17.04.2012 08:09 "Rhapsody In Blue" die neue Aufnahme der Schwestern

Vorgestellt: Liebe und Kampf, Freude und Schmerz kommen im Spiel von Katia und Marielle Labèque zum Ausdruck

Katia & Marielle Labèque, Foto © Umberto Nicoletti

Von: Hasko Witte - 5 Bilder

Um unabhängig von den Zwängen großer Konzerne ihre eigenen künstlerischen Vorstellungen auch hinsichtlich von CD-Produktionen verwirklichen zu können, haben Katia & Marielle Labèque vor gut drei Jahren ihr eigenes Label aus der Taufe gehoben.

Nach erfolgreichen Produktionen mit Werken von Mozart und Schubert bis hin zu Satie, Ravel und Strawinsky haben die Schwestern nun eine CD aufgenommen mit Repertoire, das ihrem Temperament entgegenkommt wie kaum ein anderes:

Gershwins Originalversion der Rhapsody in Blue für zwei Klaviere und der von Leonard Bernstein selbst für Katia und Marielle in Auftrag gegebenen Bearbeitung seiner West Side Story für zwei Klaviere und Percussion.


Beide Werke sind seit 1990 wiederkehrende Begleiter auf dem Weg der Labèques über die großen Konzertpodien in aller Welt und haben in dieser Zeit ein Maß an künstlerischer Durchdringung erreicht, wie es wahrscheinlich nur selten anzutreffen ist.

So gelingt es ihnen, die West Side Story auch ohne Worte zu erzählen: Liebe und Kampf, Freude und Schmerz kommen im Spiel von Katia und Marielle Labèque so unmittelbar zum Ausdruck, dass man sich unversehens in die Welt der rivalisierenden New Yorker Straßengangs, der Welt von Maria, Anita, Tony und Bernardo hineinversetzt fühlt.

Tracklisting:

George Gershwin
(1898-1937)
Rhapsody in Blue

Leonard Bernstein (1918-1990)
West Side Story

Prologue · Jet Song · Something‘s Coming · Rock Blues
Mambo · Cha Cha · Maria · America · Cool
I Feel Pretty · One Hand, One Heart · Tonight
Somewhere · A Boy Like That · I Have a Love
The Rumble · Finale

Percussion: Gonzalo Grau
Drums: Raphaël Ségunier
Timbales: Pablo Bencid

Katia & Marielle Labèque
George Gershwin
Leonard Bernstein

1 CD - Best. Nr.: 1087121KML

VÖ: 13.05.2011

Rhapsody In Blue

Im Jahr 1924 komponierte Gershwin sein erstes großes klassisches Werk Rhapsody In Blue, die Original-Partitur war auf zwei Pianos ausgerichtet und wurde von Ferde Grofé orchestriert (insgesamt dreimal, und zwar in den Jahren 1924, 1926 und schließlich 1942).

Seine Konzertpremiere erlebte das Stück am 12. Februar 1924 in der New Yorker ´Aeolian Hall` unter dem Titel „An Experiment In Modern Music“, mit Paul Whiteman und seiner Band sowie Gershwin am Klavier.

„Wie so häufig war es ein Zug mit seinem stählernen Rhythmus und den ratternden Geräuschen, die so stimulierend für einen Komponisten sind – mitunter höre ich Musik im Innersten eines Geräusches ... und damals hörte ich sie, ich sah sie sogar schon auf Papier niedergeschrieben – die komplette Konstruktion der Rhapsody, von Anfang bis Ende.

Es gab keine neuen Melodien, die mir da zuflogen, aber in Gedanken arbeitete ich bereits an der Thematik und versuchte mir die Komposition als Ganzes vorzustellen.

Ich hörte sie als eine Art musikalisches Kaleidoskop von Amerika, unseres riesigen Schmelztiegels, unseres einzigartigen nationalen Elans, unseres Blues, unseres großstädtischen Wahnsinns.

