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Irgendwo in Kansas – graue Einöde und ein kleines Mädchen, dem sehr, sehr langweilig ist. Ob es wohl bunter wäre, „somewhere over the rainbow“? Doch dann: ein Wirbelsturm, der Dorothy mitsamt dem Haus in ein farbenfrohes und höchst sonderbares Land befördert – nach Oz.
Dort kämpfen ein mächtiger Zauberer und vier Hexen um die Macht. Dorothys ungewöhnliche Anreise – so ein fliegendes Haus landet nämlich, wo es will! – macht der bösen Hexe des Ostens sogleich den Garaus und verhilft Dorothy zu „zauber“-haften Schuhen. Doch so bunt es in Oz auch ist und so langweilig es in Kansas war, so viel Abenteuer ist Dorothy unheimlich, und sie möchte wieder nach Hause. Aber das Haus ist nicht zur Rückreise zu bewegen – bleibt nur der mächtige Zauberer von Oz selbst, der vielleicht helfen könnte. Dorothy macht sich auf die Suche und findet bald Begleitung: eine geisteshungrige Vogelscheuche, einen Holzfäller aus Blech, der sich nach einem Herzen sehnt, und einen feigen Löwen, der gerne mutig wäre. Auch ihnen soll der große Oz helfen. Endlich beim mächtigen Zauberer angekommen, machen die vier Freunde die Erfahrung, dass nichts im Leben umsonst ist: erst wenn sie seine mächtigste Feindin, die böse Hexe des Westens, besiegt haben, wird er ihnen helfen – und so gehen die Abenteuer erneut los! Doch als die Gefährten erfolgreich zum Zauberer zurückkehren, erwartet sie eine noch größere Überraschung…
Klaus Missbach und Peter Raffalt nach L. Frank Baum
Aufführungsort: Am Burtheater Wien www.burgtheater.at
Termine: am 26.1.2009
3./19./23.1.2010
Copyrights: Reinhard Werner
Besetzung:
Regie: Annette Raffalt
Bühnenbild: Bernhard Kleber
Kostüme: Ele Bleffert
Musik: Parviz Mir Ali
Licht: Friedrich Rom
Choreographie: Daniela Mühlbauer
Dramaturgie: Claudia Kaufmann-Fressner
Dorothy
Yohanna Schwertfeger
Tante Em/Hexe des Westens
Therese Affolter
Onkel Henry/Pförtner
Peter Wolfsberger
Hexe des Nordens
Elisabeth Augustin
Porzellanprinzessin
Esmée Liliane Amuat
Mäusekönigin/Hexe des Südens
Stefanie Dvorak
Strohmann
André Meyer
Blechmann
Marcus Bluhm
Löwe
Juergen Maurer
Zauberer von Oz
Udo Samel
Pressestimmen:
Im Burgtheater können sich nun Klein und Groß auf die Reise in dieses Irgendwo über dem Regenbogen machen, sich mit Klein Dorothy und ihren drei skurril-netten Freunden auf die Suche nach L. Frank Baums „Zauberer von Oz“ machen.
Mit einem Besucheransturm muss gerechnet werden! Und es werden wohl nicht nur kleine Leute sein, die Klaus Missbachs und Peter Raffalts Version von L. Frank Baums „Zauberer von Oz“ sehen wollen. Denn Annette Raffalts flotte Inszenierung ohne moderne Kinkerlitzchen und bedeutungsschwangere Symbolik gefällt: Sie lässt der heiterbunten Fantasie, die aus dem Märchen erwächst, freien Lauf, inszeniert mit einfachsten Bühnenmitteln Spannendes.
Kinder lieben ja bekanntlich im Theater die kleinsten Überraschungen, und so genügen schon mit ein paar Tricks und Effekte, um das junge Publikum in Bann zu ziehen. [...]
Zum Mäkeln gibt es wirklich keinen Grund, die Musik passt (Parviz Mir-Ali) und so manche blasse Erscheinung im Ensemble wird sicher noch Farbe gewinnen.
