27.09.2017 06:07 Sie kann es einfach nicht lassen

Performance der Woche - Milo Moiré nackt mit der VR-Brille

Milo Moiré kann es einfach nicht lassen. Schon wieder hat sie es getan, schon wieder nackt

Milo Moiré kann es einfach nicht lassen. Schon wieder hat sie es getan, schon wieder nackt. Dieses mal in in Rijeka, Kroatien. Alle Bilder (c) Peter Palm

Nackt spaziert Milo Moiré mit der VR-Brille und Schriftzuegen auf dem Koerper von der Innenstadt bis ins Museum

Nackt spaziert Milo Moiré mit der VR-Brille und Schriftzügen auf dem Körper von der Innenstadt bis ins Museum

Milo Moiré, ich verwende die Urquelle der Weiblichkeit, meine Vagina

Milo Moiré, ich verwende die Urquelle der Weiblichkeit, meine Vagina

Von: GFDK - Redaktion

Sie kann es einfach nicht lassen. Schon wieder hat sie es getan, schon wieder nackt. Es gibt wohl kaum einen Ort, wo die Künstlerin nicht schon nackt aufgetreten ist. Am 22.09.2017 um 19:00 Uhr hat Milo Moiré mit ihrer Performance „Ceci n’est pas une femme nue“  ,auf deutsch: „Das ist keine nackte Frau“ in Rijeka, Kroatien das "Museum of Modern and Contemporary Art" (MMSU) eröffnen. 

Dabei spaziert Milo nackt mit der VR-Brille und Schriftzügen auf dem Körper von der Innenstadt bis ins Museum. Der Blick aus der VR-Brille wurde auf Milo’s Facebook-Seite gestreamt und kann live verfolgt und kommentiert werden.

Am Folgetag (23.Sept) hatte Milo ihre Plopegg-Painiting-Performance im Museum durchführen. Nach der Plopegg-Premiere 2014 auf der Art Cologne ist es das zweite Mal das Milo diese Performance erneut öffentlich aufführt. Die Leinwand ist mit Bildern zum Thema „Bad news travels fast“ collagiert. Dazu titelt der "Berliner Kurier" Mitten in Touri-Paradies. Milo Moiré presst wieder Eier aus ihrer Vagina.

Dazu schreibt Paul in einem Kommentar auf "heute.at"

Wir brauchen mehr Kunstförderung. Die Alternative (Ausbau der Irrenanstalten) würde uns noch mehr kosten ;-)

Zu sehen sind u.a. Erdogan, Merkel, Trump, (auf diese läßt sie ihre Eier ab) Kriegsszenen und Katastrophenbilder. Darauf presst Milo auf Leitern stehend verschieden farbgefüllte Eier nach und nach aus ihrer Vagina.

Es ist eine Gruppenausstellung mit Arbeiten von international renommierten Performancekünstler wie beispielsweise Tomislav Gotovac (CRO).

Der Skandal ist das Programm von Milo Moiré

Die Schweizerin Milo Moiré ist 34 Jahre alt und lebt in Düsseldorf. Zur "Art Cologne" 2014 reiste sie nach Köln und sorgte für einen handfesten Skandal.

Die hübsche Künstlerin und Psycholog spanisch-slowakischer Abstammung zog sich pudelnackt aus, stellte sich auf ein selbstgebasteltes Podest und legte Eier. Was das mit Kunst zu tun hat? Milo füllte sechs Eier mit Tinte und Acrylfarbe, führte sie in ihre Vagina ein und "gebar" sie. Durch das Hinunterfallen zerbrach die Schale und die Farbe spritzte auf die Leinwand.

Kann man Kunst gebären?

Nackt, auf einem Podest "gebar" sie die Farbeier auf die Leinwand
Ihre Performance zelebrierte Milo genau vor dem Gebäude, in dem die große Kölner Kunstmesse stattfindet - ohne Erlaubnis, versteht sich. Das Ergebnis nannte Moiré "The PlopEgg Painting Performance # 1 - A Birth Of a Picture" (Die PlopEier Malperformance Nr. 1 - Die Geburt eines Bildes). Für die 33-Jährige sei das Erschaffen ihrer Kunst eine "persönliche, intuitive Erfahrung", wie sie der Zeitung "Le Matin" verriet. "Ich verwende die Urquelle der Weiblichkeit, meine Vagina."

So erklärt die Künstlerin ihre Performance (Text von Elaine Abrams auf der Page der Künstlerin):


"Mühevoll verlässt das Ei den Geburtskanal der Künstlerin und zerschellt auf der Leinwand, rote Farbe fließt raus. Das nächste Ei birgt eine andere Farbe und so entsteht nach und nach, begleitet nur von lauten „Plops“, ein abstraktes Werk – archaisch, unkontrollierbar und intuitiv.

Am Schluss der fast meditativen Art-Birth-Performance wird die befleckte Leinwand zusammengeklappt, glatt gestrichen und auseinander gefaltet zu einem symmetrisch gespiegelten Bild von überraschender Farbgebung und kraftvoller weil universeller Symbolik.

Das vaginal entstehende Bild

Das unmittelbar aus der Vagina entstandene Bild setzt augenblicklich Gedankenketten frei – über die Schöpfungsangst, die symbolische Kraft des Beiläufigen und die kreative Macht der Weiblichkeit. Ein Vergleich zu wilden Assoziationen kommt auf und durch die Intensität des Gesehenen und (Mit)-Erlebten wird klar, dass die Kunst wie so oft die Körperlichkeit braucht, um sich manifestieren zu können."

Zuschauer sahen interessiert zu - aber nicht alle wegen der Kunst
Die Zuschauer zögerten nicht, ihre Handys zu zücken und fleißig mitzufilmen. Die Meinungen der Zuschauer waren geteilt. Eine Dame machte sich laut "20 Minuten" Sorgen, wegen des Platzes, den sechs Eier bräuchten. Andere wandten sich angeekelt ab. Viele sahen gespannt zu, allerdings nur ein Teil der eifrigen Zaungäste war auch an der Kunst interessiert.

Moiré hat kein Problem mit Nacktheit, im Gegenteil. Vor einem Jahr (er)regte sie die Düsseldorfer auf, als sie nackt Straßenbahn fuhr.

Kunstexperten sind übrigens nicht aus dem Häuschen wegen des Bildes. Seit Nitschs Blut-Schüttbildern in den 60ern echauffiert sich in der Kunstszene niemand mehr wegen Körperflüssigkeiten und ähnlichem.