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Sänger, Songwriter, Ex-Profi-Surfer, Familienvater und Umweltaktivist – J

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Kaisers-werther Kunstpreis 2008: "Back to the Roots" von Sala Lieber
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Freunde der Künste

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Pressespiegel
Projekte GFDK
Kaisers-werther Kunst-preis 2006 - Werkzyklus Frida Kahlo - Viva la Vida von Kristin Dembny
Kaisers-werther Kunst-preis 2005: "Home Sweet Home" von Johanna Rzepka
"God sees no color" 2005 von Johanna Rzepka
Goethe-Festival 2004 "255 Jahre Goethe"

Das Kunst -und Kulturfestival: The Exhibition OK 2 in 2001
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Künstlerische Leitung Gottfried Böhmer
Laudatio Dr. Reinhold Mißelbeck – Kurator Museum Ludwig Köln
Festival Exhibition OK2
Ein Projekt der Gesellschaft Freunde der Künste Düsseldorf – Berlin – New York

Der Kunstverein Gesellschaft Freunde der Künste hat es sich zur Aufgabe gemacht, junge Künstlerinnen zu fördern und auszustellen. Die heutige Ausstellung vereint Malerei, Fotografie und Konzerte. Dies dokumentiert den Anspruch des Kunstvereins, in der Auswahl der Medien ein breites Spektrum zu vertreten.
Doch es gibt über die Tatsache hinaus, dass es sich bei allen dreien um Frauen handelt und dass sie der jüngeren Generation angehören, Aspekte in dieser Ausstellung, die es erlauben, von einem Konzept zu sprechen für das Gottfried Böhmer verantwortlich ist.
Zum einen befassen sich alle Künstlerinnen mit dem Menschen: Mutsumi Aoki mit dessen Abwesenheit, vermittelt über seine äußere Hülle, die Kleidung. Anke Stalpers (Anna Aaron) mit seiner Oberfläche, genauer der Oberfläche des Körperdetails und Petra Peschkes mit der reduzierten Form des Strichmännchens, des Comic. Allen dreien ist auch gemeinsam, dass der eigentliche Gegenstand ihrer Bilder nicht das ist, was jenseits des Sichtbaren liegt. Dies bedeutet nicht, dass die Bilder und Objekte selbst in ihrer sichtbaren Erscheinung unwichtig sind, sie sind im Gegenteil der Schlüssel zur künstlerischen Ausdrucksweise der Künstlerinnen, zu ihrem Stil, zu ihrer Identität. Wir dürfen lediglich nicht bei der Betrachtung der Kleidungsstücke, der Hautoberfläche oder der Strichmännchen stehen bleiben und uns mit deren Ästhetik zufrieden geben, sondern müssen deren Ästhetik als Schlüssel für tiefere Bedeutungsebenen erkennen.

Mutsumi Aoki zeigt uns Kleidungsstücke. Sie hängen jedoch nicht auf der Stange, sondern formen den Körper des Menschen, der in ihm stecken könnte. Sie sind auch nicht aus Stoff, sondern aus Papier, sind mit Naturharz gestärkt und mit Acrylfarben gefärbt. Sie können überhaupt nicht getragen werden, sind also keine Kleidungsstücke, sondern stellen Kleidungsstücke dar. Indem sie den Menschen nachformen, als ob man ihn aus den Kleidungsstücken entfernt hätte, verweisen sie auf den Körper als abwesenden. Wir sehen die Kleiderskulpturen, denken jedoch an den nicht anwesenden Körper, den die Kleiderskulpturen modellieren. Damit verweisen sie auf die Funktion von Kleidung und auf die Bedeutung, die sie für den Träger hat. Neben dem funktionalen Aspekt war und ist sie stets Ausdruck der Identität des Trägers, dient sie der Imagepflege, der Selbstdarstellung. Die Kleidung ist das erste, was wir, wenn wir auf einen fremden Menschen stoßen, als Hinweis auf seine Persönlichkeit wahrnehmen, noch bevor wir mit ihm gesprochen haben, noch bevor wir dicht vor ihr stehen und die Gesichtszüge studieren können. Die Kleidung ist quasi die Visitenkarte des Menschen, zeigt, wie der jeweilige Mensch wahrgenommen werden will. Daraus wird ersichtlich, dass Mutsumi Aoki mit ihren Skulpturen nicht anonyme Menschen meint, sondern Individuen, auf welche die jeweilige Kleidungsskulptur zugeschnitten sein könnte.
Die Bildmittel, derer sich Aoki bedient, sagt uns wiederum viel über die Künstlerin selbst. In ihrer Arbeit verbindet sie europäische und japanische Tradition. In der Pop Art arbeitete George Segal mit Körperabgüssen in Gips, formte Claes Oldenburg Alltagsobjekte aus Pappmaché. In Japan wiederum hat das künstlerische Arbeiten mit Papier Tradition. In Mutsumi Aokis Arbeit fließt beides zusammen und entwickelt sich zu ihrem ureigenen Ausdrucksmittel.

