21.11.2013 09:00 Premiere am Samstag

Theater in Wiesbaden: Hexenjagd - Gerüchte machen die Runde und stören die Ruhe in Salem

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Alte Konflikte brechen wieder auf und werden unerbittlich ausgetragen; (c) Lena Obst

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Von: GFDK - Staatstheater Wiesbaden

Gerüchte machen die Runde und stören die Ruhe in Salem: Pastor Parris hat einige Mädchen, darunter seine Tochter Betty und seine Nichte Abigail, im Wald dabei beobachtet, wie sie merkwürdige Rituale zelebrierten. Betty ist seitdem ohnmächtig. Schnell ist die Vermutung ausgesprochen, die Mädchen seien mit schwarzen Mächten im Bunde. Und bald ist nichts mehr, wie es war: Alte Konflikte brechen wieder auf und werden unerbittlich ausgetragen.

Theater in Wiesbaden

Abigail, die ein Verhältnis mit dem verheirateten John Proctor hatte und ihn unbedingt zurück gewinnen will, ist die Strippenzieherin dieser ‚Hexenjagd‘. In dem hysterischen Klima kann jeder jeden verdächtigen. Beweise werden nicht gefordert. Ein Gerücht genügt, um Existenzen zu vernichten, und die Vernunft hat keine Chance. Das Gemeinwesen wird komplett destruiert.

Hexenjagd Premiere am 23.11.2013

Arthur Miller schrieb das Stück (das auf historischen Tatsachen beruht) während der McCarthy-Ära. Er litt selbst unter Repressalien und verarbeitete das Thema in ‚Hexenjagd‘, wobei er ihm eine allgemeingültige, zeitlose Form gab. In Zeiten labiler Wertesysteme haben Gerüchte, Denunziationen und Hetzkampagnen leichtes Spiel.

Das Internet anonymisiert diese Prozesse zudem noch, so dass Anlass und Verursacher oft kaum mehr auszumachen sind. Die Frage ‚Cui bono – wem nützt es?‘ ist an die Stelle des Wahrheitsgebotes getreten. Und der unstillbare Hunger nach spektakulären Schlagzeilen ist der Motor, der in einer Mediendemokratie dieses Klima ständig neu erzeugt.

Hexenjagd von Arthur Miller

Konstanze Lauterbach inszeniert den modernen Klassiker von Arthur Miller. Sie ist dem Wiesbadener Staatstheater durch viele Arbeiten sowohl im Schauspiel als auch in der Oper verbunden. Mit dem Schauspiel-Ensemble erarbeitete sie zuletzt den Antiken-Abend ‚Die Kinder Agamemnons‘, der 2012 zum 16. Internationalen Festival des antiken griechischen Dramas nach Zypern eingeladen war.

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