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Kaisers-werther Kunst-preis 2005: "Home Sweet Home" von Johanna Rzepka
"God sees no color" 2005 von Johanna Rzepka
Goethe-Festival 2004 "255 Jahre Goethe"

Kaisers-werther Kunst-preis 2006 - Werkzyklus Frida Kahlo - Viva la Vida von Kristin Dembny
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VIVA LA VIDA – Es lebe das Leben - was für ein Leben? Was hat diese Frau so berühmt gemacht? Wie wurde sie zur Ikone, zum Mythos? War es wirklich die Künstlerin, über die André Breton schrieb, „ihre Kunst ist wie ein farbiges Band, um eine Bombe“ oder Picasso, der an ihren berühmten Mann Diego Rivera schrieb, „weder Derain, noch Du oder ich, keiner von uns kann einen Kopf so malen wie Frida Kahlo.“


Kristin Dembny, die aus Dresden stammende Künstlerin und diesjährige Preisträgerin des Kaiserswerther Kunstpreises, meint die Malerin Frida Kahlo reiche nicht zum Mythos. Dazu hätten die gerade mal 200 Werke, die sie malte und nur 3 Ausstellungen nicht gereicht. Das ihre Bilder nach ihrem Tod von der mexikanischen Regierung offiziell zum „nationalen Kulturgut" erklärt wurden, ist auch keine Erklärung für den Mythos. Auch ist der wesentliche Teil ihrer Bilder im Privatbesitz und somit dem Publikum unbekannt. Die Künstlerin war bis zu ihrem frühen Tod nur einer kleinen Szene bekannt.

Noch vor ihrer ersten Ausstellung in New York bei dem berühmten Galeristen Julian Levy, meinte Frida Kahlo: „Es gibt höchstens vier oder fünf Leute, die meine Bilder gut finden, alle anderen halten sie für verrückt.“ Auch rückte die Malerin ihre Bilder bewusst ins Reich des „hübschen und reizvoll exotischen“, um ernstzunehmender Kritik oder Konkurrenz zu entgehen, wenn man der Biographie von Hayden Herrera Glauben schenkt. Wollte sie wirklich als bezaubernde Person wirken statt als Malerin beurteilt zu werden?

Erst jüngst fand in Hamburg eine Ausstellung statt, die der Künstlerin zu ihrem Recht verhelfen sollte und es werden mal wieder die alten Plattetüden wie die Schmerzensmalerin verwendet. Eventuell liegt der Schlüssel für ihre spätere Popularität in der Aussage von Diego Rivera, der nach ihrem Tod folgendes schrieb: „Frida ist die erste Frau, in der Geschichte der Kunst, die mit absoluter und schonungsloser Aufrichtigkeit die allgemeinen und besonderen Themen behandelt, die ausschließlich Frauen betreffen."

Das könnte „die Geburt des Phänomens Frida Kahlo sein“. Was nun folgte, ist nicht erklärbar, nicht voraussehbar. In den 70er Jahren wurde Frida Kahlo zum Symbol der Frauenbewegung und der Frauenemanzipation. In schneller Folge erschienen Biographien und unzählige Publikationen sowie Ausstellungen der wenig verfügbaren Werke. Auch Hollywood machte keinen Halt mehr vor Frida Kahlo. Insgesamt wurde ihr Leben viermal verfilmt.

Weltweit bekannt machte sie erst der in 2002 erschienene Film mit Salma Hayek in der Hauptrolle. Da der Film sich fast ausschließlich mit ihrer Ehe und die ständig wechselnden Liebschaften ihres Mannes Diego Rivera beschäftigt, bleibt das Phänomen Frida Kahlo weiter unbeantwortet.

Ein weiterer Ansatz für den Mythos der Kahlo könnte folgender sein: auf den Punkt gebracht, „ein Künstler, der nicht leidet hat den Ruhm nicht verdient“. Oskar Wilde musste erst ins Gefängnis und mit 46 Jahren sterben, um den Ruhm zu erlangen. Die vermeintliche Armut und das abgeschnittene Ohr machten Van Gogh bei einer breiten Öffentlichkeit berühmt. In der Literatur und Kunstgeschichte gibt es unzählige Beispiele für derartige Karrieren, die erst nach dem Tod postum begannen. Frida Kahlo legte aber noch einiges oben drauf. Ihr einmaliges Künstlerschicksal, dass sie zum großen Teil mit inszenierte, in dem sie in vielen ihrer Bilder die Tragik ihres Lebens darstellte, bewegte das Publikum und machte sie zu einer beispiellosen Kultfigur.

VIVA LA VIDA – was für ein Leben!