Anke Stalpers (Anna Aaron) zeigt Fotografien männlicher Körper. Mit einem Einzelbild konfrontiert, würde man jedoch vermutlich nicht in der Lage sein, den Bildgegenstand zu identifizieren. Da wechseln im Bild scharf abgesetzte Konturen in Weiß, die monochromes Blau von weichen rotbräunlichen Flächen absetzen, mit geheimnisvoller Unschärfe, Formen, die nur zu erahnen sind, wobei mitunter unvermutete Lichter in blau, violett oder hellbraun aufleuchten. Anke Salpers fotografiert Details von Körpern schwarzer Tänzer, modelliert die Körperformen mit Licht, wobei teilweise Körperhaltungen eingenommen wurden, die unerwartet sind, die vermutlich auch nur geübte Körper einnehmen können. So stellt sich jedoch auch bei Anke Stalpers heraus, dass der Bildgegenstand nicht vollkommen identisch ist, mit dem, was ihr eigentliches Interesse ist. Sie fotografiert Körper, ist aber nicht am Abbild des Körpers interessiert, sondern an seiner Ausstrahlung, die sich durch ihre skulpturale Sicht, die aber auch etwas mit Körperlandschaften gemein hat, vermittelt. Anke Stalpers (Anna Aaron) ist stets auf der Suche nach Eigenschaften, die hinter der Oberfläche liegen, obwohl die sich in ganz besonderem Maße, um die Oberfläche bemüht. In früheren Serien fotografierte sie Blumen, drang auch hier ins Detail und schaffte es, die Essenz der Blüte als erotisches Signal ins Bild zu setzen und dabei die Idee des erotischen Signals von der Pflanzenwelt zu abstrahieren und allgemeingültig umzusetzen. In einer späteren Serie fotografiert sie Haare und erzeugte dabei im Spannungsfeld von Schärfe und Unschärfe im Detail Klangpartituren. Noch nie zuvor habe ich Akkorde von Haarsträngen gesehen, die sich wie Instrumentensaiten durch das Bild schwangen. Anke Stalpers´ Fotografie ist stets inszenierte Fotografie, obgleich ihr Gegenstand, das Objektdetail im allgemeinen der dokumentarischen Fotografie zuzurechnen wäre. Ihre subjektive Sicht, ihre Fähigkeit in der Oberfläche sichtbar zu machen, was ihre eigene Interpretation der Dinge ist, eröffnet die zwei Interpretationsebenen und erschließt uns ein außergewöhnliches fotografisches Oeuvre.

Petra Peschkes Malerei wiederum zeigt Menschen zunächst einmal in einer Art Reduktion: Knapp gefasst in einfachen Formen, angedeutet mit wenigen Linien und Zeichen, die dem Comic und der Karikatur entlehnt sind, dient ihr jedoch die formale Vereinfachung als Mittel der Darstellung von Emotion und menschlichem Ausdruck. Petra Peschkes will Fröhlichkeit vermitteln, benutzt die einfache Zeichensprache, um allgemeinverständlich zu sein, holt das Publikum gleichsam dort ab, wo es steht, wo vor allem nicht nur die künstlerische Elite steht, sondern ein breites Publikum. Dementsprechend sucht sie sich auch die Orte ihres Auftretens aus, bemalt Häuserwände und kooperiert mit Musikern, erschließt sich selbst eine breite Palette künstlerischer Wirksamkeit und öffentlichen Wirkens jenseits der Grenzen, die von der Kunstszene gesetzt werden. Auch ihre Bildersprache wurzelt in der Pop Art, greift populäres Bilderinstrumentarium auf, um sich verständlich zu machen. Wollte man den Versuch machen, in den Werken eine spezifisch weibliche Sicht zu sehen, so wird diese Suche vergeblich sein. Alle drei Künstlerinnen befinden sich in der allgemeinen kunstgeschichtlichen Tradition, bauen auf ihr auf und setzen ihre eigenen Akzente. Bei keiner kann ich Merkmale erkennen, die man in einer feministischen Tradition sehen könnte. Doch ist das meiner Einsicht nach auch nicht das Interesse des Kunstvereins. Ich habe den Eindruck, dass es weit mehr darum geht, Künstlerinnen gerade in der Absicht vorzustellen, um zu belegen, wie sehr diese in den aktuellen Strömungen der Kunst verankert sind, dass die Qualität des vorgestellten keinesfalls rechtfertigt, dass Künstlerinnen nach wie vor in der Kunstszene nicht entsprechend repräsentiert sind.

Dr. Reinhold Mißelbeck, Museum Ludwig Köln