19.08.2014 09:00 Gipfelwelt der Alpen

In luftiger Höhe: Klettern in St. Anton am Arlberg

Reisen Klettern in St Anton

Balance-Akt am Arlberger Klettersteig auf dem Grat zur Weißschrofenspitze. © TVB St. Anton am Arlberg / Fotograf Bernd Ritschel

Von: Yvonne Sieber

Enge Spalten, luftige Überhänge, zerklüftete Kämme – in der hochalpinen Gipfelwelt rund um St. Anton am Arlberg stehen rund 70 Kletterrouten in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden zur Wahl. Ein Muss für erfahrene Kletterer ist der Arlberger Klettersteig – er zählt zu den „Extremklassikern“ im Alpenraum. Dort können Alpinisten sogar auf Tuchfühlung mit Haizähnen gehen. Weitere Infos unter

Der Arlberger Klettersteig. 2.000 Meter Stahlseil, 1.050 Seilklemmen, 500 Haken: Der knapp zwei Kilometer lange Arlberger Klettersteig gehört zu den schönsten, aber auch schwersten Steigen der Alpen. Gut abgesichert aber zum Teil sehr exponiert, verläuft er hoch über St. Anton an einem langen Grat bis zur Weißschrofenspitze. Nach dem Einstieg auf 2.543 Metern (unweit der Bergstation Vallugagrat) wird recht schnell klar, was die Alpinisten erwartet, wenn die Route vom ersten Turm nahezu senkrecht 20 Meter hinab führt. (Schwierigkeitsgrad C/D). Die Schlüsselstelle liegt jedoch an der darauffolgenden Felswand auf dem Weg zur Knoppenjochspitze (D). Von dort geht’s über einen zweiten ausgesetzten Abstieg (C/D) und einer leichten Gratpassage weiter in Richtung Lorfekopf. Zeit für Entscheidungen: Wer mag, steigt hier von der Lorfescharte ab und wandert über einen gemächlichen Pfad hinunter zum Kapall.

Wer noch nicht genug hat, wagt sich über den Lisungrat zum nächsten Highlight: den sogenannten „Haizähnen“ mit ihren markanten Zacken und Türmen. Nach einem leichten Abschnitt führt der Grat schließlich über kurze Steilstufen (C/D) hinauf zum höchsten Punkt – der Weißschrofenspitze auf 2.752 Metern. Bei guter Sicht werden Kletterer hier schon mal mit Ausblicken bis zum Bodensee belohnt. Noch einmal heißt es Kraft tanken, denn der Abstieg zur Bergstation der Kapallbahn über teils kraftraubende Passagen (C/D) ist nicht zu unterschätzen. Je nach Witterung und Kondition sind für die Strecke vier bis sechs Stunden einzuplanen.

Klettergärten. Im Klettergarten Schnanner Klamm sorgen etwa 40 Routen (Schwierigkeitsgrad 3 bis 9) für Spaß und das nötige Adrenalin. Entlang der wildromantischen Gesteinswände können sich auch Boulderer an bis zu acht Meter hohen Wänden ausprobieren. Rund um die Darmstädter Hütte und Kuchenspitze mit 3.148 Metern ist zudem ein solide abgesichertes Gneis-Klettergebiet entstanden. Hier befinden sich sieben Klettergärten mit rund 70 weiteren Routen.

Die Light-Variante: der Hoch- und Niederseilgarten im Verwalltal. Auch Einsteiger können sich hier über insgesamt acht Stationen wahlweise in knapp zwei oder sechs Metern Höhe durch den Naturparcours hangeln.

Unter Dach. Wer auch bei schlechter Witterung nicht aufs Klettern verzichten mag, kann sich im Sport- und Kletterzentrum arl.rock in St. Anton am Arlberg auspowern. Insgesamt gibt es 65 Indoor- und 30 Outdoor-Kletterrouten in den Schwierigkeitsgraden 3 bis 9. Auch der 80 Quadratmeter große Boulderbereich bietet Routen mit eigenen Bereichen für Einsteiger, Fortgeschrittene und Experten.

Weitere Informationen unter www.stantonamarlberg.com

Pressekontakt: yvonne.sieber@hermann-meier.de