27.01.2017 07:37 Innovativ, zeitgenössisch und international

Treffpunkt Rotebühlplatz: internationales Solo-Tanz-Theater Festival Stuttgart

Benoit Couchot beim Solo-Tanz-Theater Festival Stuttgart

So unterschiedlich wie die Heimatländer der Teilnehmenden sind auch die Themen der tänzerischen Reflexionen, Benoit Couchot, Foto: Helena Olmeda Duynslaeger

Julia Nicolau beim Solo-Tanz-Theater Festival Stuttgart

Julia Nicolau , Foto: Sarah Holden

Miguel Mavatiko beim Solo-Tanz-Theater Festival Stuttgart

Miguel Mavatiko, Foto: Mirko Polo

Von: GFDK - Nicola Schwarz

Das Internationale Solo-Tanz-Theater Festival Stuttgart macht sich stark für den zeitgenössischen Tanz: Vom 16. bis 19. März 2017 werden im TREFFPUNKT Rotebühlplatz insgesamt 18 Premieren von jungen Nachwuchstalenten aus aller Welt zu sehen sein.

Ende Dezember wurden die Choreograf/innen und Tänzer/innen ein-geladen. Sie stammen aus Europa, Israel, Japan, dem Kongo, dem Libanon und Mexiko. Im Gepäck haben die Künstler/-innen Stücke, die auf ganz unterschiedliche Weise Antworten suchen auf persönliche oder politische Fragen.

Tänzerische Reflektion

So unterschiedlich wie die Heimatländer der Teilnehmenden sind auch die Themen der tänzerischen Reflexionen: Was kann Tanz bewirken in einem von Gewalt geprägten Land? Wie gehen wir mit psychischen Erkrankungen um? Welchen Preis muss eine moderne Frau für weibliche Stärke und Unabhängigkeit zahlen? Welchen Schwierigkeiten begegnet ein schwuler Mann in Israel, der seinen Platz in der Gesellschaft finden muss? Die eigenen Grenzen – innere wie äußere – zu erfahren, ist eine zentrale Intention. Nicht immer haben die Stücke narrative Grundlagen, auch der Entstehungsprozess selbst, die Auseinandersetzung  mit Licht, Ton und Bewegung wird zuweilen in den Fokus gerückt.

Die Teilnehmenden werden ihr Können einer internationalen Jury präsentieren, der in diesem Jahr angehören:

Tarek Assam (Ballettdirektor der Tanzcompagnie Gießen am Stadttheater Gießen), Bernhard Fauser (künstlerischer und geschäftsführender Leiter der HebelHalle, Künstlerhaus UnterwegsTheater und Geschäftsführer des Choreographischen Centrum Heidelberg), Caroline Finn (Künstlerische Leiterin der National Dance Company Wales), Kevin O’Day (freier Choreograf) und Adriana Pous (künstlerische Leiterin des choreografischen Zentrums DANTZAZ in San Sebastián).

Tanz-Wettbewerb

An drei Wettbewerbsabenden kommen jeweils sechs Produktionen auf die Bühne. Die Jury entscheidet am Samstag im Anschluss an die Aufführungen, welche Teilnehmenden das Finale am Sonntag erreichen. Um Gästen und Künstler/innen die Wartezeit bis zur Nominierung zu verkürzen, steigt in der Gastronomie Rudolfs eine Party mit DJ und einer Präsentation von Hugo Marmelada, Preisträger von 2012.

Tanz und Choreografie

Die Preise für die Kategorien Tanz und Choreografie sind zwischen 3.500 und 1.500 Euro dotiert und werden gesponsert von der Stadt Stuttgart, der Stiftung Landesbank Baden-Württemberg und dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württem-berg. Die Publikumsfavoriten können außerdem zwei weitere Preise im Wert von je 500 Euro erringen, die private Sponsoren finanzieren. Zudem wird es einen Videodance-Prize der Stuttgarter Filmgesellschaft moving angel filmproduction GmbH geben, der die Produktion eines Tanzvideos ermöglicht.

Erstmals in diesem Jahr wird ein Residenzpreis verliehen, den das choreografische Zentrum DANTZAZ in San Sebastián vergibt. DANTZAZ lädt den oder die Preisträger/in ein, vor Ort ein neues Stück zu entwickeln, das die DANTZAZ Dance Company einstudiert und öffentlich aufführt. Jurorin Adriana Pous wird darüber entscheiden, welche/r Künstler/in die Reise nach Spanien antreten darf.

