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Mit zwölf Tanzaufführungen internationaler und regionaler Tanzkompanien, darunter vier Uraufführungen und vier Deutschlandpremieren, mit Workshops, Tanzjams und Konzerten verwandelten die 19. Potsdamer Tanztage die Schiffbauergasse auf vier Bühnen und in sechs Tanzstudios in einen Ort des Entdeckens, des Ausprobierens und der Versuchung in Sachen Tanz und Performance.
Die diesjährigen Tanzaufführungen zeigten beispielhaft künstlerische Sichtweisen und Reflektionen der dramatischen ökologischen, kulturellen und sozialen Umbrüche unserer Zeit aus persönlicher und kollektiver Erfahrung.
Die „trunkenen Wälder" der schmelzenden Permafrostregionen Islands inspirierten Serge Ricci zu einer berührenden Auseinandersetzung über die Beziehung von Mensch und Natur. Dabei spannte seine Arbeit einen faszinierenden Bogen zwischen Tanz, bildender Kunst und Musik.
Ingun Bjørnsgaard spürte mit antikem Bezug der klassischen Rollenverteilung von Mann und Frau nach und beleuchtet mit feinem Humor die Muster der Macht im Drama der Geschlechter.
Ebenso widmete Oxymoron aus Potsdam ihre Aufmerksamkeit der Beziehung zwischen den Geschlechtern und der scheinbaren Unmöglichkeit, die Liebe zu begreifen.
Sara Shelton Mann, eine der bedeutenden Choreographin der nordamerikanischen Westküste, suchte mit einer internationalen Gruppe von Tänzern und Musikern nach gemeinsamen Wurzeln der Menschheit abseits kultureller und sozialer Bestimmtheit und appelliert in Korrespondenz mit der Metapher vom „globalisierten Dorf" an eine interkulturelle Gesellschaft der Freiheit und Verantwortung.
Mit hoher Dynamik und fast ekstatischer Energie begab sich die Lyoner Company Association Woo auf die Suche nach den Quellen individueller und kollektiver Phantasie, 8-fach angetrieben vom Sound ihrer elektrischen Gitarren. Im Gegensatz dazu bewegten sich die choreographierten Traumbilder der russischen Gruppe Derevo präzise in einer zeitlosen Landschaft und erinnerte an eine uneinholbare Welt der Kindheit und Jugend.
Vom Erinnern in Klang und Rhythmus erzählte auch John Moran in seinem musikalisch-tänzerischen Kammerspiel zu Sound- und Textcollagen aus den Mikrokosmen New Yorker Bars und Appartements.
Von Zeitformen und Zeitwahrnehmung berichtete Martin Pisani und Martin Nachbar in ihrer ersten gemeinsamen Arbeit „profit and loss" auf verspielt intelligenter Weise.
Das Duo Oleg Soulimenko und Andrei Andrianov verglichen in „Made in Russia" mit einem Augenzwinkern russische und westeuropäische Tanz- und Performancekultur in einem postkommunistischen „Wettstreit der Systeme".
In diesem Jahr traten zwölf Choreographen aus acht Ländern im Aufführungsprogramm des Festivals auf, jeweils im Anschluss an die Tanzstücke, ein vielfältiges interkulturelles Konzertprogramm mit Gästen aus Kanada, den USA, Russland, Frankreich und Potsdam.
Nach allen Aufführungen gaben die Zuschauerschulen Gelegenheit zum Austausch und für Hintergrundinformationen. Mit einem breiten Workshopprogramm bietete das Festival Laien und Profis die Gelegenheit, sich von erfahrenen Pädagogen für verschiedene Tanz und Bewegungsschulen inspirieren und begeistern zu lassen.
Im Rahmen der Kinder- und Jugendtanztage wurde die Begegnung zwischen den Generationen sowie zwischen den Kindern und der Kunst gefördert.
Infos unter www.potsdam.de sowie www.fabrikpotsdam.de
Fotos von Maren Courage und Oliver Autumn www.oliverautumn.com

































