literaturverfilmungen gemacht und mich irgendwann gefragt: Warum eigentlich nicht Jane Eyre?“

„Unsere Firma hat sich den Ruf erworben, bekannte literarische Stoffe erfolgreich für die Leinwand und den Bildschirm umzusetzen“, fügt Produzent Paul Trijbits hinzu: „Dass wir uns nun an Brontë wagen, ist als weiterer Schritt nur konsequent.


Dies ist ein Roman, von dem wir wissen, dass er viele begeisterte Anhänger hat
und der Verantwortung gerecht zu werden, die das mit sich bringt, war immer
eines unser Anliegen. Wir wollten mit unserem Film die gültige Interpretation für
das 21. Jahrhundert abliefern, dabei aber natürlich die düster-romantische
Atmosphäre und die Schönheit des Buches beibehalten.“


Owens und Trijbits Firma Ruby Film & Television stellten ihr Projekt bei BBC Films
vor, einem der wichtigsten britischen Filmfinanziers und begannen mit der eigentlichen Entwicklungsarbeit. Owen fügt hinzu: „Das Timing stimmt einfach.

Bei Charlotte Brontë, die immer als die ,düstere' der drei Brontë-Schwestern galt, passiert jetzt das, was Jane Austen vor 20 Jahren wiederfahren ist: Es findet eine richtige Neuentdeckung statt.“


Owen weiter: „Als Produzent spreche ich immer regelmäßig mit unseren
Drehbuchautoren, und gerade als ich begonnen hatte, mich mit Jane Eyre zu
beschäftigen, traf ich mich mit Moira Buffini. Eher zufällig erwähnte ich das Buch
und es stellte sich heraus, dass Jane Eyre zu ihren absoluten Lieblingen gehörte.“


Buffini ließ sich die Chance, das Buch zu adaptieren, nicht entgehen und zusammen mit Owen legte sie schnell die Grundzüge ihrer Neufassung fürs Kino fest. Sie wussten, dass ihre Version sich von den vorigen klar unterscheiden müsste, und so entwickelte Buffini die Idee, die Elemente des Schauerromans in der Geschichte stärker als sonst herauszuarbeiten; bei ihr sollten sie die Handlung richtig vorantreiben.


„Moira wollte es düster und gruselig haben und das Ganze als ungeheuer
romantische Reise anlegen. Ich war ganz ihrer Meinung“, erinnert sich Owen.
Je weiter die Arbeit an einer Zwei-Stunden-Fassung fürs Kino fortschritt, desto
größer wurde Owens Bewunderung für seine Drehbuchautorin: „Moiras Skript ist genial strukturiert.

Das Buch ist ja in vielerlei Beziehung problematisch, wenn man
es als Filmvorlage nimmt. Natürlich erinnert sich jeder an die Szenen aus Janes
Kindheit und aus ihrer Zeit als Gouvernante auf Thornfield, als sie sich in Mr.
Rochester verliebt und schließlich an ihre Flucht.“ sagt Owen: „An dieser Stelle
aber tauchen plötzlich lauter neue Figuren auf, die ganze Familie Rivers.

In einem Roman kann man das machen, aber in einem Film nach zwei Dritteln der Laufzeit, wird das schwierig. Moiras Lösung war es eben nicht, diesen Teil stark abzukürzen oder gleich ganz zu streichen, wie das in früheren Filmen gemacht wurde.

Sie hat diesen Teil der Geschichte stattdessen an den Anfang gestellt und die früheren Szenen mit Jane in Lowood und auf Thornfield als Rückblenden behandelt. So holen wir Janes Geschichte in der Mitte des dritten Aktes schließlich ein und so verstärkt sich nur noch die emotionale Kraft der Geschichte, wenn wir Jane sozusagen in Echtzeit durch das begleiten, was sie am Schluss erlebt.“


Buffini fügt hinzu: „Ich hoffe, dass sich die vielen Liebhaber des Buches von meiner Idee überzeugen lassen. Wir weichen zwar von der Struktur des Originals ab, aber dennoch enthält unsere Fassung alle Schlüsselszenen von Janes Geschichte.

Den Film sollen auch alle genießen können, die hier zum ersten Mal auf die Geschichte stoßen; ich denke, sie können Jane umso besser verstehen und sich mit ihr identifizieren.

