19.05.2017 06:54 theaterabend in essen

Pussy Riots machen wieder Ärger - diesmal in Essen

Pussy Riots machen Essen unsicher

Pussy Riots proben Aufstand im Schauspielhaus Essen (c) sputnic – visual arts, Quelle Schauspielhaus Essen

Von: GFDK - Martin Siebold

Essen. „Pussy Riots – Aufstand in drei Akkorden“, so haben die junge Regisseurin Magz Barrawasser und der Dramaturg Florian Heller den Theaterabend getauft, der am Donnerstag, dem 15. Juni ab 19:00 Uhr in der Box des Schauspiel Essen seine Uraufführung erleben wird.

In ihrem Stück geht es um die 2011 gegründete feministische, regierungs- und kirchenkritische Band „Pussy Riot“, deren wohl spektakulärster Auftritt am 21. Februar 2012 in der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau stattfand: Am Morgen dieses Tages stürmten fünf junge Frauen in das Gotteshaus und verrichteten ein Gebet – ein Punk-Gebet. „Mutter Gottes, Jungfrau, verjage Putin!“ riefen sie und forderten damit die ganze Härte eines quasi-autokratischen Staates heraus: Nadeschda Tolokonnikowa und zwei ihrer Mitstreiterinnen wurden für die gewaltfreie Aktion wegen „Rowdytum aus religiösem Hass“ zu zwei Jahren Arbeitslager verurteilt. Das Urteil schlug weltweit hohe Wellen. Über Nacht wurden aus den aufständischen Punk-Musikerinnen gefeierte „Putin-Kritikerinnen“.

Pussy Riots in Essen

Aber der Gruppe – ein loser Zusammenschluss von etwa zehn jungen Frauen – ging es um mehr als nur um Putin, denn neben ihm tauchten auch die Stichworte „Mutter“, „Gott“ und „Jungfrau“ in der entscheidenden Zeile des Punk-Gebetes auf: Mit ihrem Auftritt versuchten sie zudem, für sich das Christentum zu retten. „Nicht nur haben sie sich mehrmals bei den Gläubigen entschuldigt, von denen sich viele durch ihre Performance vor den Kopf gestoßen fühlten. Die Wut über die kuschelige Verbindung zwischen Zar Putin und dem Orthodoxen Patriarchen Kyrill kommt aus einem letzten Rest Glauben“, wie Miriam Lau 2012 in der ZEIT schrieb. „Das Christentum“, hat Tolokonnikawa im Gerichtssaal gesagt, „unterstützt die Suche nach Wahrheit, nach konstanter Selbstüberwindung.

Ein Theaterabend mit den Pussy Riot-Aktivistinnen

Es ist kein Zufall, dass Christus sich mit Prostituierten umgeben hat. Deshalb sind wir in die Kirche gegangen.“
Der Kampf der Pussy Riot-Aktivistinnen ist ein feministischer, ein Kampf gegen eine patriarchale Ordnung, in der eine von Männern dominierte Verquickung von Religion und Politik den Ton angibt.

Es spielen: Katharina Leonore Goebel, Jaëla Carlina Probst und Silvia Weiskopf.

Musikalische Leitung: Anke Wisch; Bühne und Kostüme: Johanna Denzel.

Theater über den Aufstand der Pussy Riots. Uraufführung am 15. Juni in der Box des Schauspiel Essen

Die Premiere ist bereits ausverkauft!

Weitere Vorstellungen: 21. und 24. Juni, 6. und 12. Juli, jeweils 19:00 Uhr, Box in der Theaterpassage; Eintritt: € 17,00.

Kartenvorverkauf: Tel.: 0201/81 22-200, oder online unter www.schauspiel-essen.de

Schauspiel Essen und Aalto Ballett Essen
Theater und Philharmonie Essen GmbH (TUP)

Opernplatz 10
45128 Essen

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