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Hitchcock´s 39 Stufen: Theater in der Wartburg Wiesbaden ab 15.11.2009
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Man nehme eine Tür, vier Stühle, eine Leiter, vier Koffer und einen Tisch sowie vier spielwütige Schauspieler samt Livemusiker – schon kann die abenteuerliche Jagd nach dem Geheimnis der 39 Stufen beginnen: Eine Jagd von London über Edinburgh bis in die schottischen Highlands und zurück, mit dem Zug, im Auto und zu Fuß, auf der Flucht vor Polizisten, brutalen Bauern und schießwütigen Piloten, durch Sumpf und Nebel, über Stock und Stein und so manche Leiche...

‚Die 39 Stufen’, Hitchcocks legendärer Spionagefilm aus dem Jahre 1935, kommt auf die Bühne der Wartburg. Das wird in vielerlei Hinsicht spannend: Sie gehen ins Theater, glauben aber einen Kinofilm zu sehen, der wiederum mit einfachsten Theatermitteln spielt.

Denn mit wenigen Möbeln und Requisiten und um so mehr Phantasie entsteht ein unterhaltsamer Abend, der die Freunde des Suspense auf die Spur der ‚39 Stufen’ führt und gleichzeitig die Lachmuskeln aller Komödienfans strapaziert. Die Kriminalkomödie zählt zu den erfolgreichsten Londoner Theaterproduktionen der Spielzeit 2007/08 und wurde mit dem Laurence Olivier Award 2007 für die beste neue Komödie ausgezeichnet.

Richard Hannay lernt im Londoner West End die schöne Annabella Schmidt kennen – eine Spionin, die sich hilfesuchend an ihn wendet. Kaum in seiner Wohnung angekommen, sinkt die Agentin dem smarten Junggesellen in die Arme –sterbend, mit einem Messer im Rücken.

Donnerwetter! Hannay gilt als Tatverdächtiger, muss fliehen. Nicht nur die Polizei ist hinter ihm her! Eine aberwitzige Abenteuerreise beginnt, die unseren Helden ins schottische Hochmoor führt und ihn buchstäblich an die aparte Pamela kettet. Wird er das Rätsel der ‚39 Stufen’ lösen?

Neben Wolfgang Böhm als Richard Hannay sowie Sebastian Muskalla und Florian Thunemann, die gemeinsam in über 20 verschiedenen Rollen zu sehen sind, präsentiert sich in ‚Die 39 Stufen’ unser neues Ensemble-Mitglied Franziska Werner. Die gebürtige Berlinerin war nach ihrer Schauspielausbildung am Max Reinhard Seminar in Wien zunächst am Theater Oberhausen engagiert, bevor sie zum Beginn dieser Spielzeit nach Wiesbaden wechselte. In ‚Hitchcocks ‚Die 39 Stufen’’ wird sie als Annabella, Margaret und Pamela gleich drei Mal dem unfreiwilligen Helden dieses Spionagethrillers gehörig den Kopf verdrehen und ihr komödiantisches Talent unter Beweis stellen.

Es inszeniert Regisseurin Caroline Stolz, die seit dieser Spielzeit die Leiterin der Wartburg ist. Sie hat in dieser Spielstätte bereits mit großem Erfolg Rainer Werner Fassbinders Erstlingsdrama ‚Tropfen auf heiße Steine’ ,Kristof Magnussons Komödie ‚Männerhort’ und Tennessee Williams’ Schauspiel ‚Die Glasmenagerie’ inszeniert.

Kriminalkomödie von John Buchan und Alfred Hitchcock

Bearbeitet von Patrick Barlow nach einem Originalkonzept von Simon Corble und Nobby Dimon. Deutsch von Bernd Weitmar By arrangement with Edward Snape for Fiery Angel Limited


Wiederaufnahme am 12. September. 2009

Sonntag, den 15.11.2009, 20.00 Uhr, Theater Wartburg in Wiesbaden

Aufführungsdauer 1 Stunde 50 Minuten. Keine Pause.

Regie

Bühne und Kostüme

Musik

Musikalische Einstudierung

Dramaturgie

Mit:

Richard Hannay

Pamela / Annabella / Margaret

Mann 1

Mann 2

Maestro

Alexander Traxel

Ansprechpartner:
Andrea Bartsch
Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Fon +49 (0)611-132 329
Fax +49 (0)611-132 307
pressereferat@staatstheater-wiesbaden.de
 
Martin Kaufhold
Theaterfotograf
Fon +49 (0)611-132 413
m.kaufhold@staatstheater-wiesbaden.de

