01.12.2016 07:31 Der ganz nahe Osten

Weißrussland entdecken: Kultur und Natur pur

Djoser Reisen - Weissrussland Danzig

Djoser Reisen führt eine zwölf tägige Reise durch, die nicht nur nach Belarus, sondern obendrein ins russische Kaliningrad und über die Marienburg ins polnische Danzig. (c) Djoser Reisen

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Von: GFDK - Heino Schütten

 „Die ganze Misere unserer Geschichte beruhte immer darauf, dass wir den Osten zu wenig kannten“, sagte einmal der Schriftsteller und Übersetzer Karl Dedecius. Man kann darüber diskutieren, ob er Recht hat.

Eins jedoch steht außer Frage: Von Weißrussland macht sich hierzulande so gut wie keiner eine Vorstellung. Ein Umstand, den man schleunigst ändern sollte, findet der Veranstalter Djoser Reisen, der aus diesem Grund eine neue Reise in die ehemalige Sowjetrepublik aufgelegt hat. Sie dauert zwölf Tage und führt nicht nur nach Belarus, wie Weißrussland auch genannt wird, sondern obendrein ins russische Kaliningrad und über die Marienburg ins polnische Danzig.

Ausgangspunkt Minsk

Den Anfang macht die weißrussische Hauptstadt Minsk, wo die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs einem auftrumpfenden Architekturstil Platz machten, der nicht von ungefähr den Namen Stalin Empire trägt. Dazwischen blitzen russisch-orthodoxe Kirchen im frisch renovierten Glanz, funkelt die hypermoderne Nationalbibliothek aus Glas und Stahl in Form eines Diamanten, drängen sich Restaurants und Bars im wiedererrichteten alten Viertel Troitskoye Predmestye. Wer dann noch den bunten Komarowka-Markt besucht, kann zwischen Pfirsichen von der Krim und Kirschen aus Usbekistan den Osten bis in den kleinen Finger spüren.

In den dringen die Teilnehmer weiter vor, wenn es am dritten Tag auf dem Weg nach Polazk und Witebsk durch das Berezinsky Biosphärenreservat geht. Der Nationalpark mit seinen riesigen Hochmooren und Sumpf- und Kiefernwäldern verfügt über eine beeindruckende Pflanzen- und Tierwelt, die von seltenen Vögeln bis zu Wölfen, Braunbären, Elchen und Bisons reicht. Viele Wanderwege durchziehen das Gebiet, das als einer der letzten Urwälder Europas gilt. Wer es jedoch lieber per Kajak erkunden möchte, kann auch dies auf seinen zahllosen Flussadern tun.

Später hält die Gruppe in Polazk. Die ehemalige Hauptstadt ist gut erhalten und voller Geschichte – das St.-Euphrosyne-Kloster oder die schlanke Sophienkathedrale sind nur zwei Beispiele dafür. Nach einem Spaziergang durch die Stadt geht es weiter ins mit 360000 Einwohnern viermal so große Witebsk. Dass es den Ruf hat, eine Stadt der Künste zu sein, liegt nicht zuletzt daran, dass hier vor 130 Jahren Marc Chagall geboren wurde, einer der wichtigsten Maler des Kubismus und Expressionismus. Sein zum Museum umgewandeltes Geburtshaus ist unbedingt einen Besuch wert.

Die Weiterreise führt zu den Schlössern Njaswisch und Mir aus dem 16. Jahrhundert, die beide im Besitz der litauischen Adelsfamilie Radziwill sind. Ihre Mitglieder haben bis heute in Kunst und Politik großen Einfluss. Man glaubt es gleich – zu erhaben thronen die beiden Palastensembles in der Landschaft.

Das nächste Ziel ist Brest. Heldenfestung lautet sein Ehrentitel, der auf das Jahr 1941 zurückgeht, als die Stadt dem Ansturm der Wehrmacht sechs Wochen lang standhielt, bevor sie an die Deutschen fiel. Für den Westen sind die Vorgänge von Brest wegen der geringen strategischen Bedeutung nur eine Fußnote der Geschichte. In den Republiken der ehemaligen Sowjetunion aber wird ihnen immer noch höchste Verehrung zuteil.

