26.07.2017 07:33 Illegale Absprachen

Wellensteyn und P&C Düsseldorf müssen 10,9 Millionen Euro zahlen

Wellensteyn von Kartellamt abgestraft

Wellensteyn und Peek & Cloppenburg. Wellensteyn Jacken sind nicht billig und das sollte auch so bleiben. Marken investieren viel Geld in Werbung, Image und Produktion. Foto (c) GFDK

Von: GFDK - Redaktion

Der Hersteller Wellensteyn und der Händler Peek & Cloppenburg sollen illegale Absprachen getroffen haben. So sieht das zumindest das Bundeskartellamt und hat die zwei Unternehmen der Bekleidungsbranche zu einer Strafe von 10,9 Millionen Euro verdonnert. Wellensteyn Jacken sind nicht billig und das sollte auch so bleiben. Da können wir den Hersteller dieser hochwertigen Qualitäts-Jacken sogar verstehen, man will ja nicht vom Handel verramscht werden.

Illegale Absprachen

Nach Aussage des Bundeskartellamts hat Wellensteyn dem Textilhandel von 2008 bis 2013 Mindestverkaufspreise vorgegeben und Preisreduzierungen und den Internetvertrie untersagt. Wenn ein Händler sich nicht an die Vorgaben gehalten hätte, währen Liefersperren angedroht worden und in einigen Fällen auch umgesetzt worden, so Kartellamtspräsident Andreas Mundt.

Die Handelskette Peek & Cloppenburg Düsseldorf soll sogar Wellensteyn dazu ermuntert und aufgefordert haben gegen Preisunterschreitungen von anderen Händlern vorzugehen.

Derartige Vereinbarungen seien, so das Bundeskartellamt grundsätzlich verboten, betonte die Behörde. Deswegen hat das Bundeskartellamt gegen die beiden Unternehmen Geldbußen von rund 10,9 Millionen Euro verhängt. Das fragt man sich, wer schützt die Hersteller von Marken-Ware vor dem Verramschen ihrer Waren.

Niemand will seine Marke verramschen lassen

Wir möchten daran erinnern, dass die Hersteller von sehr hochwertiger Markenware sehr viel Geld in Werbung, Image und Produktion investieren, um ihre Preise zu rechtfertigen. Wird der empfohlene Preis des Herstellers vom Handel deutlich unterboten, wird der Marke ein erheblicher Schaden zugefügt. Das kann ein Unternehmen im Ernstfall sogar ruinieren.

Hier mal ein Beispiel: Versuchen sie einmal bei einem konzessionierten Rolex-Händler-Juwelier eine Rolex Uhr preiswerter als Rolex es vorgibt zu erwerben. Das macht der nur einmal, wenn er erwischt wird, verliert er die gesamte Uhren-Kollektion, und eine größere Strafe kann es für einen Juwelier nicht geben. Das gleiche gilt für fast alle Luxus-Uhren.

Von illegalen Preisabsprachen kann also keine Rede sein. Der Hebel sieht hier so aus, wer sich nicht an die Preise hält, verliert die Marke.

Das Kartellamt vermutet, dass es sich bei Wellensteyn und Peek & Cloppenburg nicht um einen Einzelfall handelt. "Es gebe Hinweise darauf, dass solche und ähnliche Preisbindungspraktiken in der Textilbranche über den vorliegenden Fall hinaus Bedeutung haben könnten. Das wären klare Verstöße gegen das Kartellverbot", sagte Mundt.

Ach ja, und noch etwas. Absprachen zwischen 2008 und 2013? Was für ein Denunziant war hier wieder am Werk. PS: Die Handelskette P&C Hamburg ist von der Entscheidung des Kartellames nicht betroffen.


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