20.05.2014 09:35 Werk der Woche

Niki Elbe verarbeitet intime Wunschvorstellungen und mystisch romantische Auffassung vom Reisen in ihrer Malerei

Niki Elbe - Portraet

Die Künstlerin Niki Elbe verarbeitet persönliche Erfahrungen, Wunschvorstellungen und Phantasien in ihrem aktuellen Werkzyklus "Safari" (c) Niki Elbe, Berlin

Nikie Elbe - Safari Fuckin Future

Courtesy: Morgen Contemporary, Berlin

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Von: GFDK - Angelika Watzl

Die Bildwelten von Niki Elbe prägt ein vibrierender, poppiger und vom Gegenstand losgelöster Kolorismus und ein Bildraum, der sich über Fläche und Kontur organisiert. Obschon man in Versuchung gerät, formale Bezüge zum europäischen Modernismus oder zu Zeitgenossen wie Franz Ackermann, Beatriz Milhazes oder Marcel Dzama herzustellen, bewegt sich die Formensprache der Künstlerin unabhängig von kunsthistorischen Kontexten.

Einerseits weist Niki Elbes Formensprache deutliche grafisch-illustrative Elemente auf, vor allem hinsichtlich der Flächen- und Figurengestaltung, und den starken Kontrasten von scharf konturierter, schwarzer Tusche und intensiv leuchtenden Acryl-, Aquarell- und Gouachefarben. Zugleich zeichnet sie sich durch einen freieren, malerisch-gestischen Duktus aus, etwa wenn die Künstlerin unvermittelt zart lasierende, transparente Aquarellwolken in den Bildraum und auf das noch feuchte Papier setzt.

Die Figuren und ihre natürliche oder konstruierte Umwelt werden in Größenverhältnissen dargestellt, die sich nicht um Realitätstreue bemühen, sondern den Vorstellungen der Künstlerin folgen – und daher mit den Prinzipien des mittelalterlichen Bedeutungsmaßstabs in Verbindung gebracht werden können.

Auseinandersetzung mit dem Thema "Reisen"

Inhaltlich setzt sich Elbe mit dem Reisen im weitesten Sinne auseinander: Safari ist Swahili und bedeutet „Reise“. Weniger eine durchgängige Narration als vielmehr das Episodenhafte kennzeichnet insofern die Serie. Häufig wiederkehrende, fantastische Charaktere, mitunter symbolisch aufgeladen oder afrikanischen, indischen oder südamerikanischen Kulturkreisen entstammend, springen von Bild zu Bild: Eine blonde Frauenfigur findet sich ebenso häufig wieder wie kleine uniformierte Äffchen, Fische oder Vögel. Die Äffchen nehmen die Rolle des Störenfrieds ein: „Wilde Gesellen, Begleiter, die mit anarchischer und sexueller Energie das Leben aufmischen“, so Niki Elbe über ihren Werkzyklus.

Es ist unvermeidbar, dass die Künstlerin in ihren Arbeiten auch Persönliches verarbeitet. Allerdings verläuft Elbes Werkgenese oft derart intuitiv und unbewusst, dass ihre Kunst nicht im Sinne des Autobiografischen gelesen werden sollte.

Weibliche Stärke, Schönheit und Selbstbewusstsein

Subjektive Erfahrung, intime Wunschvorstellungen und fast mystisch-romantische Auffassungen vom Reisen in die Natur und die verschiedenen Kulturen schieben sich in „Safari“ neben breiter angelegte Themenkomplexe. So finden Stärke, Schönheit und Selbstbewusstsein der Frau gewiss eine besondere Beachtung  – doch auch den komplizierten Bedingungen weiblicher Identität und Sexualität, dem Verhältnis von Natur und Mensch, oder dem Verhältnis von Frau und Mann spürt die Künstlerin nach. So werden die Szenen von Begegnungen beherrscht, die zugleich anziehen und irritieren. Formale Qualitäten stehen sich diametral gegenüber; ein scheinbar vertrautes trifft auf ein eher exotisches, folkloristisches Motiv- und Figurenvokabular. Aus diesen vielschichtigen innerbildlichen Wechselwirkungen und Gegensätzen entwickelt sich eine stetige Faszination beim Betrachten.

Innerhalb der aktuellen Kunstproduktion, die bestehende Bilder in andere Bilder transformiert, bewegen sich Niki Elbes poesievolle Werke in einem weltumspannenden Zusammenhang, in dem persönliches Erleben und zeitgenössische Universalität miteinander verwoben werden.