Denn: Wo trifft man schon auf so einen herrlich feigen Löwen wie Juergen Maurer, wo so einen weinerlichen Blechmann ohne Herz wie Marcus Bluhm, wo so einen „rückgratlosen“ Strohmann ohne Verstand wie André Meyer und wo so einen rührend einsamen Zauberer wie Udo Samel.
Aber auch Therese Affolter als schrille böse Hexe des Westens, Stefanie Dvorak als Hexe des Südens und die vielen Mäuschen ernten Jubel. (Kronen Zeitung).
Am Ende kriegen die Mäuse den größten Applaus. Die Mäuse müssen streng genommen nichts enorm Bedeutsames tun. Sie kommen auf die Bühne, schreien "Jaaa!" und gehen wieder. Aber sie tun das so begeistert und begeisternd, dass man sich künftig den "Zauberer von Oz" nicht mehr ohne "Jaaa!"-Mäuse wird vorstellen können. Und so ist es nur logisch, dass nicht nur die Mäuse-Eltern jubeln, sondern auch alle anderen Zuschauer.
Der neue Burg-Direktor Matthias Hartmann und seine Schwester Annette Raffalt, Chefin der "Jungen Burg", machen etwas völlig Richtiges: Theater für Kinder. Und sie tun das Richtige auch auf die richtige Weise: Theater für Kinder muss man mit Kindern machen. Natürlich braucht man, um den "Zauberer von Oz" zu erzählen, keine 40 Mäusedarsteller. Aber diese 40 Kinder - die ähnlich viel proben mussten wie die Großen - werden nie vergessen, wie wunderbar sich Theater anfühlt. (Und die, die ihnen zusahen, werden es auch nicht vergessen.) Sie werden nie vergessen, dass man sie ernst nahm: Alle hatten ihren Garderobenplatz mit Namenskärtchen, individuelle Kostüme, unendlich geduldige Betreuerinnen und einen eigenen Mäusetisch auf der Premierenfeier. Ganz besonders nicht vergessen werden sie den reizenden Toi-toi-toi-Brief, den ihnen ihre berühmte Kollegin Therese Affolter schrieb.
Annette Raffalt hat die Geschichte um das Mädchen Dorothy, das ins Zauberland geweht wird, flott (ein bisschen flotter ginge es noch) und kindergerecht inszeniert. Die Bühnentechnik zeigt ihre Zauberkräfte, gibt aber keine Fantasien vor, sondern regt diese an. Yohanna Schwertfeger ist eine entzückende, sehr kindliche Dorothy, die sich ruhig ein bisschen mehr entwickeln könnte bis zum Finale. André Meyer, Marcus Blum und Juergen Maurer sind als Vogelscheuche, Blechmann und Löwe, die lernen müssen, an sich zu glauben, hinreißend. Udo Samel, Stefanie Dvorak, Therese Affolter und alle anderen unterstützen sie perfekt. Herrlich swingend auch die von Martin Mader, Andreas Radovan und Rafael Preuschl gespielte Live-Musik. (Kurier)
Mit Effekten wird im Burgtheater nicht gespart: Donner, Blitz, Wirbelstürme, Konfettiregen und Roboter buhlen in der schwungvollen Inszenierung von Regisseurin Annette Raffalt um die Aufmerksamkeit des jungen Publikums. Yohanna Schwertfeger spielt die norddeutsch sprechende Dorothy ebenso mitreißend wie André Meyer den lässig-coolen Strohmann. Marcus Bluhm schlüpft in die Rolle des – vielleicht etwas zu weinerlich geratenen – Blechmanns. Und Juergen Maurer agiert als sympathisch-ängstlicher Löwe mit großem Herz. In der Rolle der hinterfotzig-clownesken Hexe des Westens wirkt Therese Affolter nicht allzu böse. Allerdings: Den vier Freunden und sogar dem poetischen Udo Samel als gar nicht so mächtigem Zauberer von Oz stehlen ein Rudel niedlicher Mäusekinder fast die Show. (Falter)

































