18.03.2014 09:00 Theater "tanzSpeicher würzburg"

Theater in Würzburg: "gegenwartsmoment" work 2 "bordered" … experimentell, aufregend und immer eine Diskussion wert!

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Was wäre eine Vorstellung ohne Zuschauer; (c) Theater "tanzSpeicher würzburg"

tanzspeicher wuerzburg
Von: GFDK - Theater "tanzSpeicher würzburg"

Wiederaufnahme im Theater tanzSpeicher würzburg: aus der Reihe „gegenwartsmoment“ zeigt Thomas K. Kopp seine zweite Arbeit. Unter dem Titel „bordered“ („begrenzt“) lotet der Choreograph die Grenzen zwischen Zuschauerraum und Bühne aus. Das besondere an dieser experimentellen Performance: das Publikum erhält kostenlose Einlasskarten und bestimmt den Eintrittspreis im Nachhinein selbst!

Ohne Publikum kein Theater

Was wäre eine Vorstellung ohne Zuschauer? Zuschauer und Akteur sind gleichberechtigt, den einen gäbe es ohne den anderen nicht. Das Beziehung der beiden ist eingefahren, jeder weiß, was der andere von ihm erwartet. Der Akteur spielt sich die Seele aus dem Leib, der Zuschauer honoriert am Ende mit „Bravo“ oder „Buh“.

Theater in Würzburg

Der zeitgenössische Tanz ist bekannt dafür, immer einen Schritt weiter zu gehen. Und so wird gerade in dieser Kunstform das fragile Gebilde zwischen Publikum und Akteur in Frage gestellt und seine Grenzen ausgereizt.

Kopp untersucht diese Grenzen, die Schnittstellen zwischen Performer und Zuschauer. Er experimentiert, probiert und spielt mit den Berührungspunkten. Statt der Draufsicht von außen kann der Betrachter die Innenperspektive erleben. Es geht um die Nähe oder die Distanz der Tänzer zum Zuschauer und der Kommunikation zwischen beiden.

Es tanzen: Juliane Bauer, Katharina Lehmann, Johanne Timm. Dramaturgie: Dr. Brigitte Weinzierl.

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Momentaufnahmen eines Künstlers

In der Reihe gegenwartsmoment sind bisher schon fünf Arbeiten entstanden. Ausgangspunkt für den Choreograph Thomas K. Kopp sind dabei immer aktuelle Fragestellungen und eigene Interessen. Diese nimmt er zur Grundlage und arbeitet in einem kurzen Zeitraum intensiv an dem Thema. In kleinen Gruppen von Performern arbeitet er experimentell und spielerisch, unvoreingenommen und neugierig. So entsteht eine Momentaufnahme aus dem gegenwärtigen künstlerischen Prozess. Themen waren schon zum Beispiel das Theater als Illusionsmaschine (work 4), das Verhältnis zwischen Leib und Seele (work 1) und um die Wahrnehmung der Realität (work 5 – „Fake it“) 

Jede Vorstellung der Reihe „gegenwartsmoment“ hat drei Teile. Den Anfang bildet eine Einführung in die Thematik und die Arbeitsweise des Choreographen. Danach folgt die 20-30 minütige Performance. Im Anschluss sind die Zuschauer eingeladen, anhand von Fragekatalogen mit den Akteuren ins Gespräch zu kommen. Es können im Vorfeld kostenlose Einlasskarten reserviert werden. Der Besucher bezahlt erst nach der Vorstellung einen Preis, den er selbst festlegt.

Informationen über das Theater„tanzSpeicher würzburg“

Das Theater „tanzSpeicher würzburg“  wurde im Jahr 2004 von Thomas K. Kopp gegründet. Der Choreograph bringt mit seiner Kompanie mehrere Eigenproduktionen jährlich heraus. Die Theaterbühne befindet sich im Keller des Kulturspeichers am Alten Hafen. Im 1. Stock betreibt das Theater eine Lobby für die Besucher vor und nach den Aufführungen. Das Festival „Tanzlandschaft – Biennale für zeitgenössischen Tanz“, sowie zahlreiche Gastspiele national und internationaler Kompanien sorgten zusammen mit den eigenen Produktionen für einen ausgezeichneten Ruf Würzburgs in der Tanz-Szene. Der tanzSpeicher ist das einzige Theater für zeitgenössischen Tanz in Bayern und hat damit Modellcharakter. Deutschlandweit gibt es nur wenige solcher Bühnen, die meist in den großen Metropolen zu finden sind.

am 05.04.2014

tanzspeicher@tanzspeicherwuerzburg.de