14.01.2015 08:00 von Sophokles

Theater in Stuttgart: Antigone - die Söhne des Oedipus, Eteokles und Polyneikes, sind tot

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Der französische Regisseur und Choreograph Laurent Chétouane beschäftigt sich in seinen Arbeiten intensiv mit dem Zusammenspiel von Text, Körper und Tanz; (c) Foto: Oliver Fantitsch

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Von: GFDK - Staatstheater Stuttgart

Die Söhne des Oedipus, Eteokles und Polyneikes, sind tot. Im Krieg um die Königsherrschaft in Theben haben sie sich gegenseitig umgebracht.

Theater in Stuttgart

Kreon, der neue König, lässt Eteokles, den Verteidiger der Stadt, ehrenvoll beerdigen, während er ein rechtmäßiges Begräbnis des Angreifers Polyneikes, den er als Staatsfeind betrachtet, bei Todesstrafe verbietet. Dessen Schwester Antigone setzt sich über dieses Verbot hinweg: sie versucht ihren Bruder gemäß der religiösen Vorschriften zu bestatten, damit sein Leichnam nicht von wilden Tieren zerfleischt wird, und wird dabei entdeckt.

Kreon verhängt das Todesurteil über sie. Ismene, Antigones Schwester, und Haimon, Antigones Verlobter und Kreons Sohn, flehen um ihre Freilassung – vergeblich. Die Totengötter rächen sich: Wie vom blinden Seher Teiresias prophezeit, nimmt das Unheil seinen Lauf. Der französische Regisseur und Choreograph Laurent Chétouane beschäftigt sich in seinen Arbeiten intensiv mit dem Zusammenspiel von Text, Körper und Tanz und hat in diesem Grenzbereich einen ganz eigenen Stil entwickelt.

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Vielleicht kann es, wenn man heute Antigone inszeniert, nur darum gehen, nicht nur den Bruder zu begraben, sondern mit ihm gerade auch Antigone, d. h. aber nicht nur sie – man müsste auch sie zuerst finden, wo bist Du Antigoneeee? –, sondern die Tragödie selbst als dialektisches Spiel. Diesen nicht mehr existierenden Konflikt, den das Theater soooo gerne noch am Leben hält zur Rechtfertigung einer Praxis von Figuren, die nirgendwo mehr existieren. Und aus diesem Staub, aus dieser verbotenen Tat könnte vielleicht der Text – Hölderlin! – uns noch mal zeigen, wie sinnlos wir sind. Ja. DARUM.

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