25.10.2011 08:02 Mit dem grenzüberschreitenden Projekt „Museo aperto“

Museumsnetzwerke zwischen Italien und der Schweiz - in die Geschichte, Kunst und Kultur italienisch-schweizerischer Alpentäler eintauchen

Von: Anne-Kathrin Boch

Das Gebiet im Norden und Westen des Lago Maggiore ist ein altes, grenzüberschreitendes Kulturland. Alpentäler wie die italienische Valle Vigezzo oder die Centovalli in der Schweiz haben tiefe gemeinsame Wurzeln, ob nun in historischer, wirtschaftlicher, kultureller oder landschaftlicher Hinsicht.

Mehr erfahren über die italienisch-schweizerischen Gemeinsamkeiten, aber auch ganz generell über die Vielfalt des Gebiets, können Besucher anhand des Projektes „Offenes Museum“.

Zu dem Netzwerk zählen insgesamt 15 Museen – zehn davon auf italienischer Seite, genauer in der Valle Vigezzo und in der Valle Cannobina, und fünf in der Schweiz in den Tälern Onsernone, Centovalli und Maggia.

Schwierige Lebensumstände und die Abgeschiedenheit führen noch immer dazu, dass viele Bewohner diesen Landstrich verlassen. Diejenigen, die bleiben, zeigen dagegen eine außergewöhnliche Verbundenheit mit ihrer Heimat.

Um deren Schönheit, die Lebensweise in den Alpentälern, die Traditionen u.v.m. auch Außenstehenden begreiflich zu machen und damit letztlich auch den Fortbestand zu sichern, wurden im Laufe der Jahre viele Museen, didaktische Werkstätten und Entdeckungs-Wanderwege eingerichtet.

Das Projekt „Museo Aperto“ als eine Art Museumsnetzwerk verbindet diese Bemühungen diesseits und jenseits der Grenze miteinander. Mit ihrem jeweiligen Schwerpunkt vermitteln die insgesamt 15 Häuser einen umfassenden Einblick in die alpine Natur, Kultur, Kunst und Architektur.

Unterschiedlich in ihrer Ausgestaltung und Themenwahl ist ihr gemeinsamer Nenner die Verbundenheit den lokalen Traditionen gegenüber. Der Besucher kann auf seinem Streifzug eine Menge erfahren: über die Geschichte der Kaminkehrer, über lokale Künstler, über Postkartenmotive aus früheren Zeiten, über traditionelle Kleidungsstücke, Wallfahrtsorte, Handwerkskünste, die Walserkultur und, und, und. Weitere Informationen zum „Offenen Museum“ sind auf der Seite www.itinierarisenzafrontiere.net zu finden.

Neben dem besagten Museumsnetz, das sich wie beschrieben zwischen Italien und der Schweiz entspinnt, gibt es in dieser Gegend noch ein weiteres Netzwerk. Jenes erstreckt sich jedoch ausschließlich auf italienischem Boden, genauer über die Ossola-Täler nordwestlich des Lago Maggiore.

Insgesamt umfasst der Verein „Associazione Musei d’Ossola“ 32 Museen, dazu kommen die Berggemeinschaften der Täler Ossola, Antigorio-Divedro-Formazza, Vigezzo und Antrona. Thematisch lassen sich die kleinen und mittelgroßen „Musei d’Ossola“ in fünf verschiedene Bereiche unterteilen, in jedem erfährt der Besucher ein wenig mehr über die Besonderheiten des Gebiets.

Das Museum „Don Giovanni Bonomo“ in Premia vermittelt beispielsweise einen Einblick in die Mineralogie der Gegend, gemeinsam mit fünf weiteren Museen gehört es dem Themenbereich „Stein und Landschaft“ („Pietra e Ambiente“) an.

Der „Vecchio torchio“ in Croveo oder die „Casa Forte“ in Formazza zählen dagegen zu der Gruppe „Berg und Tradition“ („Montagna e Tradizione“). Deren Museen beleuchten das frühere Alpenleben anhand von typischen Weinpressen, Gebäuden, Mühlen und vielen Gegenständen.

Die verbleibenden drei Themenbereiche sind „Archäologie und Geschichte“ („Archeologia e Storia“), „Gedächtnis und Erinnerung“ („Memoria e Libertà“) sowie „Kunst und Glaube“ („Arte e Fede“). Weitere Informationen zu dem Verein, zu seinen didaktischen Angeboten, zu Führungen, Werkstätten und Sonderöffnungszeiten können unter museidossola@tiscali.it eingeholt werden.

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