06.05.2014 09:15 an eine Straßenecke oder unter eine Brücke

The Trouble Notes, Stefanie Tendler hat für die Freunde der Künste mit ihnen gesprochen

The Trouble Notes kommen nach New York, London, Dublin und Prag nun nach Berlin.

The Trouble Notes - Es gibt keine bessere Art und Weise sein Können unter Beweis zu stellen, als an eine Straßenecke (oder unter eine Brücke) Foto: (c) Stefanie Tendler.

An einer Straßenecke oder unter eine Bruecke kann man sein koennen unter Beweiss stellen.

Nach New York, London, Dublin und Prag folgte das Trio dem Lockruf der Straßen Berlins. Foto: (c) Stefanie Tendler.

Bandposter.

Bandposter, Flyer (c) Ben Schmid

Manche fragen uns sogar- Warum spielt ihr auf der Straße.

Manche fragen uns sogar- Warum spielt ihr auf der Straße? Ihr seid doch professionelle Musiker. Worauf wir in der Regel antworten- Hättet ihr uns gehört, wenn wir nicht auf der Straße spielen würden?

Von: GFDK - Stefanie Tendler

Die Geschichte der Trouble Notes beginnt in New York, abends am East River in Greenpoint, Brooklyn. Hier begegneten sich auf einer Loft Party der Geiger Bennet „The English“ Cerven, und Sylvain „The French“, bei einer spontanen Jam Session.

Auf ihr drittes Mitglied, den Cahón-Spieler Olli / Oliver Maguire stießen die beiden auf ihrer Europa Tour in London und nannten sich kurzum "The Trouble Notes". Nach New York, London, Dublin und Prag folgte das Trio dem Lockruf der Straßen Berlins.

Stefanie Tendler: Welche Bedeutung hat Straßenmusik im Leben eurer Band?

The Trouble Notes: Es gibt keine bessere Art und Weise sein Können unter Beweis zu stellen, als sich an eine Straßenecke (oder unter eine Brücke) zu stellen und einfach nur zu spielen. Straßenmusik erlaubt es auf natürliche Weise Musik zu schreiben. Nahezu all unsere Songs mit ein-zwei Ausnahmen sind in der Straße geschrieben worden und haben unter den Einflüssen der verschiedenen Kulturen, denen wir auf unseren Reisen begegnet sind, neue Formen angenommen.

Einen Song, den wir zwei Monate Lang in London und Dublin gespielt hatten, veränderte in Prag von einem Moment auf den anderen seinen Klang. Warum das so ist, lässt sich nicht ganz genau sagen, aber wir waren uns einig, dass er den letzten Schliff just in diesem Augenblick auf der Straße in Prag erhalten hatte. Das Formen unserer Songs, der Einfluss unserer Begegnungen und unsere Reisen sind ein großer Anteil unserer Identität und werden es immer bleiben.

Manche fragen uns sogar- Warum spielt ihr auf der Straße? Ihr seid doch professionelle Musiker. Worauf wir in der Regel antworten- Hättet ihr uns gehört, wenn wir nicht auf der Straße spielen würden? Und meistens lautet die Antwort- Wahrscheinlich nicht. Welche bessere Weise gibt es Menschen zu zeigen- Hey das machen wir, das sind wir, das sind unsere Songs und das ist unser Sound.

Stefanie Tendler: Wie kamt ihr auf die Idee durch Europa oder sogar die Welt zu touren, um Straßenmusik zu machen?

Bennet Cerven: Das Musical Once, über das Leben eines irischen Straßenmusikers, hat mich inspiriert und so sehr bewegt, dass ich bereits in meinem Sitz in Manhattan, Midtown, im Broadway, mir dachte- Das will ich machen. Ich werde meinen Job bei einem Hedgefond aufgeben und abhauen, nicht im wortwörtlichen Sinn natürlich. Aber ich war von der Idee gefesselt und wollte reisen und Straßenmusik machen.   

The Trouble Notes: Es gibt eigentlich keinen Ort an den wir nicht reisen wollen. Somit sind wir offen für überall. Spanien, Niederlande, Belgien und noch viele weitere Ziele stehen auf der unendlich langen Liste und zwar nicht, um damit angeben zu können wo wir schon überall gespielt haben, sondern weil wir unsere Musik mit der Welt teilen wollen. Als wir New York verlassen haben, hatten wir nur ein Apartment in London.

Wir kamen dort an, ohne jemanden zu kennen und sind einfach raus auf die Straße um zu spielen. Kurz darauf hatten wir bereits die ersten Auftritte. Für Irland hatten wir im Vorfeld etwas organisiert, in Prag und Berlin sind wir auch einfach nur aufgetaucht. Es ist sogar relativ schwierig im Voraus etwas zu buchen, da viele Clubs keinen Anlass dafür sehen, wenn du als Band kein Renommee hast. Wichtig für uns ist es deshalb auch unser Können permanent unter Beweis zu stellen.

S2S: Wie ist der Bandname “The Trouble Notes” entstanden?

The Trouble Notes: Ursprünglich wollten wir uns Notes from Underground nennen, da wir oft auch in U-Bahnstationen spielen und es eine Widmung an Bennet’s Lieblingsautor: Dostojevsky wäre. Leider mussten wir allerdings feststellen, dass es bereits eine Band mit dem Namen gab. Wir wollten einen einzigartigen Namen. French hat vieles immer als “Trouble” bezeichnet und schlug vor uns “The Trouble” zu nennen. Bennet ergänzte den Namen um Notes, womit wir beide sehr glücklich waren.