JANE EYRE (Ab 1. Dezember im Kino) Mehr Infos unter www.JaneEyre.de

Kinostart: Shame - Drama über einen selbstzerstörerischen Sexsüchtigen mit Michael Fassbender

http://www.freundederkuenste.de/empfehlung/filme/einzelansicht/article/kinostart_shame_drama_ueber_einen_selbstzerstoererischen_sexsuechtigen_mit_michael_fassbender.html

Kinostart 8.3.2012: Steven Soderberghs action-geladenes Meisterwerk HAYWIRE mit Antonio Banderas, Michael Fassbender und Natascha Berg

http://www.freundederkuenste.de/empfehlung/filme/einzelansicht/article/kinostart_832012_steven_soderberghs_action_geladenes_meisterwerk_haywire_mit_antonio_banderas_mi.html

Bilder von der Berlinale 2012

Gina Carano, Antonio Banderas, Michael Fassbender und Natascha Berg

http://www.freundederkuenste.de/galerie/bildergalerie-veranstaltungen/gallery/204/1/1x1.html

Sensationelle Deutschland-Premiere auf der Berlinale 2012 - Minutenlanger Applaus für die Stars von HAYWIRE

http://www.freundederkuenste.de/startseite/einzelansicht/article/sensationelle_deutschland_premiere_auf_der_berlinale_2012_minutenlanger_applaus_fuer_die_stars_von.html

 

E-Mail:  claudius.andersen@tobis.de

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04.12.2011 Kammermusik und öffentliche Masterclass

GFDK - Christoph Dittmann

Für sechs Konzerte wird Sol Gabetta in der Spielzeit 2011/2012 nach Essen kommen. Im Vorfeld der ersten beiden großen Konzerte im Dezember mit dem Royal Concertgebouw und ihrem Barockprogramm Progetto Vivaldi haben wir mit der sympathischen Cellistin ein Interview geführt, dessen Langversion Sie hier nachlesen können.

Sie starten Ihre Essener Residency mit Samuel Barbers Cello-Konzert – ein großartiges Stück, oder?

Gabetta: Ich hatte 2010 eine sehr lange Tournee in Amerika, da habe ich das Werk oft gespielt. Ich muss sagen, am Anfang hatte ich ein bisschen Angst vor dem Stück. Es ist schon sperriger als etwa Barbers Violinkonzert. Zuerst habe ich gedacht: Mein Gott, dieses Stück für eine Tournee, na ja. Aber die Leute haben es geliebt.

Es ist eigentlich ein Stück mit sehr vielen positiven Effekten für das Publikum. Ich glaube, die Gegensätze in diesem Konzert sind sehr extrem. Der dritte Satz ist sehr rhythmisch und schnell. Am musikalisch interessantesten ist sicher der erste Satz. Und der zweite Satz ist ein total romantisches Stück, das kann man nach dem ersten Satz fast nicht erwarten.

Sie kommen auch mit Ihrer Cappella Gabetta nach Essen, einem noch sehr jungen Ensemble. Wie schwer oder leicht fällt es Ihnen, Barockmusik zu spielen?

Gabetta: Barockmusik ist überhaupt nicht leicht, wenn man sie ernst nimmt. Das war bei meinem ersten Vivaldi-Projekt wirklich sehr schwierig. Ich habe zum Beispiel, wie viele andere, das Problem unterschätzt, auf Darmsaiten zu spielen.

Man muss die ganze Art und Weise seiner Interpretation verändern: Man ist auf einer Bühne und freut sich auf das Konzert. Plötzlich wird es durch die Scheinwerfer sehr heiß, und das Instrument reagiert überhaupt nicht so, wie man es erwartet hat.

Das ist nur ein kleines Beispiel, aber auch darauf muss man gut vorbereitet sein – sonst bekommt man im Konzert einen Schock. Solche Unterschiede waren bei meiner ersten Platte viel schwerer zu bewältigen als jetzt mit der Cappella. In meinem Ensemble wurde jeder einzelne Musiker ausgewählt.

Das heißt, man kennt sich schon, und alle Instrumentalisten sind tatsächlich Spezialisten für Barockmusik. Zudem habe ich in den letzten drei Jahren viel mehr experimentiert als vorher.

Wer hatte denn die Idee zu diesem Ensemble – Sie oder Ihr Bruder Andrés?

Gabetta: Es war schon meine Idee. Andrés ist wirklich ein fantastischer Musiker. Und auf irgendeine Art und Weise wollte ich ihn einbeziehen, weil er bereits sehr viel Alte Musik mit Christophe Coin im Ensemble Baroque de Limoges gespielt hat. Schon beim ersten Vivaldi-Projekt dachte ich:

Wenn ich nochmal so etwas mache, arbeite ich mit meinem Bruder zusammen. Wichtig war mir, die richtigen Leute für die Cappella zu finden. Die Auswahl überlasse ich deshalb meinem Bruder, er muss sich wohlfühlen.

