24.05.2017 06:49 kulturelle Hochburg in NRW

Acht Brücken Musikfestival - ein kultureller Reichtum für Köln

Louwrens Langevoort mit Portraetkomponistin Unsuk Chin

Acht Brücken Musikfestival - Intendanten des Festivals Louwrens Langevoort mit Porträtkomponistin Unsuk Chin ©Dörthe Boxberg, Quelle Acht Brücken Festival

Von: GFDK - Herwig Nowak

Wenn es eines Beweises für den kulturellen Reichtum Westeuropas bedürfte, so böte sich die Anzahl der Theater-,Opern-,Operetten- und Musitfestivals als Massstab an. Ihre Zahl nimmt eher zu als ab. Seit wenigen Jahren reiht sich auch Köln mit dem Musikfestival "Acht Brücken" in den Kreis der Festspielstätten ein, ein Titel, der sich übrigens an der Anzahl der Rheinüberquerungen im Kölner Raum orientieren dürfte. Dass es sich dabei um ein Musikfestival handelt, ist wohltuend angesichts der desolaten Lage, in der sich die Kölner Oper bedauernswerterweise derzeit noch immer befindet.

Dem Festival kommt zugute, dass es sich besondere Anliegen zueigen macht. In den etwa 50 Veranstaltungen,die in der Zeit vom 28.April bis 7.Mai 2017 an den unterschiedlichsten und ausgefallensten Veranstaltungsorten Kölns stattfanden, wurde als künstlerisches Anliegen das Verhältnis von Musik und Sprache verbal und vokal thematisiert. Aus der -genannt-grossen Anzahl von Veranstaltungen, die zu erwähnen und zu beurteilen den hier vorgegebebnen Rahmen sprengen würde, sollte beispielhaft eine genannt werden, in der das Vokale im Fordergrund stand, und eine andere, die der Musik besonders hold war.

Die Gruppe "Sprechbohrer" liess die lautmalerischen Sprachäusserungen der Dadaisten-übrigens in eigem zeitlichem Zusammenhang mit dem entsprechenden Jubiläum-ertönen und überraschten mit sprachlicher und "lautischer" Vielfalt von Sens und Nonsens. Wessen Wissen sich insoweit bislang mit Schwitters und Arp erschöpfte, der ging bereichert mit lautischen "Übungen", etwa von Huelsenbeck und Janco, nach Hause.

Im musikalischen Fokus des Festivals stand die sog. Porträtkomponistin des Festivals, die in Deutschland lebende Südkoreanerin Unsuk Chin, von der nicht weniger als 13 ihrer Werke aufgeführt wurden. Dazu zählt namentlich ihr Cello Concerto, virtuos gestaltet von der Cellistin Tanja Tetzlaff und orchestral von dem überaus gross dimensionierten, herrlich jugendlichen Orchester der Hochschule für Musik und Tanz Köln unter dem Dirigat von Alexander Rumpf. Wenngleich sich die Komponistin  in verschiedenen Werken auch der Sprache bedient, so ist ihr Cello Concerto eine einzige Ode an die Musik, an eine passagenweise fremde Musik, deren Einfluss man sich allerdings nicht entziehen kann. In dem  Konzert wurden zwei weitere Orchesterwerke uraufgeführt.

Congratulations für den Intendanten des Festivals Louwrens Langevoort.

Herwig Nowak