17.08.2017 08:15 Freudsche Unheimlichkeit

Werk der Woche: der Berliner Künstler dirkson gibt Einblick in die schillernd absurde Welt der Dragqueens

Was aus dem Berliner Kuenstler dirkson geworden ist koennen wir nicht beantworten

Was aus dem Berliner Künstler "dirkson" geworden ist können wir nicht beantworten. Seit 2011 haben wir nichts mehr von ihm gehört. Alle Bilder © dirkson.

Oder er Arbeitet heute unter seinem Nahmen Ricola Brasselmann

Oder er Arbeitet heute unter seinem Nahmen Ricola Brasselmann.

Werk und Bild von dirkson

Werk und Bild von dirkson

Werk und Bild von dirkson

Werk und Bild von dirkson

Der Kuenstler dirkson aus Berlin

Der Künstler dirkson aus Berlin

Von: GFDK - Redaktion

Was aus dem Berliner Künstler "dirkson" geworden ist können wir nicht beantworten. Seit 2011 haben wir nichts mehr von ihm gehört. Vielleicht ist er ja im Berliner Moloch untergegangen. Oder er Arbeitet heute unter seinem Nahmen Ricola Brasselmann. Wir wissen es nicht.

Mit der Rouge & Rettich Kollektion gibt dirkson Einblick in die schillernd absurde Welt der Dragqueens. Frei von Konventionen und knapp an der Realität vorbeigerutscht wird hier ein Lebensgefühl präsentiert, wie es in der Welt der Drags alltäglich ist.

Rouge & Rettich war eine Travestiegruppe aus München welche sich mit dem Ausscheiden von dirkson alias Ricola Brasselmann auflöste. Die Kollektion widmete er seinen Freunden und der Vielfalt.

dirkson's Bilder sind in ihrer Farbigkeit sehr intensiv. Dennoch spürt man beim Betrachten unwillkürlich eine gewisse Distanz. Auf den Fotografien in Verbindung mit Acrylfarbe werden die geschossenen Objekte aus ihren nur noch erahnbaren Kontext gerissen. Das so völlig anders Präsentierte lässt damit auch einen anderen Blick zu. Die Folge ist, dass man beginnt, genauer hinzusehen.

Durch dirkson's Arbeiten geschieht genau das, was Kunst in ihrem Anspruch im Sinn hat: nämlich die Automatismen unserer alltägliche Wahrnehmung zu brechen, die Gegenstände wieder sichtbar zu machen, indem der Künstler (oder das Kunstwerk) die Dinge da draußen verfremdet.

Es ist eine Art der Freudschen Unheimlichkeit, die dirkson in seine Bilder einschreibt. Wenn man von Unheimlichkeiten spricht, dann meint man die Momente in den Bildern, die so geheimnisvoll, verborgen und unergründlich sind, dass sie unsere ganze Aufmerksamkeit gefangen nehmen.

dirkson's Figuren machen glauben, dass sie sich absolut nicht für ihre Betrachter interessieren. Ihre Körper gehen auf Distanz, versuchen befremdlich zu wirken, aber gerade diese zur Schau getragene Fremdheit führt uns wieder zu den eigentlichen Dingen zurück.

Olaf Nenninger

Bilder: Rouge & Rettich ganz privat, 2000,  Collage auf Leinwand, 30 x 30 cm

Atelier dirkson

Dirk Stegmeyer

Danzigerstraße 47

10435 Berlin

030-42 80 34 81

0179-693 88 11

www.dirkson.de

Vita dirkson

1970 in Köln geboren, wuchs dirkson am Tegernsee in Oberbayern auf. Er studierte Industrial Design an der Fachhochschule für Gestaltung München. 1996 erhielt er den Bayrischen Designförderpreis. Es folgten zahlreiche Ausstellungen seiner Arbeiten in München, Köln, Weimar, Bielefeld, Potsdam und Berlin.Heute lebt und arbeitet er als freier Maler und Gestalter in Berlin.