Natürlich ist es mein Ensemble, aber Andrés arbeitet hauptsächlich mit den Musikern – auch für alle anderen Stücke, nicht nur für die Cello-Konzerte. Deshalb überlasse ich ihm die Verantwortung, und das läuft sehr gut.

Wie kam es zur musikalischen Partnerschaft mit der Pianistin Mihaela Ursuleasa?

Gabetta: Den Kontakt habe ich durch Patricia Kopatchinskaja, die ja auch in die Philharmonie kommt. Wir haben uns bei einem kleinen Festival in der Schweiz, das sie leitet, kennengelernt. Zu Mihaela gibt es definitiv eine besondere Verbindung. Was sie einfach außerordentlich macht: Sie ist keine Partnerin, die einfach nur begleitet.

Ich finde es fantastisch, wenn man eine Pianistin haben kann, die wirklich eigene Ideen zu einem Duo-Programm hat. Mihaela kann das Klavier klingen lassen wie eine Flöte, wie ein Sänger, dann plötzlich ist sie ein Löwe, das ist unglaublich. Die Klangfarben sind wirklich phänomenal.

Sie sind in Argentinien geboren. Haben Sie ein Stück südamerikanische Mentalität aus Ihrer Heimat mitgebracht? Oder sind Sie doch eher europäisch geprägt?

Gabetta: Das kann ich gar nicht so genau sagen. Natürlich sind Südamerikaner sehr offene und warme Menschen. Auch ich bin grundsätzlich von Natur aus offen und direkt. Ich bin aber nach Europa gekommen, als ich noch nicht einmal zehn Jahre alt war.

Und es ist ja nicht so, dass ein Mensch immer nur fröhlich ist, selbst wenn er sehr positiv eingestellt ist. So wie ein negativer Mensch nicht immer nur negativ ist. Ich glaube, dass ich gerade diese extremen Kontraste in mir trage.

Kontrastreich und vielseitig wird das Publikum Sie auch in der Philharmonie erleben können – in der Masterclass sogar als Cello-Dozentin. Worin liegt für Sie der Reiz, sich immer wieder anders zu präsentieren?

Gabetta: In einer Residenz kann man eine Person natürlich viel besser kennenlernen. In einem einzelnen Konzert kann ich nur ein Stück interpretieren, das dem Publikum entweder gefällt oder nicht. In einer Residenz ist die Chance für einen Musiker und auch für sein Publikum viel größer.

Es entsteht eine Verbindung zum Publikum, zum Saal und zur Stadt. Und wenn man unterreichtet, wie in diesem Fall, dann auch zur jungen Musikergeneration.

Auch abseits des Konzertsaals sind Sie sehr präsent. Sie moderieren zum Beispiel die Sendung “Klick-Klack” im Bayerischen Rundfunk. Dieser Teil des Künstlerdaseins fällt Ihnen leicht, oder?

Gabetta: Ich muss sagen, das ist eine Lehre, wie alles im Leben. Genauso wie ich gelernt habe, auf der Bühne zu sein, musste ich lernen, vor einem Kamerateam zu sprechen. Das war überhaupt nicht leicht. Ich mag Theater, ich habe als Kind auch gerne gesungen.

Ich habe kein Problem, auf einer Bühne zu sein. Aber es ist ein Unterschied, vor einer Kamera zu stehen, eine Sprache zu sprechen, die nicht meine Muttersprache ist, und manchmal Leute zu treffen, die ich nicht kenne. Doch die Sendung hat meine Persönlichkeit total geöffnet und auch die Art und Weise verändert, wie ich mit Menschen reden kann.

Sie wirken außerhalb der Bühne so unheimlich locker, überhaupt nicht gestresst – trotz vieler Verpflichtungen. Ist das Professionalität oder einfach Ihre Mentalität?

Gabetta: Ich glaube, es ist Organisation. Man muss wissen, wie viel man machen kann oder auch nicht. Gerade mit “Klick-Klack” muss ich sehr aufpassen, wann wir die Sendung filmen. Da braucht man natürlich Flexibilität. Das Team ist bereit, dann zu kommen, wenn ich mal einen Tag frei habe und mich auch auf diese Arbeit freue.