In der Zwischenzeit hatte ich Boston erreicht und besaß bereits einen umfassenden Entwurf des Stücks, der sich von der endgültigen Version kaum unterschied.“ George Gershwin

In einem Artikel der „Atlantic Monthly“ im Jahr 1955 schrieb Leonard Bernstein, der das Stück liebte:


„Die Themen sind sagenhaft – inspiriert, von Gott gegeben. Ich denke, dass es seit Tschaikowsky keine vergleichbaren Melodien mehr auf dieser Welt gegeben hat … Was auch immer in ihnen passiert, es klingt in sich stimmig. Man kann Teile herausschneiden, ohne das Ganze zu beeinträchtigen.

Man kann jede einzelne dieser eng verzahnten Passagen herausnehmen und dennoch läuft das Stück genauso bravourös weiter wie zuvor. Es kann sowohl ein fünfminütiges als auch ein zwölfminütiges Stück sein. Tatsächlich werden all diese Dinge ja auch tagtäglich so gehandhabt. Aber immer bleibt es die Rhapsody In Blue.“

West Side Story

Arrangiert von Irwin Kostal für zwei Pianos und Percussions

Irwin Kostal (Oktober 1911 – November 1994) war ein amerikanischer Musical-Arrangeur von Filmen und orchestrierte Broadway Musicals. Von ihm stammt die Original-Orchestrierung der West Side Story. Sein Werk gewann sowohl einen Oscar als auch einen Grammy.

Er dirigierte die digitalen Neuaufnahmen der Musik zu Walt Disneys 1940er Zeichentrickfilm „Fantasia“. Auf Wunsch von Leonard Bernstein übernahm er das Arrangement der West Side Story für Katia und Marielle Labèque. Im Jahr 2004 wurde er in Gedenken an seine Beiträge zu Filmen, die vom Disney Studio veröffentlicht wurden, zur Disney-Legende erklärt.

Die West Side Story ist ein amerikanisches Musical. Die Musik stammt von Leonard Bernstein, die Choreographie von Jerome Robbins und die Texte von Stephen Sondheim. Die Handlung des Musicals und seine Geschichte basieren auf der klassisch-romantischen Tragödie „Romeo und Julia“ von William Shakespeare.

Angesiedelt im New York der mittfünfziger Jahre werden aus rivalisierenden Familien zwei sich bekämpfende New Yorker Gangs – die weißen Jets, angeführt von Riff, und eine Gang puerto-ricanischer Immigranten, die Sharks, geleitet von Bernardo.

Die originale 1957er Broadway-Produktion unter der Regie und choreographiert von Jerome Robbins und produziert von Robert E. Griffith und Harold Prince markiert das Broadway-Debüt von Stephen Sondheim.

BERNSTEIN ERZÄHLTE DEM ROLLING STONE:


„Jeder erzählte uns, dass die West Side Story ein unrealisierbares Projekt sei... Man erklärte uns, dass niemand in der Lage sei, übermäßige Quarten wie die in „Ma-ri-a" zu singen... Außerdem behauptete man, dass die Partitur zu ausladend für Popmusik sei... Und: Wer wollte schon eine Show sehen, in der der Vorhang des ersten Aktes auf zwei tote Körper fällt, die auf der Bühne liegen?...

Zudem hatten wir das ernsthafte Problem des Castings, denn die Charaktere mussten in der Lage sein, gleichzeitig zu singen, zu tanzen und zu schauspielern und dabei wie Jugendliche auszusehen.


Letztlich waren einige der Kandidaten tatsächlich Teenager, einige waren 21 und einige 30, sahen aber aus wie 16. Einige waren wundervolle Sänger konnten aber nicht sonderlich gut tanzen beziehungsweise genau umgekehrt... und wenn sie beides konnten, waren sie keine guten Schauspieler.“

DIE NEW YORK DAILY NEWS AM 27.SEPTEMBER 1957:


Die Partitur versprüht den Tatendrang, die Kraft, die Ruhelosigkeit und die Lieblichkeit unserer Stadt. Sie greift die Ausdrucksweise des amerikanischen Musicals genau dort wieder auf, wo sie nach dem Tod von George Gershwin zurückgelassen wurde. Sie ist faszinierend-trickreich und melodisch- verführerisch und sie markiert die enorme Weiterentwicklung eines bewundernswerten Komponisten...

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