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„China süß – sauer“, dieser ironisierende Titel birgt Assoziationen jenseits von Pekingente und Frühlingsrollen. Er vereint die Gegensätze eines Landes zwischen Wirtschaftswachstum, traditioneller Kultur und sozialen Spannungen, ferner bringt er die Positionen zweier Künstler in ihrer persönlichen Auseinadersetzung mit dem bevölkerungsreichsten Land der Welt zusammen.
Die Art Galerie 7 zeigt Johanna Rzepka und Ren Rong in einer gemeinsamen Ausstellung mit Arbeiten zum Thema China.
Johanna Rzepka
Johanna Rzepka, ehemalige Schülerin Jörg Immendorffs und Meisterschülerin von Gerhard Merz an der Kunstakademie Düsseldorf, ist stark beeindruckt und inspiriert von ihrem achtmonatigen Arbeitsaufenthalt in China.
Die unter dem Eindruck des Landes entstandene Serie von Johanna Rzepka ist gleichzeitig Titel- und Namens-geberin der gezeigten Ausstellung „China süß-sauer“ mit Ren Rong.
In ihren Arbeiten greift sie die unterschiedlichen Facetten des Landes auf. Es mischen sich stark symbolisch aufgeladene Motive der alten chinesischen Tradition in Form von Drachen und Terrakottakriegern mit Darstellungen der Umweltsituation und der industriellen Arbeitswelt.
Ein unendlich scheinendes Dächermeer aus der Vogelperspektive gesehen hält dem Betrachter die Bevölkerungsdichte Chinas vor Augen.
In ihren Werken zeichnet Johanna Rzepka kein negatives Bild des Landes – sie begegnet ihm vielmehr mit einem kritischen, hinterfragenden - zugleich faszinierten Blick.
In der Serie „9 Bilder für den Kaiser“ überwiegen gedämpfte Farben. Zwischen die Grau- und Brauntöne mischt sich dennoch stets, wie ein positiver Hoffnungsschimmer buntes und intensives Grün, Rot oder Orange. Auf diese Weise zeigt Johanna Rzepka die starken Kontraste Chinas und kommentiert in einer Art Gesellschaftsportrait sozialkritisch ihre Begegnungen mit Land und Leuten.
Ren Rong
Mit ganz anderen Voraussetzungen nähert sich Ren Rong dem Thema – China ist sein Geburtsland. Der Künstler, ebenfalls Meisterschüler der Düsseldorfer Akademie, lebt zwar seit 1989 überwiegend in Deutschland, dennoch ist die chinesische Kunst und Kultur ein wichtiger Gegenstand seines Werkes. Regelmäßige Reisen in sein Heimatland halten den Künstler up to date, geben kreative Kraft und liefern ihm immer wieder neue Idee und Themen für seine Arbeit.
In seinen poppigen Bildern verschmelzen unterschiedliche Elemente der westeuro-päischen Moderne mit der traditionellen chinesischen Kunst.
Pflanzenmenschen – Mischwesen, die sich in ständiger Metamorphose befinden bevölkern seine Arbeiten, sie sprießen aus Blüten hervor, laufen durch Propaganda-plakate oder wachsen aus den Händen Maos.
Oftmals scheinen sie in einen Dialog mit den Dargestellten zu treten. Freundlich, nicht anklagend stellen sie Fragen an den früheren Diktator und uns als Betrachter zugleich nach Menschlichkeit, Meinungs-freiheit und positivem Miteinader.
Ein weiteres häufiges Motiv im Werk Ren Rongs ist seine Familie. Familie und Kinder bedeutet für den Künstler Hoffnung, Zukunft und neue Kraft. Das vermeintlich selbstverständliche Recht auf Nachwuchs erscheint in seinen Bildern vor dem Hintergrund der chinesischen Ein-Kind-Politik als ein großes Privileg.
Die Glorifizierung eines Säuglings - hier im Titelbild seine Tochter - als eine Art aufsteigende Sonne oder auch Abbildungen seiner Söhne, als Zukunftsträger unterstreicht diesen Gedankenansatz.
Ren Rong schafft seine ganz eigene, unverwechselbare Bildwelt zwischen politischer Auseinandersetzung und reiner Lebensfreude.
Alle Bilder Copyright: Johanna Rzepka
Öl und Papierarbeiten 2009
Weitere Infos unter: http://www.johannarzepka.de/
Ausstellungsdauer vom 26. Februar 2010 bis 10. April 2010
Art Galerie 7 Öffnungszeiten:
St.Apern-Straße 7 Di-Fr 12.00 - 19.00
50667 Köln Sa 12.00 - 17.00
Fon 0221/277 48 66 u.n.V.
Fax 0221/277 48 67
E-Mail: mk@artgalerie7.de www.artgalerie7.de

