Denn sie brauchen meine gute Laune und meine Energie, nicht solche Tage, an denen ich müde oder krank bin. Die braucht eigentlich niemand. Wenn ich krank oder müde bin, bleibe ich zuhause. Aber auch da gibt es manchmal Ausnahmen.

Interview: Christoph Dittmann

Sonnendurchflutet

Sie ist jung, sie spricht sechs Sprachen, sie wirkt äußerst sympathisch, und – das Wichtigste – sie spielt hervorragend Cello. Spätestens seit Sol Gabetta 2004 mit den Wiener Philharmonikern beim Lucerne Festival auftrat, gehört sie zu den Top-Interpretinnen auf diesem Instrument.

“Ton und Spiel dieser zierlichen, auch blendend aussehenden Virtuosin wirken sonnendurchflutet und gleichsam etwas spanisch, sandig, rau, energisch, ohne Forcierung, manchmal nervös flirrend, manchmal träumerisch versonnen”, mit diesen Worten beschreibt der angesehene Streicher-Experte Harald Eggebrecht das Spiel der gebürtigen Argentinierin.

Cappella Gabetta

In der Philharmonie kann das Publikum die “In Residence”-Künstlerin von ganz unterschiedlichen Seiten kennenlernen. Zum Auftakt spielt sie mit dem Royal Concertgebouw Orchestra Samuel Barbers effektvolles Cellokonzert, das als eines der schwierigsten seiner Gattung gilt.

Wenig später ist sie mit ihrem eigenen Barockensemble zu Gast: Die Cappella Gabetta hat sie vor nicht allzu langer Zeit gemeinsam mit ihrem Bruder, dem gerade im Bereich Alter Musik versierten Geiger Andrés Gabetta, gegründet.

Kammermusik und öffentliche Masterclass

Dass sie auch in kammermusikalischen Besetzungen zu überzeugen weiß, werden zwei weitere Konzerte belegen. Zum Abschluss ist Sol Gabetta im Trio mit der Violinistin Patricia Kopatchinskaja und dem Pianisten Henri Sigfridsson zu hören.

Das Publikum kann die drei Interpreten zuvor bereits bei einer öffentlichen Masterclass in der Philharmonie erleben: Zwei Tage lang geben die Künstler Studenten der Folkwang Universität wertvolle Tipps im solistischen und kammermusikalischen Spiel.

 

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10.10.2011 No 1 in den World Music Charts Europe Oktober

GFDK - Heike Urban - 7 Bilder

Fatoumata Diawara aus Mali ist eine künstlerische Ausnahme-erscheinung. Zum einen genießt sie als Theater- und Musical-Schauspielerin einen hervorragenden Ruf.

Als Musikerin gehört sie zu den vielversprechendsten afrikanischen Talenten. Ihre hochrhythmischen Lieder sind von wunderbaren Melodien untermalt und bringen die alte Wassulu-Musik in eine neue Zeit.

Das Bild von einem Mädchen mit einer Gitarre hat etwas Zeitloses: Die temperamentvolle Folk-Poetin, die die Welt mit ihrer Musik begeistert. Den Archetyp haben Joan Baez und Joni Mitchell erschaffen, und Generationen von Künstlerinnen – von Tracy Chapman bis Laura Marling – haben ihn weiterentwickelt.

Jetzt erfindet Fatou dieses starke Bild neu, für eine andere Zeit und einen anderen Kontinent. Damit gibt sie dem Konzept einer Singer/Songwriterin eine unverwechselbar afrikanische Note.

Ein neues großes Talent

Fatoumata Diawaras Debütalbum bringt ein neues, großes Talent zum Klingen – mit einer Reihe wunderschöner, selbst geschriebener Songs und einer aufregenden Lebensgeschichte dahinter.

Groß, unglaublich souverän und elegant, mit einem einnehmenden Lächeln, verwandelt sie Elemente aus Jazz und Folk zu einem exquisiten, zeitgenössischen Folk-Sound. Dabei bricht sie die rockigen Rhythmen und reichen Melodien ihrer Wassoulou-Tradition mit einer instinkthaften Pop-Empfindsamkeit auf.

Eine warme berührende Stimme

Im Zentrum ihrer Kunst stehen Fatous warme, berührende Stimme, sparsames und rhythmisches Gitarrenspiel und atemberaubend melodische Songs, die oftmals auf ihre zumeist turbulenten Erlebnisse zurückgreifen.

