18.02.2012 07:02 Novelle von Giovanni Boccaccio

Theater Kassel: GRISELDA - Premiere am 18. Februar 2012, 19.30 Uhr, Opernhaus

Fotograf: N. Klinger

Von: Juliane Clobes

Keine Novelle von Giovanni Boccaccio hat so große Verbreitung gefunden wie die von Griselda, dem Hirtenmädchen, das von Gualtiero erst zur Gemahlin und Königin auserwählt, von ihm dann fürchterlichsten Demütigungen und Prüfungen unterzogen wird, um am Ende als geliebte Gattin und Königin wieder aufgenommen zu werden.

Auch Alessandros Scarlattis vorletzte Oper geht auf diese Novelle zurück. Er komponierte aus dem Stoff 1721 in Rom ein hochdramatisches Bühnenwerk, indem er die Wahrhaftigkeit des dramatischen Ausdrucks ins Zentrum stellte und die Vielfalt musikalischer Gestaltungsmittel mit dem Ziel der Textausdeutung einsetzte. Das Werk zählt zu den lohnendsten barocken Wiederentdeckungen der letzten Jahre.

 

Jörg Halubek studierte Kirchenmusik, Cembalo, Dirigieren und Musikwissenschaft in Stuttgart, Freiburg, Basel und Tübingen. 2004 gewann er den ersten Preis des Internationalen Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerbs in Leipzig. Es folgten zahlreiche Einladungen zu internationalen Festivals. 2008 gründete er das Stuttgarter Barockorchester Il Gusto Barocco, mit dem er bereits zwei Konzertzyklen in der Landeshauptstadt gestaltet hat.

Bei der szenischen Produktion des Vivaldi-Oratoriums Juditha triumphans (Regie: Sebastian Nübling), einer Koproduktion der Staatsoper Stuttgart und der Salzburger Festspiele, übernahm Jörg Halubek 2009 zunächst die musikalische Assistenz und später die musikalische Leitung der Vorstellungen in Stuttgart mit Il Gusto Barocco.

2010 wurde Halubek als Universitätsprofessor für Historische Tasteninstrumente und Aufführungspraxis an die Anton Bruckner Privatuniversität in Linz berufen. 2011 erfolgte zudem eine Berufung an die Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart.

 

Stephan Müller begann seine Theaterlaufbahn am Theater Basel unter der Intendanz von Werner Düggelin. Ab 1975 studierte er in den USA, arbeitete mit Robert Wilson, Richard Foreman, Mabou Mines, Meredith Monk und gründete die eigene Theatergruppe „mixed media“. Ab 1978 arbeitete er am Schauspielhaus Zürich, wo er das „Labor“ leitete. Von 1980 bis 1988 war er als freischaffender Regisseur u.a. in Köln, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg (Kampnagel), San Francisco und New York (Public Theatre) sowie als Dozent an der Universität der Künste Berlin tätig. 1988 kehrte er als Regisseur ans Theater Basel zurück. Von 1993 bis 1999 leitete er gemeinsam mit Volker Hesse das Theater am Neumarkt in Zürich. Am Wiener Burgtheater arbeitete er von 1999 bis 2005 als Regisseur und Dramaturg. Derzeit ist er Leiter des „Master of Arts“-Studiengangs für Regie an der Zürcher Hochschule der Künste. Zuletzt inszenierte er u.a. in Frankfurt Die Blinden von Walter Zimmermann, beim Lucerne Festival Dido und Aeneas von Henry Purcell und Phaedra von Hans Werner Henze und an der Vlaamse Opera in Antwerpen Die Schöpfung von Joseph Haydn.

Dramma per musica von Alessandro Scarlatti

Libretto: Apostolo Zeno

 

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

 

Musikalische Leitung und Cembalo: Jörg Halubek, Inszenierung: Stephan Müller, Bühne: Hyun Chu, Kostüme: Carla Caminati, Dramaturgie: Ursula Benzing, Bewegungschoreografie: Lillian Stillwell

 

Mit Nina Bernsteiner (Griselda), Igor Durlovski als Gast (Gualtiero, König von Sizilien), LinLin Fan / Runette Botha (Costanza, beider Tochter), Jürgen Appel (Ottone, Edler des Reiches), Gideon Poppe (Corrado, Prinz von Apulien), Ulrike Schneider (Roberto, jüngerer Bruder von Corrado)

 

Premiere: Samstag, 18. Februar 2012, 19.30 Uhr, Opernhaus

Nächste Vorstellungen: 21. und 29. Februar, 9., 14. und 18. März

 

Bild 1: Gideon Poppe (im Gewand) und Nina Bernsteiner (Griselda)
Bild 2: LinLin Fan und Igor Durlovski

 

Juliane Clobes

Pressereferentin

 
STAATSTHEATER KASSEL
 

Friedrichsplatz 15 / 34117 Kassel
Telefon +49.561.1094-111 //
Telefax +49.561.1094-5111
juliane.clobes(at)staatstheater-kassel.de
www.staatstheater-kassel.de 
facebook-staatstheater-kassel