23.04.2014 09:00 von Friedrich Schiller

Theater in Saarbrücken: Don Carlos - ein Polit-Thriller und eine aufwühlende psychologische Studie über einen ungeliebten Sohn

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Schillers Drama liest sich vor der Folie eines historischen politischen Intrigenspiels als Plädoyer für die Aufklärung; (c) Björn Hickmann

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Von: GFDK - Saarländisches Staatstheater

Marquis Posa bittet seinen Jugendfreund, den spanischen Thronfolger Don Carlos, nach Flandern zu ziehen, um die protestantischen Provinzen zu befrieden. Dass ihn Posa instrumentalisiert, begreift Carlos nicht, denn er ist zerrissen von der tragischen Liebe zur jungen Frau seines Vaters und dem Drang, sich endlich bewähren zu dürfen. Das ist der innere Kreis.

Theater in Saarbrücken

Von außen drohen Auf klärung, Reformation und der englische Erzfeind die Grundfesten des spanischen Absolutismus zu erodieren. Carlos springt über seinen Schatten und bittet den Vater um die Mission, die dieser jedoch verweigert. König Philipps Gefolgschaft besteht aus säbelrasselnden Hardlinern, die das inquisitorische Folterarsenal politisch nutzen. Während der Auf klärer Posa trickreich bis in den innersten Machtkreis vorstößt, gerät Carlos unter alle Räder.

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Am Ende ist es der Großinquisitor, der sein Urteil spricht. Schillers Drama liest sich vor der Folie eines historischen politischen Intrigenspiels als Plädoyer für die Auf klärung. Doch »Don Carlos« ist zugleich ein Polit-Thriller und eine aufwühlende psychologische Studie über einen ungeliebten Sohn.

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