Fatou kam in der Elfenbeinküste zur Welt und wuchs in Mali auf. Heute lebt die 29-Jährige in Paris. Ihr junges Leben vereint eine Vielzahl afrikanischer Erfahrungen der heutigen Zeit:

Der Kampf

Der Kampf gegen den Widerstand ihrer Eltern in Bezug auf ihre künstlerischen Ambitionen. Und die kulturellen Vorurteile, denen Frauen überall in Afrika begegnen. Fatou selbst wurde als Schauspielerin in Film und Theater erfolgreich, bevor sie ihren Platz in der Musik fand.

 „Kanou“, der Eröffnungstrack, typisiert den minimalistischen, dennoch sinnlichen Gestus des Albums – mit Fatous sehnsuchtsvollem Gesang. „Bissa“ unterlegt die ironische Kommentierung des Rechts einer Frau, ihren Ehepartner selbst zu wählen, mit einem Funk-Groove.

Von Herzen kommende Worte

„Boloco“ hingegen stellt Fatous von Herzen kommende Worte über das kontroverse Thema weiblicher Beschneidung mit Anklängen einer exquisit spärlichen Gitarre und dem Ngoni-Spiel der talentierten jungen Künstler Guimba und Moh Kouyate.

Nur mit Stimme und akustischer Gitarre

Das herrlich eingängige „Sowa“ etabliert einen genussvollen Percussion-Klang, nur mit Stimme und akustischer Gitarre. Der Text ist inspiriert von Fatous eigener schmerzhafter Erfahrung mit der afrikanischen Praxis, Kinder bei anderen Menschen aufwachsen zu lassen. „Bevor ihr euer Kinder ins Leid schickt, schaut ihnen in die Augen.“

Damon Albarn, Toumani Diabaté, Herbie Hanckock und John Paul Jones von Led Zeppelin sind nur einige wenige derjenigen, die Fatous musikalischem Zauber erlegen sind. Sie war bei Shows von Africa Express und AfroCubism präsent und hat bei Hancocks Projekt „Imagine“ mitgewirkt.

Ihr Debüt aber ist fast vollständig ihr eigenes Werk: Selbst komponiert und arrangiert, auch Background-Gesang und Percussion stammen von ihr. Das Album atmet mit der natürlichen Wärme, dem Selbstvertrauen und der Spontaneität, die Fatou ausmachen.

Die Presse zum Album:

 

Journal Frankfurt, September 2011

„..eine Stimme, die zu berühren versteht.“

 

Glitterhouse, Oktober 11

“Große Empfehlung”

 

Sound-and-image.de, September 11

“..schon beim ersten Höreindruck ein sanfter Hammer.”

 

Doppelpunkt Nürnberg, Sep-Okt 2011

„(die) …neue Stimme Afrikas.“

 

Good Times, Oktober 2011

„Wie eine dunkelhäutige Joan Baez.“

 

Jazzthing, September 2011

„Neue Empfindsamkeit aus Mali.“

 

Zenith, Zeitschrift für den Orient, September 2011

„Groove, Gitarre und Herzblut.“

 

Vö: 16. September 2011, Indigo/World Circuit

Album wie DVD kann über uns bestellt werden.

Heike Urban

NuzzCom Music Office

Homburger Landstr. 122

60435 Frankfurt

Fon: 069-954 349 11

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copyrights:

1-4)  Youri Lenquette

5) Phil Sharp

6-7) Mali Serena Aurora

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15.09.2011 sie gibt jetzt selbst die richtung an

GFDK - Jörg Timp

Vor ungefähr einem Jahr war Joss Stone, die Grammy-ausgezeichnete Sängerin, zu Hause in ihrem Heimatort Devon in England, als ein Bekannter vorbeikam und ihr von seinem Vorhaben erzählte, nach Spanien zu fahren, um an seinem Boot zu arbeiten.

"Ich hatte die Woche über noch nichts vor, also beschloss ich, mit ihm zu fahren", sagt Joss. "Ich holte meinen Van, den ich Janis nenne, und wir fuhren nach Spanien. Bevor ich mich versah, sind aus einer Woche vier Monate geworden, in denen wir überall gewesen sind! Der Van ist inzwischen kaputt gegangen, und wir sind wieder zuhause."

Joss' natürliche Fähigkeit, auf ihren Instinkt zu hören und danach zu handeln, hat sie an den Punkt ihrer Karriere gebracht, an dem sie jetzt steht. Mit 24, in einem Alter, in dem die meisten Künstler erst damit beginnen, sich selbst zu beweisen, ist Joss bereits seit bald zehn Jahren ein Star.

