28.11.2012 08:02 von Werner Schwab

Schauspiel Essen: Die Präsidentinnen - so grotesk wie brutal, so verzweifelt wie komisch - Premiere am 30.11.2012 - 3 Bilder

Fotos: Birgit Hupfeld

Von: GFDK - Schauspiel Essen

Endlich ist der Genuss auch in ihr Leben gekommen: Endlich hat sich Erna, unschuldig geschieden und Mutter eines enttäuschenden Sohnes, etwas geleistet für ihre Leistung, nämlich einen Fernseher, einen gebrauchten. Für Nachbarin Grete, einmal geschieden und einmal Witwe, Mutter einer verschwundenen Tochter und eines Rauhaardackels, und Wallfahrerin Mariedl, immer alleine und ohne eine richtige Bindung, ein guter Grund zu feiern und den ganzen Lebensschmutz einmal hinter sich zu lassen.

Selbstvergessen erträumen sich die drei vom Schicksal Vergessenen ihr ureigenstes Fest des Lebens und der Liebe und rechnen dabei ab mit der Vorsehung, die für sie bisher so recht nichts vorgesehen hat außer Arbeit, Opfern und Unglück. Doch heute phantasieren sich die “Präsidentinnen” auf Teufel komm raus ihr Glück herbei …

Seine eigene Mutter, die sich, vom Ehemann verlassen, als Putzfrau mit ihrem Kind durchschlug und sich schließlich zur “Präsidentin ihres eigenen Unglücks” erklärte, war Schwabs Vorbild für sein “Schrottwerk mit drei alten Frauen”, wie der Autor selbstironisch schrieb. “Präsidentinnen: Das sind Leute, die glauben, alles zu wissen, über alles zu bestimmen, über alle zu bestimmen.” Leute aber auch, die den “eigenen Menschen in sich nicht aushalten” und sich deshalb immer wieder neu erfinden: so grotesk wie brutal, so verzweifelt wie komisch.

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