Zwischen Brest und Hrodna durchquert die Gruppe den Białowieża Nationalpark, den die UNESCO bereits 1979 zum Weltnaturerbe erklärte. Ulmen, Eichen, Eschen, Hainbuchen und Linden prägen den Urwald, durch den Wisentherden streifen. Nicht ausgeschlossen, dass man einige Exemplare während eines Spaziergangs zu Gesicht bekommt.

Im lebendigen Hrodna an der Memel wiederum treffen dann verschiedene Kulturen aufs Schönste aufeinander. Russisch-orthodoxe Kirchen stehen hier neben katholischen Gotteshäusern und Synagogen, Restaurants geben Gelegenheit, zum letzten Mal weißrussische Spezialitäten wie das Kartoffelpuffergericht Draniki zu bestellen, bevor es über die Grenze ins einstige Königsberg geht.

Metropole Kaliningrad

Heute heißt die frühere Metropole Ostpreußens Kaliningrad, ist eine russische Enklave und für das Land von großer Bedeutung: Sie gewährt als einziger Hafen einen eisfreien Zugang zur Ostsee. Und so ist auch die Atmosphäre der Stadt durch und durch russisch – von den deutschen Wurzeln des Geburtsorts von Immanuel Kant ist nichts mehr zu vernehmen. Stattdessen prangt allerorten der typisch klobige, aber mitnichten uninteressante Baustil des Stalinismus inklusive sozialistischen Fassaden, überbreiten Alleen und Kosmonautendenkmal. Immerhin: Die vielen Parks und Gärten sind kleine Kunstwerke.

Eine der schönsten Burganlagen der Welt liegt auf dem Weg ins polnische Danzig und wird selbstverständlich besucht: Die Marienburg wurde im 13. Jahrhundert vom Deutschritterorden gegründet, war lange Zeit die Residenz der polnischen Könige und fasziniert als größter Backsteinbau Europas mit endlosen Gängen, Sälen und Innenhöfen.

Danzig Polen

Wer am roten Klinker der Marienburg Gefallen gefunden hat, kommt am Endpunkt der Reise erst recht auf seine Kosten: Danzigs Innenstadt ist eins der schönsten Backstein-Spektakel weltweit. Das Material wurde im Mittelalter vielfach aus den Niederlanden importiert und prägt die verwinkelten Gassen und eleganten Plätze der einstigen Hansestadt mit ihren herrlichen Giebel- und Kranhäusern. Auf einer seiner zahllosen Restaurantterrassen kann man schließlich die Reise wunderbar Revue passieren lassen.

Djoser bietet die Reise ab 1595 Euro an. Inbegriffen sind Flüge, Transfers und Übernachtungen. Termine im Jahr 2017 sind der 13. und 27. Mai, der 10. und 24. Juni, der 1., 15., 22. und 28. Juli, der 5. August sowie der 2., 9. und 16. September. Weitere Informationen sind online einzusehen unter www.djoser.de.

*Über Djoser Reisen*
Der Anbieter von Gruppenrundreisen Djoser wurde 1992 gegründet und ist auf Fernreisen spezialisiert. Alle Angebote kombinieren das Abenteuergefühl und die Freiheit von Individualreisen mit der Organisation und der Sicherheit, wie sie für Studien- und Erlebnisreisen typisch sind. Neben dem Hauptkatalog gehören dazu die Programme Djoser Junior und Djoser Aktiv. Beide kennzeichnet eine besondere Ausrichtung. Djoser Junior bietet eine deutschlandweit einmalige Fülle an Fernreisen speziell für Familien mit Kindern zwischen fünf und 15 Jahren. Und unter Djoser Aktiv fasst der Veranstalter alle Reisen zusammen, bei denen die Bewegung im Vordergrund steht.