Und jetzt, nachdem sie ihr eigenes Label "Stone'd Records" gegründet hat und am 22. Juli 2011 ihr nunmehr fünftes Album "LP1" in Zusammenarbeit mit Surfdog Records (NEO/Sony Music) veröffentlicht, übernimmt sie selbst den Platz am Steuer und gibt die Richtung an.

"Kennt ihr Leute, die sagen ‚Ich würde gern ein Baby bekommen‘, oder ‚Ich würde gern ein Jahr lang herumreisen‘ oder ‚Ich möchte ein Haus bauen‘, aber dann meinen, jetzt sei nicht der richtige Zeitpunkt?", fragt Joss. "Ich sage euch: Macht es einfach. Steigt in den Wagen und fahrt los. Alles andere wird sich darum herum ergeben."

Joss Stone ist von Soul Musik besessen, seit sie ein kleines Mädchen ist. Im frühen Teenager-Alter beginnt sie bereits intuitiv damit, ihre zugleich ernste und strahlende Stimme zu verfeinern, indem sie "Aretha Franklin's Greatest Hits" mitsingt.

Mit dreizehn macht sie den ersten Versuch, eine Sängerkarriere anzustreben und bewirbt sich für die britische Talentshow "Star For a Night". Dies führt tatsächlich zu ihrem ersten Plattendeal und dem Release ihres Albums "The Soul- Sessions", das ihr 2003 den Durchbruch bringt.

Der Nachfolger "Mind, Body and Soul" bringt die Schwungkraft der Musik weiter nach vorne und begeistert die Kritiker, was Joss 2004 gleich drei Nominierungen für den Grammy einbringt, darunter für den als "Best New Artist".

Aber es ist ihr drittes Album, das 2007er "Introducing Joss Stone", das Menschen weltweit begeistert und, unabhängiger als die Vorgänger, weniger vollgepackt zu überzeugen weiß. Ihre ersten drei Alben verkaufen sich zusammen über 11 Millionen Mal.

Ihr Mentor ist Soullegende Betty Wright, sie steht auf der Bühne mit James Brown, Gladys Knight, Solomon Burke, Blondie, Melissa Etheridge und vielen anderen. Sie spielt vor dem Super-Bowl, tritt bei den Grammy's und im Kennedy Center auf, singt zusammen mit Smokey Robinson und für Alben von Jeff Beck und Ringo Starr.

In vierundzwanzig Jahren hat sie mehr Momente absoluter musikalischer Höhepunkte erlebt, als die meisten es sich für ein ganzes Leben erhoffen können. Und dabei tritt sie stets mit einem Gefühl von Unabhängigkeit und Lebensfreude auf. 

Stone ist schon immer eine Rebellin gewesen, ob sie nun barfuß auf der Bühne steht, ihr Haar bunt färbt oder ganz frei über die Dinge spricht, die sie beschäftigen. Was ihre Fans an ihr lieben, ist nicht nur ihre Musik, sondern auch, dass sie eine Individualistin ist, die immer ihren Instinkten folgt.

Dieser starke innere Kompass bringt sie letztlich auch dazu, sich von ihrer Plattenfirma EMI zu trennen und ihrem eigenen Weg zu folgen. "Es gibt auf der Welt niemanden, der mir erzählt, wie ich Musik machen soll, wie ich selbst sein soll", erklärt Joss.

„Anfangs hilft es, begleitet zu werden, aber man gelangt irgendwann an einen Punkt, an dem man sich denkt, jetzt stoße ich es selber an, und genau da bin ich jetzt."

Joss‘ Drang nach Freiheit beginnt mit ihrem letzten Album „Colour Me Free“, das sie 2009 ganz spontan innerhalb von einer Woche im Club ihrer Mutter aufnimmt. Lachend erzählt sie: “Wir hatten dort überhaupt nichts. Wir mussten Wände einreißen, um das Equipment hereinzubringen, nahmen in unterschiedlichen Räumen auf. Wir konnten uns gegenseitig nicht hören, aber wir hatten sehr viel Spaß!“

Auch dieses Mal ging Joss mit einer ähnlichen „komme-was-wolle“-Einstellung an die Aufnahmen, allerdings mit etwas mehr Erfahrung und Raffinesse. „Wir haben das Album in der gleichen Zeit aufgenommen – nur eine Woche im Studio in Nashville. Aber dort hatten wir alles, was man sich nur vorstellen konnte. Techniker für das Equipment. Die richtigen Geräte. Einen Kühlschrank für’s Bier.“ 

Ihr neues Album „LP1“, das von Dave Stewart, seines Zeichens Gründer und Gitarrist der Eurythmics, produziert worden ist, unterscheidet sich von allem, was man zuvor von Joss gehört hat. Vom Piano geleiteter Country-Rock mischt sich mit ihrer unvergleichlichen gefühlvollen Stimme und dem reinen Sound von Traditional Blues und Country.