Fotos: © Martin Kaufhold

Caroline Stolz karikiert mit ihrer Inszenierung von Hitchcocks ‚Die 39 Stufen’ Film und Kino. In der Wartburg feiert ihre fantasievoll umgesetzte Krimi-Klamotte jetzt eine umjubelte Premiere. Vier Spieler – das heißt bei Stolz: eine Herausforderung in mindestens 39 im Abspann akribisch aufgezählten Rollen. Da locken anspruchsvolle Aufgaben wie die Darstellung einer ‚Felsspalte’, eines ‚Brückenpfeilers’ oder auch von Ekelschlamm. Eine schöne Idee, ‚Maestro’ Alexander Traxel wie in alten Zeiten ans Klavier zu setzen, um die ‚Filmmusik’ zu gestalten – und immer, wenn Hannay einer Frau begegnet, das musikalische Thema von ‚Love Story’ anzustimmen. Und Frauen tauchen reichlich auf. Alle in Gestalt von der umwerfenden Franziska Werner, die aus jeder eine völlig eigene Figur macht – grandios ihre schüchtern-linkische, schottische Bauersfrau. Auch die anderen Mitspieler sind köstlich: Florian Thunemann und Sebastian Muskalla schlüpfen beherzt in ihre Rollen und verkörpern sie mit nahezu artistischen, illusionistischen Fähigkeiten. Und der in ‚Männerhort’ begeisternde Wolfgang Böhm als Richard auf der Flucht – eine Paraderolle.

Wiesbadener Kurier/Tagblatt, 11.11.2008

Was der ‚Maestro’ Alexander Traxel zwei Stunden lang in schönster Barpiano-Manier zum Besten gibt, ist ein geradezu durchtrieben anspielungsreicher Ritt durch die Filmgeschichte. gespielt in einer Präzision, für die man Florian Thunemann, Sebastian Muskalla, Franziska Werner und vor allem Wolfgang Böhm als rastlose Hauptfigur Richard Hannay nur bewundern kann. Der garniert seine kriminalistische Hatz mit so zauberhaft altmodischen Ausrufen wie ‚Donnerlittchen!’ – das kann man den vieren für ihre grandiose Leistung nur zurückgeben. In der raffiniert-schlichten Ausstattung von Lorena Díaz Stephens und Jan Hendrik Neidert wird keine Anspielung ausgelassen, die sich unterbringen ließ – die Zuschauer haben ihren Spaß am Entdecken. Ein Feuerwerk an Slapstick und Einfällen, das köstlich anzusehen ist und viel Applaus bekommt.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.11.2008 

Die Improvisationen der schauspielernden Handwerker im ‚Sommernachtstraum’ sind nichts gegen das Feuerwerk, das die vier unter der Regie von Caroline Stolz mit minimalem technischem Aufwand und maximaler Lust am Spiel entzünden. Ohne Windmaschine, obwohl es häufig stürmt. Mit Pappkulissen, einer gediegenen Stummfilmkostümierung (Ausstattung Lorena Díaz Stephens und Jan Hendrik Neidert), einem nicht stummen Pianisten (Alexander Traxel), Pantomime, Slapstick, Songs, Split Screen, Gruselsequenzen, einer Actionszene auf einem fahrenden Zug, gelegentlich schlechter Synchronisation, Tonstörungen an der Schlüsselstelle, Anspielung auf andere Filmklassiker.

Frankfurter Rundschau, 13.11.2008 

Meisterlicher Mix aus Erotik, Komik und Spannung

Bild, 11.11.2008 

Wolfgang Böhm spielt seine Rolle angemessen gewitzt und gehetzt, Franziska Werner kombiniert wunderbar die Unschuldsmiene mit Durchtriebenheit. Aber das ist nur ein kleiner Teil dieses großen Vergnügens: Die Regisseurin Caroline Stolz nimmt das Ganze als großen Jux, der mit den Illusionen des Theaters spielt und trotzdem den Handlungsfaden nicht verliert. Neben Böhm und Werner sind es Florian Thunemann und Sebastian Muskalla, die wunderbar schräge Typen karikieren, ob es nun Polizisten sind oder Schurken, schwerhörige Alte oder stotternde Zimmerwirtinnen. Nebenbei streift Caroline Stolz parodistisch die Filmgeschichte mit Zitaten aus andere Hitchcock-Filmen, ob es der ‚Unsichtbare Dritte’ ist oder ‚Psycho’, und auf dem Höhepunkt des fröhlichen Durcheinanders fliegt auch der gefiederte Horror aus den ‚Vögeln’ über die Wartburg-Bühne.

Darmstädter Echo, 13. November 2008 

Was in den 100 Minuten über die Bühne fegt, ist ein Wirbelwind an allerfeinster Kinounterhaltung. Ein schwarz-weißes Breitwandspektakel, mit einfachsten Theatermitteln inszeniert und von einem spielwütigen Quartett in Szenen gesetzt. Mit minimalem technischen Aufwand und maximalem schauspielerischem Einsatz gelingt es der jungen Regisseurin, ein überdrehtes und gnadenlos lustiges, aber dennoch hoch präzise gemachtes Lustspiel über die Bühne zu jagen. Eine grandiose Leistung der vier Akteure Wolfgang Böhm, Franziska Werner, Florian Thunemann und Sebastian Muskalla. Für die brillante Bühnenausstattung sind Jan Hendrik Neidert und Lorena Diaz Stephens verantwortlich.Der altmodische Look passt perfekt zur konzentrierten Darstellung der Schauspieler, die mit viel Körpereinsatz eine wuchtige Präsenz vermitteln und wunderbar den Stil der 30er Jahre karikieren. Eine grandios gemachte Vermählung von Kino und Theater.

Morgenweb, 03.06.2009

http://www.staatstheater-wiesbaden.de/?page=spielplan