27.08.2017 07:38 Generation der Leipziger Schule

Werk der Woche: GUDRUN BRÜNE entwirft ein gefrorenes, seltsam starres Menschenbild

Gudrun Bruene Die Malerin aus der DDR die Helmut Schmidt malte

Gudrun Brüne Die Malerin aus der DDR die Helmut Schmidt malte. Alle Bilder (c) GUDRUN BRÜNE

Der Einzelne, aber auch die Gruppen und Massen agieren nicht aus freiem Willen, sondern haengen an Strippen. Sie werden gesteuert und gegaengelt

"Der Einzelne, aber auch die Gruppen und Massen agieren nicht aus freiem Willen, sondern hängen an Strippen. Sie werden gesteuert und gegängelt.“

Damit haben Sie in der DDR Erfolg? fragte Helmut Schmidt

Damit haben Sie in der DDR Erfolg? fragte Helmut Schmidt.

Weke von Gudrun Bruene

Weke von Gudrun Brüne

Weke von Gudrun Bruene

Weke von Gudrun Brüne

Weke von Gudrun Bruene

Weke von Gudrun Brüne

Von: GFDK/ Eva-Maria Wiest

Die eigenständige Bildsprache von Gudrun Brüne. Die Malerin aus der DDR, Puppenbilder sind das Markenzeichen der Künstlerin. Helmut Schmidt, der alt Kanzler der BRD, hat sie mal gefragt:

„Damit haben Sie in der DDR Erfolg? Die gucken doch perfide, gar nicht optimistisch!“.  Puppen als gebrochene Menschen waren wohl nicht so ganz die Sache für Helmut Schmidt und missbrauchte Kreaturen frei von Persönlichkeit konnte er sich auch nicht vorstellen. Helmut Schmidt kam nach Leipzig, um sich von Gudrun Brüne malen zu lassen.

Ihr Mann, der Maler Bernhard Heisig Mitgründer der Leipziger Schule, porträtierte den ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt 1986 noch vor dem Mauerfall. Der Maler Neo Rauch ist heute der berühmteste Künstler der "Neuen Leipziger Schule".

Dieses Menschenbild ist mit Erinnerungen, dämonischen Energien und Vanitas-Suggestionen aufgeladen. In der Moderne haben sich Masken spätestens seit Ensor – auch eine wichtige Bezugsfigur für Brüne – verselbstständigt und führen ein gespenstisches und beunruhigendes Eigenleben…


Sie sagt: "Der Einzelne, aber auch die Gruppen und Massen agieren nicht aus freiem Willen, sondern hängen an Strippen. Sie werden gesteuert und gegängelt.“

Dr. Eduard Beaucamp in »Gudrun Brüne: Traum und Wirklichkeit« 2011. S. 7

"Männer haben die Kunstgeschichte selbst schrieben und über die Kunst der Frauen einfach nicht berichtet".


Gudrun Brüne, eine Künstlerin aus Ostdeutschland gehört zur zweiten Generation der Leipziger Schule.
Gudrun Brüne ist eine der wenigen prägnanten Frauen dieser Schule.
Sie hat ein ganz eigenständiges Werk geschaffen.
Poetische Landschaften wechseln sich ab mit Blumenstillleben, versteinerte Puppengesichter, Vanitasmotive, zerstörte Spielzeugpuppen, Masken in vielen Variationen.
Gudrun Brüne entwirft ein gefrorenes, seltsam starres Menschenbild.

2016 ist die Malerin 75 Jahre alt geworden.

Ihre Arbeiten laden den Betrachter ein die Präsenz und Vielfalt von Gudrun Brünes Bilderwelt zu begreifen. 

Gudrun Brüne

 

wurde am 15. März 1941 in Berlin geboren. 1947 zog ihre Familie nach Leipzig. Nach einer Buchbinderlehre in Thüringen studierte sie 1961-1966 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, auch bei Bernhard Heisig, den sie 1991 heiratete. 1987 erhielt sie den Kunstpreis der DDR. 1991 baute sich das Künstlerpaar ein Atelier-Haus in Strodehne (Havelland).

Ihr Ehemann Bernhard Heisig wurde am 31. März in Breslau geboren und starb am 10. Juni 2011 in Strodehne. Er war Mitbegründer der Leipziger Schule, einer Gruppe von Malern mit unterschiedlichem Stil, die durchweg Wert auf filigranes Handwerk legte.

Vita
1941 in Berlin geboren
1961–66 Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig
1966–77 freischaffende Künstlerin in Leipzig, zeitweise Mitarbeit im Atelier von Bernhard Heisig
1979–99 Dozentur für Malerei und Grafik, Leiterin einer Fachklasse für Malerei und Grafik an der Hochschule Burg Giebichenstein,
Halle/Saale
1987 Kunstpreis der DDR
1991 Bau eines Atelierhauses in Strodehne im Havelland zusammen mit ihrem Ehemann Bernhard Heisig
Lebt freischaffend in Strodehne.