„Um ehrlich zu sein, wusste ich überhaupt nicht, wie es später klingen würde, weil ich nie zuvor in Nashville Musik gemacht habe. Ich war mit meinem Bekannten in Spanien und half ihm sein Boot auf Vordermann zu bringen, als Dave [Stewart] mich anrief und sagte ‚Joss! Ich habe hier gerade diese Band, die wirklich gut ist. Warum kommst du nicht einfach für sechs Tage nach Nashville und wir nehmen ein Album auf?‘ Also bin ich hingefahren.“

Diese Herangehensweise an die Musik – Joss‘ charakteristische unabhängige Haltung kombiniert mit dem Hintergrund hart erarbeiteter Erfahrung durch fast ein Jahrzehnt in der Musikindustrie – fasst ihre Vision für „Stone’d Records“ zusammen.

Das Label wird sowohl Joss' zukünftige Alben herausbringen, als auch anderen talentierten und einzigartigen Künstlern die Möglichkeit geben, sich kreativ völlig frei zu entfalten. Erst vor Kurzem hat sie ihre erste Band Yes Sir Boss unter Vertrag genommen, eine Ska-Band aus Bristol, die mit Spielfreude überzeugt.

„Es ist Party-Musik“, sagt Joss selbst, „Man möchte einfach tanzen und Spaß haben. Ich mache zurzeit alles aus Spaß an der Sache. Wenn es keinen Spaß macht, will ich nicht dabei sein.“

Joss ist absolut leidenschaftlich, wenn es um Musik geht, und sprudelt stets von Vorschlägen über, welche Band man unbedingt sofort anhören muss, wenn nicht eher. Jetzt hat sie endlich die Plattform, die es ihr erlaubt, ihren Enthusiasmus zu verbreiten.

„Der Teil, den ich genieße, ist es, Musik zu machen und zu singen und dabei zu sein. Natürlich ist es immer auch eine Geldfrage eine Band zu fördern, aber ich habe Spaß daran. Ich singe gern. Und ich helfe auch gern anderen dabei, ihre Musik zu machen.“

Diesen Herbst wird ebenfalls das Debütalbum von Super Heavy erscheinen, die Supergroup, bei der neben Joss Stone sowohl Mick Jagger als auch Dave Stewart, Damian Marley und der indische Filmkomponist A.R. Rahman mitspielen.

Die facettenreiche Band, die im Stillen zusammen Songs geschrieben hat, freut sich, ihren Fans weltweit diese einzigartige Kollaboration zu präsentieren. 

Wenn Joss an die Zukunft denkt, sieht sie nichts als Möglichkeiten. „Ich habe mich immer gefragt, ob ich auch diese Musik oder jene Musik machen könnte. Wie würde es sich anhören?

Jetzt, wo ich etwas aus der Groove/Soul Ecke herauskomme, denke ich, wow, das hört sich cool an. Was könnte ich sonst noch machen? Ich möchte keine Person sein, die sicher in einer stagnierenden Welt lebt. Ich möchte Dinge tun, die mir Angst machen.“

Diese Furchtlosigkeit ist Joss‘ Markenzeichen, die sie aber mit ihrer Erfahrung und ihrem Selbstvertrauen bekräftigen kann. „Nicht jeder wird alles mögen, was ich mache, aber darüber mache ich mir keine Gedanken mehr“, sagt die Sängerin mit einem Lachen. „Wenn es dir gefällt, cool! Wenn nicht, auch cool. So oder so, ich werde weitermachen.“

Rückblick:

Joss Stones kometen-hafter Aufstieg an die Spitze der modernen Soulmusik ist kein Zufall. In der Stimme der jungen Britin spiegelt sich die tiefe Emotionalität einer Aretha Franklin ebenso wieder wie die becircende Sexyness einer Donna Summer oder die dunkle Melancholie einer Bettye Lavette.

Zahlreiche Grammy-Nominierungen, mehr als sechs Millionen verkaufter Alben sowie monatelange Chart-Notierungen in allen wichtigen Musikmärkten der Welt sprechen eine deutliche Sprache.

