10.02.2013 09:00 Politisch brisante Oper zum Wagner-Jubiläum

Theater Mönchengladbach/Krefeld: Die bundesweit einzige Neuinszenierung von "Rienzi" wird am Theater Krefeld und Mönchengladbach gezeigt, Premiere am 9.3.2013

(c) Theater Krefeld und Mönchengladbach

Von: GFDK - Theater Krefeld und Mönchengladbach

Im Mai 2013 jährt sich der Geburtstag Richard Wagners zum 200. Mal und gibt Anlass, ein Werk des Bayreuther Meisters vorzustellen, das zu den Raritäten im gängigen Opernrepertoire zählt. Dabei war die Uraufführung seiner Oper Rienzi 1842 in Dresden der größte Premierenerfolg, den Wagner jemals erlebte. Angeregt durch den 1835 publizierten, epischen Historienroman Rienzi, der Letzte der Tribunen des Engländers Edward Bulwer-Lytton, verfasste der Komponist – wie bei allen seinen Opern – sein eigenes Libretto.

Wagner ist in diesem Frühwerk noch weit entfernt von seinen mythischen
Sujets, vielmehr spiegeln sich in der Handlung um den römischen Volkstribun Cola Rienzo (1315–1354) ganz evident die politischen Verhältnisse Deutschlands um 1840 wider: Der Traum von einem geeinten Vaterland und die Hoffnung auf Freiheit und Gleichheit aller Bürger finden hier ihre Projektion in einer einsamen charismatischen Heldenfigur, die am tragischen Unverständnis der Welt zerbricht und letztendlich die Selbstvernichtung wählt.

In fünf Akten breitet Wagner die Geschichte einer Machtergreifung aus
und demonstriert Aufstieg, Zenit und Verfall eines Volksführers – oder ist es die eines Volksverführers?

Musikalisch steht Rienzi deutlich in der Tradition der französischen Grand Opéra und des italienischen Belcanto, und doch zeichnet sich Wagners individuelle Klangsprache bereits in Ansätzen ab. Packende Massenszenen, effektvolle Aktfinali und überzeugende musikalische Eingebungen, wie u. a. das berühmte Gebet des Rienzi, versprechen  eine lohnende Entdeckung abseits des strengen Wagnerkanons.

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