15.01.2015 08:00 nach Peter I. Tschaikowsky

Theater in Weimar: Eugen Onegin - eine Oper, die sich über innere Konflikte und Psychogramme seiner Protagonisten erzählt

theater weimar

Eine spannende Erkundung zwischen nostalgischer Volks- und gegenwärtiger Popkultur beginnt; (c) Candy Welz

Eugen Onegin theater weimarEugen Onegin musiktheater
Von: GFDK - Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar

„Wie froh ich bin, all die äthiopischen Prinzessinnen und Pharaonen mit ihrem unnatürlichen Gehabe loszuwerden …“

Theater in Weimar

»Eugen Onegin« als Kammeroper im E-Werk? Wir stellen eine eigene DNT-Fassung vor, die die Gefühle der Protagonisten in den Mittelpunkt rückt: Was sind echte und unechte Gefühle? Wie werden sie erzeugt, gelebt, unterdrückt und abgestellt? Das E-Werk mit seiner intimen Atmosphäre bietet den idealen Raum, um Nähe zwischen dem Publikum und den Protagonisten des Abends und deren Gefühlsleben herzustellen. Gemeinsam wird gefeiert und getanzt sowie geliebt, gelacht, getrauert und auch gestorben: Tatjana, das Mädchen vom Land, verliebt sich in den großstädtischen Lebemann Onegin.

In einem Brief gesteht sie ihm ihre Liebe, doch er weist sie brüsk zurück und vergnügt sich stattdessen mit ihrer lebenslustigen Schwester Olga, der Angebeteten seines Freundes Lenski. Daraufhin kommt es zu einem Duell zwischen beiden Männern, bei dem Lenski stirbt. Erst Jahre später begegnen sich Onegin und Tatjana auf einem Ball des Fürsten Gremin wieder, dessen Ehefrau Tatjana inzwischen geworden ist. Onegin verliebt sich augenblicklich in die mondäne junge Frau, doch sie hält ihrem Mann die Treue und weist Onegin entgegen ihren eigenen Empfindungen zurück.

Tschaikowsky entwirft mit seinen »Lyrischen Szenen« erstmals eine Oper, die sich über innere Konflikte und Psychogramme seiner Protagonisten erzählt und nicht über äußere Dramatik. In seiner Musik verwendet er russisches Volksliedgut und scheint dabei vor unstillbaren Sehnsüchten beinahe zu bersten: Eine spannende Erkundung zwischen nostalgischer Volks- und gegenwärtiger Popkultur beginnt.

Freunde der Kunst

Regisseurin Nina Gühlstorff lässt das gesamte E-Werk zum Schauplatz des Geschehens werden: Seien Sie dabei und tanzen Sie mit – Abendkleidung ist gern gesehen!