12.04.2013 08:21 bis an die Grenze zum Tragischen

Theater in Potsdam: Goethe beschreibt den empfindsamen Dichter Torquato Tasso

Goethe beschreibt den empfindsamen Dichter Torquato Tasso

Nur Schritt für Schritt lässt Goethe uns den komplexen Charakter Tassos kennenlernen. Torquato Tasso Quelle: Hans Otto Theater

Von: GFDK - Hans Otto Theater

»Zwei Männer sind’s, ich hab’ es lang gefühlt, die darum Feinde sind, weil die Natur nicht einen Mann aus ihnen beiden formte«. So beschreibt Gräfin Leonore den empfindsamen Dichter Torquato Tasso und den nüchtern-sachlichen Politiker Antonio, die in heftigem Streit entbrannt sind.

Kurz zuvor schien alles noch idyllisch schön im Lustschloss »Belriguardo«, als der junge Dichter dem Herzog, seinem Herrn und Mäzen, ein eben vollendetes Epos zuerkannte und die Prinzessin zusammen mit ihrer Freundin Leonore den umschwärmten Poeten wie aus einer Laune heraus bekränzten.

Mit Antonios Ankunft im Schloss stehen sich in ihm und Tasso sachliche Reife und schwärmende Jugend, Kälte und Hitze, Verantwortung und Freiheitsdrang, Politik und Kunst unvereinbar gegenüber. Ihr Streit eskaliert, und der Scherbenhaufen, der vor den Beteiligten liegt, muss mühsam wieder aufgeräumt werden. Nach und nach enthüllt sich dabei ein ausdifferenziertes Bild von Abhängigkeiten, das die Motive aller in dem Streit bestimmt.

Der Herzog schmückt sich mit dem Talent des Dichters und wertet so die eigene Bedeutung auf. Torquato Tasso sehnt sich nach Ruhm und Unsterblichkeit und ist dabei abhängig von Gunst und Geld der Mächtigen. Antonio, der Sieger auf diplomatischem Parkett, pocht auf die für ihn viel gewichtigere Bedeutung der Politik gegenüber jedweder Kunst. Und die Prinzessin schließlich schwärmt, ist herzlich und ist unbestimmt. Tasso verkennt die Lage und vermutet ein Ziel für seinen umherirrenden Überschwang fatalerweise in ihrer Liebe.

Nur Schritt für Schritt lässt Goethe uns den komplexen Charakter Tassos kennenlernen, lässt er uns in die Seelen der Figuren und in ihre Abgründe blicken – bis an die Grenze zum Tragischen.

bis 18.5 2013 Spielort Schlosstheater im Neuen Palais


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