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Rundgang 2009 in der Düsseldorfer Kunst-akademie
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Rundgang 2009 in der Düsseldorfer Kunstakademie. Leider nur Durchschnitt!

von Chantal Tajdel

Auf dem Boden liegen gruppiert graue Betonsteine, in die Ecke gedrängt hängen an einer Wand viel zu kleine und dadurch unauffällige Fotos von Gebäuden. „Vielleicht soll das grau in grau der Großstadt ein Kritikpunkt sein, doch das wird nicht deutlich“, sagt eine Besucherin, die schon seit Jahren zum Rundgang in der Kunstakademie kommt.

Viel Tristes erwartet den Besucher auch in vielen weiteren Klassen im Erdgeschoss: Nichts sagende Skulpturen, unförmige Landschaften, verhuschte Installationen und Fotos, die durch die ungeschickte Hängung im Flur die Betrachtung verspiegeln. Nichts reizt, nichts lässt verweilen, nichts spricht an. Uninspiriertheit und Durchschnitt wehen durch den „Rundgang“.

Doch plötzlich ein Lichtblick: In der Klasse von Tony Cragg haben sich die beiden Künstler Kerim Cinar und Ralf Hauser angestrengt. Cinar kommt aus der Türkei und studiert im dritten Semester an der Düsseldorfer Akademie. Seine Kunststoff-Skulptur aus Schweißstäben erinnert zwar ein wenig an den Nagelkünstler Günther Uecker, aber sie reizt mit Perspektive. Ralf Hauser entführt mit seiner Gorilla-Skulptur aus Epoxidharz und den Zeichnungen an den Wänden in eine leicht phantastische Welt. Das gefällt auch den Besuchern.

Ein weiterer Versuch sich Abzusetzen kommt vom Lüpertz-Schüler Raafed Jarah. Er hat einen Zyklus zum Thema „Hähne und Hahnenkämpfe“ bearbeitet. „Hahnenkämpfe haben mich schon in meiner Kindheit in Kurdistan fasziniert“, sagt er. Doch im Vordergrund steht für ihn der Kampf als Symbol des Künstlers, der oft mit sich alleine ist und mit der Leinwand kämpft. In der Klasse von Professor Gostner sticht vor allem die Wandarbeit „Plateau“ von Johanna Flammer hervor. Die Künstlerin hat ein mystisches Blumenbild an die Wand geworfen, dass bei näherer Betrachtung ausgeschnittene Haare aus Papier zeigt. Auch der „Tiefschläfer“ von Anna Bauer, der zusammen gekrümmt am Boden liegt, zeigt Interesse am Menschen, der Ruhe im Schlaf sucht.

Im ersten und zweiten Stockwerk gehen vor allem die jungen Künstler in den Klassen der Malerei einiges leichter an und es gibt durchaus ansprechende Werke, obwohl auch hier viel hängt, das eher an die uninspirierte Husch-Husch-Produktion einer Schulklasse erinnert. Wenn das „I love my cunt“- T-Shirt eine Provokation darstellen soll, kommt es einige Jahrzehnte zu spät.

Aber es gibt auch Schönes: Es fasziniert vor allem eine Malerei von Ellen Dederichs, die eine verschwommene Stadtlandschaft bei Nacht auf die Leinwand geworfen hat. Sebastian Riemer aus der Fotoklasse von Christopher Williams hat ein überraschendes Foto gestaltet. Das Bild mit dem Titel „Maske“ scheint zunächst nur aus Punkten zu bestehen, lässt bei längerem Hinsehen aber eine Maske erkennen. Das gefällt und macht Lust auf mehr.

Aber woran liegt der Durchschnitt vieler Studenten? Es mangelt an Betreuung. Das zumindest kommt im Gespräch mit Einigen zum Vorschein. Niemand mag seinen Professor öffentlich kritisieren, aber es kommt immer wieder zum Ausdruck, dass es an Tipps, Tricks, Kritik, Zeit und Unterstützung durch die Professoren mangelt. „Man ist die meiste Zeit auf sich gestellt“, sagt ein Student.