Festival-Programm

Begleitend zum Festival ist im Foyer des Robert-Bosch-Saals vom 17. Februar – 20. März 2017 die Ausstellung „Tanz im Bild“ zu sehen. Seit fünf Jahren begleiten Fotograf/innen des vhs Kurses „Theater- und Tanzfotografie“ von Martin Sigmund das Internationale Solo-Tanz-Theater Festival Stuttgart und die Gala der Preisträger im Herbst mit ihrer Kamera. Dabei sind beeindruckende Fotografien entstanden, die die unterschiedlichsten fotografischen Blickpunkte und Interpretationen der Kursteilnehmer/innen veranschaulichen.

In zwei ebenso dynamischen wie kreativen Workshops für Anfänger/innen mit Vorkenntnissen zeigt Preisträger Hugo Marmelada, wie zeitgenössischer Tanz entsteht. Der Portugiese gewann 2012 beim 16. Internationalen Solo-Tanz-Theater Festival den 2. Preis Tanz mit
seinem Solo „Stepping over stones“.

Samstag, 18.03.17, 14.30–16.30 Uhr, EUR 26.00, Anmeldung unter Kursnr. 171-00188

Sonntag, 19.03.17, 13.30–15.30 Uhr, EUR 26.00, Anmeldung unter Kursnr. 171-00189

DAS 21. INTERNATIONALE SOLO-TANZ-THEATER FESTIVAL IN KÜRZE:

Donnerstag, 16. bis Samstag, 18. März 2017, jeweils 20.00 Uhr: Wettbewerbsbeiträge

Am Samstagabend wird im Anschluss an die Vorstellung die Nominierung der Finalisten bekanntgegeben.

Sonntag, 19. März 2017, 17.00 Uhr: Großes Finale mit Preisverleihung

Veranstaltungsort: TREFFPUNKT Rotebühlplatz, Robert-Bosch-Saal

Eintrittspreise: Donnerstag - Samstag, EUR 16,-/12,- , Sonntag, EUR 18,- /14,-

Moderation: Sonia Santiago-Brückner

Festivalleitung: Gudrun Hähnel

Künstlerische Leitung: Marcelo Santos

Tänzerinnen und Tänzer:

Donnerstag, 16.03.17, 20.00 Uhr

A Solodedicated to you, and you, and you....

Choreografie & Performance: Marlene Bonnesen (Dänemark)

Kifwebe.01

Choreografie & Performance: Miguel Mavatiko (Kongo)

Work on Julius Caesar

Choreografie & Performance: Marina Miguélez-Lucena (Spanien)

Who I am is not...

Choreografie & Performance: Goncalo Reis (Portugal)

? I mA

Choreografie: Erika Silgoner (Italien)

Performance: Gloria Ferrari (Italien)

One day and one night – Beirut

Choreografie & Performance: Yara Lucia Afram Boustany (Libanon)

Freitag, 17.03.17, 20.00

s#1988, 1Room, 1P

Choreografie & Performance: Daisuke Omiya (Japan)

Who is Artemis

Choreografie: Wanda Petri (Deutschland

Performance: Verena Herterich (Deutschland)

Separation among us

Choreografie: Emrecan Tanis (Türkei)

Performance: Jernej Bizjak (Slowakei)

Eat it

Choreografie & Performance: Anais Van Eycken (Belgien)

Artemisia

Choreografie & Performance: Alexandra Kostopoulou (Griechenland)

We Do This. We Don't Talk

Choreografie: Barnaby Booth (Großbritannien)

Performance: Samuli Emery (Österreich)

Samstag, 18.03.17, 20.00

Lost for words

Choreografie & Performance: Benoit Couchot (Frankreich)

Disappearance in three acts

Choreografie & Performance: Julia Nicolau (Spanien)

Delimited

Choreografie: Carla Jordao (Portugal)

Performance: Eray Gülay (Deutschland)

Into the darkness

Choreografie: Robin van Zutphen (Niederlande)

Performance: Jamie de Groot (Niederlande)

De pie (Standing)

Choreografie & Performance: Tanya Covarrubias (Mexico)

ALFA

Choreografie: Snir Nakar (Japan)

Performance: Gil Kerer (Israel)

Keine Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Sie können noch 1500 Zeichen eingeben.