10.09.2012 07:38 Landschaft, Atmosphäre, Vegetation, Mensch

Werk der Woche: Christine Prause thematisiert die Natur

(c) Christine Prause

Von: GFDK/ Angelika Blaeser - 4 Bilder

Die teils großformatigen Gemälde der Essener Künstlerin Christine Prause sind ein Stück weit eine Art Schule des Sehens. Auf den ersten Blick scheint es sich bei ihren Bildern um pure abstrakte Malerei zu handeln. Bei längerer Betrachtung und aus der Distanz betrachtet entschlüsselt der Beschauer klar komponierte Farbräume.

Christine Prause, Jahrgang 1957, studierte in den 70er Jahren Kunst und Kunstwissenschaft an der Düsseldorfer Kunstakademie, war Meisterschülerin von Karl Bobek. Prause thematisiert die Natur. Landschaft, Atmosphäre, Vegetation, Mensch. Sie sichtet und prüft die ästhetischen Erfahrungen und die daraus resultierenden Erkenntnisse. Farbe und Form. Fläche und Raum. Hell und Dunkel. Sie sucht nach einer Balance zwischen Gegenstand und Abstraktion, zwischen Motiv und Struktur. Christine Prause zielt darauf, das Motiv, das Gesehene zu übernehmen, Strukturen nachzuempfinden und neue zu entfalten. Der künstlerische Antrieb dabei ist der Zweifel an dem, was uns faktisch gegeben scheint.

 

Motive spielen in der Malerei Christine Prauses eine untergeordnete Rolle, dennoch sind die Motive vorhanden. Sie machen häufig eine Art Metamorphose, eine Art Verwandlung durch. Oftmals werden sie bis zur Unkenntlichkeit herangezoomt. Menschengruppen können sich dabei wie Landschaftsformationen auftürmen, die vielen alten Autos, die bei uns als Oldtimer gelten und in Kuba zum normalen Straßenbild gehören, haben die Künstlerin auf ihrer Reise besonders fasziniert und so tauchen sie dementsprechend zahlreich in den Bildern auf. Auch hier ist es keinesfalls eine konkrete Wiedergabe, sie steigern sich zu Bergen oder gehen in der Vegetation auf.

 

Das Faszinierende an ihren Bildern ist die Ambivalenz aus Gegenstand und Abstraktion, die allen Werken zu eigen ist. Ihre Arbeiten verfügen gerade über so viel Struktur, dass das menschliche Auge daraus Formen und Gegenstände zuordnen kann. Bei längerer Betrachtung zerfallen diese Formen zugunsten tieferliegender Strukturen. Hieraus erwächst beim Beschauer die Ahnung, dass die beispielsweise Landschaften Christine Prauses gar keine Landschaften sind, sondern dass diese Landschaften hinter der vordergründigen landschaftlichen Folie abstrakte Gemälde sind. Ein scheinbares Paradoxum, das fasziniert und begeistert.

 

Bilduntertitel: Christine Prause, Kuba – Fiesta, 2007, Acryl auf Nessel, 100
x 110 cm, ©Prause

Bilduntertitel: Christine Prause, Kuba – Grünes Auto, 2007, Acryl auf
Nessel, 200 x 200 cm, ©Prause

Bilduntertitel: Christine Prause, Kuba – Straße, 2007, Acryl auf Nessel, 200
x 200 cm, ©Prause

Bilduntertitel: Christine Prause, Kuba – Straße, 2007, Acryl auf Nessel, 100
x 120 cm, ©Prause



Galerie Angelika Blaeser
modern & contemporary art
Bastionstr. 10
40213 Düsseldorf

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www.galerie-angelika-blaeser.de 

Öffnungszeiten: Di. – Fr. 11 – 18 Uhr, Sa. 11 – 15 Uhr, sowie nach
Vereinbarung


 

Weiterführende Links:
http://www.christine-prause.de/