Seit im Oktober ihr viertes Album Colour Me Free erschien, kennt die weltweite Joss Stone-Begeisterung wieder einmal kaum Grenzen. Diesen stetig wachsenden Erfolg untermauert der attraktive Twen mit einer großen Tournee, in deren Rahmen sie zwischen dem 22. Februar und dem 5. März auch Konzerte in München, Köln, Berlin und Hamburg spielen wird.

Joscelyn Eve Stoker, so der Geburtsname von Joss Stone, wuchs in Dover in der englischen Grafschaft Devon umgeben von den Soul-Platten ihrer Eltern auf. Bereits seit frühster Kindheit begeisterte sie sich für Musik.

Ihre erste selbstgekaufte CD war eine Greatest Hits-Scheibe von Aretha Franklin, dem Gerücht nach der Moment, in dem sie beschloss, Sängerin zu werden. Mit 13 Jahren trat sie bei einem Talentwettbewerb der BBC auf und begeisterte mit der einzigartigen Ausdruckskraft ihrer Stimme.

Ein einziges Vorsingen bei einer Plattenfirma genügte, um die Karriere des damals 15-Jährigen in Gang zu bringen. Der Chef des Labels schickte die junge Joss, die bis zu diesem Zeitpunkt noch keinen Gesangsunterricht hatte, mit Soulmusikern ins Studio, um große Klassiker des Genres neu zu interpretierten.

Eigentlich war dieser Schritt lediglich dazu gedacht, Joss zu mehr Erfahrung und Selbstbewusstsein zu verhelfen. Als man in der Chefetage jedoch das Ergebnis hörte, war schnell klar, dass man ein Naturereignis aus Stimme, Anmut, Charisma und großer Attraktivität gefunden hatte.

Vom Fleck weg verkaufte sich das Debütalbum The Soul Sessions, das aus dieser ersten Studiosession stammte, weltweit über zwei Millionen Mal und schoss in 13 Ländern die Top 10 der Charts. Nur zehn Monate später folgte Mind, Body & Soul, ihr zweites Werk und zugleich das erste mit eigenen Songs.

An elf der 14 Songs hatte Joss Stone intensiv mitgeschrieben. In Deutschland verweilte das Album 36 Wochen in den Top 100, in England schoss es von Null auf Eins. Damit erhielt Joss Stone Einzug in das Guinness Buch der Rekorde als jüngste Sängerin, der dieser Erfolg je gelungen war.

Es folgten drei Grammy-Nominierungen, zahlreiche Preise und die erste große Welttournee. Nun war die junge Soul-Göttin überall gefragt. Sie erhielt Filmangebote, arbeitete als Model für die Bekleidungsfirma GAP und viele international gefragte Künstler wollten mit ihr kooperieren.

Doch Joss Stone konzentrierte sich weiterhin ganz auf die Musik. Wie sehr diese im Mittelpunkt steht, belegt auch ihr kürzlich erschienenes, viertes Album Colour Me Free.

Darauf präsentiert sich die mittlerweile 22-jährige Künstlerin in einer gereiften, lässig dahin rollenden Pop-Facette. Einmal mehr gehört die Welt Joss Stone. Und das aus gutem Grund: Denn derartige Naturtalente sind selten.

Jörg Timp

joerg@remove-this.starkult.de

Joss Stone: Color me free

http://www.freundederkuenste.de/empfehlung/musik/einzelansicht/article/joss_stone_color_me_free.html?type=0

Joss Stone "Ich bin so aufgeregt" - YES SIR BOSS – DEBÜT EP AUF JOSS STONE´S LABEL / SHOW IN ULM

http://www.freundederkuenste.de/empfehlung/musik/einzelansicht/article/joss_stone_ich_bin_so_aufgeregt_yes_sir_boss_debuet_ep_auf_joss_stones_label_show_in_ulm.html

Die Platinkünstlerin - „Super Duper Hits: The Best Of Joss Stone“ präsentiert neben anderen Titeln Stones Version von Nat King Coles “L-O-V-E”, bekannt aus der Werbung für den Chanel-Duft Coco Mademoiselle

http://www.freundederkuenste.de/empfehlung/musik/einzelansicht/article/die_platinkuenstlerin_super_duper_hits_the_best_of_joss_stone_praesentiert_neben_anderen_titeln_s.html

Joss Stone, Göttin der Soulmusik - Stimmwunder mit viertem Album auf Tour

http://www.freundederkuenste.de/index.php?id=165&type=0&tx_ttnews

[tt_news]=3419


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