11.08.2017 09:31 Thematisierung von Exzess und Rausch

Werk der Woche: Iva Vacheva

Die Bilder von Iva Vacheva erzählen von Erotischer Anziehung, koerperlichen Ekel, Exzess und Rausch

Die Bilder von Iva Vacheva erzählen von Erotischer Anziehung, körperlichen Ekel, Exzess und Rausch Bild © Iva Vacheva

Von: GFDK - Redaktion

Die Begegnungen mit der westlichen Kultur, die Iva Vacheva in der multikulturellen Metropole Berlin kennen zu lernen begann, haben einen bleibenden Eindruck auf die junge Künstlerin hinterlassen. Diese Einflüsse auf ihr Leben werden in ihren Arbeiten besonders sichtbar.

In ihnen steckt eine Menge von ihren persönlichen Lebenserfahrungen, denen sie überwiegend phantastische, mythische, ja märchenhafte Züge verleiht. Ihre Bilder erzählen viele kleine Geschichten, in denen Realität und Fantasie, Lebenslust und Traurigkeit, erotische Anziehung und körperlicher Ekel, Neugier und Überdruss stets in einander überfließen.

Oft steht ein eben gerade gehörter Witz oder eine halb vergessene Erinnerung, sogar ein Traum am Ursprung der einen oder anderen Arbeit. Furchtlos und herausfordernd präsentiert sie ihre oft scheinbar düsteren Visionen, die jedoch immer locker und äußerst humorvoll wirken.

Ihr angeborener Sinn für Humor hilft der Künstlerin gleichzeitig mehrere Seiten eines Phänomens zu betrachten und wiederzugeben. Auf diese Weise bleibt sie in ihren Arbeiten stets objektiv und sich selbst treu. Vielseitig bleibt die Künstlerin auch in ihrer virtuosen Technik: Malerei und Zeichnung existieren bei ihr im engsten Zusammenhang, gehen ineinander über.

Dieses Zusammenspiel der Techniken samt der narrativen Note sorgt unter anderem dafür, dass die Arbeiten, trotz ihrer stark expressiven, ja momentanen Wirkung, uns zum genaueren Betrachten und so zum Ergründen vieler kleiner überall versteckter Details verleiten. Diese fügen wir dann zu unseren eigenen Märchen zusammen.

Unübersehbar in den Werken Iva Vachevas ist die Thematisierung von Exzess und Rausch. „Verdoppeln“ steht hier für exponentiale Steigerung und Maßlosigkeit. Deutliche Bezüge zum Barock wie Gold als Farbe und Perücken bekräftigen die hysterisch-euphorischen Gestalten, die einen Triumph der Materialität zu feiern scheinen.

Spätestens der Hintergrund dieser Figuren führt deren Zustand jedoch ad absurdum, nämlich in den Untergang der materiellen Merkmale ihrer Gier. Iva Vacheva (*1981 in Plovdiv, Bulgarien) zog 2004 von Sofia nach Berlin, um ihre künstlerische Ausbildung an der Universität der Künste in der Meisterklasse von Robert Lucander erfolgreich zu beenden.

Abbildung: Iva Vacheva: Auf Freunschaft 150x170cm acrylic on canvas 2009.

Die Künstlerin wird von der Janinebeangallery www.janinebeangallery.com Berlin präsentiert:

Kontakt:

janinebeangallery
Torstrasse 154
10115 Berlin

Tel.: 030 417 671 68.
 
M. Bergemann: matthias.bergemann@remove-this.janinebeangallery.com

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