11.10.2017 08:19 Schlösser in Sachen

Das Reformationsjubiläum im Schlösserland Sachsen erleben

Schauplatz der Reformation, das Schloesserland Sachen ist nicht wie die Medien behaupten, das Mutterland der AfD

Schauplatz der Reformation, das Schlösserland Sachen ist nicht wie die Medien behaupten, das Mutterland der AfD. Foto: Schlösserland Sachen

Von: GFDK - Irina Guck

Das Schlösserland Sachsen zählt zu den historisch wichtigsten Schauplätzen der Reformation. Wenn sich das Jahrtausendereignis am 31. Oktober zum 500. Mal jährt, können Besucher an authentischen Schauplätzen in die Vergangenheit eintauchen.

Eine Reformationsroute erzählt entlang 212 Kilometern überraschende Geschichten, zu denen unter anderem jene der Ehefrau Martin Luthers gehört – Katharina von Bora.

Schloss Rochlitz: Witwensitz der weiblich herrschaftlichen Protagonisten
Auf den Spuren der Reformation beginnt die Route hoch über der Zwickauer Mulde im majestätischen Schloss Rochlitz.

Hier werden die Geschichten der drei Wettiner erzählt, welche das Schloss entscheidend prägten. Zwischen 1537 und 1547 wurde das Schloss als Witwensitz einer heimlichen Heldin der Reformation zum entscheidenden Standort.

Gegen die heftige Opposition ihres Schwiegervaters Herzog Georg von Sachsen setzte die einflussreiche Elisabeth von Rochlitz die Reformation in ihrem Hoheitsgebiet durch. Auf Schloss Rochlitz wird die wichtige Rolle Elisabeths in der Dauerausstellung »Fett, Einäugig, Revolutionär – Drei Wettiner für tausend Geschichten« herausgestellt.

Nicht nur die berühmte Elisabeth erfährt auf Schloss Rochlitz Würdigung. Auch Amalie von Bayern-Landshut und Kurfürstin Sophia von Brandenburg, die ebenfalls ihren Witwensitz auf dem Schloss hatten, werden in den Ausstellungsräumen sowie der am 15. Oktober stattfindenden Veranstaltung »Die starken Frauen von Schloss Rochlitz« gerühmt.

Schloss Colditz und Kloster Nimbschen
Nur elf Kilometer nördlich von Schloss Rochlitz befindet sich Schloss Colditz, eines der wohl schönsten Baudenkmäler des 16. Jahrhunderts. Zu Zeiten von Friedrich III. war das Schloss Wirkungsstätte des deutschen Kunststars der Reformation, Lucas Cranach dem Älteren.

Als dritte Station der Reformationsroute wartet schließlich Kloster Nimbschen mit den romantischen Ruinen des einstigen Klosters Marienthron auf. Dessen wohl bekannteste Bewohnerin war Katharina von Bora, Martin Luthers spätere Ehefrau.

Sie wurde zu einer der feurigsten Verfechterinnen der Reformatoren und floh unter Luthers Einfluss mit acht weiteren Zisterzienserinnen aus dem Kloster. Am 30. Oktober wird der turbulente Alltag Martin Luthers in einem unterhaltsamen Ein-Frau-Theater mit Maja Chrenko als Katharina von Bora dargelegt.

Schloss Hartenfels: Ein Zentrum der Reformation
Schloss Hartenfels stellt in Torgau, einem geistigen Zentrum der deutschen Reformation, den bedeutendsten Baustein des Jahrtausendereignisses dar. Der »Torgauer Museumspfad« führt die Besucher unter anderem zum ersten protestantischen Kirchenneubau Europas.

Die Sonderausstellung »Torgau, die Residenzstadt der Reformation« beleuchtet noch bis zum 31. Oktober die Bedeutung Torgaus als Haupt- und Nebenresidenz der sächsischen Kurfürsten im 16. und frühen 17. Jahrhundert. Am 31. Oktober lädt die von Martin Luther persönlich geweihte Kirche zudem zum großen Jubiläumskonzert.

Schloss Augustusburg: Luther und die Cranach-Werke
Als »Krone des Erzgebirges« trug Schloss Augustusburg während der Reformation noch den Namen Burg Schellenberg. In den Jahren 1546 und 1547 wurde diese zum Schauplatz des Schmalkaldischen Kriegs. Besonderes Andenken an die Reformation stellt das vom Reformationskünstler Lucas Cranach dem Älteren gemalte Altarbild dar.

Bis zum 5. November können Besucher in der Ausstellung »Luther & das Geheimnis des Cranach-Altar« außerdem die Sonderausgabe des populären Comics »Martin Luther – Ein Mönch verändert die Welt« besichtigen.

Abseits der Reformationsroute: Eine Geschichte von Reformation und Gegenreformation
Für eine reichsweite Kontroverse sorgte Luther höchstpersönlich, als er sich in seiner Streitschrift »Wider den neuen Abgott und alten Teufel, der zu Meißen soll erhoben werden« offensiv gegen die Heiligsprechung des legendären Bischofs Benno von Meißen stellte.

Auch anlässlich von 500 Jahren Reformation lädt die Albrechtsburg daher zum Besuch der Sonderausstellung »EIN SCHATZ NICHT VON GOLD. Benno von Meißen – Sachsens erster Heiliger« ein.

Vor rund 950 Jahren wirkte Sachsens erster Heiliger im ebenfalls auf dem Burgberg befindlichen Dom zu Meißen als Bischof. Seine Heiligsprechung durch Papst Hadrian VI. im Jahr 1523 führte dazu, dass Benno im Kontext der Gegenreformation zum Landespatron Bayerns aufstieg.

Ein Jahr darauf kritisierte Martin Luther die Heiligsprechung Bennos. Die daraus resultierende Zerstörung des Bennograbes galt als symbolische Einführung der Reformation in Meißen.

Noch bis zum 5. November 2017 können Besucher der Ausstellung erfahren, welche symbolträchtige Rolle Bischof Benno von Meißen und seine Heiligsprechung in den vergangenen Jahrhunderten spielten.

 

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