Stefanie Tendler: Wollt ihr mit eurer Musik jemand bestimmten erreichen?

The Trouble Notes: Nein. Uns hatte in London jemand gesagt: „Wenn ihr so weiter macht, bekommt ihr einen Plattenvertrag.“ – Ja vielleicht, aber darum geht’s uns nicht wirklich. Wir spielen für diejenigen, die Gefallen an unserer Musik finden. Wenn du ein großes Label im Rücken hast, oder du mit der Musikindustrie zu tun hast, wird deine Musik über jeden denkbaren Kanal verbreitet und auch an jene, die vielleicht gar kein Interesse daran haben.

Die Gefahr besteht die Kontrolle über die eigene Arbeit zu verlieren. Keiner von uns will einen Vertrag unterschreiben, nur um ihn zu unterschreiben. Wenn es dazu kommen sollte, muss das Gesamtpaket stimmen. Unser potentieller Geschäftspartner muss uns ins unserem Bestreben verstehen. Wir möchten sicherstellen, dass die musikalische Unterhaltung zwischen uns als Trio am Leben bleibt.

Stefanie Tendler: Wie würdet ihr euren Musikstil beschreiben. Welche Künstler haben euch musikalisch beeinflusst?

The Trouble Notes: Was uns ausmacht sind die zahlreichen verschiedenen Einflüsse diverser Künstler und Genres, das es schwer fällt unsere Musik zu definieren und wir uns eigentlich auch nicht festlegen möchten. Musikalisch kommen wir alle aus unterschiedlichen Bereichen. Bennet hat eine klassische Ausbildung hinter sich und hat sich erst nach 15 Jahren in eine andere Richtung entwickelt.

French war ein Reggae Gitarrist und hat unter anderem auch Techno Beats entwickelt und Olli war in der Hip Hop, Grunge und Grime Szene in London unterwegs. Drei Typen, die also aus komplett unterschiedlichen Hintergründen kommen. Wir haben auch gemeinsame Einflüsse wie Rodrigo y Gabriela. Jeder der ein Fan von den beiden ist, wird vermutlich auch unsere Musik schätzen.

Gogol Bordello- Gypsy Punk, sind auch ein großer Einfluss. Sie sind in Städte gereist, nicht um Geld zu machen, aber weil es ihnen Spass gemacht hat. Heute sind sie ein riesiger Act. Wir lieben die Energie, die sie ausstrahlen und die sie auf ihr Publikum übertragen. Vor allem aber das französische Duo der 30er Jahre, Django Reinhardt und Stéphane Grappelli, die Pioniere des Gypsy Jazz- Hot Jazz, hat uns stark geprägt und wir haben ihnen den Song „Steal my Soul“ als Hommage gewidmet.

Bennet Cerven: Mich persönlich beeinflusst vor allem auch Muse. Wenn man den Gesang wegnehmen würde und sich nur dem instrumentellen Part von Muse widmet, erkennt man, dass sie Meister ihres Werkes sind. Vor allem aber haben sie eine Rock Symphonie komponiert, etwas das ich auch schon immer machen wollte. Olli und French sind vor allem durch Reggae geprägt.

The Trouble Notes: Man kann den Reggae Einfluss in unseren Songs hören. Es gibt Momente in denen sich Songs auftrennen und wenn man die Geige wegnehmen würde, und sich nur auf Gitarre und Cahon konzentrieren würde, könnte man behaupten, dass es sich um einen Reggae Tune handelt.  Und das ist das Spannende an unserer Musik und viele unserer Songs. Sobald ein Instrument entfernt wird, verändert sich der ganze Song.

Wenn ihr die Band live erleben wollt, dann steigt am 10. Mai die abgetretenen Treppen in den wahren Berliner Untergrund hinab, denn Notes from Underground halten einen weiteren pulsierenden Abend für euch bereit. Die Alten Mauern im Herzen Kreuzbergs sind ein Geheimtipp abseits vom Hochglanz und Hipsterchic.

Als internationales Trio residieren The Trouble Notes aktuell in Berlin.  Eine eklektische Symbiose aus verschieden Genres fusioniert mit einem musikalischen Spektrum, dessen Ursprung nicht vielseitiger sein könnte. Die erste EP der Band „Court the Storm“, die europaweit Anklang gefunden hat, erschien im August 2013 und wird nun Ende Mai von der zweiten EP „Shades of Éire“ Gesellschaft erhalten.

Jungle Radio kombinieren Musikinstrumente, die augenscheinlich nicht zusammen passen - Schlagzeug, Akkordeon, Saxofon, Kongas, Didgeridoo und elektronische Klänge treffen bei den vier Herren, die aus unterschiedlichen musikalischen Bereichen stammen, zusammen. Die elektronische Basis in Kombination mit dem Schlagzeug und den hypnotischen Klängen des Didgeridoos und Saxofons motivieren das Tanzbein. Ein musikalischer Hochgenuss aus den Schattierungen: Funk, Disco, Rock, Pop, Jazz, Club und Balkan Vibes erwartet euch.

Also kommt und werdet Teil eines fetzigen Abends den SubCut mit feinstem Vinyl Zauber für euch versüßen wird.

Einlass: 22 h

Eintritt: EURO 6

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