14.03.2014 08:20 Nervenkitzel pur

Für Abenteuerlustige: Auf der Eisstraße im Norden Kanadas bis ins entlegene Tuktoyaktuk

Reisen Eisstrasse Kanada

Die legendäre Eisstraße im Norden Kanadas bringt auch Urlauber, die den Nervenkitzel lieben, in das abgelegene Dorf Tuktoyaktuk. © bfs/Arctic Range Adventure

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Von: Beyond Five Stars

Das sind noch echte Männer! Seit 2007 zeigt die Doku-Soap „Ice Road Truckers“ im History Channel, wie sich besonders mutige Lkw-Fahrer ihren Weg über gefrorene Flüsse bahnen, um die Versorgung entlegener Orte in Kanada und den USA sicherzustellen. Eine der bekanntesten Eisstraßen liegt im Norden Kanadas und führt von Inuvik nach Tuktoyaktuk nördlich des Polarkreises.

Tatsächlich verfügen einige Siedlungen im Delta des Mackenzie River über keine Straßenanbindung. Während im Sommer alle Güter per Boot oder Wasserflugzeug transportiert werden können, muss im Winter jene Verbindung genutzt werden, die sich Jahr für Jahr durch den starken Frost bildet: die Eisstraße. Inzwischen ist es möglich, diese im Rahmen geführter Reisen selbst einmal zu befahren und die Faszination für diese ganz besondere Route live vor Ort zu spüren. Gestartet wird in Whitehorse, der Hauptstadt des Yukon-Territoriums, wo die Ausrüstung bei Bedarf noch etwas aufgestockt werden kann. Auf der ersten Etappe der Reise müssen – vorbei an Indianersiedlungen und entlang des Yukon River – 550 Kilometer auf dem Klondike Highway bewältigt werden, bevor Station in Dawson City gemacht wird.

40 Kilometer östlich der legendären Goldgräberstadt beginnt der Dempster Highway, welcher einer alten Hundeschlittenroute folgt und wundervolle Ausblicke auf die Bergkette der Ogilvie Mountains sowie Begegnungen mit Füchsen, Wölfen und Caribous ermöglicht. Die über 600 Kilometer bis nach Inuvik an einem Tag zu bewältigen, wäre wohl ein zu ehrgeiziger Plan, daher empfiehlt sich eine Übernachtung in Eagle Plains. Für die folgenden 300 Kilometer ist keinerlei Zivilisation mehr zu erwarten, dafür aber ein ganz anderes Highlight: die Überquerung des Polarkreises. Wenn das kein Grund ist, die Korken knallen zu lassen, um auf diesen unvergesslichen Moment anzustoßen!

Ist schließlich Inuvik erreicht, trennt Abenteurer nur noch eine Nacht von der Eisstraße. Es lohnt sich, den Ort zu erkunden, bevor der Nervenkitzel beginnt. Alle Gebäude stehen wegen des Permafrostbodens auf Pfählen, und die Kirche des Städtchens wurde in Form eines Iglus gebaut. Auch das Panorama des Richardson-Gebirgszuges ist sehenswert. Dann ist es endlich so weit. Ab Inuvik geht es nur noch auf gefrorenem Wasser weiter in Richtung Norden. Ob das Eis den Tourenwagen wohl trägt? Keine Sorge, der strenge Winter mit Durchschnittstemperaturen um minus 30 Grad sorgt für eine Eisdecke von mindestens 1,5 Metern Dicke. Für Trucks ist die Fahrt immer mit einem gewissen Risiko behaftet, aber auch sie kommen in der Regel unversehrt durch bis nach Tuktuyaktuk.
Auf dem Weg dorthin fallen vor allem seltsame Hügel inmitten der unwirtlichen Landschaft auf. Die sogenannten Pingos sind charakteristisch für Gebiete mit Permafrost. Sie entstehen, indem sich unter der Erdoberfläche Eis bildet, welches den Boden aufwölbt. Der höchste von ihnen misst immerhin 100 Meter. Natürlich sollte man es auch nicht versäumen, während der Fahrt einmal auszusteigen und kräftig aufzustampfen, um die Stabilität des Eises unter den Füßen zu spüren.

In Tuktoyaktuk angekommen, können Hartgesottene dann den Zeh ins Arktische Meer tauchen. Nicht weniger Überwindung erfordert der Verzehr der regionalen Spezialität Maktak, getrocknetes Walfleisch mit Haut. Um ihre Lebensmittel zu konservieren, haben sich die Einwohner von Tuk, wie sie ihr Dorf liebevoll nennen, den ganzjährigen Bodenfrost zu Nutzen gemacht. In einem unterirdischen Lager aus 20 Kammern lagern die Familien ihre Vorräte, vor allem Fleisch. Im Sommer kann es draußen über 30 Grad haben, da kommt diese natürliche Gefriertruhe gerade recht.

Für die Inuvialuit, wie sich die Inuit der kanadischen Arktis nennen, ist die Eisstraße nicht etwa ein abenteuerliches Kuriosum, sondern schlicht und ergreifend eine Lebensader. Der Reiseveranstalter Fasten Your Seatbelts ermöglicht Urlaubern einen Besuch bei einer Inuvialuit-Familie, um das Erlebnis Eisstraße authentisch und vielfältig zu gestalten. Überlieferte Geschichten von Vorfahren, das Wissen der Stammesältesten und der Austausch über uralte Traditionen tragen zum besseren Verständnis dieser Kultur bei, die so eng mit der Natur verbunden ist, welche sie umgibt. Beinahe jeder Einwohner von Tuktoyaktuk kann außerdem seine ganz eigenen spannenden Geschichten über die Eisstraße und die mit ihr verbundenen Annehmlichkeiten und Gefahren erzählen.

Übrigens soll der Dempster Highway bis 2018 bis nach Tuktoyaktuk ausgebaut werden. Also nichts wie auf nach Kanada, um eines der verrücktesten Abenteuer zu erleben, so lange es noch geht! Auf www.kanadareisen.de finden mutige Entdecker alle wichtigen Infos rund um die frostige Reise.

Fakten

Erlebnis Eisstraße:
• Reisedauer: 8 Tage / 7 Nächte
• Reisezeitraum: März / April
• hochwertige Winterkleidung erforderlich (kann entliehen werden)
• individuelle Führung während der gesamten Reise
• alle notwendigen Transporte im klimatisierten Maxivan

Reiseplanung und Buchung:
Fasten Your Seatbelts
Auf dem Bürgel 6
D-64839 Münster / Altheim
Tel: +49 (0) 60 71 - 6 66 20
info@kanadareisen.de