 

NIKI ELBE - BIOGRAFIE

1970    * in Aachen, aufgewachsen in Süd-Afrika und Deutschland, lebt und arbeitet in Berlin

1991 – 1997   Studium an der Hochschule der Künste, Berlin bei Prof. Christiane Möbus

1998    Meisterschüler bei Prof. Christiane Möbus

EINZELAUSSTELLUNGEN

2014   Niki Elbe – Safari, Morgen Contemporary, Berlin

2010   Tinderbox Contemporary, Hamburg;  Zeitkunstgalerie, Halle/Saale

2009   In The Woods, Galerie Morgen, Berlin

2008   Desperado, Galerie Tinderbox Contemporary, Hamburg

2007   Niki Elbe & Cornelia Schleime, Kunsthalle Mannheim

2006   Wir haben ein Kinderzimmer!, Heimatmuseum Reinickendorf, Berlin

2005   Offenes Atelier Öllermann, Berlin

2004   Zart und unanständig, Theater Brandenburg, Brandenburg

2003   Galerie Art & Henle, Berlin

1999   Museu de Arte Moderna, Salvador da Bahia, Brasilien;   dirty windows gallery, Berlin

 

GRUPPENAUSSTELLUNGEN (AUSWAHL)

2013   Leben an der Ackerstraße, Institut für alles Mögliche, Berlin;  UHU, Kunsthalle am Hamburger Platz, Berlin;  May Line Is My Line, Alte Schule Adlershof, Berlin

2012  Introspection (mit Christiane Möbus, Anna und Bernhard Blume, Günther Uecker u. a.), artlabmannheim, Mannheim;  Hasenlager, Kunstmuseum Erlangen

2010 / 2011 Frau sieht Frau sieht Frau, Kunstmuseum Erlangen, Wanderausstellung in Museen und Kunstvereinen der Metropolregion Nürnberg

2009   art scout one, Aktuelle Kunst in Mannheim, Mannheim;  Curator’s Choice, Swiss Art Institution, Karlsruhe; 10 Jahre Junge Kunst, Kunstverein Weiden, Weiden

2008   Tinderbox, Preview Berlin, Berlin; Ich Du Er Sie Es (mit Heike Pillemann und Lisa Endriss), Kunstverein Weiden, Weiden

2007 Strong women – pictoresque worlds (mit Cornelia Schleime und SEO),  Verena Foundation, Hydra, Griechenland;  Junge Kunst in der Graphotek Reinickendorf, Berlin

2006   Graphothek Reinickendorf, Berlin

2005   permanent zeitgenössisch, Atelierpreisträger 96-05, Haus am Waldsee, Berlin

2003   Haus am Waldsee, Berlin;  Works on paper (flatfiles), Galerie Völcker & Freunde, Berlin; Prêt-a-porter, Galerie Art & Henle, Berlin

2002   Vorstellung, Haus am Kleistpark, Berlin; ex cabina, Galerie Walden, Berlin; Emil-Bock-Institut, Berlin

2001   relate – Junge Kunst, Oberpfälzer Künstlerhaus, Schwandorf;  HIGH FIVE Vol. 3, Galerie Walden, Berlin

2000   10:10, Kunstverein Weiden, Weiden

1999   relate, Kunstverein Weiden, Weiden; HIGH FIVE, Projekträume Gormannstraße, Berlin; Looking abroad – Das Washingtonprojekt, Kunstverein Braunschweig, Braunschweig

1998 Looking abroad – Das Washingtonprojekt, Kunstsammlung Poll, Berlin; Contrapartida II, Hochschule der Künste, Berlin; HIGH FIVE, Projekträume Gormannstraße, Berlin; Erstausgabe / Messe der Ideen, Buchmesse Leipzig, Leipzig

1997   Corcoran Museum of Art, Washington D.C. HORST, Naturwissenschaftliches Museum, Berlin-Charlottenburg

1996   Hooghuis Arnhem, Niederlande; Galerie EndArt, Berlin

 

STIPENDIEN

2006 1. Preis, Wettbewerb Brandwand, Joachimstaler Straße 20, Berlin – Hochtief GmbH / Universität der Künste Berlin (mit Felix Müller); Wir haben ein Kinderzimmer!, Heimatmuseum Reinickendorf, Berlin

2002   Atelierpreis, Karl-Hofer-Gesellschaft e.V. Berlin

2001 – 2003  Karl-Hofer Atelierstipendium, Karl-Hofer-Gesellschaft e.V. Berlin

2001   Projektförderung HIGH FIVE, Kulturamt Prenzlauer Berg, Berlin

1999 Reisestipendium der Deutsch-Brasilianisch Kulturellen Gesellschaft nach Salvador da Bahia, Brasilien;   Projektförderung HIGH FIVE, Kulturamt Berlin-Mitte, Berlin

1998 Gründung von HIGH FIVE: Produktionseinheit für unabhängiges Ausstellungswesen /  Langzeitbeobachtung einer Dynamik

 

MESSEBETEILIGUNGEN

2010   SCOPE Miami Art Show, USA, Morgen Contemporary

2009    SCOPE Basel Art Show, Schweiz, Galerie Morgen

2008    Preview Berlin, Tinderbox


Morgen Contempory

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