21.04.2017 07:59 er bezwingt die leinwand mit dem florett

Künstler Vorgestellt: Michael Kaphengst hat seinen eigenen Malstil entwickelt - den ”Linearismus” und “konsumtiven Surrealismus”

Michael Kaphengst bezwingt die leinwand mit dem Florett

Ich dachte mir, was man mit einem Luftgewehr machen kann, kann man auch mit einem Florett machen, so kam ich auf die Idee der “Fechtbilder”. Fotos: (c) Michael Kaphengst

So kam ich auf die Idee der Fechtbilder
Von: GFDK/ Michael Kaphengst

Michael Kaphengst stammt aus Ostfriesland und hat sich in den letzten Jahren als Künstler einen Namen gemacht. Stark beeinflußt durch Dali, Kandinsky und Warhol experimentierte ich die ersten Jahre bis ich 1995 meinen eigenen Stil den ”Linearismus” und “konsumtiven Surrealismus” für mich entwickelte.

Beim “Linearismus” löse ich meine Motive in farbige Linien auf und lasse faszinierende aber auch irritierende Bilder entstehen. Durch die konsequente Umsetzung der Linien hat der Betrachter den Eindruck das Bild würde leben. Er wird aufgefordert in die Linien und Farben einzutauchen und dort zu verweilen. Auch meine Zeichnungen und Collagen werden mit farbigen Linien überzogen. Durch den Einsatz der Linien wird das Motiv zu einer Einheit zusammengeführt. Die Linien sind ein verbindendes Element.

Neben dieser Werkarbeit entwickelte ich den“konsumtiven Surrealismus”. Hier werden meine im Surrealistischem Stil gemalten Motive durch alltägliche Konsumgüter verfremdet. Humor und Sarkasmus werden bei diesem Malstil gegeneinander ausgespielt. Wie beim “Linearismus” wird der Betrachter auch hier ins Bild hineingezogen und seinen Gedanken und Emotionen keine Grenzen gesetzt.

In meinen weiteren Werkarbeiten konstruiere ich Objekte aus alltäglichen Wegwerfgüttern zB Zigarettenschachteln werden zu Skulpturen verarbeitet oder dienen als Bilderrahmen. Kartons aus Wellpappe werden in Streifen geschnitten und diese übereinandergeklebt und farbig gestaltet.

Als weitere Materialien setze ich Kronkorken, Verpackungsmaterial, Streichhölzer, Klebebänder, Reißnägel in Verbindung mit Sand, Farben und Kleister ein und gebe weitere Möglichkeiten mit und in meiner Kunst zu leben. Genauso wie dem Betrachter der Bilder und Objekte von mir keine Grenzen gesetzt werden, bin ich an meine Grenzen noch lange nicht gekommen.

Fechtbilder - absoluter Linearismus

Ein von mir 2009 entwickelter Kunststil. Bei dieser sehr ungewöhnlichen Art des Malens wird die Farbenicht wie auf die herkömmliche Art über die Hand zum Pinsel, sondern der Pinsel wird an der Spitze eines Floretts befestigt und nur auf diese Weise darf die Farbe auf die Leinwand übertragen werden.

Angeregt zu dieser Idee hat mich das Werk von Niki De-Saintphale, die mit ihren Schießbildern Furore gemacht hat. Dabei hat sie Farbbeutel über die Leinwand aufgehängt und mit einem Luftgewehr auf sie geschossen, so dass die Farbe auf die Leinwand gelaufen ist.

Ich dachte mir, was man mit einem Luftgewehr machen kann, kann man auch mit einem Florett machen, so kam ich auf die Idee der “Fechtbilder”. Das Ergebnis sind ungewöhnliche Farb und Linienkompositionen. Durch die Beweglichkeit der flexiblen Klinge ist es schwierig eine geführte kontrollierte Aktion durchzuführen, auf diese Art entsteht ein Automatismus wie es der Surrealismus verlangt und somit ein hervorragendes Gestaltungsmittel für meinen “konsumtiven Surrealismus.

”Auch gibt diese Technik mir die Möglichkeit meinen Stil des“Linearismus” einen neuen Ausdruck zu verleihen. Picassos Aussage “Kunst ist eine Waffe zum Angriff und zur Verteidigung gegen den Feind” wird mit meinen Fechtbildern bestätigt, wenn man die Leinwand als Feind begreift und ich mit meinem Florett zwinge ihr meinen Willen auf, indem ich sie mit dem Pinsel am Florett und der Farbe bearbeite. Diese freieste und radikalste Anordnung der Linien bezeichne ich als “absoluten Linearismus”. (c) Michael Kaphengst www.michaelkaphengst.de

 

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http://www.michaelkaphengst.de/