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Romeo und Julia am Staatstheater Wiesbaden ab 26.9.2009
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Eine majestätische Eislandschaft, einsam, unberührt. Bis die Capulets ihren Besitzanspruch anmelden – und die Montagues gleich hinterher. Selbst hier, am Ende der Welt, befeinden sich diese beiden Familien. Rachsüchtig, machtversessen und unversöhnlich sind sie in ihrem über Jahre gereiften Hass. Nur in Verkleidung können Romeo, ein Montague, und seine Freunde ein Fest der Capulets besuchen. Dort aber trifft Romeo die Tochter des Hauses, Julia – und ist hin und weg. Hals über Kopf verlieben die zwei sich ineinander.

Der Himmel hängt urplötzlich voller Geigen, Küsse und Liebesschwüre bringen das Eis zum Schmelzen. Doch wo jahrelang Hass gesät wurde, kann der Spross einer jungen Liebe nicht erblühen. Das sagt zumindest die Vernunft. Doch die ist so ungefähr das Letzte, auf das die zwei Heissporne hören wollen.

 Sie stürzen sich radikal romantisch in eine heimliche Ehe. Frei nach dem Motto ‚Wir zwei gegen den Rest der Welt!‘ begeben sich Romeo und Julia auf eine gefährliche Expedition. Ängste und böse Ahnungen verdrängen sie, als sie erfahren, dass sie sich in den Erzfeind verliebt haben.

Doch längst hat sich die Familienfehde auch auf die jüngere Generation übertragen. Die jungen Capulets und Montagues geraten in einen hitzigen Streit, in dem Romeo den Vetter von Julia, Tybalt, ermordet. Romeo wird daraufhin verbannt. Und den frisch Vermählten bleibt nur eine einzige Nacht.

 Viel zu schnell ist diese beendet, da hilft es auch nicht, dass Julia versucht, die frühen Rufe der Lerche als den Gesang der Nachtigall zu interpretieren. Dieser berührende Dialog zwischen Romeo und Julia, der alle Sehnsucht, alle Traurigkeit und banges Ahnen in so berauschende Poesie kleidet, gehört zum Schönsten, was die Weltliteratur zu bieten hat.

 Es ist ein Abschied für immer. Die Liebenden werden erst im Tode wieder vereint sein. Ihr romantischer Traum der unbedingten Liebe ist an der bitteren Wirklichkeit – und tragischen Zufällen – gescheitert. Erst am Grab der Kinder reichen die Eltern einander die Hände. Ein zu später Triumph der Liebe.

So tragisch die Geschichte des wohl berühmtesten Liebespaares der Welt auch ist, so witzig und poetisch ist sie, spannend und zeitlos. Lovestory und Bandenkrieg, Generationenkonflikt und clownesker Spas: virtuos arrangiert William Shakespeare in seiner 1597 veröffentlichten Tragödie all dies zu einem Meisterwerk über Liebe, Hass, Macht und Tod.

 Die Tragödie inspiriert seit jeher Theatermacher aller Generationen. Denn nach wie vor rebellieren junge Menschen gegen eine ‚erwachsene‘ Welt der Macht und Profitorientierung. Auch Romeo und Julia setzen in einer Phase persönlicher Orientierungslosigkeit Gefühle gegen Kalkül und Leidenschaft gegen Pragmatismus. Wild und unberechenbar ist ihre Utopie von der unbedingten, alles überwindenden Emotion. ‚Was Liebe kann, probiert sie immer aus!‘ Auch wenn es das Leben kostet...

Regisseur Tilman Gersch ist fester Regisseur am Staatstheater Wiesbaden und Mitglied der Schauspielleitung. In Wiesbaden hat er u.a. William Shakespeares ‚Was ihr wollt‘, Heinrich von Kleists ‚Die Familie Schroffenstein‘‚ ‚Nathan der Weise‘ von Gotthold Ephraim Lessing sowie in der letzten Spielzeit Dea Lohers ‚Das letzte Feuer‘ und ‚Figaro! Der tolle Tag‘ inszeniert. Tilman Gersch arbeitet u.a. in Dresden, Leipzig, Gottingen und Schwerin.

 

Fotos (COPYRIGHT: LENA OBST) zur Inszenierung „Romeo und Julia“ am Staatstheater Wiesbaden.  

 

Regie

Bühne und Kostüme

Musik

Kampfchoreografie

Dramaturgie

Mit:

Romeo

Julia

Bruder Lorenzo

Mercutio

Benvolio

Tybalt

Capulet

Lady Capulet

Montague

Graf Paris

Amme

Peter

3 Musiker

Tragödie von William Shakespeare

 

Premiere: Samstag, den 26.09.2009, 19.30 Uhr, Großes Haus